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Ganz schön schräg: Die Guardians of the Galaxy sind zurück!

Frühling heißt: Volksfestzeit. Was das mit Guardians of the Galaxy Vol. 2 gemeinsam hat? Viel. Denn wer die Gruselhäuser auf der Kirmes kennt, wird einige Ähnlichkeiten im neusten Marvel-Blockbuster erkennen – nur mit mehr Witz, wenn auch kurzlebig.

Guardians Of The Galaxy 2 Baby Groot

Man bezahlt sein Ticket, wartet vermutlich ein wenig, bis man an der Reihe ist und dann geht es rein. Hinsetzen, noch ein paar Mal tief ein- und ausatmen und schon beginnt das Abenteuer. Ein Gruselkarussell mit Humor – so lässt sich Guardians of the Galaxy Vol. 2 wohl noch am ehesten beschreiben.

Achtung - Folgende Filmkritik enthält Spoiler zur Handlung!

Mit Guardians of the Galaxy Vol. 2 starten die Marvel Studios in den Frühling. Vor etwa drei Jahren feierte der erste Teil der etwas anderen Superheldengeschichte weltweit großen Erfolg. Nun legt Marvel mit demselben Regisseur James Gunn nach – doch wird Vol. 2 den Guardians und dem mittlerweile hohen Standard der Superheldenfilme gerecht?

Erst einmal zur Story: Das Prinzip bleibt gleich. Nach einem Intro als Flashback in die 1980er geht es sofort mit dem ersten Abenteuer los und der Film schließt direkt an das Ende seines Vorgängers an (Tipp: Denkt an den Abspann!) . Insgesamt ist Guardians of the Galaxy Vol. 2 eine Ansammlung von Wiederholungen: Das betrifft die Charaktere, die Handlung und teilweise auch die Bilder. Es ist nichts Neues oder Beeindruckendes dabei, das einem die Sprache verschlägt. Unbedingt schlecht ist das nicht immer, denn schließlich hat das Prinzip beim ersten Mal gut funktioniert und die Fans scheinen, sich das genauso gewünscht zu haben.

In Guardians of the Galaxy Vol. 2 führt ähnlich wie im ersten Teil eine Katastrophe zur nächsten: Beauftragt die sogenannten Analax-Batterien zu bewachen, finden sich die Guardians als Gejagte schnell in eine Verfolgungsjagd wieder – das liegt nicht an den frechen Sprüchen von Drax (Dave Bautista) und Rocket (Bradley Cooper), sondern eher an eine Handvoll Batterien, die der Waschbär mit sich gehen lassen hat. Doch auf der Flucht vor der Masse ferngesteuerter Kapseln rettet sie ein unbekanntes Ei-ähnelndes Raumschiff und in Kürze wird klar, dass der Besitzer Peters Vater ist. Ego (gespielt von Kurt Russell) nimmt seinen Sohn mitsamt Gamora (Zoe Saldana) und Drax mit auf seinen eigenen Planeten, der sich nicht nur als sein „eigener“, sondern als sich selbst – Ego, der lebende Planet - entpuppt. Demnach offenbart er Peter (Chris Pratt) sein Erbe: Beide sind Cellestials – Götter mit einem kleinen „g“, wie Ego es beschreibt -  und können, solange sie mit dem Planeten in Verbindung stehen, das „Licht“ nutzen, um Neues zu erschaffen. Aber schon bald wird den Guardians klar, dass Ego mehr als nur eine Vater-Sohn-Reunion vor Augen schwebt: Tatsächlich sieht der Planet in der Expansion seinen Lebenssinn. Das kommt einer absoluten Zerstörung jeder Lebensart im gesamten Universum gleich – und so werden die Guardians wieder zu den Rettern der Galaxie.

Dabei begegnet man einigen Gruselgestalten, die einen schnell an Geister und Co. in Gruselgefährten erinnern lassen. Der einzige Unterschied zum Karussell-Klassiker auf einem Volksfest: Es gibt auch was zum Lachen. Anders als im ersten Teil krümmt sich der Körper alle paar Minuten auf’s Neue, wenn ein Witz nach dem anderen herausgehauen wird. Leider ist der Humor nur kurzlebig und die ausgeschütteten Endorphine verschwinden genauso schnell, wie sie auch gekommen sind. Die Witze sind flach und wer Familie und Freunden gerne welche erzählen möchte, merkt gleich nach Filmende, dass nicht wirklich viel im Gedächtnis geblieben ist. Das wertet den Film qualitativ deutlich ab.

Was die Charaktere betrifft, braucht man sich nicht auf große Überraschungen oder Wendungen zu freuen: Besonders unbeeindruckend sind die Hauptfiguren Peter und Gamora. Stattdessen richtet Guardians of the Galaxy Vol.2 sein Augenmerk mehr auf die Außenseiter der bereits "Outsider"-Truppe: Rocket und Yondu (Michael Rooker). Beide bilden ein ungewöhnliches Pärchen, das jedoch ankommt und die Charaktere wachsen lässt – sie glänzen im Vergleich zum großen Star-Lord oder der schönen Gamora.

Selbstverständlich steht folgender Charakter immer wieder im Mittelpunkt: Baby Groot (Vin Diesel). Zu niedlich, um getötet zu werden, gilt hier als sein Motto. Auch seinem Präfix „Baby“ wird das sogenannte „Bäumchen“ gerecht und das lässt einige Lacher und „Oooh“-Geräusche im Kinosaal erklingen. Allerdings stellt sich damit die Frage, ob der Publikumsliebling teilweise nur aus Marketing-Gründen so stark in den Vordergrund gerückt wird – besonders, wenn man an seine Präsenz in Teaser, Trailer und Poster denkt. Für alle, die auch gerne nach dem Film im Kinosaal länger verweilen, gibt es auch einen kleinen Tipp: Der Abspann hält bis zum Schluss so einige Überraschungen parat; nach Zusatzszenen und dem ein oder anderen bekannten Spruch solltet ihr besonders Ausschau halten.

Fazit:Guardians of the Galaxy Vol. 2 bietet gutes Entertainment in Sachen Visual Art und Spaßfaktor. Wer die Guardians vermisst hat, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Qualitativ kann jedoch der zweite Teil nicht mit seinem Vorgänger mithalten: Die puzzleartige Zusammensetzung passt dieses Mal nicht zur simplen Handlung, die Hauptcharaktere sind langweilig und ohne Tiefe; nicht zuletzt wird der Humor zu dick aufgetragen und lässt im Nachhinein zu wünschen übrig.  Demnach kommt Vol. 2 einer mittelmäßigen Karussellfahrt gleich, die im Augenblick vielleicht Spaß macht, doch nicht empfehlenswert ist und somit leicht in Vergessenheit gerät.

Guardians of the Galaxy Vol. 2 läuft seit dem 27. April in den deutschen Kinos.

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Achtung! Hier noch ein paar Spoiler:

 

  • Freut euch auf einige große Starauftritte wie Sylvester Stallone und sogar David Hasselhoff. Wir berichteten bereits darüber, inwiefern beide Legenden im neuen Marvelfilm zum Vorschein kommen.
  • Einer darf nicht fehlen: Stan Lee bekommt in Vol. 2 viel Zeit auf der Kinoleinwand. Enttäuschend ist allerdings die berühmte Szene nach dem Abspann - ihr braucht euch nicht auf einen Vorgeschmack von Avengers - Infinity War freuen, in dem die Guardians auftauchen sollen.
  • Last, but not least: Baby Groot ist bald kein niedliches und süßes Bäumchen mehr. Nur leider klingt "Teenie Groot" noch nicht so schön...vielleicht lässt sich das Marketing-Team noch einen besseren Namen für Vol. 3 einfallen.