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Fast 9 und Need for Speed: Payback ist ein spielbares Fast & Furious

Vin Diesel liebt Games und er liebt Need for Speed. Tuning mit farbigen Nitro-Flammen, Neon-Unterbodenbeleuchtung und folierten Scheinwerfern treffern hier auf eine Hollywood-Krawall-Orgie, die es genauso krachen lässt wie der Meister höchstpersönlich: Need for Speed: Payback ist eine Verneigung vor Fast & Furious, liefert die gleiche völlig abgedrehte Action, hat sogar The Rocks gepanzerten Police-Truck am Start, überrascht aber auch mit einigen cleveren Konzepten wie Live-Tuning, um die Getriebeübersetzung während der Fahrt zu ändern. Der perfekte Weihnachtsraser zur Vorbereitung auf Fast 9. 

 

 
 
 

Präsentiert von: Benjamin Kratsch


Need for Speed: Payback ist eine Verneigung vor einem 5-Milliarden-US-Dollar-Franchise, das Vin Diesel mit Fast & Furious quasi aus dem Nichts geschaffen hat. Und zwar in jeder Pore, jedem Polygon, jeder Szene. Need for Speed ist endlich wieder so richtig schön durchgeknallte Over-the-Top-Action. Wo nichts Sinn ergibt, die physikalischen Gesetze in den Urlaub geschickt werden und sich genau daraus der Spaß ergibt.
Mit einem Koenigsegg Agera RS mit 1.500 Pferdestärken unter der Haube bei Tempo 300 ein paar Cops bodychecken? Klar, kein Thema.


Wie in Hollywood üblich, reicht es, das Lenkrad nach links oder rechts zu reißen, das eigene Fahrzeug in die Seite eines Gegners zu rammen und ihn in dezente Schrägposition zu bringen, schon überschlägt er sich, als wäre gerade ein Pfund TNT unter seinem Hintern explodiert. Fast & Furious eben, Hollywood, wie es leibt und lebt.

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Das Gameplay: Mehr Anspruch, als man einem Hollywood-Racer zutraut

Und doch ist dieses Need for Speed: Payback nicht der super simple Arcade-Racer, für den man ihn schnell halten könnte: Sein Team hat früher mal an Need for Speed: Shift gearbeitet und diese DNA erbt Payback zumindest im Ansatz. Auf der Straße liegt das Auto zwar sehr sicher, sobald wir aber ins Gelände abtauchen, haben die Reifen spürbar weniger Grip und im Kiesbett drehen die Räder durch. Nicht gerade vorteilhaft, wenn man von sieben schwarzen SUVs gejagt wird. Je nachdem, wo Sie gerammt werden, reagiert das Auto korrekt: US-Polizeibeamte werden darauf trainiert, das Zielfahrzeug zum Drehen zu bringen, dann lässt es sich leicht von weiteren Streifenwagen einkreisen. Drückt der SUV gegen unsere Front, müssen wir zwingend gegenlenken, sonst dreht es uns gleich. Drückt er ins Heck, müssen wir die Räder so stellen, dass wir auch hier gegensteuern.

Einer rammt uns von links, wir halten gegen. Der zweite drückt von rechts, wir sitzen in der Zange. Nitro-Boost zünden hilft hier, aber die K.I. scheint solche Manöver zu erkennen und beim nächsten Mal cleverer vorzugehen. Ein drittes Fahrzeug blockiert also unsere Flucht. Da hilft nur hart abbremsen, 180-Grad-Wende einleiten und ab dafür. Auch sind die Enforcer nicht gerade zimperlich dabei, Zivilisten einzusetzen, um ihren Job zu erledigen. Wie in der großartigen Verfolgungsjagd von James Bond: Quantum of Solace (der Film war nicht so prall, die Eingangsszene schon) machen sie gerne mal Trucks oder PKWs zu Waffen, die uns urplötzlich entgegen wirbeln. Da wir den großen Truck des Konvois aber nicht verlieren dürfen, sind wir dezent unter Zeitdruck - können also nicht zu viel bremsen, sondern müssen eher mit Slalom arbeiten. Das gefällt uns etwas besser als die effektvollen Flugeinlagen der Takedowns, aber immerhin erleben Burnout-Fans hier einige nostalgische Momente.

Die Cops: The Rock hätte Spaß an dem neuen Rhino

Wie sehr EA Ghost The Fast and Furious mag, zeigt sich auch besonders schön am Einsatz des Rhino, eines schwer gepanzerten Einsatzfahrzeugs der Polizei, der offensichtlich von The Rock höchstpersönlich gefahren wird. Er kommt nur zum Einsatz, wenn alle anderen Einsatztaktiken gegen Sie versagen, schlägt dann aber auch um so brutaler zu. Erinnert ihr euch an jene Szene, wo The Rock mit seiner Crew im russischen GURKHA Armored Assault Vehicle durch eine Favela in Rio brettert, sich durch ganze Häuserwände arbeitet und eine Schneise der Verwüstung hinterlässt? Nun, der Rhino ist schlimmer. Weil die üblichen Crown Victorias und Dodge Charger SRT 8 nicht genug ausrichten können, rammt der Fahrer unter Blaulicht seine Cop-Kollegen einfach weg. Schon ein bisschen irre, wenn euch gerade eine Armada von Streifenwagen am Hintern hängt und so ein gepanzertes Ungetüm einfach durchpflügt. Die Polizeiautos werden nach links und rechts geschleudert, ein paar explodieren dramatisch, gut zehn Fahrzeuge werden zu Schrott verarbeitet. Wer ein bisschen Dampf vor Weihnachten ablassen oder sich einfach nur auf Fast 9 einstimmen will, der wird hier voll abgeholt. Vin Diesel grinst zufrieden.