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Kein Film für zarte Gemüter - Kritik zu Rogue One: A Star Wars Story

Rogue One ist kein typischer Star-Wars-Film!
Der Film ist ein episches, bildgewaltiges Abenteuer, das dem schier unerschöpflichen Star-Wars-Universum viele neue Facetten hinzufügt und etablierte Bestandteile um weitere Details und Hintergründe bereichert. Er unterscheidet sich allerdings in einem ganz wesentlichen Punkt von den bisherigen sieben Teilen der Saga.

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Die Macher haben nicht übertrieben, als sie Rogue One als "Kriegsfilm" anpriesen. Das ist er tatsächlich. Ein mutiger Schritt von Disney und Lucasfilm, denn durch seinen unerwartet harten und düsteren Stil bringt der Film zwar frischen Wind in das Franchise, raubt ihm jedoch gleichzeitig diese märchenhafte Unschuld, ein bislang prägendes Merkmal der Star-Wars-Welt. Damit läuft er Gefahr, es sich mit einigen Fans zu verscherzen.

Jyn Erso (Felicity Jones) wird vom Widerstand rekrutiert, um zusammen mit Cassian Andor (Diego Luna) und einigen anderen Rebellen die Baupläne einer neuen Superwaffe des Imperiums zu stehlen. Dieser sogenannte Todesstern wurde von Jyns Vater, dem genialen Wissenschaftler Galen Erso (Mads Mikkelsen), entwickelt, der sich vor vielen Jahren dazu entschloss, für das Imperium unter Director Orson Krennic (Ben Mendelsohn) zu arbeiten, um seine kleine Tochter zu beschützen.

Nach den vielen Trailern stellte man sich die Frage, ob Jyn Erso als Hauptfigur den Film überhaupt tragen könne. Sie wirkt kühl, arrogant und zurückhaltend. Der Eindruck hält sich auch am Anfang des Films. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto besser versteht man, warum das so ist. Jyn ist eine tragische Figur, die keine unbeschwerte Kindheit hatte und vom Krieg gezeichnet ist. Sie schiebt ihre Traumata vor sich her und hat das Leben wohl noch nie von seiner Sonnenseite gesehen.

Damit ist sie nicht allein. Alle Hauptfiguren sind auf die eine oder andere Weise vom Kampf gegen das Imperium gebrandmarkt, haben teilweise alles verloren oder große Opfer gebracht. Allein das macht den Film schon ungewohnt schwer.

Bisher war Star Wars Unterhaltung für die ganze Familie (von Hayden Christensens Abgang in die glühende Lava vielleicht einmal abgesehen),Rogue One bildet da eine Ausnahme: der Film ist wohl eher nichts für Kinder und zarte Gemüter. Es wird sehr viel geschossen und geschlagen, es gibt haufenweise Explosionen und sehr viele Tote. Auch den Kopfschuss eines Stormtroopers aus direkter Nähe hat man in Star Wars so noch nicht gesehen.

Die ungewohnte Ernsthaftigkeit des Films wird lediglich durch die Sprüche und Kommentare des umprogrammierten imperialen Droiden K-2SO (Alan Tudyk) aufgelockert.

Ansonsten wird grundsätzlich nicht gelacht, hin und wieder erwischt man vielleicht mal ein Lächeln. Und sei es nur das des machtbesessenen Directors Krennic (Meldensohn), der sich daran erfreut, dass er mit seinem Todesstern gerade innerhalb einer Sekunde eine komplette Stadt zerstört und unzählige Leben ausgelöscht hat. Doch er steht unter Erfolgsdruck, denn an seinem Stuhl wird bereits gesägt.

Der Soundtrack stammt erstmals nicht von John Williams, sondern von Michael Giacchino. Der emuliert problemlos das Star-Wars-typische Klangbild; die bekannten Melodien und die triumphale Eröffnungsfanfare werden aber nie zu 100 Prozent ausgespielt. Überhaupt nimmt der Soundtrack eher eine unterstützende Rolle ein.

Rogue One wurde als alleinstehender Einzelfilm der Anthologie-Reihe A Star Wars Story angekündigt, ist jedoch ganz klar ein lupenreines Prequel zum ersten Star-Wars-Film aus dem Jahr 1977. Der Film lebt von den Anspielungen, Vorahnungen und Kurzauftritten bekannter Figuren der Saga-Filme. Star-Wars-Fans werden hier ihre wahre Freude haben. Besonders ein Auftritt ist dabei hervorzuheben und sorgt für großes Staunen.

Die Kehrseite ist natürlich, dass Rogue One nicht funktioniert, wenn man mit der ikonischen Klassik-Trilogie nicht vertraut ist. Ohne Vorwissen kann man sich zwar an den gewaltigen Bildern und erstklassigen Spezialeffekten erfreuen, der Handlung allerdings nur eher schulterzuckend beipflichten.

Fazit

Rogue One ist ein episches Star-Wars-Abenteuer, aber deutlich ernster, schwerer und düsterer, als man bisher gewohnt war. Nach dem Film wird man auch die "Fortsetzung" mit anderen Augen betrachten.

Rogue One: A Star Wars Story – Der finale Trailer HD (Deutsch | German)

Quelle: Robots & Dragons