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Kritik zu Star Trek: Discovery 2.13 - Such Sweet Sorrow, Part 2 (Süße Trauer, Teil 2)

Die Staffel endet in einem Effektgewitter. Macht das Spaß oder kann das weg? Das und den Rest hinterfragt noch einmal exklusiv für SYFY der Medienjournalist und Star-Trek-Experte Björn Sülter.

Star Trek

Präsentiert von: Björn Sülter


Was passiert?

Der Plan steht: Burnham soll die USS Discovery in die Zukunft ziehen, während sich alle anderen lange genug der Übermacht von Control unter der Führung von Leland stellen müssen …

Überlänge

Das Finale wurde zunächst auf zwei Teile ausgedehnt und kommt uns mit dem zweiten Teil nun sogar als längste Einzelfolge der Serie daher. Da drängt sich der Verdacht auf: Die Autoren müssen wirklich eine ganze Menge zu erzählen haben! Leider nein. Nicht wirklich. Sie hatten aber immerhin eine ganze Menge zu Ballern! Zunächst darf man sich nämlich rund zwanzig Minuten zurücklehnen. Während draußen alles in die Luft fliegt, was irgendwie bunte Funken sprühen kann, wird drinnen eilig gebastelt, gealbert und gemenschelt. Der Großteil des Finales besteht aber aus einem wilden Gefecht, das alles sprengt, was man in Star Trek auf dem TV-Schirm bisher zu sehen bekommen hat. Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Es war in jedem Fall eines: erschlagend bunt. Trek sah sicher nie besser im Fernsehen aus. Ob man diese Facette jedoch derart zelebrieren muss ist eine Geschmacksfrage. Action sollte eine Story begleiten. Sie sollte nicht zum Selbstzweck verkommen. Oder anders ausgedrückt: Wenn die Handlung es hergibt, darf es auch knallen. Dass dem in der Causa Control jedoch nicht so wahr, werden wir noch besprechen.

Star Trek: Discovery

Überraschend gut ist, dass Burnham die bisherigen Signale alle erst noch setzen muss, um die Zeitschleife in Gang zu bringen. Wie das funktionieren soll, darf man bei derartigen Konstellationen natürlich nie hinterfragen. Da muss man den Autoren einfach vertrauen. So reist die gute Michael also durch die Staffel, zeigt uns, wie sie es die ganze Zeit war, die die Crew leitete und warum die Signale erschienen und kann schließlich mit dem sechsten Signal (als Leuchtfeuer für die Discovery) und dem siebten (als Nachricht, dass der Plan geglückt ist) alles abschließen.

Die Sequenz ist zudem visuell wirklich herausragend umgesetzt. Der Score steigert sich auf den absoluten Höhepunkt und wir erleben technisch betrachtet feinste SF. Ganz große Klasse! Die Szene schreit uns auf der anderen Seite aber auch „Schaut her, alles war exakt geplant!“ entgegen. M. Night Shyamalan weiß, wie schwer so etwas ist. Ein wenig riecht es dann auch nach Selbstbeweihräucherung, funktioniert aber darüber hinaus wirklich gut und zeigt eine gewisse Kohärenz innerhalb der Geschichte auf.

Am Ende verschwindet die Discovery dann im Wurmloch – zurück bleibt eine ramponierte Enterprise und ein Abschluss, der durchaus unerwartet kommt. 124 Tage nach den Ereignissen rund um Control ist das Schiff wieder repariert. Pike, Number One, Spock und Tyler mussten sich der Befragung durch die Sternenflotte stellen. Alle erzählten dabei gebetsmühlenartig die gleiche Geschichte: Die USS Discovery wurde im Kampf zerstört. Zudem regt Spock an, nie mehr über all die Dinge zu sprechen, die die Produzenten der Serie offenbar so gerne aus dem Kanon tilgen wollen: das sehr futuristische Schiff, Burnham, den Sporenantrieb, den Roten Engel, die Signale, die Sphäre und Control.

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Und so erhalten die Autoren nach zwei Staffeln ihren Willen: Niemand in der Sternenflotte wird mehr über diese Dinge sprechen. Ob das alles Sinn ergibt, muss wieder jeder für sich entscheiden. Es ist in jedem Fall ein sehr einfacher Ausweg aus der Prequel- und Kanonfalle, die sich die Produktion ganz alleine auferlegt hat. Nimmt man es mit Humor, hat die Serie einen 29-teiligen Pilotfilm gebraucht, um jetzt mit der dritten Staffel endlich eine eigene Geschichte erzählen zu können.

Der letzte Refrain

So endet die große Geschichte um Control also in einer atemlosen Massenschlacht und dem Kampf eines einzelnen (von Nanobots gesteuerten) Mannes gegen die Martial-Arts-Künste von Imperatorin Georgiou. Fäuste und Kanonen. Draußen donnern die Phaser, drinnen setzt es Hiebe. Als finale Vision von der Auflösung der Staffel ist das erstaunlich und gleichsam erschreckend wenig und kulminiert dann auch passenderweise in einer Todesszene des Antagonisten, die wir schon ein Dutzend Male besser oder ähnlich gesehen haben. Dass es so einfach sein würde, Leland und die KI zu besiegen, konnte wirklich niemand ahnen!

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Was man daran erkennen muss ist aber auch, dass die Autoren sich wirklich nur so viele Gedanken um ihre Geschichte gemacht haben, wie gerade nötig war. Lange Zeit ließ man Control daher vermutlich auch im Hintergrund und gesichtslos, nachdem Leland dann aber zur Personifizierung der Gefahr geworden war, stellte man mit ihm auch nichts mehr an. Aufbau von Gegenspielern geht im modernen TV definitiv anders und um einiges eleganter. Star Trek: Discovery hat in der ersten Staffel den ungleich spannenderen Lorca für einen billigen Fiesling-Trick verbrannt und in der zweiten Staffel den blassen Leland als Bauernopfer missbraucht. Das ist kein gutes Storytelling und auch keine hochwertige Charakterarbeit. Star Trek kann das bewiesenermaßen viel besser und solange diese zwei Worte im Titel einer Serie stehen, sollten wir alle mehr erwarten dürfen.

Nichtsdestotrotz ist Star Trek: Discovery rein technisch betrachtet im zweiten Jahr aber auch zum TV-Meisterwerk geworden. Alles sieht grandios aus, alles klingt ganz wunderbar und bietet Unterhaltungswert bis zum Abwinken.

Dramaturgisch gesehen hat sich das Ganze in der zweiten Staffelhälfte aber auch an den Rand des Totalausfalls entwickelt. Figuren wurden immer wieder verändert und nicht durchdacht (Tyler, Saru, Tilly), andere erhielten dramatische Entwicklungen aufgedrückt, die Aufarbeitung hakte aber (Culber). Nebenfiguren tauchten nur nach Storynotwendigkeit auf und verschwanden wieder in der Versenkung (Amanda, Sarek, Reno, Georgiou, Tyler, Airiam) und ganze Handlungselemente wurden dramatisch aufgebracht und wieder fallengelassen (Kaminar). Nimmt man dazu viele unzureichend behandelte Elemente des Staffelbeginns (Forschung, Glaube gegen Wissenschaft), die vollkommen konfuse Bedrohung rund um Control und die nervtötende Glorifizierung von Michael Burnham, bleibt unterm Strich nur noch der Glanz der Umsetzung, die schauspielerischen Leistungen und der Spaß an der Freude, wieder Star Trek im TV zu sehen. Das ist immerhin etwas.

Doch geht es eben auch anders. Tiefsinn, Erkenntnisse über die Menschheit und das Leben – das waren einmal Faktoren, die Star Trek interessierten. Heute scheint nur noch die Frage nach dem Überleben in einer intergalaktischen Krise von Relevanz zu sein. Schade.

Eine Anmerkung darf zudem gestattet sein: Nachdem Control zerstört ist – und man das auch gegenüber der Discovery-Crew kommuniziert hat - hätte diese den Plan doch eigentlich abbrechen oder zumindest noch einmal darüber nachdenken können, oder? Die Notwendigkeit des Zeitsprungs war eigentlich nicht mehr gegeben. Hier haben die Autoren zum Schluss noch ein mehr als sonderbares aber zugleich auch riesiges Logikloch eingebaut. Oder entgeht mir etwas?

Blech

Besonders hervorheben möchte ich noch drei Dinge, die schlicht stören.

Der Sinn der Figur von Jet Reno erschließt sich mir auch zum Schluss nicht. Klar, sie musste den Kristall aufladen, durfte ansonsten aber nur wenig beitragen. Was hätte man mit der wunderbaren Tig Notaro nicht alles machen können!

Auch der Tod von Cornwell kann nicht begeistern. Gut, sie stirbt den Heldentod, doch was sollen wir damit anfangen? Jayne Brook hat insgesamt aber einen guten Job gemacht und wird definitiv vermisst werden. Dass ihre sonst so clevere Figur (oder Pike) jedoch nicht einmal auf die Idee kam, nach Schließung des Schotts rauszubeamen oder einfach unter dem Schott durchzuhuschen, wirkt sonderbar. Wollte sie sterben?

Star Trek: Discovery

Drittens ist es zwar gut, dass noch einmal auf Culber und Stamets eingegangen wird; das Wie ist aber erneut das Problem. Das Drama um Paul und Hugh erreicht nämlich einen neuen Höhepunkt: Zähneputzen, brutaler Mord durch einen klingonischen Schläfer, Begegnung im Netzwerk, Rettung der Discovery durch Musik, verloren im Netzwerk und als Monster bezeichnet, gerettet von Paul & Co, entliebt und ausgezogen, verabschiedet, Rückkehr und Rettung des Ex-Partners, Liebeschwur, künstliches Koma und lost in time. Das kann sich keiner ausdenken! Dass zudem Culbers Sinneswandel mal wieder sehr schnell und aus dem Nichts kommt, ist inzwischen nur noch eine Randnotiz. Gerade wollte er sich noch versetzen lassen, schon hat er es sich anders überlegt. Was solls: Freuen wir uns einfach über das potenziell neue Glück der beiden.

Star Trek: Discovery

Gold

Das klingt alles nicht so freundlich – zugegeben. Doch schaut man ganz genau hin, gibt es ohne jede Frage noch ein paar Sequenzen, die mehr als nur visuelle Wucht besitzen und eindeutig das Herz der Episode bilden; auch wenn nicht alle gleichermaßen stark ausgearbeitet wurden.

So wird beispielsweise das Geschwister-Verhältnis zwischen Saru und Siranna zu einem Ende geführt und ganz nebenbei auch zumindest ein minimaler Einblick geliefert, dass auf Kaminar das Leben irgendwie weitergegangen ist. Wie genau und mit welchen Auswirkungen auf die beiden Spezies, erfahren wir jedoch auch an dieser Stelle nicht. Auch L’Rell und Tyler sind ein letztes Mal im Kampf vereint. Und last but not least: Spock und Burnham erhalten ebenfalls einen Abschluss, der zwar nicht durchweg überzeugt (weil sich erneut zwanghaft alles nur um Michael dreht und Spock ohne seine Schwester als kaum lebensfähig skizziert wird), aber immerhin gut geschrieben und gespielt ist.

Star Trek: Discovery

Und so beginnt es

Vergangene Woche hatten wir bereits spekuliert, wohin es die USS Discovery verschlagen könnte. Aufschluss gibt die Episode nur am Rande. Burnham spricht davon, 930 Jahre in die Zukunft zu reisen. Einzig durch das siebte Signal wissen wir dann noch, dass der Plan funktioniert und die Crew in den Beta-Quadranten geführt hat. In welche Zeit bleibt aber darüber hinaus noch offen. Doch sprang direkt nach der Ausstrahlung Franchise-Chef Alex Kurtzman in die Bresche, um einiges aufzuklären. Im Interview mit dem Hollywood Reporter bestätigte er, dass das Schiff 950 Jahre in die Zukunft gereist sei und dort nun in der dritten Staffel Abenteuer erleben wird.

Wie bereits besprochen bedeutet das ein Lösen vom Kanon. Zwar kann man alles verwenden, was wir kennen und ein Jahrtausend weiterspinnen, muss es aber nicht.

Einige Beobachtungen

Dies ist die bisher längste Episode der ganzen Serie mit 65 Minuten.

Der Name von Nummer Eins wird als Una angegeben. Das war vielen Fans aus Romanen schon bekannt, wird aber erst hier zum Kanon.

Spock zitiert eine Sternenflotten-Regel, die wir aus Trials And Tribble-Ations (DS9) kennen: Regel 157, Sektion 3 (Paragraph 18): Sternenflotten-Offizier sollen jedwede Vorkehrungen treffen, sich aus historischen Ereignissen rauszuhalten.

Die Schlagzahl in Sachen Kinofilm-Humor erreicht neue Höhen. Reno haut einen Spruch nach dem anderen raus, Tilly kann irgendwas nur mit geschlossenen Augen reparieren, weil sie das mal bei einem Trinkspiel gemacht hat und auch sonst ist niemand um lässige Kommentare verlegen. Trek im TV ist endgültig auf der gleichen dramaturgischen Stufe wie Trek im Kino unter J. J. Abrams angekommen. Und nein: Das ist kein Kompliment! Star Trek stand im TV immer für mehr Tiefgang als im Kino. Hier jedoch verschwimmt die Grenze nun komplett.

Dazu passt, dass eine komplette Unterhaltung (über die Schilde der Discovery) Wort für Wort aus Star Trek von 2009 übernommen wurde. Ein Gag von Kurtzman?

Ethan Peck durfte endlich zum Frisör und sogar eine Rasur war drin. Somit erleben wir seinen Spock zumindest in den finalen Momenten noch, wie wir die Figur kennen und lieben. Der Moment ist schön. Allerdings fehlt Pecks Gesicht definitiv das Markante eines Nimoy oder Quinto.

Star Trek: Discovery

Die Crew für die Mission in der Zukunft lautet aktuell: Saru, Burnham, Tilly, Stamets (im künstlichen Koma), Dr. Culber, Dr. Pollard, Reno, Detmer, Owosekun, Bryce, Rhys, Nilsson und sogar Georgiou! Dazu kommen verschiedene Crewmitglieder, die entweder nicht gefragt wurden oder aus eigenem Antrieb dabei sind. Spock schaffte im letzten Moment noch den Absprung, auch Tyler blieb zurück. Ob Po noch zurück auf die Discovery gelangt ist, blieb offen. Es sieht aber eher danach aus, dass sie in ihrem Shuttle blieb.

Wo wir über Tyler sprechen: Dieser wird offiziell neuer Boss von Sektion 31 und soll die Organisation in eine neue Zeit führen. Dazu wird auch mehr Transparenz gewünscht. Schaut man auf DS9 muss man sagen: Das ist wohl ziemlich schiefgegangen in der Zukunft. Dass man einem Mörder, Ex-Schläfer und Halb-Klingonen diese Position gibt, ist außerdem mehr als lachhaft und leider typisch Discovery.

Ob wir den Ex-Voq und Ex-Sicherheitschef sowie L’Rell, Sarek, Amanda, Siranna, Po, Spock, Number One und Pike noch einmal wiedersehen, hängt in großem Maße davon ab, wie die Sektion-31-Serie aussehen wird, ob es eine Pike-Serie geben kann und wie man bei Star Trek: Discovery mit dieser Zeitlinie insgesamt umgehen wird.

Wie der Verbleib von Georgiou die neue Sektion-31-Serie beeinflussen wird, muss man ebenfalls abwarten. Sonderbar ist die Aufteilung von ihr und Tyler auf zwei Zeitlinien in jedem Fall.

Der letzte Rat von Michael an Spock zielt natürlich auf einen gewissen Captain Kirk ab, der bald in sein Leben treten wird.

Wenn man es genau nimmt, könnte diese Episode auch das Ende der Serie Star Trek: Discovery sein und direkt in ein Pike-Prequel übergehen. Dass man den letzten Akt der Staffel in der alten Zeitlinie spielen ließ und auch vom Blickwinkel der Enterprise-Crew aus die Staffel beendete, untermauert diesen Gedanken nur. Vergangene Woche hatte ich geunkt, dass die Macher beim Dreh vielleicht noch gar nicht entschieden hatten, was sie mit der dritten Staffel anfangen wollten. Das Kurtzman-Interview zeigt, dass sie es dann aber zumindest seitdem klären konnte. Dies würde auch erklären, warum die Info zwar in der Episode fehlt, aber sofort danach auf diese Weise nachgeschoben wurde. 

Technisch betrachtet

Die technische Umsetzung bleibt der Trumpf der Show, wenngleich man das Effektgewitter hier auch über jede Skala übertrieben hat. Der Score aber ist über jeden Zweifel erhaben: Jeff Russo liefert wunderbare Arbeit und einen grandiosen, sowie abwechslungsreichen und epischen Klangteppich ab. Wenn die Drehbücher in der dritten Staffel qualitativ anziehen, hat die Serie weiterhin alle Chancen, sich positiv zu entwickeln.

Star Trek: Discovery

Das Drehbuch ist die zweite Zusammenarbeit von Alex Kurtzman, Michelle Paradise und Jenny Lumet. Da man die finale Episode nur verlängerte und eine Doppelfolge daraus strickte, ist dieses Vorgehen logisch. Erneut gibt es einen wilden Mix aus Action und Drama, diesmal aber auch mit einigen Auflösungen garniert.

Erneut sorgt Regisseur Olatunde Osunsanmi dafür, dass der Laden irgendwie zusammenhält, was bei diesem Feuerwerk eine kleine Kunst ist. Der Mann experimentiert außerdem gerne, das wissen wir bereits. Diesmal haut er einen Split-Screen-Effekt raus, den er sich vermutlich bei Tarantino abgeguckt hat.

Die Frau des Rezensenten

Klare Ansage: Für meine Couchnachbarin war die Episode endgültig wie eine Ausgabe von Alarm für Cobra 11. Hirn aus und von der Crash-Boom-Bang-Zerstörungsorgie mitreißen lassen. Die Handlung um Control ließ sie kalt, bei der erneuten Zurschaustellung von Burnhams Relevanz für alles und jeden seufzte sie schwer. Zudem konnte man schön ihr Kopfschütteln bei den vielen überzogenen Actionsequenzen verfolgen. Sie kennt Star Trek inzwischen besser als ihr vermutlich bewusst ist und spürt, dass das hier mit den Stärken des klassischen Treks kaum mehr etwas zu tun hat.

Gib dem Kind einen Namen

Such Sweet Sorrow: Nach dieser Episode sollte klar sein, dass der Titel im ersten Teil auf die ganzen Abschiede gemünzt war und hier das Verlassen der Zeitlinie kommentiert. Hübsch!

Fazit

Mit der letzten Episode der zweiten Staffel bringen die Autoren verschiedene Handlungsstränge zu einem mal mehr, mal weniger überzeugenden Ende und befreien sich ganz nebenbei noch vom Ballast des ungeliebten Prequels.

Viele Probleme in der Dramaturgie wurden fraglos nicht erst hier erschaffen, können mit dem Schlussakkord aber eben auch nicht vollständig ausgeräumt werden. Somit gilt insbesondere für das Finale: Das Ziel war das Ziel, so holprig der Weg auch teilweise gewesen sein mag.

Star Trek schrumpft sich damit allerdings auch endgültig auf eine Baller- und Prügelorgie der Extraklasse und gefällt sich darin, ein paar gute Ideen und Szenen mit dick aufgetragenem Bombast und schmissigen One-Linern zu garnieren. Dieses Fest der Sinne hält dem Anspruch an unterhaltsame Popcorn-SF fraglos stand. Bezogen auf die bekannten Qualitäten von Star Trek ist es allerdings nur ein Hauch von Nichts.

Bewertung: sieben feuerrot-leuchtende Signale mit Paradoxon-Effekt (zwei, wenn man ganz genau hinschaut, fünf, wenn man alle Augen zudrückt und sich im Effektzuckerguss treiben lässt)

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember startete mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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