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Kritik zu Star Trek: Discovery 2.08 - If Memory Serves (Soweit die Erinnerung reicht)

Nach dreiundzwanzig Episoden ist Star Trek: Discovery am Ziel und liefert eine nahezu perfekte Episode ab. Das und den Rest hinterfragt jede Woche exklusiv für SYFY der Medienjournalist und Star-Trek-Experte Björn Sülter.

Star Trek

Was passiert?

Während Michael und Spock sich Talos IV nähern, wird Pike in weitere Aufträge von Sektion 31 verwickelt und muss die Füße stillhalten. Stamets, Culber und Tyler betreiben derweil Vergangenheitsbewältigung und Zukunftsgestaltung …

Neulich im Trek-Kanon

Leute, mehr geht einfach nicht! Anstatt zu Beginn im „Previously on Star Trek: Discovery“-Segment auf die Ereignisse der letzten Episoden einzugehen, erleben wir diesmal die Erinnerungen von Captain Christopher Pike an seine erste Zeit auf Talos IV – im Stile einer comichaften Powerpoint-Präsentation! Nun hätte man sich nicht wundern dürfen, wenn die Produzenten dafür mit den neuen Darstellern und den heutigen technischen Möglichkeiten Szenen nachgestellt hätten; sie entschieden sich aber vielmehr, die Originalaufnahmen von vor über 50 Jahren aus The Cage (Der Käfig) zu verwenden und sie in ein persönliches Logbuch des Captains auf der Discovery zu kleiden.

Dass der Übergang in Sachen Kulissen und Flair freilich hakt, nimmt man ganz bewusst in Kauf. Es wird sogar das Original-Logo der Ur-Serie eingeblendet („Previously on Star Trek“) und das ikonische Titelthema abgespielt. Die Überblendung von Jeffrey Hunter zu Anson Mount zeigt dabei sehr schön, wie perfekt das Casting des neuen Pike ist. Auch machen die Produzenten hier deutlich, was ohnehin jeder weiß und was ihnen nicht peinlich ist: Star Trek: Discovery ist eindeutig Star Trek aber ebenso auch ein visuelles Update. Die Serie huldigt dem Kanon und dem Franchise, geht aber moderne Wege. Die Kombination aus altem und neuem Material steht als Ausrufezeichen hinter diesem Thema.

Alles in allem haben wir es mit der größtmöglichen Hommage an den ersten Trek-Pilotfilm und das Franchise an sich zu tun; grandios, gänsehautfördernd und mit viel Mut zur Nostalgie umgesetzt. Einen ähnlichen Moment leistete sich Star Trek Beyond, als man den neuen Spock das Crewfoto der Original-Kinocrew in Händen halten ließ. Dafür liebe ich mein Star Trek!

The Search for Spock … ends

Sechs Episoden lang wurden wir einzig und alleine mit Häppchen und Voice-Overs von Ethan Peck versorgt. In der siebten Episode und pünktlich zur Halbzeit trat er dann aus dem Schatten, war jedoch nur ein selbiger seiner Selbst. Nun jedoch, als Auftakt der zweiten Staffelhälfte, erleben wir endlich diese neue Version des beliebten Charakters und können zukünftig ganz genau hinschauen, wie Peck seine Sache machen wird. Für den Moment darf man festhalten: Der Mime ist ohne Frage in der Lage, die riesigen Nimoy-Stiefel wie auch die ebenfalls recht großen Quinto-Schuhe zu tragen. Wir haben es hier mit einer emotional nicht ganz ausbalancierten Entwicklungsstufe des Halb-Vulkaniers zu tun, kompromittiert durch das verwirrende Wissen über die Zukunft, bei dem Logik keine große Hilfe ist.  

Der Trip nach Talos IV ergibt somit Sinn. Die Talosianer sind wie kaum eine Spezies in der Lage, ihre mentalen Fähigkeiten zielführend einzusetzen. Ihnen gelingt spielerisch eine Diagnose und die Heilung. Somit ist er im Handumdrehen wieder er selbst und kann sich mit seiner Schwester fetzige Wortduelle liefern. Zwischen den beiden entsteht sofort spürbare Chemie und Reibung, die Burnham auf der Discovery oft fehlt, da sie dort meist in Wortduellen die Oberhand gewinnt. Hier hat sie es mit einem ebenbürtigen oder gar überlegenen Gegenpart zu tun und zeigt sie verletzlich und hilflos wie selten.  Eine gute und wichtige Entscheidung der Autoren!

Somit bleibt der Ausflug nach Talos IV zwar eine Spielerei, weil keine Verbindung zum Roten Engel und den Signalen besteht, macht aber durch die engen Verbindungen zu den Figuren viel Freude. Sogar Pike erhält Besuch von Vina und kann zur Schau stellen, wie sehr ihn der Verlust geschmerzt hat. Ein schöner Vorwegweiser auf die Zukunft der Figur, in der er mit ihr vereint sein wird.

Culber 2.0

Schön, dass diesmal auch noch Zeit für eine Erzählebene rund um Culber und Stamets bleibt. Schaut man sich den Episodentitel und die Hintergründe der Handlung rund um Pike und Vina sowie Burnham und Spock oder Tyler an, war es auch fast nicht anders möglich.

Culber weiß, dass er wiederhergestellt wurde. Allerdings fühlt er seine Erinnerungen nicht, was seinen Lebensgefährten Paul Stamets miteinschließt, wie dieser schmerzvoll erfahren muss. Perfider noch: Alles an Culber ist perfekt bis hin zu jeder Erinnerung. Da er sie nicht emotional unterfüttern kann, wirken sie auf ihn jedoch steril, unecht, leblos. Dieser Mann hat etwas verloren, das schwer zu greifen ist. Darf man es Seele nennen? Woraus besteht dieser Anteil eines Menschen? Wo finden wir ihn wieder? Wo geht er nach dem Tod hin? Ist er überhaupt wiederherzustellen? All diese Fragen sind pures Star Trek, da es darin in den besten Momenten immer um uns Menschen und unsere elementaren Fragen gehen sollte. Das ist spannend, tiefgreifend, mitreißend, einfach gut!

Wilson Cruz spielt die Verwirrung, Verärgerung und Orientierungslosigkeit mit brodelnder Intensität und lässt uns mit diesem armen Wesen mitleiden, das sich vertraut und fremd zugleich fühlt und so viele unbeantwortete Fragen mit sich führt. Eine davon: warum ist er eigentlich wütend auf Paul, der sich doch so viel Mühe gibt? Ist die Antwort vielleicht ganz simpel? Weil dieser noch besitzt, was Hugh so gerne hätte? Paul hat Hugh verloren. Doch Hugh hat sich selbst verloren.

Dieser Mann befindet sich am Anfang eines neuen Weges, den er zunächst allein beschreiten muss. Das muss nicht das Ende für die Liebe seines Lebens sein, es ist aber in jedem Fall ein Zwischenspiel, bei dem beide Seiten respektvoll und feinfühlig agieren müssen.

Spannend ist auch, wie er Tyler konfrontiert, nur um zu realisieren, dass dieser Weg zu nichts führt. Warum auch? Tyler sagt es: Beide sind verloren, beide sind nicht sie selbst, beide gehören nirgendwo hin. Es ist das Schiff der verlorenen Seelen. Mehr denn je.

Was den Beziehungsstatus von Paul und Hugh angeht bleibt es also mehr als kompliziert – aber definitiv spannend.

Intrigantenstadl 31

Die Handlung rund um Sektion 31, die Admiralität, Leland und Georgiou ist neben dieser emotionalen Power in gewisser Weise der schwächste Aspekt der Episode, macht aber dennoch Spaß. Georgiou zelebriert ihr typisches „Ich-bin-so-cool“-Ding, Leland sieht erneut ein wenig doof aus und die Bosse der Sternenflotte stehen auf der falschen Seite.

Da am Ende die Discovery das Schiff der Geächteten ist (und Burnham erneut eine Meuterin!), wird man sich an dieser Storyfront zukünftig mal wieder eine gute Erklärung einfallen lassen müssen, um alles wieder geradezurücken. Stand jetzt sieht die Sache für unsere Heldentruppe etwas hoffnungslos aus.

Tylers Status an Bord der Discovery wird auch interessant zu verfolgen sein. Zunächst muss er seine Kollegen überzeugen, nicht schuld an dem Verrat zu sein. Dann wird er sich überlegen müssen, ob er überhaupt der richtigen Sache folgt. Es bleibt spannend.

Spock, du bist ein blöder Arsch!

Das ist es nun also, das große Geheimnis, das Michael nicht einmal Amanda anvertrauen konnte. Durfte man angesichts des Setups annehmen, dass sie wirklich etwas verheerend Grausames getan hat, gerät die Auflösung fast schon verwirrend nichtssagend. Sie war als Kind gemein zu ihrem Bruder! Zugestanden, natürlich hat sie ihn nicht einfach nur einen blöden Arsch genannt, die Realität ist aber auch nicht viel spannender, sondern eher vorhersehbar.

Spock hatte eine spezielle Beziehung zu seiner Schwester entwickelt und diese wollte ihn beschützen und von sich wegstoßen, in dem sie ihn als unfähig für Gefühle bezeichnete. Sie thematisierte seine Herkunft aus zwei Welten („weird little half-breed“) und ließ ihn somit wissen, dass ihn diese weder zu einem richtigen Vulkanier, noch zu einem richtigen Menschen machen würde. Er könnte sich darüber bestimmt mit Hermoine Granger unterhalten (Stichwort: „Schlammblut“). Diese war zunächst auch traurig und betroffen und wollte mit Malfoy sicher nicht mehr zum Abschlussfest gehen, aber das war es dann auch. Sie fand Stärke in ihrer Einzigartigkeit.

Nett war es trotzdem nicht und ganz sicher bestätigte es auch tiefliegende Ängste bei Spock. Wir haben das beispielsweise auch schon in den Anfangsszenen des ersten Reboot-Kinofilmes erlebt. Wenn man sich aber überlegt, wie Kinder teilweise im Alltag miteinander umgehen, ist diese kleine Anekdote wohl kaum der große Gamechanger im Leben eines Kindes, oder? Vielleicht nicht. Doch Spock war und ist anders. Er ist ein Kind zweier Welten und hat durch Michael einen Zugang zur Lebensweise seiner Mutter und seiner eigenen Emotionalität gefunden, die sein strenger, vulkanischer Vater ihm nicht bieten konnte. Er hat sich eingelassen auf die menschliche Seite und ist dann durch Michaels ruppige Abfuhr in ein tiefes Loch gefallen. Er gab sich der Logik hin und entsagte dem Menschlichen in ihm.

Somit war Michael in der Tat der Katalysator, den er auf seinem Weg benötigte, nur anders als man sich das im positiven Sinne vorstellen würde.

Sagen wir es so: Vom Grundgedanken ist die Sache ganz gut gelöst und glaubhaft, aber angesichts der Vorarbeit und des Spannungsaufbaus haben die Autoren sich selbst keinen Gefallen getan und müssen daher sicher mit einer gewissen Ernüchterung über die etwas simple Erklärung leben.

Eines muss man aber noch festhalten: In den Episoden What Are Little Girls Made Of? (Der alte Traum) und This Side of Paradise (Falsche Paradiese) aus der Originalserie kommt die Beleidigung als „half-breed“ ebenfalls vor und Spock zeigt auch dort eine spürbar negative Reaktion. In dieser Hinsicht mag man Burnham also die Schuld an dessen Haltung durchaus mit Recht zuschreiben. Abseits meiner eigenen Ernüchterung zum Thema gilt für die Autoren also: Ehre, wem Ehre gebührt.

A, B, C, D, E, F, G – Story-Kohärenz tut gar nicht weh

Die verschiedenen Handlungsebenen, mit denen das Drehbuch jongliert, sind mit dem üblichen ABC-Aufbau gar nicht abzudecken und trotz der Vielfalt ausreichend komplex. Hinzu kommt, dass sie sowohl inhaltlich wie emotional fast meisterhaft zusammenspielen.

Pike erhält mehr Backstory, die Geschichte um Burnham und Spock wird auf verschiedenen Zeitebenen unterfüttert und vorangebracht, der Kanon kommt in ungeahntem Maße zu seinem Recht und einer liebevollen Hommage, Sarus neues Selbst wird ebenso thematisiert wie die komplizierte Beziehung zwischen Stamets und Rückkehrer Culber, Tyler erhält eine potente Weiterentwicklung, die Sektion 31 ist im Fokus, wir werden an Airiams Veränderungen erinnert und die Geschichte um den Roten Engel spielt wunderbar in alle Brandherde hinein.

Besser ist die Vermischung der herumstehenden Story-Fässer bisher noch nicht gelungen. Ein ganz dickes Lob!

Einige Beobachtungen

Die Szene, in der Pike Getränke für sich und Tyler zubereitet, erinnert an einen Moment aus The Cage (Der Käfig), als Dr. Boyce das gleiche für seinen Captain macht.

Der Computer hat eine Weile gebraucht, offenbart aber noch auf dem Weg nach Talos IV, dass der Planet verboten ist. Das ist zwar etwas merkwürdig, korrigiert aber die Kanon-Fragen der letzten Episode. Irritierend ist jedoch, dass die General Order 7 nicht angesprochen wird und auch die Todesstrafe keine Erwähnung findet. Arbeiten die Bürokraten vielleicht seit drei Jahren an der Formulierung und das simple Verbot ist der Platzhalter bis sie endlich mal damit fertig sind? Wie gesagt: Irritierend und merkwürdig, ja. Kanonbruch, nein.

Man beachte die vielen verspielten Soundeffekte oder Score-Anteile, die immer wieder Rückbezüge zur Originalserie zulassen. Klasse!

In The Cage (Der Käfig) spielten Frauen auch die männlichen Talosianer, um sie körperlich etwas kleiner und schmächtiger zu zeigen. Hier entschied man anders, was den Anführer der Gruppe etwas zu kräftig wirken lässt. War den Produzenten der Kniff aus den 60ern vielleicht nicht politisch korrekt genug?

Melissa George spielt Vina und übernimmt somit eine Rolle, die vor 54 Jahren Susan Oliver dargestellt hatte. Sie macht ihre Sache sehr gut.

Das visuelle Update der singenden Pflanzen ist grandios.

Control ist offenbar eine künstliche Intelligenz, die die Geschicke von Sektion 31 führt. Das Konzept haben die Autoren aus den Romane von David Mack übernommen. Es wirft auch spannende Fragen über unsere heutige Zeit und die Abhängigkeit von Technologie auf. Ob in dieser Sache vielleicht Gründe für die spätere Veränderung der Organisationsstruktur von Sektion 31 zu finden sind? Warten wir es ab.

Den andorianischen Admiral Shukar (Riley Gilchrist) sehen wir zum vierten Mal, den Tellariten Gorch (Harry Judge) zum dritten Mal. Zum ersten Mal dabei ist Tara Nicodemo als vulkanischer Admiral Patar.

Sara Mitich, die im ersten Jahr Airiam verkörpert hatte, spielt zum zweiten Mal Lt. Nilsson und hilft beim Sporenantrieb.

Mit 54 Minuten ist dies die drittlängste Episode der Staffel.

Zum ersten Mal spricht Captain Pike ein Logbuch ein – in diesem Fall ein persönliches.

Sternenbasis 11, wo Spock in The Menagerie (Talos IV-Tabu) Pike im Rollstuhl abholt, um ihn nach Talos IV zu bringen und wo Szenen aus der Episode Court Martial (Kirk unter Anklage) stattfinden, ist nur zwei Lichtjahre von Talos IV entfernt. Ist das nicht sehr nah?

Wir erfahren: Im Spiegeluniversum hat Georgiou mit den Talosianern und ihren albernen, singenden Pflanzen kurzen Prozess gemacht und sie ausgelöscht, als sie ihre Tricks an ihr ausprobieren wollten. Ich würde fast vermuten, dass die hier nur Seemannsgarn erzählt.

Im Gemeinschaftsraum räumen nach dem ganzen Drama um Tyler und Culber kleine Drohnen auf. Vielleicht eine Entwicklung von Jett Reno? Sie erinnern zumindest an die aus der Episode Brother (Bruder) bekannten Geräte. Ich hätte die Dinger in jedem Fall gerne für unseren Haushalt (Weihnachten kommt bestimmt!).

Die Szene, in der Burnham und Spock ihr Geheimnis enthüllen, wurde ganz wunderbar gefilmt und geschnitten.

Ein guter Moment ereignet sich noch am Ende, als Pike eine flammende Motivationsrede halten will, Detmer ihm jedoch mit der schlichten Frage nach dem Kurs das Wort abschneidet. Michael kennt sich mit dem Thema bestens aus und wiederholt das Offensichtliche: Alle stehen hinter ihm. Mit Vollgas in die Meuterei!

Offene Fragen für den Rest der Staffel

Der Rote Engel ist ein Mensch aus der Zukunft: Doch wer ist es?

Wie werden die Abtrünnigen von der Discovery ihren alten Status zurückerlangen? Oder bleiben sie Meuterer? Spielt das vielleicht in das Schicksal der Discovery hinein, die wir in dem Short Trek Calypso sahen?

Was wird aus Airiam und ihren Veränderungen?

Wie kommt Tyler aus der Klemme?

Was wird aus der Beziehung zwischen Stamets und Culber? Und bekommen Spock und Michael ihre Sachen geregelt?

Technisch betrachtet

Die technische Umsetzung ist erneut erstklassig. Kaum eine Serie erreicht aktuell diesen Level an Perfektion. Hinzu kommt ein epischer, verspielter, mutiger Score von Jeff Russo, der jeder Szene den letzten Kick gibt.

Regie führte T. J. Scott, der in der ersten Staffel für The Wolf Inside (Der Wolf im Inneren) verantwortlich zeichnete. Obwohl die Serie immer mal wieder in visuelle Bereiche (sprich: Kamerafahrten) vorstößt, die anstrengend zu verfolgen sind, gelingt ihm hier eine routinierte Arbeit, die vielen Szenen sogar Luft zum Atmen gibt. Ausbalanciert trifft es wohl am besten.

Das Drehbuch ist die erste Zusammenarbeit von Dan Dworkin und Jay Beattie, die mit ihrer ersten Trek-Arbeit ein hohes Verständnis für das Franchise, die Serie und die Figuren zeigen und in einem wilden Mix aus Emotionen, Action und Drama ein starkes Debüt hinlegen. Das Duo war für die ABC-Serie The Crossing verantwortlich gewesen (die bereits nach einer Staffel abgesetzt wurde). Sie entwickelten zudem Matador für El Rey und die Serie zur Filmreihe Scream für MTV. Wenn man ehrlich ist, sind das aber keine besonders überzeugenden Referenzen. Gut, dass sie hier so abliefern konnten.

Schauspielerisch begeistern insbesondere Ethan Peck, der einen famosen neuen Spock präsentiert, aber auch Sonequa Martin-Green, die sich von Woche zu Woche zu steigern weiß. Hinzu kommen Top-Leistungen von Wilson Cruz, Anthony Rapp und Anson Mount.

Die Frau des Rezensenten

Eine rundum gelungene, spannende und unterhaltsame Episode für die Couchnachbarin, die keine inhaltliche Kritik loswerden wollte. Selten wirkte sie so gefangen von den Geschehnissen, selten so fokussiert auf die Ereignisse. Einzig Ethan Peck gefiel ihr auf Anhieb nicht so gut wie Zachary Quinto. Letzteren empfindet sie als präsenter und vulkanischer.

Gib dem Kind einen Namen

If Memory Serves: Ein perfekter Titel. Es geht um die Erinnerungen so vieler Figuren an ganz unterschiedliche Dinge. Man nehme Pike und Vina/Talos IV, Spocks und Burnhams Kindheit, Tyler und sein Leben als Voq, Culber und sein erstes Leben, Stamets und sein ehemals glückliches Leben oder Saru und sein altes Leben. Allen wohnt die Frage inne: Wie sehr beeinträchtigt uns unser Gedächtnis? Wie sehr bestimmte Erinnerungen? Wie sehr prägen diese auch später im Leben noch Verhaltensweisen? Manchmal ist es vielleicht besser, wenn man sich nicht so genau erinnert.

Fazit

Mit der achten Episode der zweiten Staffel liefert die Serie eine perfekte Hommage und Liebeserklärung an das Franchise ab, nimmt alle Figuren ernst, bringt die Handlung voran und kleidet das Ganze in eine nahezu perfekte Hülle aus visuellen wie auditiven Reizen. In dieser Form ist Star Trek: Discovery genau der würdige Fackelträger, den wir uns alle seit über einem Jahr wünschen. Weiter so!

Bewertung: fünf im Kanon singende und tanzende Blumen (frische Ware von Talos IV)

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember startete mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.