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Krypton: Die Creme de la Creme des Bösen

Krypton hat uns bereits in der ersten Staffel spannende Antagonisten aus der Welt des Superman beschert. Im zweiten Jahr geht es nun jedoch erst richtig rund: Mit Lobo, Doomsday, Brainiac, Jax-Ur und Zod tummeln sich abwechslungsreiche Gegenspieler und machen den Helden das Leben schwer.

Krypton

Superman ist eine popkulturelle Ikone, die seit Jahrzehnten durch das Kino und die Fernsehgeräte fliegt. Seit einem Jahr erleben Fans vom Mann aus Stahl einen weiteren Aspekt: In Krypton lernen wir die Heimat des Superhelden kennen und verfolgen die komplizierte Geschichte vor seiner unfreiwilligen Landung auf der Erde.

Im Schatten des Helden

Obwohl die Serie zwei Jahrhunderte in der Vergangenheit spielt und Clark Kent alias Kal-El alias Superman somit noch gar nicht auftauchen kann, verhält es sich an der Front seiner zukünftigen Gegenspieler gänzlich anders. Wie später auf der Erde im Kampf gegen den beliebten Helden treiben sie auch auf Krypton ihr Unwesen und machen den Einheimischen das Leben schwer. Möglich ist das nur aufgrund der engen Verbindung mit der Figur des Superman. Dass diese jedoch derart weit zurückreicht, erfahren wir nur dank Krypton.

Die erste Staffel drehte sich um Seg-El und Adam Strange, die den Versuch unternahmen, Supermans Auslöschung aus der Geschichte mittels Zeitreise zu verhindern. Mit dem Kniff der verschiedenen Zeitebenen erklärt sich auch, wie so viele Antagonisten aus dem späteren DC-Universum auftreten konnten. Doch mussten gar nicht alle zu diesem Zweck die Zeitebene wechseln.

Grüne Gefahr

Brainiac kennen wir bereits aus vielen Verfilmungen. Er gehört zu Supermans ältesten und gefährlichsten Feinden und war auch der erste, der in Krypton eingeführt wurde. Seine grüne Haut und die Fähigkeit, in andere Körper zu schlüpfen, sind jedem Fan bekannt. Die Serie folgte bei der Charakterisierung der Figur dann auch erfreulicherweise den Comics.

Brainiacs Plan sah vor, die Stadt Kandor seiner Sammlung der Welten hinzuzufügen. Während man ihn nach hartem Kampf zunächst erfolgreich in die Phantomzone verbannen konnte, steht es um seine Zukunft zu Beginn der zweiten Staffel nicht mehr ganz so eindeutig.

Todbringer

Der Name Doomsday fällt den Fans immer dann ein, wenn es um Bösewichte geht, die Superman ohne wenn und aber töten wollen. Das genetisch aufgewertete Monster durfte den Mann aus Stahl dann auch bereits 1993 in den Comics ins Reich der Toten befördern. In Smallville und dem Film Batman vs Superman tauchte die Figur ebenfalls im TV und Kino auf.

Die Version, die uns Krypton vorlegt, ist nah wie keine Inkarnation zuvor an den Comics. Hier ist Doomsday eine Waffe aus längst vergangenen Zeiten, die von Wissenschaftlern aus den Familien von Zod und El geschaffen wurde. Kein Wunder also, dass er zunächst eingesperrt war. Entgegen den Warnungen von Adam Strange wurde das Monster später allerdings befreit und trieb bereits am Ende der ersten Staffel sein Unwesen.

Aus der Zeit gefallen

General Zod konnte in der ersten Staffel einen besonderen Überraschungsmoment vorweisen. Ein mysteriöser Mann hatte Seg-El gefangengenommen und verhört, da er sich auf der Suche nach Informationen über Brainiac befand. Die von Colin Salmon gespielte Figur stellte sich dabei später als General Zod heraus, den Sohn von Lyta Zod, die von Beginn an Teil der Serie gewesen war.

Rein von der Zeitlinie her war ein Auftreten Zods nicht zu erwarten gewesen. Er nutzte jedoch die Fähigkeit zur Zeitreise, um Brainiac davon abzuhalten, Kandor für sich zu beanspruchen. Was zunächst nach guten Absichten aussah, entpuppte sich später als gewiefter Plan. Zod wollte Krypton für sich beanspruchen und die Welt nach seinen Vorstellungen umgestalten. Sein Vorhaben gelang: Er löschte Superman aus der Zeitlinie und wurde (vorübergehend) zum wichtigsten Gegenspieler der Serie.

Doppelt gedreht

Der Name Jax-Ur fällt dem geneigten Fan eher selten ein, wenn es um die bekanntesten Gegenspieler aus dem Superman-Universum geht. In den Comics handelt es sich bei ihm um einen verrückten Wissenschaftler, der wegen eines furchtbaren Verbrechens in der Phantomzone eingesperrt wurde. Daraus floh er und wurde zum wiederkehrenden Bösewicht.

Krypton nutzte einen ähnlichen Ansatz wie die Macher von Battlestar Galactica beim damaligen Reboot: Sie veränderten zunächst das Geschlecht der Figur und wählten Hannah Waddingham als Darstellerin aus.

Doch gab es noch einen weiteren Kniff, der die Figur mit Fragezeichen versah: Die neue Jax-Ur ist zwar Anführerin einer terroristischen Vereinigung, die man unter dem Namen Black Zero kennt, ihre Intention ist – völlig entgegen der ihres Gegenparts aus dem Comics – aber eine wohlmeinende, weil sie gegen Korruption vorgeht und den Bewohnern von Krypton helfen will. So wird sie im Verlauf der Staffel von einer Antagonistin zur Anführerin der Rebellen gegen Zod.

Alles Lobo

Mit dem zweiten Jahr nimmt nun noch ein weiterer Finsterling seine Arbeit auf: Lobo. Bei ihm handelt es sich um einen außerirdischen Kopfgeldjäger, der in den 1990er-Jahren zu den beliebtesten DC-Figuren gehörte, in Serien und Filmen aber nur selten vorkam: Er kann nur drei Auftritte im Zeichentrickformat und einen in einem Kurzfilm vorweisen. In Krypton ist er nun allerdings das erste Mal in voller Realpracht zu erleben und wird von Emmett J. Scanlan verkörpert.

Lobo gilt als skrupellos und ist bekannt für sein gewalttätiges Wesen sowie seinen schwarzen Humor.

Zukunftsmusik

Aktuell freuen wir uns erstmal auf die zehn Abenteuer der zweiten Staffel von Krypton. Teil der Seriengeschichte ist aber auch, dass die Zukunft rund um die Abenteuer auf Supermans Heimatwelt noch nicht gesichert ist. Aktuell laufen Gespräche, die Serie in den USA auf einem anderen Sender oder einer Streamingplattform unterzubringen. In jedem Fall würden neue Episoden aber in Deutschland weiterhin auf SYFY laufen.

Eine gute Nachricht ist auch, dass rund um Lobo eine eigene Spin-Off-Serie gestrickt werden soll, deren Status aktuell zwar noch unbekannt ist, die man aber definitiv nicht abschreiben sollte. Somit würde ein elementarer Teil der zweiten Staffel von Krypton auch dort weitergeführt werden.

Doch wie auch immer die Zukunft aussieht, macht die Serie im zweiten Jahr eine Menge Spaß und gewährt uns Einblicke in das Böse aus der Welt Supermans, die wir bisher noch nie erleben durften.

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Headwriter und Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch Es lebe Star Trek ist auch der Auftakt seiner Jugendbuchreihe Ein Fall für die Patchwork Kids erschienen. Dazu läuft mit Beyond Berlin seine erste eigene Science-Fiction-Reihe, die es als Print, Ebook und Hörbuch, gelesen von Synchronsprecher und TV-Mann Benjamin Stöwe, zu kaufen gibt. Sein Podcast Planet Trek fmbehandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Zudem liest er Hörbücher (Der Earl von Gaudibert, Dunkle Begegnungen, Q sind herzlich ausgeladen) und ist als Moderator und Redner auf verschiedenen Events sowie als Gast in TV und Radio im Einsatz.