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Kritik zu Star Trek: Discovery 2.05 - Saints of Imperfection

Die fünfte Episode der zweiten Staffel rauscht nur so am Zuschauer vorbei. Doch wie steht es um die inneren Werte? Das und den Rest hinterfragt jede Woche exklusiv für SYFY der Medienjournalist und Star-Trek-Experte Björn Sülter.

Star Trek

Präsentiert von: Björn Sülter


Was passiert?

Nach Tillys Verschwinden muss die Crew ins Innere des Netzwerkes gehen, um die Kollegin zu retten. Dort finden sie jedoch auch noch jemand anderen …

Aus dem Weg, ihr bösen Schwächen!

Beginnen wir zwiegespalten und nehmen das Fazit in gewisser Weise vorweg: Die Episode macht richtig Spaß und hält konstant bei der Stange. Die schauspielerischen Leistungen sind stark, die Dialoge meist kompetent und die Umsetzung erstklassig. Dennoch bietet das Gesamtwerk auch mittelschwere Ecken und Kanten, die mal mehr und mal weniger schmerzen. Bevor wir also in einen lobenden Ton verfallen, wollen wir die Stolpersteine aus dem Weg räumen.

Sektion 31, Version 1.0

Wir glauben für den Moment einmal Showrunner und Franchise-Boss Alex Kurtzman, dass man für die Sektion 31 in gewisser Weise eine eigene, kleine Origin-Story schreibt. In dieser wird sie, wie es aktuell scheint, von einem Teil der Sternenflotte (mit eigenen Schiffen, Abzeichen und coolen Klamotten) und somit von einer Art verlängertem Arm des Geheimdienstes irgendwann zu dem, was wir aus Star Trek: Deep Space Nine kennen.

Moment, werden nun einige sagen. Was ist denn dann mit Star Trek: Enterprise? Genaugenommen können wir diesen Punkt ignorieren, da man im ersten Prequel nicht ausreichend Informationen lieferte, um wirklich eine Abweichung zu bewerten. Unsere Wahrnehmung der Sektion 31 in Star Trek: Enterprise basiert primär auf dem Wissen aus Star Trek: Deep Space Nine. Es ist durchaus möglich, dass es sich auch in Archers Zeit noch um eine ähnlich strukturierte Organisation gehandelt hat, wie nun hier in Star Trek: Discovery.

Dennoch bleibt die eindeutige Diskrepanz zu dem, was wir aus der später spielenden Serie kennen. Irgendwie wird man einen Dreh finden müssen, dass die Sektion 31 vielleicht ihre offizielle Legitimation verliert und danach sozusagen in den Untergrund geht. Kann man machen und würde angesichts der langen Zeit auch passen. Ob es indes realistisch ist, dass dann rund zweihundert Jahre später kaum mehr jemand etwas davon weiß und ein Sisko nicht etwa sagt „Ich dachte, die gibt es gar nicht mehr?“ ist zweifelhaft. Warten wir aber einfach einmal ab, was die Autoren anbieten. Für den Moment bleibt das Thema zumindest ein dickes Fragezeichen.

Star Trek: Discovery

Star Trek: Nebelkerze

Was den Tod und Konsequenzen angeht, ist die Serie mit dieser Episode nun endgültig zu einer dicken Nebelkerze der Extraklasse geworden. Schon vorher ging es munter hin und her. Da wurden Mörder und Kriegsverbrecher freigelassen und Figuren immer wieder irgendwie zurückgeholt.

Der GAU folgt allerdings erst jetzt. Tyler (der Mörder) und Culber (das Opfer) sind nun wieder gemeinsam mit Burnham, Saru, Stamets, Tilly und der Brückencrew auf der Discovery versammelt, Georgiou spielt derweil ihre Geheimdienstspielchen. Außer Lorca (bei dem man sich aber auch schon die Option einer späteren Rückkehr offengelassen hat) und einigen Nebenfiguren (Landry, Kol, T’Kuvma) hat die Serie keine Verluste mehr zu beklagen und keine dauerhaften Konsequenzen erlitten. Alles, was uns im ersten Jahr an Drama um die Ohren gehauen wurde, hat man sukzessive rückgängig gemacht, was den Eindruck einiger Szenen der ersten Staffel völlig ad Absurdum führt. So schön es ist, einige Figuren wieder und weiterhin dabei zu haben, so wenig hilft dieses Vorgehen der Glaubwürdigkeit der Serie.

Die Macher würden gut daran tun, irgendwann zu entscheiden: Will ich schockieren oder bewahren? Beides zusammen wirkt in dieser Häufung schlicht unentschlossen und wankelmütig.

Star Trek: Discovery

Die Abwesenheit des Roten Engels

Irgendwie hätte man es ahnen müssen. Im ersten Jahr setzte die Serie in den ersten zwei Episoden einen riesengroßen Konflikt mit den Klingonen auf, um diesen dann immer wieder sträflich zu vernachlässigen. Diesmal nun schuf man mit dem Roten Engel und den sieben Signalen ein Mysterium, das nicht nur Pike auf die Discovery führte, sondern auch das Universum zerstören kann und mit dem Verschwinden von Spock zusammenhängt.

Leider geriet aber auch diesmal dieser Story-Überbau wieder ins Hintertreffen. Genaugenommen warten wir nun bereits seit drei Episoden auf Neuigkeiten an dieser Front. Doch Pustekuchen. Es ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, dass die Autoren ein paar Umwege gehen, die Dringlichkeit der Mission zerfällt aber leider durch diese Herangehensweise zunehmend. Da der Trailer für die kommende Episode erneut einen anderen Handlungsschwerpunkt zu setzen scheint (Sarus Heimatwelt), kann man durchaus bereits hier von einem zu nachlässigen Umgang mit der Geschichte sprechen. In dieser Hinsicht hat das Team leider keine Lehren aus dem ersten Jahr gezogen. Schade!

The Search for Spock (continues)

Ähnliches gilt auch für die Suche nach dem verlorenen Bruder. Man kann es bestimmt als spannungsfördernd bezeichnen, dass wir Ethan Peck bisher nur gehört, aber eben noch nicht gesehen haben. Dieses ewige Hakenschlagen wirkt aber spätestens hier leider auch sehr bemüht.

Jede Woche erhalten wir einen kleinen Brocken an Informationen, der kurz darauf wieder überholt ist. Zunächst hatte der Vulkanier sich angeblich selbst einweisen lassen, dann war er plötzlich geflohen und ein Mörder, kurz danach erhielt man eine Spur zu seinem Schiff, wurde aber aufgehalten. Hier nun findet man das Schiff, trifft aber nicht auf Spock. Dazu sind Amanda und die Tat von Burnham in der gemeinsamen Kindheit mit Spock offene Rätsel, die Klärung bedürfen. Auch hier gilt: Mitte der Staffel darf die Story gerne einen Gang hochschalten und das Versteckspiel beendet werden.

Doch handelt es sich bei all diesen Überlegungen um globalere Beobachtungen, die die Serie in ihrer Gesamtheit betreffen. Betrachtet man immer nur die Einzelepisode, fallen diese Probleme weniger oder gar nicht ins Gewicht. Erwähnung finden sollten sie aber dennoch.

Tilly in Wonderland

Kommen wir nach dieser langen Vorrede nun lieber zu dem, was die Episode uns anbietet.

Wow, war das spannend! Nachdem Tilly im Kokon verschwunden ist, konzentrieren sich alle diesmal selbstverständlich auf die Rettung der jungen Frau. Dabei steht man doch eigentlich kurz davor, endlich Spock mitsamt seines Shuttles zu fassen! Als man das gute Stück jedoch in den Shuttlehangar gebracht hat, tritt jemand anderes heraus: eine gewisse Imperatorin, die aktuell wieder als Captain Georgiou firmiert und neuerdings für Sektion 31 arbeitet. Und ja, sie hat ihr schickes Abzeichen erneut in der Tasche, um es neugierigen Blicken zu präsentieren. Kurz darauf taucht auch noch der mysteriöse Leland auf, „befiehlt“ die Freilassung seiner Agentin und versetzt einen Verbindungsmann auf die Discovery. Pike ist von all dem verständlicherweise wenig begeistert. Interessant ist, dass ihm direkt die Veränderung bei Georgiou auffällt und er Burnham offen nach der Wahrheit fragt. Diese scheint immerhin lernfähig: Sie weiht ihren Captain zwar (noch) nicht ein, bittet aber aufrichtig um ein wenig Zeit. Eine gute Szene für beide.

Dass es sich beim Verbindungsmann von Leland um Tyler handelt, ist natürlich eine Ironie der Geschichte und zynischer ausgedrückt sehr konstruiert. Der Mörder von Dr. Culber und Ex-Lover von Burnham kehrt also in seine alten Jagdgründe zurück. Hat die Sektion 31 keine anderen Leute, die schon etwas länger im Dienst und emotional nicht derart kompromittiert sind? Während Pike auch ihm aus dem Stand misstraut, ist Burnham angemessen verwirrt und Stamets entgleisen auf der Brücke die Gesichtszüge. Auch hier passen die Emotionen zu den Umständen.

Doch geht es primär natürlich immer noch um Tilly. Stamets entwickelt einen verrückten Plan, die Kollegin zu retten. Er will irgendwie halb ins Netzwerk springen und eine Art Übergang schaffen, um sie zu suchen. Pike vertraut ihm nicht nur, sondern erinnert an die Verantwortung füreinander. Gemeinsam mit Burnham dringt Stamets also in den Lebensraum von May und ihrer Spezies ein. Tilly hat sich dort derweil überzeugen lassen, ihrer neuen Freundin zu helfen, das sogenannte Monster zu besiegen, welches den Lebensraum des Volkes bedroht. Als die Gruppen sich finden, treffen sie dann auch ziemlich schnell auf dieses Monster …

Das Comeback des Dr. Hugh Hendrix

Irgendwie macht es aber keinen furchteinflößenden, sondern eher einer verstörten Eindruck. Wir haben es hier eindeutig mit einem menschlichen Mann in zerfetzten Klamotten zu tun, der eine Jimi-Hendrix-Gedächtnis-Frisur und einen ungepflegten Bart zur Schau trägt und konstant jammert und flüchtet. Die arme Seele ist ganz sicher kein Monster, sondern vielmehr kein Unbekannter: Es handelt sich um den im ersten Jahr der Serie verstorbenen Dr. Hugh Culber!

Gut, sind wir für einen Moment ehrlich. Ex-Showrunner Aaron Harberts hatte sich nach dem Ableben der Figur leider gezwungen gefühlt, direkt dessen spätere Rückkehr zu versprechen. Als dann auch noch bekannt wurde, dass Wilson Cruz zum zweiten Jahr zur Stammbesetzung befördert wurde, war es nur noch eine Frage der Zeit und der Umstände, nicht aber ob er zurückkommen würde. So fügt sich dann auch alles etwas zu vorhersehbar. Bedenkt man aber verschiedene frühere Szenen von Stamets im Netzwerk, macht die Sache auch erstaunlich viel Sinn. Dafür ein Kompliment an die Macher! Etwas albern ist natürlich, dass die Netzwerk-Wesen Culber eine Form gaben, die dann über die Monate völlig herunterkommen konnte (Stichwort: Haare, Bart, Kleidung), ihn dann aber für die Discovery nackt, sauber sowie rasiert und frisiert ausliefern. TV-Logik. Wir erinnern uns: Jolene Blalock gestand man in Star Trek: Enterprise vor vielen Jahren ein Po-Double zu. Ob Wilson Cruz wohl hier nun höchstselbst ranmusste? Das sind doch die wirklich wichtigen Fragen in Sachen Star Trek!

Größtes Lob gibt es aber erneut für die diversen innigen und stark geschriebenen Momente zwischen Stamets und Culber, die von Anthony Rapp und Wilson Cruz intensiv gespielt werden. Diese Beziehung fühlt sich absolut real an und es bleibt zu hoffen, dass das Paar nun eine etwas weniger dramatische Zukunft vor sich hat.

Wie so oft in Film und Fernsehen wird das Thema der tickenden Uhr zum Ende hin stark ins Alberne gezogen. Zunächst hat man noch ganz entspannt eine Stunde Zeit, als man jedoch auf wenige Minuten heruntergezählt hat, ziehen sich die folgenden Szenen wie Kaugummi. Es eilt! Los, wir müssen zurück! Noch ein Gespräch. Nur noch wenige Sekunden! Noch eine Umarmung. Wir sind schon weit drüber, uns fliegt gleich alles um die Ohren! Ganz kurz noch eine Sache klären! Jetzt aber! Ja, wir kommen! Ich weiß durchaus, dass alles, was mit Zeit zu tun hat, schwer umzusetzen ist. Einen Showdown wie hier kann man aber trotzdem weniger hanebüchen inszenieren.

Dass Georgiou sich am Ende noch einmal bei Burnham meldet, lässt hoffen, dass vielleicht ein Umdenken bei der ehemaligen Imperatorin stattfindet. Vielleicht wird es den Autoren gelingen, aus der zischelnden Comic-Tante irgendwann noch eine etwas spannendere Figur zu machen? Auch ihr zufriedener Gesichtsausdruck ob des Überlebens der Discovery-Crew nach dem zweiten Sprung lässt eventuell darauf schließen. Warten wir einfach ab.

Da die Sektion 31 und die Discovery nun offiziell an den Baustellen Roter Engel, Signale und Spock arbeiten werden, dürften wir Leland und Georgiou bestimmt regelmäßig wiedersehen.

Star Trek: Discovery

Einige Beobachtungen

Nachdem Jett Reno (Tig Notaro) in der letzten Episode mit Stamets zusammengearbeitet hatte, gab es diesmal offenbar wieder Wichtigeres für sie zu tun. Ihr Verschwinden von einem Moment auf den anderen gibt aber Rätsel auf und ist erneut wenig virtuos geschrieben.

Admiral Cornwell (Jayne Brook) feiert ihr Comeback und weist die Herren der Schöpfung zurecht.

Die zuletzt eingeführte Barzanerin Nhan (Rachael Ancheril) ist nun offiziell Sicherheitschefin.

Admiral Cornwell verkündet, dass an der Stelle, wo in der Episode Brother (Bruder) die Signale verschwanden, Tachyonen gemessen wurden. Dies könnte für eine Zeitreise, eine Tarnvorrichtung oder einen Transporter sprechen. Oder für etwas ganz anderes. Ich sage es mal mit aller gebotenen Vorsicht: Die allseits beliebten Borg benutzen die bestimmte Frequenz eines Tachyon-Impulses, um ihre berüchtigten Transwarpkanäle zu öffnen. Aber wir wollen ja nicht gleich das Schlimmste annehmen …

Die Voice-Overs von Burnham gehören ja inzwischen zum guten Ton der Serie, passen auch diesmal wieder zum Tenor der Staffel und der Episode (Glaube vs Wissenschaft), geraten aber letztlich inhaltlich eher flach und auch etwas zu melodramatisch. Man sollte Burnham vielleicht nicht ständig mit derart bedeutungsschwangeren Monologen unnötig überhöhen, sondern ihr lieber mehr geerdete Sätze zuschreiben.

Einige Szenen enthielten diese Woche mal wieder Info-Dumping der schlimmeren Art, beispielsweise als Georgiou uns nochmal erklärte, wer sie wirklich ist. Das konnte die Serie zuletzt schon eine Ecke besser.

Leland äußert, dass er Sektion 31 führt. Wen meinte er dann aber zuletzt mit Control? Eine Art Zentrale, die Aufträge für ihn koordiniert?

So wie Ash Tyler in seinen schwarzen Klamotten auf der Brücke herumsteht und durchs Schiff flaniert, erinnert er ein wenig an die Besuche des beliebten Psi-Cops Alfred Bester auf der Station Babylon 5.

Das Abzeichen der Sektion 31 ist offensichtlich ein Kommunikator wie zu Zeiten von Star Trek: The Next Generation (und danach). Nicht nur Pike reagiert mehr als verwundert darauf.

Der Planet Cestus III wird erwähnt. Wir wissen, dass es sich dabei um einen eher trockenen Ort am Rande des Föderationsraums handelt. Später wird dort der legendäre Kampf zwischen Captain Kirk und einem Gorn stattfinden (Arena/Ganz neue Dimensionen). Viel später wird man den Disput zwischen Föderation und Gorn beilegen können und die Kolonisten gründen sogar eine Baseball-Liga. Die bekanntesten Vereine werden die Cestus Comets und die Pike City Pioneers sein, was wiederum eine schöne Anspielung auf den aktuellen Aushilfscaptain der Discovery darstellt. Unter den Kolonisten befindet sich dann auch der Bruder von Kasidy Yates, der sie und ihren Freund Ben Sisko zu einem Spiel einlädt.

Das Universum ist wirklich klein: Pike kennt sowohl Georgiou als auch Leland von früher.

Die Torpedo-Cam ist eine wirklich hübsche Idee.

Star Trek: Discovery

Offene Fragen für den Rest der Staffel

Wird Jett Renos Auf- und Abtauchen zum Running-Gag der Staffel werden?

Wie wird sich Dr. Culber wieder auf der Discovery sowie in seinem Leben mit Stamets einleben? Ist er noch die gleiche Person, die von Voq getötet wurde? Wie werden diese beiden überhaupt miteinander klarkommen?

Wo ist Spock nun schon wieder abgeblieben? Wann wird man ihn finden?

Wie lange bleibt Tyler als Verbindungsmann auf der Discovery?

Wie lange hält Burnham ihr Schweigen gegenüber Pike in Sachen Georgiou aufrecht?

Nachdem das "Monster" identifiziert und mitgenommen wurde, stellt sich erneut die alte Frage: Wie wird es dazu kommen, dass der Sporenatrieb irgendwann in Vergessenheit gerät?

Technisch betrachtet

Die technische Umsetzung bietet uns diesmal einen Ausbruch aus dem Gewohnten. Die Serie bewegt sich damit verdammt nahe an stilbildenden Formaten wie Stranger Things und kann komplett überzeugen. Man darf es ruhig mal wieder aussprechen: Star Trek: Discovery sieht aktuell Episode für Episode sensationell gut aus.

Regie führte zum zweiten Mal David M. Barrett, der wie schon bei Magic To Make the Sanest Man Go Mad (T=Mudd²) eine rasante Episode stilsicher umsetzen konnte. Eine erstklassige Arbeit in jeder Hinsicht.

Das Drehbuch stellt die zweite Solo-Arbeit von Romanautorin und Kanon-Fee Kirsten Beyer dar, die im ersten Jahr mit Si Vis Pacem, Para Bellum zwar viele Dinge gut meinte, in den meisten aber auch Schiffbruch erlitt. Dafür gelingt ihr hier aber eine in sich spannende und anspielungsreiche Arbeit mit schönem Subtext. Einzig einige unschöne Entscheidungen im großen Ganzen und das schale Voice-Over Burnhams schmälern den guten Eindruck etwas.

Der Score von Jeff Russo ist diesmal sicher kein Meisterwerk, passt sich aber der veränderten Situation an und fördert einige starke Momente hervor. Dafür gleiten verschiedene Akzente aber auch in Kitsch ab und überziehen den emotionalen Eindruck der Bilder.

Die Frau des Rezensenten

Meine Couchnachbarin fand die Episode spannend, unterhaltsam, mitreißend und auch die Arbeit an den Figuren durchweg gelungen. Das gilt allerdings nur bis zu einem gewissen Grat. Tja, wenn das Wörtchen „wenn“ bloß nicht wäre. Dass man Culber final wiederbeleben musste (anstatt Stamets und ihm schlicht ein angemessenes Lebewohl zu gönnen) fand sie genauso unnötig wie die Einsetzung von Tyler als dauerhaften Verbindungsmann auf der Discovery. Sie versteht einfach nicht, warum die Autoren so große Angst davor haben, eine Geschichte mal konsequent zu erzählen, sondern stattdessen immer wieder alles auf null setzen und noch ein neues Kaninchen aus dem Hut zaubern müssen.

Gib dem Kind einen Namen

Saints of Imperfection: Ein Titel der grandios klingt, sich mir aber nur äußerst vage erschließt. Wer sind hier die Heiligen? Die Bewohner des Netzwerks? Unvollkommen sind sie bestimmt, genau wie wir. Oder handelt es sich bei den Heiligen um eine Macht, die wir noch nicht kennen? Vielleicht sind es aber auch die Autoren und es handelt sich hier um Selbstkritik? Ich scherze natürlich. Wer eine bessere Idee hat, her damit!

Fazit

Mit einer rasanten Achterbahnfahrt durch das Netzwerk fährt die Serie atemlose Spannung, schlüssige Figuren, starke Dialoge und eine emotional gelungene Rückkehr auf, verheddert sich aber am Rande auch in globalen Schwächen, die den Gesamteindruck zumindest stören. Betrachtet man die Episode indes nur für sich, gehört sie problemlos zu den fünf stärksten Abenteuern der Serie bisher.

Bewertung: Vier Jimi-Hendrix-Toupets und eine Handvoll Baumrinde (zum Schutz)

Star Trek

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember startete mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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