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Freitag bei SYFY: Der beste Cliffhanger aller Zeiten!

Freitagnachmittag läuft auf SYFY eine beliebte Doppelfolge aus Star Trek: The Next Generation, die nicht nur immer noch äußerst spannend ist, sondern auch einen damals bahnbrechenden Cliffhanger vorweisen kann. Schnallt euch an für das beste beider Welten!

Star Trek

Präsentiert von: Björn Sülter


Zur erneuten Ausstrahlung eines der besten, spannendsten und bedeutendsten Cliffhanger der TV-Geschichte, wollen wir uns heute nochmal erinnern. Star Trek: The Next Generation (1987 bis 1994) war die erste Spin-Off-Serie aus dem inzwischen weit verzweigten Trek-Franchise und hat in 178 Episoden und sieben Jahren viele Höhepunkte hervorgebracht. Nicht nur wanderte die Crew rund um Picard, Data, Troi, Riker, LaForge, Worf und Dr. Crusher sogar noch für vier Filme ins Kino, die Figuren wurden zu popkulturellen Ikonen. Nicht grundlos reaktiviert CBS just Sir Patrick Stewart für eine Fortsetzung der Geschichte rund um seine beliebte Figur.

Doch wie konnte es überhaupt dazu kommen? Wie war das damals, vor inzwischen fast dreißig Jahren?

Die dritte Staffel der Serie war nach einer turbulenten Anfangsphase ein erstes dickes Ausrufezeichen für die Serie gewesen. Es gab eine ganze Reihe hochklassiger Episoden zu bestaunen wie Who Watches the Watchers (Der Gott der Mintakaner), The Enemy (Auf schmalem Grat), The Defector (Der Überläufer), The Offspring (Datas Nachkomme) oder die Instant-Klassiker Yesterday’s Enterprise (Die alte Enterprise) und Sarek (Botschafter Sarek). Schnell stand fest: Die Serie war erwachsen geworden und im Mainstream angekommen.

Den größten Knaller hatte man sich allerdings noch für das Finale aufgehoben. Während die drei Staffeln der Originalserie und die ersten beiden der Nachfolgeserie jeweils ganz traditionell mit regulären Episoden geendet hatten, entschied man sich hier zum ersten Mal in der Trek-Historie für den Start eines Zweiteilers – und das auf eindrucksvolle Weise!

Star Trek

Wir Zuschauer hatten die gruseligen Borg aus dem fernen Delta-Quadranten bereits in der Episode Q Who (Zeitsprung mit Q) kennengelernt. Damals waren sie uns als potenzielle Bedrohung für die Zukunft verkauft worden. Diese Zukunft holte die Gegenwart nun jedoch auf erschreckende Weise ein. Die Borg waren plötzlich da und hatten nur eine Mission: Die Menschheit zu versklaven. Als schließlich sogar Captain Jean-Luc Picard gefangengenommen und in einen der ihren transformiert wurde, schien alle Hoffnung verloren.

In den letzten Sekunden der ersten Episode kam es daher auch zu einem ikonischen Moment, der noch heute Gegenstand vieler Unterhaltungen unter Fans ist: Riker beschloss, auf den Borg-Kubus und somit auf seinen Freund und Captain zu schießen: „Mr. Worf, Feuer!“.

Star Trek

Diese Worte sind noch heute legendär und sorgen verlässlich für Gänsehaut. Die Borg waren wie ein dunkler Schatten über die Föderation hereingebrochen; ein Ausweg ohne schmerzhafte Verluste schien unmöglich. Der folgende Sommer (immerhin drei Monate!) dürfte den meisten Fans somit als eine Mischung aus Anspannung, Rätselraten und Nägelkauen in Erinnerung geblieben sein. Das gilt zumindest für US-Trekkies. In Deutschland wurde der Zweiteiler nämlich vom ZDF erst drei Jahre später (!) und gänzlich humorlos an direkt aufeinanderfolgenden Tagen ausgestrahlt, was den Effekt natürlich zunichtemachte.

Dennoch: Auch für deutsche Fans, die mit der Serie aufgewachsen sind, dürfte The Best of Both Worlds (In den Händen der Borg/Angriffsziel Erde) immer noch ein Höhepunkt der Serie sein.

Dazu kommen jedoch auch noch weitere Aspekte: Star Trek erreichte genaugenommen nie wieder einen derart ausgefeilten Cliffhanger. Vielmehr prägte diese Episode aber auch noch den Spannungsaufbau vieler anderer Formate. War es für Star Trek: The Next Generation damals schlicht eine Möglichkeit gewesen, zu zeigen, dass die Serie zu Großem imstande war, wurde daraus in den Folgejahren ein Trend: Die Jagd nach dem perfekten Cliffhanger war eröffnet. Serien wie LOST oder 24 bauten gar in ganz anderen Genres stilistisch zu großen Teilen auf diesen letzten Sekunden und der daraus erzeugten Spannung auf.

So darf man bis heute auch bei einem gelungenen Cliffhanger von einem „Mr.-Worf-Feuer“-Moment sprechen. Oder man schaut einfach nochmal das Original.

SYFY zeigt beide Episoden am Freitag, dem 8. Februar ab 16.10 Uhr. Wir wünschen viel Spaß!

Star Trek

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember startete mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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