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James Bond: Die fünf besten Gegner im Ranking

Im Laufe von sechs Jahrzehnten, 25 Filmen und sechs verschiedenen Darstellern in der Hauptrolle hat James Bond es mit einer Menge Bösewichter zu tun gehabt. Wir haben uns die für uns fünf erinnerungswürdigsten herausgesucht.

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Die Konfrontation des Agenten 007 mit einem einzelnen übergroßen Bösewicht, der einen heimtückischen Plan verfolgt, entweder die Welt zu beherrschen oder einen bestimmten Mechanismus in der Welt zu kontrollieren, ist zu einem Markenzeichen der Reihe geworden, so wie es die Erzfeinde der Superhelden zu einem solchen in den Comics geworden sind. Bond ist nichts ohne eine massive Bedrohung, die es abzuwenden gilt, weshalb bombastische und meistens furchteinflößende Bösewichte ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs der Serie sind.

Doch sind nicht alle Bösewichte gleich (mit Blick auf Dominic Greene in Ein Quantum Trost). In fast 60 Jahren hat Bond gegen viele gekämpft, von Drogendealern, die ein Heroinmonopol errichten wollen über Milliardäre, die Atomsprengköpfe stehlen, bis hin zu einem Kerl, der einfach nur wahrhaft das Gold liebt. Reden wir also darüber, wie die besten unter ihnen abschneiden: Von Lotte Lenyas giftspritzender Spionin bis zum wandelbaren, von gleich mehreren Schauspielern dargestellten Größenwahnsinnigen - hier sind die fünf besten James-Bond-Bösewichte (keine der Handlanger, diese sind ein Thema für ein anderes Mal) auf einer Rangliste.

Rosa Klebb

Bedenkt man, wie ikonisch ihre Präsenz im Bond-Kanon ist, überrascht es, wie wenig Screentime Rosa Klebb in Liebesgrüße aus Moskau hat - zumal ihr Robert Shaw als Vollstrecker Red Grant zu Seite steht (die Handlanger sind, wie bereits besprochen, ein Thema für einen anderen Tag).

Lotte Lenya beherrscht jede Szene, in der sie als sadistische SPECTRE-Agentin gegen Bond antritt, um eine streng geheime Dekodiermaschine in die Hände zu bekommen. Ob sie nun darum kämpft, ihre eigene wachsende Angst in der Gegenwart von SPECTREs Anführer (einem zu dieser Zeit noch gesichtslosen Blofeld) unter Kontrolle zu halten oder verzweifelt mit ihren Giftstachel-bewehrten Schuhen nach Bond tritt, ist Klebb eine grausame Gegnerin, die (sarkastischerweise) mehr Liebe verdient, als ihr normalerweise in Diskussionen über die Bond-Bösewichter zukommt.

Francisco Scaramanga

Christopher Lee ist einer dieser Schauspieler, dem schon immer bestimmt war, in die Rolle des Bond-Bösewichts zu schlüpfen, und es ist nur folgerichtig, dass einem Darsteller seines Formats die Titelrolle übertragen wurde.

In Der Mann mit dem goldenen Colt ist Lee Bonds dunkles Gegenstück, ebenso tödlich, aber aus ganz anderen Gründen, und sein verbaler Schlagabtausch mit Roger Moore hebt den Film über seine ansonsten etwas verworrene Prämisse hinaus. Lee ist auf köstliche Weise völlig in seine Arbeit vertieft, genau wie er es bereits bei Dracula war, und das sorgt für eine Leistung, die man sich immer wieder ansehen kann.

Le Chiffre

Die Daniel-Craig-Ära von Bond kündigte mit Casino Royale an, dass sie die Gadget-lastige, oftmals humorvolle Brosnan-Ära keineswegs wiederholen würde, und die Fans konnten gar nicht genug davon bekommen. Von der harten Stuntarbeit über Craigs deutlich gefühlvolleren Bond bis hin zu Le Chiffre (Mads Mikkelsen), dem bösartigen Pokerspieler, der sein noch gesundes Auge auf die verbrecherisch erwirtschafteten Millionen einer Terrororganisation geworfen hat.

Das Bond-Franchise ist voll von Kartenspielen mit hohen Einsätzen zwischen 007 und einem gerissenen Gegenspieler, aber keines davon löste so viel Spannung und Abscheu zwischen Held und Bösewicht aus wie jenes, in dem Bond und Le Chiffre aufeinandertreffen. Dank Martin Campbells knackiger Regie lassen sie das Kartenspiel als das filmischste erscheinen, das es je auf der großen Leinwand zu sehen gab. Und dank eines Stuhls ohne Sitzfläche und eines sorgfältig geknoteten Seils spielt Le Chiffre auch eine große Rolle in der vielleicht denkwürdigsten Bond-Folterszene seit Goldfinger.

Ernst Stavro Blofeld

Als einziger Bond-Gegner auf unserer Liste, der in mehreren Filmen auftaucht, ist Blofeld der 007-Bösewicht schlechthin, auch weil er - wie Bond selbst - nie wirklich zu verschwinden scheint.

In den ersten vier Bond-Filmen war er als mysteriöser Kopf von SPECTRE, Nummer Eins, im Hintergrund zu sehen, bevor Donald Pleasence ihm in Man lebt nur zweimal zum ersten Mal ein Gesicht gab. Der Superschurke tauchte dann in Gestalt von Telly Savalas, Charles Gray und schließlich Christoph Waltz in der Daniel-Craig-Ära wieder auf. Ob man nun Pleasences sanftmütige Intensität, Savalas' energischen Bösewicht, Grays elegante Darstellung oder Waltz' geduldigen Zorn bevorzugt: Blofeld hat sich als Bösewicht gehalten, nicht nur wegen seiner Position als Anführer einer bedeutenden kriminellen Organisation, sondern auch, weil er sich selbst so bedrohlich gibt, dass er in fast jeder Form überzeugend bleibt.

Auric Goldfinger

»Nein, Mr. Bond – ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben!«

Mit ganzen zehn Worten wurde Gert Fröbes Bösewicht im dritten Bond-Film überhaupt als ebenjene Art von Widersacher verewigt, mit der wir 007 immer konfrontiert sehen wollen. Goldfinger interessierte sich weder für Bonds speziellen Ruf noch für die Auswirkungen, die seine Auslöschung für die weltweite Spionage haben würde. Er war nur an seinem persönlichen Gewinn interessiert, und dieser Siegesdurst aktivierte etwas in Sean Connerys Bond, das seinen eigenen Wettkampfinstinkt erhöhte. Natürlich wissen wir, dass der Bösewicht nie tatsächlich über Bond triumphieren kann, also wollen wir einen Gegner sehen, der auf alle Fälle glanzvoll untergehen wird, ungeachtet dessen wie weit Bond ihn treibt oder wie sehr er seine Pläne ändern muss. Goldfingers grenzenlose Gier machte ihn zu haargenau dieser Art von Charakter und etablierte ihn als den Bond-Bösewicht, der zur Vorlage für alles, was danach kam wurde.

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Dieser Artikel wurde von Thorsten Walch von Moin Moin Medien im Auftrag von SYFY.de übersetzt und gekürzt.

Der Originalartikel stammt von SYFY.com und wurde von Matthew Jackson geschrieben.