News /

Drama, Baby! Aus für Pine & Hemsworth bei Star Trek 4? Das übliche Spiel mit den Millionen!

Star Trek schien mit all den guten News gerade auf einer Erfolgswelle zu surfen - doch nun das! Angeblich hat sich Paramount nicht mit Chris Pine und Chris Hemsworth über den nächsten Film einigen können. Doch ist das Ganze nicht vielleicht viel eher das typische Säbelrasseln im Millionenpoker Hollywoods? Oder steckt noch mehr dahinter? Unser Star-Trek-Experte Björn Sülter macht sich so seine Gedanken und bleibt tiefenentspannt.

Star Trek 4

Präsentiert von: Björn Sülter


Es geht bald weiter! Äh, doch nicht …

Bereits vor über zwei Jahren war die Sache für Paramount scheinbar sonnenklar: Noch vor dem Kinostart von Star Trek Beyond ging man voller Zuversicht an die Presse und gab an, einen vierten Teil drehen zu wollen. Dieser sollte auf einem Drehbuch von J. D. Payne und Patrick McKay basieren und mit Chris Hemsworth alias George Kirk einen Darsteller aus Star Trek von 2009 zurückbringen.

Dann blieb der dritte Reboot-Film jedoch hinter den Erwartungen an der Kinokasse zurück und es wurde verdächtig still. Nicht zuletzt durch den Erfolg von Star Trek: Discovery bei den Kollegen von CBS und das Interesse eines Quentin Tarantino an der Kinoreihe wurde der Glaube an die Marke Star Trek im Kino bei Paramount allerdings neu befeuert. Erst kürzlich gab man bekannt, dass parallel an einem vierten Film - und zwar genau dem oben beschriebenen - und einem fünften gearbeitet würde. Als Regisseurin des vierten Teils wurde zudem bereits S. J. Clarkson vorgestellt – die erste Frau auf dem Regiestuhl bei Star Trek. Simon Pegg (Scotty) zeigte sich außerdem bei verschiedenen Gelegenheiten begeistert ob den Aussichten. Alles schien in bester Ordnung zu sein.

Die Bombe

Mitten hinein in diese Glückseligkeit platzte nun eine Meldung, die stutzen ließ: Die Verhandlungen mit Chris Pine (James T. Kirk) und Chris Hemsworth (George Kirk) sind laut verschiedenen Medienportalen gescheitert. Der Grund: das liebe Geld. Doch Moment einmal: Hatte Paramount nicht bereits Vollzug mit den beiden Golden Boys erlangt? Korrekt! Doch das war eben noch vor Star Trek Beyond. Und damit kommen wir zum Kern der Geschichte.

Das Problem und die Angst seitens Paramount sind nämlich durchaus nachvollziehbar. Mit Star Trek von 2009 (386 Millionen US-Dollar weltweites Einspielergebnis) und Star Trek Into Darkness (468 Millionen US-Dollar) hatte man geglaubt, ein Momentum á la Marvel und Star Wars aufbauen zu können. Dann kam allerdings Star Trek Beyond und fiel im Jahr des 50. Geburtstages von Star Trek auf nur 344 Millionen US-Dollar weltweites Einspielergebnis zurück.

Die Botschaft für die Bosse schien klar: Trek im Kino kann durchaus noch gut funktionieren, besitzt aber eindeutig weniger Luft nach oben als die Konkurrenz. Vergleicht man an dieser Stelle noch, dass man sich in Sachen Produktionskosten durchaus mit vielen Marvel-Filmen der Phase III messen kann, wird das Problem sichtbar: Star Trek muss in Zukunft wieder auf jeden Dollar schauen, um rentabel zu bleiben und kann die immer größeren Budgets im Business nicht mitgehen.

An dieser Stelle begann man bei Paramount offenbar, auf die Schauspieler zuzugehen. Der Tenor: Ihr habt zu wenig Geld reingeholt, also bekommt ihr in Zukunft auch (erstmal?) weniger. So weit, so logisch.

Nun gibt es andererseits aber bereits bestehende Deals zwischen Pine, Hemsworth sowie ihren Co-Stars und Paramount. Gerade bei den beiden erstgenannten Darstellern gilt: Sie spielen aktuell in großen, anderen Franchises mit und haben dort keine derartigen Probleme. Was interessiert es sie also, dass Paramount die Vermarktung ihrer Filme offenbar nicht so gut hinbekommt, wie beispielsweise Disney oder Marvel? Eben. Außerdem wissen nicht nur die Ferengi: Ein Deal ist ein Deal.

Das Ergebnis des Ganzen: Man trennte sich ergebnislos, lancierte das Drama clever an die Medien und befindet sich nun offiziell im Clinch. Offiziell heißt das dann: Wenn wir uns nicht einigen, besetzen wir die beiden Rollen eben neu! Die Arbeiten am Film gehen weiter und wir lassen uns nicht aufhalten. Das ist die eine Seite. Pine und Hemsworth hingegen werden sehr genau die Reaktionen beobachten (lassen) und gegebenenfalls weiteren Verhandlungen zustimmen. Oder auch nicht?

Hollywood, Baby!

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns anschauen, wo alle diese Scharmützel ausgetragen werden: Welcome to Hollywood! Machtspiele zwischen Studios und Schauspielern gehören zum täglichen Brot der Industrie. Es geht um Geld, Eitelkeiten und Macht. Doch ist das in diesem Fall natürlich wieder einmal nur die halbe Wahrheit.

Es kommt nämlich noch ein Aspekt zu tragen, der Star Trek seit Beginn der Kinoreihe 1979 nie wirklich tangiert hat. Kurz gesagt: Die neuen Reboot-Filme haben mit Pine, Urban, Quinto, Saldana, Pegg oder auch Hemsworth tolle und hippe (sowie verdammt attraktive und kompetente) Menschen am Start.

In seligen Zeiten der klassischen Filme und auch noch bei den Abenteuern der TNG-Crew waren die meisten Schauspielerinnen und Schauspieler hingegen froh, wenn alle paar Jahre mal der Ruf ans Set ertönte. Trek-Ikonen wie Doohan, Takei, Nichols, Koenig oder später Frakes, Sirtis, McFadden, Burton und Dorn hatten außerhalb von Trek kaum etwas Medienwirksames zu tun. Sie waren auf das Geld und die Publicity angewiesen! William Shatner, Leonard Nimoy, Patrick Stewart und Brent Spiner mögen (primär dank ihres Status für die jeweiligen Serien) in diesem Punkt am ehesten noch Ausnahmen gewesen sein.

Heute ist das jedoch vollkommen anders: Chris Pine hat in Wonder Woman eine wiederkehrende Rolle und produziert just eine Mini-Serie für TNT (I Am the Night), Namensvetter Hemsworth ist als Thor bekannt und spielt demnächst im neuen Men in Black, Zoe Saldana ist mit Guardians of the Galaxy, den Avengers-Filmen und den Avatar-Sequels mehr als dick im Geschäft, Simon Pegg ist umtriebig wie immer und gehört fest zum Mission-Impossible-Franchise und auch Zachary Quinto und John Cho müssen nicht Hunger leiden. Diese Darstellerriege kann etwas, was die Kolleginnen und Kollegen früher in dieser Form nicht konnten: Sie kann wählen!

Das Fazit aus dieser Erkenntnis? Die Nummer steht auf wackeligen Beinen und könnte zumindest auch schiefgehen.

Abwarten, Ale trinken

Dennoch sollte man weit davon entfernt sein, Schnappatmung zu entwickeln. Natürlich ist es nicht wirklich denkbar, die Rolle des James T. Kirk an diesem Punkt neu zu besetzen. Chris Pine gibt einen so wundervollen Nachfolger für William Shatner ab und ist mit Recht aktuell einer der heißesten Typen in Hollywood, dass Paramount einen Teufel tun wird, die Fans mit einer derartigen Entscheidung zu vergraulen und die Reihe zu beschädigen!

Realistischer ist es da schon, dass man auf Chris Hemsworth verzichtet und das Drehbuch anpassen lässt. Pine jedoch wird bald auf den Stuhl des Captains zurückkehren. Da würde ich meine letzte Flasche Romulanisches Ale drauf verwetten. Und jedermann weiß, wie schwer das Zeug zu besorgen ist!

Lies jetzt die ganze Geschichte nach: Am 25. August erscheint das umfassendste Sachbuch zu Star Trek in deutscher Sprache - präsentiert von SYFY!

Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bereits bei Amazon vorbestellbar.

Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies, Robots & Dragons und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


Tags: Star Trek 4   Star Trek Into Darkness   Star Trek Beyond   Star Trek   Star Trek: Discovery   Chris Pine   Chris Hemsworth   Thor   Wonder Woman