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Kritik zu Star Trek: Picard 1.02 – "Maps and Legends" ("Karten und Legenden")

Auch die zweite Episode der neuen Serie um Jean-Luc Picard profitiert vom Charisma des Stars und den wachsenden Mysterien, bringt aber auch die eine oder andere Stolperfalle mit sich.

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von Björn Sülter

Nachdem die erste Episode Remembrance (Gedenken) primär die neuen Lebensumstände des Jean-Luc Picard beleuchtet und seine Mission in Gang gebracht hatte, gräbt die zweite Episoden an verschiedenen Fronten bereits tiefer und offenbart (fast) mehr Informationen, als man in der Kürze der Zeit erfassen kann.

Hinweis: Die folgende Rezension enthält Spoiler.

Was passiert?

Jean-Luc Picard versucht, dem Geheimnis um den Tod von Dahj auf die Spur zu kommen und benötigt für seine Mission nicht nur ein Schiff, sondern auch eine Crew. Er muss jedoch auch mit Rückschlägen leben. Derweil erfahren wir auch, was Soji an Bord des Borg-Kubus treibt ...

Amok-Androiden

Unerwartet früh springen die Macher zu Beginn der zweiten Episode in der Zeit umher und zeigen uns die Ereignisse auf dem Mars, als die wildgewordenen Androiden (die in der englischen Fassung als Synths bezeichnet werden) ihre Schöpfer ausgerechnet am First Contact Day 2385 attackierten, Utopia Planitia samt der Armada der Evakuierungsschiffe zerstörten und den Mars unbewohnbar machten. Diese Ereignisse wurden in der ersten Episode kurz angesprochen und als "das Unvorstellbare" beschrieben. Auch in Children of Mars, dem Short Trek, der diesen Tag beleuchtete, erlebte man einen Aspekt des Angriffs von der Erde aus. Obendrauf endet die Countdown-Comic-Trilogie (die inzwischen komplett erschienen ist) kurz vor diesen Ereignissen.

Nachdem in der ersten Episode von Star Trek: Picard vieles bodenständiger und visuell untrekkiger wirkte als in jeder Produktion zuvor, fühlen sich die Szenen auf dem Mars wie klassisches Star Trek an. Ob das gut oder schlecht ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Am Ende wird es vermutlich die Mischung machen.

Erneut muss man sich an dieser Stelle fragen, was bloß passiert sein mag, dass man mit den Arbeiter-Androiden auf dem Mars exakt das umgesetzt hat, was Picard in The Measure of a Man (Wem gehört Data?) noch vehement bekämpfte. Er und Guinan nannten die Vision von vielen identitätslosen Androiden, die niedere Arbeit verrichten müssen, damals korrekterweise Sklaverei. Mit diesem Argument gewann Picard auch den Prozess um den Status von Data. Hier nun sehen wir allerdings exakt das: Synthetische Lebensformen, die als Namen ein Kürzel auf die Stirn tätowiert bekommen haben, und von ihren menschlichen Kollegen wie laufende Toaster behandelt werden. Überhaupt: Die Arbeiter auf dem Mars entsprechen in keiner Weise dem, was wir von den Menschen der Zukunft erwarten würden und was Star Trek oft gepredigt hat. Sie sind vielmehr offen rassistisch und beleidigend. Diese Darstellung passt vielleicht zu Battlestar Galactica und die Haltung gegenüber den Cylonen, doch eigentlich nicht zu den Menschen des 24. Jahrhunderts. Hier ersetzt (wie so oft zuletzt) der Zeitgeist den Kern dessen, was Star Trek eigentlich sein sollte: eine Utopie.

Dass die Androiden in Wirklichkeit auch viel mehr sind, wird spätestens durch ihre Taten deutlich. Haben sie ein Bewusstsein entwickelt? Nur wie? Oder wurden sie zu Tötungsmaschinen programmiert? Auch der Selbstmord von F8 wirft Fragen auf: Wollte er seine Spuren verwischen? Oder einer Verhaftung entgehen? Die Menschen haben eine neue Rasse geschaffen und sie offenbar schlecht behandelt. Warum haben Picard und andere das zugelassen? Die Macher werfen hier bereits viele weitere spannende Fragen auf, die gerne potent beantwortet werden dürfen.

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Expositionshölle

Nach dieser Einleitung kehrte man vorerst auf die Erde zurück. Picard war inzwischen von Okinawa zurückgekehrt und dabei, große Pläne zu schmieden. Seine alte Crew kam ihm dabei jedoch nicht in den Sinn. Eben weil sie ihm überall hin folgen würden, wollte er sie nicht fragen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass sich diese sich anbahnende letzte große Mission des Picard fast ein wenig wie die in All Good Things... (Gestern, heute, morgen), dem Serienfinale von Star Trek: The Next Generation anfühlte. Auch dort hatte sich der alte Mann etwas in den Kopf gesetzt und alle alten Weggefährten kamen mit der Zeit dazu, um ihm zu helfen. So macht Retrofeeling Spaß!

Das mag jetzt alles sehr positiv klingen. Doch bevor wir uns an vielen weiteren gelungenen Szenen erfreuen können, mussten wir Zuschauer zunächst durch das tiefe Tal der Expositionshölle schreiten. Was hatte die Autoren bloß dabei geritten, in den ersten Minuten derart viel wirren Kauderwelsch zu verbraten? Laris, Zhaban und Picard feuerten uns nur so ihre Informationen über einen geheimen Geheimdienst im ohnehin schon unglaublich geheimen Geheimdienst der Romulaner entgegen, von dem natürlich niemand je etwas gehört hat! Diese ultrageheime Sektion war auch Picard gänzlich unbekannt (was wenig glaubwürdig wirkte) und sollte nun für alle bösen Dinge verantwortlich sein. Die sogenannten Jhad Vash hassen dem Vernehmen nach alle synthetischen Lebensformen und operieren sogar unerkannt auf allen möglichen Welten und auch auf der Erde. So munkelt man. Nichts genaues weiß man schließlich nicht! Die Szene sprang wild zwischen zwei Handlungsorten (Picards Weingut und der Wohnung von Dahj) hin und her, um möglichst viel Spannung und Bewegung in einer Sequenz zu erzeugen, die ansonsten eher wie die Lesung eines verrückten Geschichtsprofessors wirkte.

Sorry, liebe Autoren. Das war für die Tonne. Wenn man bei einer Streaming-Serie diesen Vorlauf in der Produktion und derartige Freiheiten in der Laufzeit besitzt, muss es eleganter möglich sein, wichtige Informationen zu liefern, als zu Beginn einer zweiten Episode in einem Feuerwerk des Infodumping. Wenn man überlegt, dass am Drehbuch ein Pulitzer-Preisträger (Chabon) gemeinsam mit einem Oscar-Preisträger (Goldsman) am Werk war, irritiert die Sache nur noch mehr. Das war nix! Immerhin erfuhr Picard am Ende dank viel Tech-Hex-Hex seitens Laris noch, dass sich Soji, die vermeintliche Schwester von Dahj, nicht auf der Erde aufhält. Der gute Mann brauchte also ein Schiff!

Sukzessive besser

An diesem Punkt ging es nach dem etwas holprigen Start mit jeder Szene in die richtige Richtung. In diesem Zusammenhang muss man auch festhalten, was diese zweite Episode ist und sein soll. Die Macher bezeichnen die ersten drei Episoden (die ja auch zusammengeschnitten als eine Art kleiner Film in den Previews liefen) gerne als erstes Kapitel der Geschichte. Somit ist Maps and Legends eindeutig der Mittelteil. Nachdem man in Remembrance (Gedenken) zunächst die neue Welt des Picard hatte präsentieren wollen, war es hier nun nötig, ein wenig mehr Grundlagenarbeit am Setting zu betreiben, um dann im dritten Teil wieder mehr in die Geschichte einsteigen zu können. Exakt so fühlt sich die Episode dann auch an.

Sowohl das kurze, zweite Treffen mit Dr. Jurati als auch die Unterhaltung mit seinem Hausarzt oder mit Laris und Zhaban wussten zu gefallen, bestachen mit geschliffenen Dialogen und erneut auch mit dem Mut, sich ganz auf diese eine Figur einzulassen, die im Zentrum der Erzählung steht.

Es war obendrauf spannend zu sehen, mit was für Personen Picard sich auch im hohen Alter noch umgibt. Laris und Zhaban sind sicher keine Duckmäuser und fordern ihren "Boss" ständig heraus. Ein großer Mann zeichnet sich eben dadurch aus, dass er sich willentlich mit kritischen Geistern umgibt; auch wenn deren Worte manchmal wehtun. Die schlechte Nachricht war in diesem Zusammenhang jedoch, dass die beiden Picard nicht auf seinem Weg begleiten würden. Sie hätten die neue Crew sicher ganz wunderbar ergänzt.

Doch zunächst fehlte Picard ohnehin ein Schiff, was ihn zu einer Rückkehr zum Hauptquartier der Sternenflotte veranlasste. Die Ort-zu-Ort-Transporter sind schon eine coole Sache! Auch die kurze Begegnung mit dem Offizier, der die Legende nicht erkennt, dann aber zumindest höflich behandelt, wurde gut eingefügt. Allerdings muss der junge Mann schon mit sehr großen Scheuklappen herumlaufen. Picard sollte definitiv Thema an der Akademie sein. Auch gab es gerade das vieldiskutierte Interview. Vielleicht ist der Gute ja nur eine Aushilfe.

Das Gespräch mit Admiral Clancy verlief dann ebenfalls nicht so, wie Picard sich das bestimmt vorgestellt hatte. Doch, was hatte er denn eigentlich erwartet? Nach seinem desaströsen Interview durfte Picard kaum ein warmes Willkommen erwarten. Es gehört schon eine große Portion Sturheit und Altersstarsinn dazu, erst vor der ganzen Öffentlichkeit den ehemaligen Arbeitgeber zu beleidigen und dann in ein Büro zu spazieren und ein Schiff zu verlangen; zudem aus mehr als fadenscheinigen Gründen! Der Mann ist 94 Jahre und hat seit fünfzehn Jahren vermutlich keinen Fuß mehr auf ein Raumschiff gesetzt! Die Reaktion von Admiral Clancy war zwar übermäßig ruppig (und wäre im Englischen auch ohne das F-Wort ausgekommen), im Kern aber verständlich. Picard hat durch seine Handlungen der Vergangenheit viel Ansehen eingebüßt. Er musste einen anderen Weg finden.

Dem Rat von Laris folgend, suchte er eine weitere Person auf, die ihn offenbar inzwischen hassen gelernt hatte: Raffi Musiker. Beide verband die Zeit bei der Rettungsmission für die Romulaner, wie wir unter anderem aus den Countdown-Comics wissen. Musiker war Picards erster Offizier auf der USS Verity. Mit dem Ende der Mission und Picards Abgang bei der Sternenflotte, schien es sich mit den beiden jedoch erledigt zu haben. Immerhin konnte er sie aber zum Zuhören überreden.

Somit bleibt es dabei: Alle Szenen rund um Sir Patrick Stewart gelingen famos. Egal ob er mit seinem Hausarzt Klartext spricht, sich mit seinen romulanischen Freunden balgt, bei Raffi vorstellig wird oder bei Admiral Clancy abblitzt; hier fördern die Autoren pures Gold zu Tage. Allerdings nehmen diese Szenen eben auch nur rund 80% der Episode ein.

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Was sonst so passiert

20% blieben dann nach Adam Riese also noch übrig, die den Großteil der Episode und die damit verbundene hohe Qualität etwas relativierten. Das Treiben rund um Commodore Oh, Lieutenant Narissa Rizzo sowie Narek und Soji auf dem Borg-Kubus war dabei gar nicht einmal uninteressant, wirkte gegen die warmen, emotional anrührenden Szenen auf der Erde aber auch steril und etwas unpassend; fast, als würde man eine gänzlich andere Serie nebenherlaufen lassen. Auch stilistisch harmoniert es zwischen diesen Versatzstücken noch nicht. Das intrigante Doppelspiel von Oh, Narissa und Narek wirkte aufgesetzt und kam mit einem viel zu langen Bart daher, so dass man sich ständig fragte, wann es wohl mit den wirklich interessanten Dingen weitergehen möge. Bruder, Schwester, falsche Menschenfrau, falsche Vulkanierin, fehlgeleitete Befehlshaberin, Marionette oder nicht; all diese Fragen bergen einen Soap-Faktor, der nicht recht zur Story passen will. Irgendwo dazwischen wird Isa Briones als Soji jedoch langsam zu so etwas wie dem zweiten emotionalen Zentrum der Handlung. Hoffen wir, dass diese Tendenz anhält.

Auch sind die aufgeworfenen Fragen in Zusammenhang mit dem Kubus spannend. Lässt man die ganzen armen assimilierten Seelen einfach im All treiben oder kümmert man sich um sie? Doch was kann man überhaupt noch tun? Offenbar sind die Romulaner schon sehr lange bei der Arbeit; rund 16 Jahre, wenn man den Kennzeichnungen glauben darf. Wer im Hintergrund welches Spiel spielt, ist viel weniger interessant, als wohin diese Handlung inhaltlich schließlich führen soll.

Aktuell muss man annehmen, dass niemandem zu trauen ist. Ein Kettenraucher ist glücklicherweise aber noch nicht aufgetaucht.

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Fun Facts & Easter Eggs

  • Diesmal wurden Riker, Worf und LaForge direkt erwähnt. Alle drei scheinen also auch in dieser Zeit noch am Leben zu sein. Da Marina Sirtis als Troi bekanntlich ebenfalls zurückkehren wird, fehlt aus der Stammcrew aktuell nur Dr. Crusher, über deren Status wir in der Serie noch nichts erfahren haben. Sie tritt allerdings im Roman zur Serie Die letzte und einzige Hoffnung in Erscheinung, der im Februar bei Cross Cult erscheint und sehr lesenswert ist.
  • Der englische Titel der Episode ist nicht nur einem Buch von Michael Chabon entliehen, sondern auch ein Songtitel von REM.
  • Picards bestürzende Diagnose aus All Good Things... (Gestern, heute, morgen) wurde nicht vergessen. Offenbar besteht laut Dr. Moritz Benayoun (einem Ex-Kollegen von der Stargazer) wirklich die Möglichkeit, dass ihm das Iromodische Syndrom sukzessive den Verstand rauben wird, auch wenn es hier im Dialog nicht direkt erwähnt wird. Ob das wohl eine gute Basis für eine Mission dieser Art ist? Ob Picard diese Information teilen wird? Wie wird man ihn danach sehen? Wird er vielleicht selbst ins Zweifeln geraten? Auf der einen Seite handelt es sich hier um spannenden Stoff, auf der anderen wäre diese Zuspitzung der Dramatik um seine Person aber gar nicht nötig gewesen. Picard ist in der Serie 94 Jahre alt; seine fragile Gesundheit und Sterblichkeit werden aus dem Kontext überdeutlich. Ein weiteres Damoklesschwert hätte es vermutlich nicht gebraucht. Auch ist zu befürchten, dass man hier bereits das Ende der Serie vorbereitet. Picard könnte es an einem Punkt vorziehen, aufrecht zu sterben, als von der Krankheit gezeichnet dahinzuvegetieren. Wetten werden ab sofort angenommen.
  • Wichtige Information: Schon vor den Attacken auf den Mars wollten 14 Spezies die Föderation verlassen, hätte die Sternenflotte die Hilfsmission fortgesetzt. Das macht die Entscheidung für den Abbruch der Mission zwar nicht besser, setzt sie aber in einen erweiterten Kontext. Gut!
  • Schmerzhafter Satz von Clancy aus der Reihe: Dinge, die Sie nie über Picard hören wollten: "The pitiable delusions of a once great man, desperate to matter."
  • Die Reflektion von Picard in der Uhr ist verdammt cool. Wir erinnern uns: Zeit ist das Feuer in dem wir verbrennen.
  • Agnes Jurati liest Asimov und trinkt Earl Grey. Die Frau hat Geschmack!
  • Einen Commodore hat man in Star Trek seit der Classic-Serie nicht mehr gesehen.
  • In der Episode The Defector (Der Überläufer) aus Star Trek: The Next Generation erwähnt ein Romulaner gegenüber Data einen romulanischen Kybernetiker. Warum sollte es diesen Berufszweig überhaupt geben, wenn die Romulaner Androiden doch seit Ewigkeiten so sehr ablehnen? Laut Laris dürfte es so etwas in der romulanischen Kultur nie gegeben haben.
  • Picard schwebt bei Raffi Musiker in einem gelben Taxi-Shuttle ein; ein Brüller!
  • Als Picard zur Sternenflotte zurückkehrt, läuft er unter einem Hologramm durch, das erst die Original-Enterprise (im Discovery-Stil) und dann die Enterprise D zeigt. Die erneute Fixierung auf die Enterprise ist eine Sache, schade ist es aber zudem für die Crews der Enterprises A, B, C und E, dass man offenbar nur zwei Schiffe dieser Namensreihe wirklich relevant findet.
  • Ein "Romulan Free State" wird erwähnt; handelt es sich hierbei vielleicht um das, was vom "Romulan Star Empire" nach der Supernova übrigblieb?
  • Der Androide zu Beginn der Episode heißt F8, was man auf englisch als "fate" lesen könnte. Wie passend.

Merkwürdigkeiten

  • Wo war eigentlich der Hund? Akiva Goldsman sagte in der Aftershow The Ready Room, dass es schwierig war, mit dem vierbeinigen Freund zu arbeiten. Dennoch hat er hier gefehlt.
  • Das Handlungselement, das eine junge, hübsche (und brillante) Frau sich von einem hinterhältigen Spion ins Bett locken lässt, hatten wir in Star Trek: Discovery zuletzt auch schon. Kein besonders lobenswertes Muster. Etwas meht Kreativität und Weitblick bitte.
  • Wie Picard seine Ex-Kollegin per Kommunikator rufen kann, indem er nur ihren Vornamen sagt, dürfte wieder einige ITler auf den Plan rufen. War das Ding die ganzen Jahre in der Schatulle online? Oder hat es sich direkt wieder ins WLAN oder das Äquivalent der Zukunft eingewählt? Immerhin ist es gut, dass die Frau einen sehr ungewöhnlichen Namen hat. Picard dürfte nur die eine Raffi kennen, was es seinem kleinen Stück Technik viel leichter macht.
  • Was ist eigentlich mit der Mutter von Dahj und Soji? Fragt sich Picard nicht, ob mal jemand die Angehörigen unterrichten sollte? Schließlich dachte Dahj ja, sie sei ein Mensch. Also könnte Picard davon ausgehen, dass es da irgendjemanden geben muss. Wir wissen natürlich schon, dass die Mutter offenbar mit in der Sache drinhängt und vielleicht gar keine reale Person ist. Picard weiß das aber nicht und lässt somit auch noch eine Chance aus, der Sache auf die Spur zu kommen, ohne die Erde zu verlassen.
  • Ist Sex im TV nicht herrlich sauber und einfach? Nicht nur, dass Narek und Soji sich (wie es auf der Mattscheibe üblich ist) direkt nach dem Akt schnell ihre Unterwäsche angezogen haben, sie müssen vor dem Weg zur Arbeit auch nicht mehr duschen, ihre Zähne putzen oder sonstwie das Badezimmer aufsuchen. Schöne, heile Fernsehwelt! Brutal ehrlich war an dieser Front einmal House of Cards, wo sich ein Paar nach dem Sex tatsächlich gegenseitig Taschentücher reichte. Star Trek bleibt an dieser Front indes lieber die Hochglanzvariante.

Offene Fragen

  • Warum liefen die Androiden auf dem Mars Amok? Warum tötete F8 sich selbst?
  • Was hat es mit dem streng geheimen Geheimgeheimdienst der Romulaner auf sich?
  • Warum haben die Romulaner Dahj getötet? Nur weil sie synthetische Lebensformen hassen? Was interessiert sie die Erde?
  • Ist Commodore Oh wirklich Vulkanierin?
  • Werden die Borg vielleicht irgendwann doch kommen, um den Kubus zu bergen?
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Fazit

Die zweite Episode startet holprig, fängt sich jedoch schnell und steigert die Qualität fast minütlich. Viele Szenen wissen zu gefallen und profitieren erneut von der mitreißenden Darstellung Sir Patrick Stewarts. Insgesamt hält das Gesamtwerk zwar die Spannung und liefert Unterhaltung auf hohem Niveau, kommt aber nicht ganz so ausgewogen und elektrisierend daher wie der Auftakt. Zu viel Expositon erschlägt einen stimmigeren Fluss der Handlung, während die aufgeworfenen Mysterien aber fraglos bei der Stange halten.

Ausblick

Anfang nächster Woche folgt der Podcast Planet Trek fm zur zweiten Episode. Gastgeber Björn Sülter begrüsst darin den Autor Christian Humberg (Star Trek: Prometheus) und Co-Pilot Moritz Wolfart.

Ende kommende Woche geht es dann am Freitag weiter mit der dritten Episode The End is the Beginning und einer ausführlichen Rezension.

Rezensionen der anderen Folgen

Hier geht’s zur Rezension der Folgen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 10

Star Trek Picard Header Cbs

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Verleger, Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Dazu läuft mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe. Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

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