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Krypton: 5 gute Gründe einzuschalten

Donnerstag startet auf SYFY die zweite Staffel von Krypton als deutsche TV-Premiere. Es gibt gute Gründe, die zehn spannenden Episoden aus der Heimat des Superman einzuschalten. Wir haben fünf für euch zusammengestellt.

Präsentiert von: Björn Sülter


Morgen geht es los! Ab Donnerstag, dem 3. Oktober 2019 zeigt SYFY die zehn Episoden der zweiten Staffel von Krypton als deutsche TV-Premiere. Bereits die erste Staffel hatte Fans des Superman-Mythos überzeugt.

Im zweiten Jahr legen die Macher an verschiedenen Stellen nun noch eine Schippe drauf. Wir haben fünf Gründe für euch, warum ihr die neuen Abenteuer aus der Heimatwelt des Mannes aus Stahl auf keinen Fall verpassen dürft.

Aus dem Schatten: Mehr als eine weitere Superman-Serie

Bei der ersten Vorstellung des Konzeptes durfte man durchaus noch Zweifel an der Tragfähigkeit hegen. Doch bereits im ersten Jahr gelang etwas, das zunächst gar nicht denkbar schien. Die Macher bugsierten ihre Serie aus dem Schatten des großen Superman-Mythos heraus und bastelten sich eine ganz eigene, spannende Geschichte, die über das Zitieren bekannter Sachverhalte hinauswuchs. Ähnlich wie bei Caprica (dem Prequel zum Battlestar-Galactica-Reboot) ging man hier einen ganz eigenen Weg und begann, die Geschichte einer Gesellschaft anhand verschiedener Philosophien und Vorstellungen der beteiligten Individuen zu erzählen.

Die Autoren fokussierten sich somit schon früh auf Figuren, die sie wirklich zeigen und erzählen dürfen. Den Mann mit dem Umhang verwendete man zwar marketingwirksam im Vorlauf der Serie, er ist jedoch kein zentraler Punkt der Dramaturgie. Damit gelang den Verantwortlichen das Kunststück, etwas Neues zu erfinden, das zufällig im Universum einer ikonischen Figur spielt, diese aber offenbar gar nicht so nötig hat, wie man zunächst hatte annehmen dürfen.

Naturgewalt: Lobo!

Der irische Schauspieler Emmett J. Scanlan gehört mit seinen vierzig Jahren eher zu den ruhigeren und unscheinbareren seiner Zunft. Im britischen Fernsehen ist er für seine Rolle des Brendan Brady in Hollyoaks bekannt und wurde wiederholt mit Soap-Preisen ausgezeichnet. In The Fall spielte er an der Seite von Gillian Anderson (Akte X) als Glenn Martin und auch in anderen Produktionen wie SAFE, Constantine oder Peaky Blinders war und ist er regelmäßig zu sehen. In Krypton erhielt er nun den Part des Lobo, der weder als introvertiert, noch als ruhig, bedächtig oder unscheinbar charakterisiert werden kann.

Scanlan spielt mit der Rolle des finsteren Antihelden perfekt gegen sein bisheriges Image an und liefert eine Galavorstellung unter starkem Makeup.

Dazu darf es auch als Coup durchgehen, dass die Macher diese primär in den 1990er-Jahren äußerst beliebte Comic-Figur überhaupt hervorholten und in ihre Serie integrierten.

Krypton

Bleibt alles anders: Stillstand ist der Tod

Auffällig ist zudem: Die Macher verharren nie zu lange bei einem Thema. Neue Elemente wie die Familiendynamik rund um Zod halten immer wieder Einzug und beleben die Geschichte.

Auch werden immer wieder Sachverhalten über den Haufen geworfen. Zunächst glaubt Seg-El, dass von Brainiac die größte Gefahr ausgeht. Mitte der ersten Staffel sah das Bild dann schließlich schon ganz anders aus. Der nächste Gamechanger folgte im Staffelfinale.

Dazu entwickelte sich ein fast schon an Game of Thrones erinnernder Kampf um die Macht auf allen sozialen Ebenen des Planeten. Die Reichen und Mächtigen intrigieren auf dem Rücken der Armen, diese wiederum suchen in ihrer Verzweiflung das Heil in der Organisation Black Zero.

In der zweiten Staffel gesellt sich noch der Konflikt mit Lobo, dem Kopfgeldjäger, dazu sowie eine Rebellion unter der Führung von Val-El. Man sieht: Es ist eine Menge los und die Serienmacher ruhen sich nicht auf ihren Ideen aus.

Die Figuren: Nicht nur der Opa

Auch wenn es zunächst so schien, als würde die Serie sich um den Großvater des Kal-El drehen, geriet Seg-El mehr und mehr zum Teil eines stattlichen Casts, der ihn viel weniger in den Mittelpunkt treten ließ, als angenommen.

Dank des Pools an Figuren rund um die starken Bösewichte (Zod, Brainiac, Jax-Ur) sowie andere wie Adam Strange, Daron-Vex, Nyssa, Lyta-Zod, Jayna oder Kem mussten die Macher die Bedeutung des vermeintlichen Hauptakteurs nicht überzeichnen, sondern konnten seine Rolle vielmehr in Ruhe suchen und finden.

Doch fanden die Macher zwischen all diesen facettenreichen Figuren eben auch in Seg-El eine Tiefe, die Darsteller Cameron Cuffe mehr und mehr ausspielen konnte. Sein Charakter ist hin und hergerissen zwischen seinem Gerechtigkeitsempfinden und einer lässigen Attitüde sowie auch einer dunklen Seite, die ihn oft zweifeln und hadern lässt.

Tief in der Mythologie: Keine einfachen Wege

Nicht nur in Sachen Seg-El oder Lobo gehen die Autoren unvorhersehbare Wege. Auch was den Rest ihrer Geschichte angeht, sind sie immer wieder bereit, um die Ecke zu denken und neue Pfade einzuschlagen.

Auch für einige andere Figuren musste die Macher tief in die Eingeweide der langen Superman-Geschichte tauchen. Beispiele sind Jax-Ur oder Dev-Em, die aus mehr oder weniger bekannten Comics entliehen wurden.

Die gleiche Vorgehensweise setzten sie auch bei Orten um: Kandor, Argo oder der Mond Wegthor sowie die Jewel Mountains stammen aus längst vergessen geglaubten Karten, Comics oder Geschichten aus den fernen 1960er-Jahren.

Schaut man genau hin besteht kein Zweifel: Die Macher von Krypton haben von Anfang an mehr gewollt, als eine weitere, generische Serie über Superman zu produzieren. Das Ergebnis der ersten beiden Staffeln kann sich sehen lassen. 

Die zweite Staffel von Krypton läuft als deutsche TV-Premiere ab dem 3. Oktober immer donnerstags um 20.15 Uhr auf SYFY.

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Headwriter und Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch Es lebe Star Trek ist auch der Auftakt seiner Jugendbuchreihe Ein Fall für die Patchwork Kids erschienen. Dazu läuft mit Beyond Berlin seine erste eigene Science-Fiction-Reihe, die es als Print, Ebook und Hörbuch, gelesen von Synchronsprecher und TV-Mann Benjamin Stöwe, zu kaufen gibt. Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Zudem liest er Hörbücher (Der Earl von Gaudibert, Dunkle Begegnungen, Q sind herzlich ausgeladen) und ist als Moderator und Redner auf verschiedenen Events sowie als Gast in TV und Radio im Einsatz.


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