News /

DOOM: Vom Spielehit zum Hollywoodkracher

Am Dienstagabend läuft bei SYFY um 20.15 Uhr der Film DOOM, basierend auf dem Spiel von 1993. Nach 25 Jahren ist das Franchise immer noch am Leben. Grund genug, uns gemeinsam auf die Ausstrahlung des Films mit Karl Urban zu freuen und die Entwicklung nachzuzeichnen.

Präsentiert von: Björn Sülter


Am heutigen Dienstag zeigt SYFY um 20.15 Uhr eine Computerspiele-Verfilmung aus dem Jahre 2005, die aus verschiedenen Gründen sehenswert ist: DOOM mit Karl Urban, Dwayne „The Rock“ Johnson und Rosamund Pike in den Hauptrollen.

The first Virtual Reality?

DOOM heißt übersetzt so viel wie Untergang, Verderben oder auch böses Schicksal. Für die Softwareschmiede id Software aus Texas gilt das gleichnamige Spiel jedoch bis heute als Meilenstein im Bereich der Computerspiele und konkret der First-Person-Shooter. Auch muss man festhalten, dass die virtuellen Umgebungsgrafiken eine Art Vorgeschmack auf das lieferten, was man heute immer noch als (nahe) Zukunft des Gaming im Bereich der VR bezeichnet.

Aufgrund des hohen Maßes an Gewalt sowie der fragwürdigen Bildsprache aus Okkultismus und Satanismus gab es zu jeder Zeit viele Diskussionen rund um das Spiel. In Deutschland stand es ab Mai 1994 auf dem Index und wurde erst 2011 wieder freigegeben.

Die Handlung ist schnell erzählt: Als Space Marine musste man zunächst zwei Marsmonde von Höllenkreaturen befreien und schließlich sogar direkt in die Hölle gehen, um den Urheber des ganzen Chaos zu vernichten. Dass es dabei nicht zimperlich zuging, war fast schon zu erwarten.

Neben verschiedenen Fortsetzungen lieferte id Software, das seit 2009 Teil von ZeniMax Media ist (wozu der Publisher Bethesda Softworks gehört), im Jahr 2016 eine Neuauflage ihres eigenen Klassikers für verschiedene Konsolen und PCs. Garniert wurde das Ganze mit vielen Easter-Eggs für Fans der Originalreihe.

DOOM gilt noch heute als eines der kontroversesten – aber auch wichtigsten – Spiele der Geschichte.

DOOM

Hollywood calling

Eigentlich erstaunlich, dass die hohen Damen und Herren aus der Stadt der Filme sich so lange Zeit ließen, den Actionkracher zu einem abendfüllenden Spielfilm umzuarbeiten. Es dauerte bis 2005, als Universal, UIP und Bontonfilm einen Anlauf nahmen.

60 Millionen Dollar nahm man für die Co-Produktion zwischen den USA, England, Deutschland und der Tschechischen Republik in die Hand und gab die Regie in die Hände von Andrzej Bartkowiak, der zuvor für Romeo Must Die, Exit Wounds und Cradle 2 the Grave im großen Stuhl Platz genommen hatte. In Sachen Autoren vertraute man David Callaham und Wesley Strick. Für Callaham war es der erste Drehbuchjob in Hollywood. Heute ist er mit Filmen wie The Expendables, Godzilla oder Wonder Woman 1984 dick im Geschäft. Strick war vorher bereits als Script Doctor aktiv (Batman Returns, Face/Off, Mission Impossible 2) und gewann für seine Arbeit am Drehbuch zu Wolf einen Saturn Award. Heute gehört er zum Autorenstab von The Man in the High Castle. Die Frage war jedoch ehrlicherweise weniger, was die beiden Herren zu leisten imstande sein würden, sondern viel eher, was das Setting des Spiels überhaupt hergeben würde.

So las sich die Handlung des Films dann auch eher übersichtlich und blieb lose am Spiel. Ein Spezialkommando soll auf dem Mars nach dem rechten sehen und muss sich gegen Monster erwehren. Diese gelangen jedoch später auf die Erde, wo es unter anderem zu einem Endkampf innerhalb des Teams kommt. Eine kleine Rahmengeschichte rund ein 24. Chromosom und Übermenschen rundeten das Drehbuch ab.

Für die Hauptrollen konnte man neben Karl Urban (der heute den Dr. McCoy in den neuen Star-Trek-Filmen gibt) noch Dwayne „The Rock“ Johnson gewinnen, der jedoch damals noch lange nicht das Star-Appeal besaß, wie heute, aber mit The Mummy Returns, The Scorpion King und Welcome to the Jungle immerhin neben seiner Wrestling-Karriere dabei war, in Hollywood Fuß zu fassen. An ihrer Seite kämpfte auch Rosamund Pike, die 2002 im Bond-Film Die Another Day die Miranda Frost gespielt und dafür einen Empire Award als beste Newcomerin kassiert hatte. Außerdem war sie in Pride & Prejudice zu sehen gewesen. Der Cast konnte sich also durchaus sehen lassen.

DOOM

The DOOM Legacy

Hält man sich strikt an die Fakten, war die Verfilmung zu DOOM ein Desaster. Der Film spielte bei den erwähnten 60 Millionen Dollar Produktionsbudget weltweit nur 56 Millionen Dollar ein und war somit ein großes Verlustgeschäft. Der geplante zweite Teil war somit direkt wieder vom Tisch. Auch die Kritiker gingen hart mit dem Werk ins Gericht – teilweise muss man sich aber fragen, auf welcher Basis. Es handelte sich hier schließlich immer noch um die Umsetzung eines äußerst schlichten Actionspiels, das nicht gerade viel wert auf eine ausgetüftelte Story gelegt hatte. Fans der Reihe fanden durchaus Gefallen am Film, auch wenn einigen dann wieder die Distanz zur Originalgeschichte sauer aufstieß.

Macht man sich von all diesen Dingen frei, bietet DOOM krachende Unterhaltung mit guten Stars und eine Szene, die fast ein wenig Filmgeschichte schrieb. In dieser kurzen Sequenz gegen Ende des Streifens folgte die Kamera Grimm aus einer First-Person-Perspektive, genau wie im Spiel. Eine hübsche Hommage an die Vorlage und das zugrundeliegende Spielprinzip. Wie Karl Urban es einmal ausdrückte, wurde hier der Kinozuschauer erstmals der Held des Films und macht die Arbeit der Protagonisten.

DOOM läuft am heutigen Dienstagabend ab 20.15 Uhr auf SYFY.

 

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

Buchtipp: SYFY präsentiert das umfassendste Sachbuch zu Star Trek in deutscher Sprache

Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Es lebe Star Trek


Tags: DOOM   Karl Urban   Dwayne Johnson