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Godzilla vs. Kong: First Look auf das Treffen der Titanen

Das Kino ist zurück! Und zur Begrüßung gibt es direkt voll auf die Zwölf: In Godzilla vs. Kong verdreschen sich zwei der berühmtesten Riesenmonster der Filmgeschichte. Wir von SYFY verraten euch, wie viel Spaß das macht.

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von Sidney Schering

Die Rückkehr ins Kino geht diesen Sommer mit einem Wiedersehen zweier monströser Filmikonen einher: Godzilla, die Schreckensechse, die nahezu im Alleingang sogenannte Kaijū-Filme (also Filme über attackierende Riesenmonster) zum Kult gemacht hat, prügelt sich mit King Kong, dem gigantischen Menschenaffen, der mehrmals Hollywood-Geschichte geschrieben hat.

Das Ganze ist eine Fortsetzung von Godzilla aus dem Jahr 2014, dem in den 1970ern spielenden Kong: Skull Island und Godzilla: King of the Monsters, lässt sich aber auch ohne Kenntnis dieser Vorgänger verstehen. Wir von SYFY haben das Effektspektakel Godzilla vs.Kong bereits auf der großen Leinwand sehen dürfen, und natürlich wollen wir euch unsere weiteren Eindrücke nicht vorenthalten!

Darum geht es beim Monsterkampf

Seit den Ereignissen in den 1970er-Jahren hat sich für den gigantischen Affen Kong eine entscheidende Sache geändert: Er lebt nicht mehr als Herrscher von Skull Island in den Tag hinein, sondern in einem High-Tech-Reservat auf seiner Heimatinsel. Betreut wird er von der Wissenschaftlerin Ilene Andrews (Rebecca Hall) und ihrer gehörlosen Adoptivtochter Jia (Kaylee Hottle), mit der Kong Freundschaft geschlossen hat. Nun soll Kong aber aus seinem streng bewachten Gehege gelassen werden. Denn Godzilla, den die Menschheit zuletzt als Freund und Beschützer betrachtet hat, startete eine scheinbar willkürliche Reihe an Attacken gegen Forschungseinrichtungen, die viele Opfer kostete.

Walter Simmons (Demián Bichir), Chef des ominösen Technologie- und Forschungskonzerns Apex, glaubt, dass Kong der Schlüssel sein könnte, um Godzilla in die Schranken zu weisen: Er soll Ilene, Jia und einige Apex-Mitglieder zu einem Ort im Inneren der Erde führen, wo Simmons' Vermutungen zufolge ein Hilfsmittel warten soll, mit dem sich Kong zum den Menschen wohlgesonnenen König der Titanen aufschwingen könnte …

Kaum Filler, viel Killer

Mit einer Laufzeit von gerade einmal 113 Minuten ist Godzilla vs. Kong der kürzeste Film im MonsterVerse. Und hier bestätigt sich eindeutig: In der Kürze liegt die Würze. Denn der Film von Regisseur Adam Wingard (You're Next) profitiert enorm von seiner Knackigkeit: Dieser Clash der Riesenmonster hat kaum Leerlauf. Die verantwortlichen Autoren (Eric Pearson, Max Borenstein, Terry Rossio, Michael Dougherty und Zach Shields) haben ganz klar erkannt, wonach das Kaijū-Publikum sucht: Kreative Actionpassagen und einen Alibiplot, der sie unterstützt, statt sie auszubremsen.

Es gibt wohlgemerkt ein paar Szenen, die überdehnt sind: Ein Subplot rund um Stranger Things-Star Millie Bobby Brown als neugieriger Godzilla-Fan, Deadpool 2-Mime Julian Dennison als ihr treuer Sidekick und Brian Tyree Henry als Verschwörungstheoretikerm hätte massiv gestutzt werden können. Denn dieses Trio deckt oftmals Dinge auf, die wir im zentralen Plot rund um Ilene Andrews und ihre Crew bereits offenbart bekommen. Doch abseits dessen ist Godzilla vs. Kong temporeich erzählt und vermeidet das in Kaijū-Filmen viel zu weit verbreitete Problem, dass die Szenen rund um die Menschen nur nichtssagendes Füllmaterial darstellen.

In Godzilla vs. Kong wird dagegen durch die menschlichen Figuren, und vor allem durch ihre Sympathien und Antipathien in diesem Monsterkampf, eine Grundlage geschaffen, wie wir den Clash der Titelfiguren betrachten sollen. Das verleiht den Kämpfen eine spannendere Dynamik: Wingard zeichnet im Laufe des Films Kong analog zu 80er-Jahre-Actionhelden. Er macht aus dem Affen eine Mischung aus Bruce Willis' Paraderolle John McClane, der einfach nur dauernd zur falschen Zeit am falschen Ort ist und nun mit Ideenreichtum die Gefahr bannen muss, und aus Mel Gibson als grantigen Martin Riggs in den Lethal Weapon-Filmen.

Godzilla wiederum stapft als unberechenbare, kaum aufzuhaltende Naturgewalt durch den Film – faszinierend in seinem Einzelgängertum, aber auch eine einschüchternde, antagonistische Macht, gegen die Kong als Underdog und Trumpfkarte der Menschheit heroisch ankämpft.

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Sieht stylisch aus & lässt die Lautsprecher wummern

Die vorhin erwähnte Figurendynamik ist eine sehr gute Voraussetzung, um sich an den ausschweifenden Monsterkloppereien zu ergötzen: Kong wird hier zur Identifikationsfigur, zum weniger erfahrenen, nicht ganz so trainierten Taktiker gegen den Champion Godzilla. Der darf gerne eine Lektion erteilt bekommen – doch Wingard fängt sein Können so berauschend ein, dass man Godzilla nicht zu böse sein kann. Damit gewinnen die Kämpfe an Spannung, statt reine Zerstörungswut darzustellen, und dennoch behalten sie ihre Aura als rein eskapistische Wettkampfunterhaltung, bei der man staunend beiden Seiten applaudieren mag.

Dank Wingards Stil lässt sich dieser Tumult auch vollauf genießen, denn anders als etwa bei Godzilla: King of the Monsters lässt sich das Spektakel visuell klar verfolgen: Hier wird nicht bei schlimmsten Unwettern und in unbeleuchteter, nebeliger Nacht gekämpft. Duelliert wird sich stattdessen tagsüber oder in einer futuristischen Vision des nächtlichen Hongkong, in dem jedes Gebäude mit stylischer Neonbeleuchtung daherkommt und den Monsterkampf atmosphärisch stimmig einfärbt. Darüber hinaus findet Wingard eine launige Mischung aus Totalen, die sowohl Übersicht als auch den vollen Zerstörungskick bieten, und aus Nahaufnahmen der überraschend ausdrucksstark animierten Monster. Die anerkennenden oder angesäuerten Blicke, die sie sich zuwerfen, sind einfach köstlich!

Untermalt wird das Ganze mit einem treibenden, basslastigen Score von Mad Max: Fury Road-Komponist Tom Holkenborg. Holkenborg kopiert seine denkwürdige Endzeitaction-Mucke zwar an einigen Stellen all zu deutlich, dennoch sorgt er für die massive Klangtapete, die diesem Monsterkampf gebührt.

Na, Lust bekommen? Dann heißt es für euch ab dem 1. Juli 2021: Auf ins Kino, um diesen Clash der Giganten auf einer möglichst großen Leinwand zu genießen. Und um einen Teil der Kulturbranche zu unterstützen, der sich nach monatelangem Stillstand riesig auf eure Rückkehr freuen wird!

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