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Heute bei SYFY: Star Trek: Treffen der Generationen

Am heutigen Dienstag zeigt SYFY die legendäre Staffelübergabe zwischen Captain Kirk und Captain Picard. Wir erinnern an das Abenteuer aus den goldenen 90er-Jahren.

Präsentiert von: Björn Sülter


Die 90er-Jahre gelten als die (ersten) goldenen Jahre des Trek-Franchise in Sachen Medienpräsenz. Die Originalserie Star Trek aus den 60er-Jahren war längst zum Kult geworden und hatte ab 1979 sechs Kinofilme hervorgebracht.

Star Trek: The Next Generation konnte die Erfolgsgeschichte derweil im TV weiterschreiben und steuerte mit der siebten Staffel auf das Ende zu. Längst war beschlossen worden, dass man Star Trek: Deep Space Nine (seit 1993) und Star Trek: Voyager (ab 1995) den TV-Schirm überlassen und die Crew rund um Captain Jean-Luc Picard dafür ins Kino führen würde. Was noch fehlte, war eine zündende Idee für die Übergabe der Leinwand an die neue Crew ...

Legenden

Abgesehen von geschriebenen und sogar gefilmten Szenen, die heute teilweise als Rohmaterial zu erleben sind, blieb für die Fans der Originalserie in der finalen Kinofassung immerhin eine Auftaktsequenz übrig, in der drei Legenden des Originals noch einmal in Aktion zu sehen waren. Kirk, Chekov und Scotty gaben sich beim Jungfernflug der USS Enterprise B die Ehre.

"Die medizinische Crew ... kommt erst am Dienstag." (Captain Harriman)

Gemeinsam mussten sie das Schiff vor einem mysteriösen Energieband retten und am Ende wurde der Verlust des großen James T. Kirk betrauert. Doch war das natürlich nur der Anfang der Geschichte ...

Star Trek

Gemischte Angelegenheit

Star Trek: Treffen der Generationen erntete über die Jahre (berechtigterweise) viel Kritik für verschiedene unausgegorene Handlungselemente und Schwächen in der Geschichte. Dennoch ist der Film mit etwas Abstand betrachtet immer noch ein großes und unterhaltsames Science-Fiction-Abenteuer, das alte und neue Helden vereint und somit den Boden für einen Fortgang der Kinoreihe bereitet hat.

Die Höhepunkte waren neben dem gelungenen und amüsanten Auftakt die Szenen auf dem Segelschiff Enterprise, die Begegnung von Kirk und Picard, verschiedene Szenen mit Dr. Soran oder auch der spektakuläre Absturz der Enterprise D gegen Ende des Films.

"Das Schicksal beschützt Narren, Kinder, und Schiffe mit dem Namen Enterprise." (Riker)

Zur heutigen Ausstrahlung haben wir für euch einige Geschichten rund um die Produktion zusammengestellt.

Kein Interesse

Leonard Nimoy wurde zu Beginn der Produktion neben einem Auftritt als Spock sogar die Regie angeboten, seine vielen kritischen Anmerkungen zum Drehbuch ignorierte man jedoch. Nimoy hatte aber keine Lust, ein, seiner Ansicht nach, nicht stimmiges Drehbuch zu verfilmen. Ebenso war er der Meinung, dass alle Wortbeiträge von Spock nicht typisch genug für die Figur waren und jeder andere sie auch aufsagen konnte. Ironischerweise behielt er damit ebenfalls Recht: Am Ende landeten die Dialogszenen bei James Doohan und seinem Scotty.

Job-Hopping

Da Paramount den Film ein halbes Jahr nach dem Ende der siebten Staffel ins Kino bringen wollte, erhielt die Produktion einen mehr als engen Zeitrahmen. So kam es, dass bereits während der Dreharbeiten zum Serienfinale Szenen gefilmt wurden, in denen der Hauptcast nicht vorkam. Die Crew der Enterprise D erhielt nur zehn Tage Pause nach dem Ende ihrer Serie und legte dann sofort wieder los. Somit fühlte sich für viele auch das Produktionsende des Films wie ein Abschied an, nicht aber der letzte Drehtag zu All Good Things (Gestern, heute, morgen). Als Regisseur wählte man konsequenterweise David Carson aus, der keine Kinoerfahrung mitbrachte. Paramount waren zwei Sachen wichtig: Der Film sollte schnell fertig werden und möglichst unter dem Budget bleiben. Für beides hielt man einen Serien-Regisseur am besten geeignet, was sich auch als korrekt herausstellte. Carson gelang aber darüberhinaus auch noch eine visuelle Umsetzung, die der großen Leinwand gerecht wurde.

Uniformen-Chaos

Da das Produktionsteam in Sachen Herstellung der neuen Uniformen hinterherhinkte, kam man auf eine einfache Lösung. Man bediente sich bei Star Trek: Deep Space Nine. Einzig mit den neuen Leibchen für Captain Picard und Data war man fertig geworden. Riker erhielt die Uniform von Captain Sisko, LaForge die von O'Brien. Während Frakes halbwegs damit klarkam, passte Burton das gute Stück jedoch gar nicht. Da die Uniform von Jadzia Dax zudem weder Troi noch Dr. Crusher passte, mussten beide (wie LaForge und auch Worf) auf die Serienuniformen zurückgreifen. Dieses Kuddelmuddel führte dann dazu, dass die Crew der USS Enterprise nicht einheitlich auftrat. So ist das eben mit Sparzwängen und Timingproblemen.

Star Trek

Tochter statt Vater

Neben Leonard Nimoy und DeForest Kelley (der bereits stark mit seiner angeschlagenen Gesundheit kämpfte) verzichtete auch George Takei auf einen Auftritt als Hikaru Sulu. Er wollte nach der Übernahme des Kommandos über die USS Excelsior aus dem sechsten Kinofilm keine Szene mehr spielen, in der er für Kirk nur die Knöpfe bediente. Daher schrieb man die Figur seiner Tochter Demora Sulu in die Handlung.

Star Trek

"Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns, wie ein Raubtier, ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, daß die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet, uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Das was wir hinterlassen, ist nicht so wichtig, wie die Art, wie wir gelebt haben; denn letztlich sind wir alle nur sterblich!" (Picard)

SYFY zeigt den siebten Trek-Kinofilm Star Trek: Treffen der Generationen am heutigen Dienstag um 20.15 Uhr.

Fakten

Produzent: Rick Berman

Regisseur: David Carson

Drehbuchschreiber: Ronald D. Moore & Brannon Braga

Idee: Ronald D. Moore, Brannon Braga & Rick Berman

Darsteller: Patrick Stewart (Picard), Jonathan Frakes (Riker), Michael Dorn (Worf), Brent Spiner (Data), Marina Sirtis (Troi), Gates McFadden (Crusher), LeVar Burton (LaForge), Whoopi Goldberg (Guinan), Malcolm McDowell (Soran), Alan Ruck (Harriman) sowie William Shatner (Kirk), James Doohan (Scotty) und Walter Koenig (Chekov)

Laufzeit: 118 Minuten

Kinostart: 1994

Produktionskosten: ca 35 Millionen US-Dollar

Einspielergebnis weltweit: ca 118 Millionen US-Dollar

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember startete mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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