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Giganten-Battle: Marvel vs Star Trek vs Star Wars

In drei Runden treten heute die drei wichtigsten phantastischen Franchises unserer Zeit gegeneinander an. Wer punktet im Kino? Wer im TV? Und was können die Fans am Ergebnis ausrichten?

Star Trek, Star Wars, Marvel

Präsentiert von: Björn Sülter


Es ist ein Kampf der Giganten. Als würde King Kong im Dreikampf auf Godzilla und Optimus Prime treffen.

Heute lassen wir mal die drei aktuellen Megaplayer im Bereich der Phantastik aufeinander los. In der Science-Fiction-Ecke haben wir Star Trek, das langlebige Serien- und Filmfranchise, das just einen neuen Aufschwung erlebt. In der mit Fantasy angehauchten SF-Ecke steht Star Wars, die altehrwürdige Dauerbrenner-Kinosaga, bei der ein Ende wahrlich nicht abzusehen ist. Last but not least steht in der dritten Ecke das Marvel Cinematic Universe bereit, das seit zehn Jahren die Kinokassen weltweit beherrscht.

Doch: Ist ein Vergleich überhaupt möglich? Abwarten. Ist er sinnvoll? Vielleicht nicht. Aber er macht sicher Spaß. Also probieren wir es einfach!

Erfolg im Kino

Geht man nach der reinen Laufzeit, gewinnt Star Wars mit 41 Jahren (1977: Star Wars: Episode IV) hauchdünn vor Star Trek mit 39 Jahren (1979: Star Trek: The Motion Picture) und deutlich vor Marvels Cinematic Universe mit zehn Jahren (2008: Iron Man).

Nimmt man die Anzahl der Abenteuer als Indikator, kommt Marvel aktuell auf 20 Filme, Star Trek auf 13 und Star Wars auf 10. Rechnet man die Kinoauswertung von The Clone Wars dazu, kann man noch einen draufschlagen. Von allen drei Franchises sind die nächsten Abenteuer aber ohnehin bereits in der Mache.

Ein gewichtiger Aspekt ist aber selbstredend auch noch das weltweite Einspielergebnis: Hier kommen die 20 Streifen aus dem MCU auf satte 17,5 Milliarden, Star Wars erreicht mit zehn (elf) Filmen 9,2 Milliarden Dollar. Schlusslicht ist mit gehörigem Abstand das Trek-Franchise, das auf 2,3 Milliarden kommt. Rechnet man das Ganze pro Film um, steht Marvel mit 875.000, Star Wars mit 836.000 Dollar und Star Trek etwas begossen mit 177.000 Dollar da. Eindeutig ist: Star Trek hat im Kino nie die Strahlkraft besessen, wie die Kollegenfranchises.

Fazit: Marvel hat die meisten und holt die satteste Kohle rein. Star Wars springt mit den wenigsten Filmen aber dem zweitbesten finanziellen Ergebnis auf Platz 2. Für Star Trek bleibt insbesondere auf Grund des mangelnden Mainstream-Appeals nur der Bronze-Rang in dieser Kategorie.

Erfolg auf dem TV-Schirm

Beginnt man hier ebenfalls mit der reinen Lebensdauer, hat Star Trek mit 52 Jahren (seit 1966: Star Trek) die Nase weit vorn. Die erste Serie zu Star Wars war vor 33 Jahren das wenig erfolgreiche Star Wars: Droids von 1985. In Sachen MCU setzte Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. im Jahr 2013 und somit vor nur fünf Jahren den Startpunkt.

Auch in Sachen Masse kommt an Star Trek niemand vorbei: Aktuell sieben Serien seit 1996 bringen es auf über 740 Episoden und 31 Staffeln! Star Trek: Discovery geht bald in eine zweite Staffel, Star Trek: Lower Decks hat als neue Animationsserie direkt zwei Staffeln spendiert bekommen und die neue Picard-Serie wird ebenfalls als langfristiges Projekt beschrieben. 40 Staffeln scheinen also in Reichweite zu sein. Auch die Zahl 800 bei den Episoden dürfte zeitnah fallen.

Leonard Nimoy als Spock

Die bisher insgesamt zwölf ausgestrahlten oder fest angesetzten Serien des MCU kommen bereits auf fast 350 Episoden. Da Jessica Jones und The Punisher außerdem verlängert wurden und einige Serien erst noch starten werden, könnte man die Zahl 400 bald erreichen. Spannend dabei: Star Trek brauchte für die rund 740 Episoden 52 Jahre, Marvel für nicht ganz die Hälfte der Episoden nur fünf!

Star Wars bildet hier eindeutig das Schlusslicht. Es gab noch keine Real-Serie (wenn auch bald endlich eine Premiere feiern wird) und die sieben Animationsserien kommen in 33 Jahren auf 19 Staffeln und 302 Episoden. Doch Obacht: Durch Resistance und die Realserie wird auch hier bald noch etwas passieren.

Fazit: Star Trek ist der unangefochtene TV-Krösus. Gerade durch die erfolgreichen 1990er-Jahre hat das Franchise hier einen Vorsprung rausgeholt, der kaum aufzuholen ist. Marvel quält sich auf Platz 2 mit zwar vielen Formaten, hat damit aber eher Masse zu bieten. Einzig die Agents of S.H.I.E.L.D. konnten bisher für ein wenig kontinuierlichen Erfolg sorgen. Bei Star Wars wird viel an der sündhaft teuren Realserie hängen. Aktuell belegt die Welt des George Lucas auf dem kleine Schirm nur den dritten Platz.

Erfolg bei den Fans

Die Trekkies sind berüchtigt: Nicht nur müssen sie seit 52 Jahren oft als Vorzeige-Nerds herhalten, wenn es darum geht Menschen mit Masken, falschen Zähnen, angeklebten Bärten und komischen Handzeichen ins Rampenlicht zu zerren, sie haben auch - und das ist keine Legende - das Trek-Franchise mehr als einmal am Leben gehalten. Nach der ersten Absetzung der Ur-Serie Ende der 1960er-Jahre zum Beispiel waren es die Fans, die durch Besuche der Conventions, Briefkampagnen und Ähnliches eine neue Aufmerksamkeit auf das Franchise gelenkt haben. In jeder Durststrecke konnte man sich auf sie verlassen. In Sachen Treue sind die Trekkies einfach nicht zu toppen.

Doch auch die Wars-Fans darf man ohne Frage als zäh und leidensfähig bezeichnen. Oft entsteht der Eindruck, dass es sich bei ihnen eher um ein Popcorn-Kinopublikum handeln könnte. Trifft man sie dann jedoch auf Fantreffs oder Messen, muss man den Eindruck schnell revidieren. Die Fans des Star-Wars-Franchise sind vielleicht nicht so präsent, vielleicht auch nicht so laut - aber sie sind da! Und das seit über vierzig Jahren.

Bei Marvel hingegen ist es noch etwas schwierig: Die Filme sind einfach wunderbares Unterhaltungskino. Entsteht hier gerade ein Fandom, oder handelt es sich um ein kurzzeitiges Massenphänomen, das danach schnell wieder an Relevanz verlieren wird? Eine Frage, die heute noch nicht zu beantworten ist. Doch kann man es drehen, wie man will: Zahlen lügen nicht! All die Menschen, die seit zehn Jahren in die Kinos strömen, um die grundverschiedenen Abenteuer des MCU zu erleben, irren nicht. Außerdem darf man die lange Vorgeschichte der Marvel Comics nicht außer Acht lassen. Das MCU mag erst spät begonnen haben, der Grundstein liegt schon eine ganze Weile länger – auch bei den Fans.

Fazit: Alle drei Franchises sind absolute Herzensangelegenheiten. Alle drei haben sich den liebevollen Zuspruch ihrer Anhänger verdient. So ist es am Ende egal ob man für Trek, Wars oder Marvel brennt oder wie sich das Ganze seit wann äußert.

Salomo spricht

Es ist, wie eingangs gesagt, eine reine Spielerei. Jedes Franchise hat seine Stärken und Schwächen, jedes sein eigenes Fandom - wobei Überschneidungen häufiger vorkommen, als man glauben mag.

Den ikonischen Status, den Star Trek sich mit über fünf Jahrzehnten im TV und Kino ergatterte, wird Marvel sich, wie auch den von Star Wars im Bereich des Mainstream-SF-Kinos, erst noch erarbeiten müssen. Hier spielen neben dem schnöden Mammon schließlich auch popkulturelle Einflüsse eine nicht unerhebliche Rolle. Aktuell sind die Filme der Comic-Schmiede aber ohne jede Frage der heiße Scheiß. Die folgenden Jahrzehnte werden dann ein Urteil über die langfristigen Auswirkungen fällen müssen.

Eins steht aber ohne Zweifel fest: Es ist wunderbar, dass es die drei gibt. Es gibt also gar keinen Grund, warum King Kong, Godzilla und Optimus Prime sich prügeln müssten. Vielleicht gehen sie lieber mal gemütlich ein Andorianisches Ale trinken, essen dazu einen Bantha Burger und hören Peter Quills Mixtapes durch. Live long ans prosper!

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

Buchtipp: SYFY präsentiert das umfassendste Sachbuch zu Star Trek in deutscher Sprache

Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Es lebe Star Trek


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