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Krypton-Special III: Die vielen Feinde des Superman

Auch einer der stärksten, wenn nicht sogar der stärkste, Superheld im DC-Universum benötigt ebenbürtige Gegner, an denen er seine Kräfte messen kann. In Björn Sülters Superman-Specials zum Start von Krypton geht es heute um die größten Herausforderungen im Leben des Mannes aus Stahl.

Superman

Präsentiert von: Björn Sülter


Im Oktober startet auf SYFY die erste Staffel von Krypton. Ein guter Grund, dem Superman-Mythos ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Im ersten Teil ging es um die ersten Schritte des Superhelden. Im zweiten Teil um die klassischen Filmabenteuer. Heute befasst sich Björn Sülter mit einigen fiesen Gegenspielern des Helden.

Die Bösewichte müssen dabei gar nicht so stark sein wie der Mann aus Stahl; auch wenn das sicher hilfreich ist. Sie können sich auch durch einen überlegenen Intellekt auszeichnen. Oft müssen sie das sogar! Denn was können sie sonst dem stärksten Mann der Welt entgegensetzen?

Gegenspieler können aber nicht nur für das Leib und Leben des bekannten Superhelden und derjenigen, die er beschützen möchte, gefährlich werden: Wenn sie besonders clever sind, korrumpieren sie seinen Moralkodex. Was wäre ein besseres Statement für einen Bösewicht und seine Agenda, als der Öffentlichkeit und der Welt zu beweisen, dass der moralischste Held des Universums gar nicht so moralisch überlegen ist? Eine interessante Frage, nicht nur für Superman selbst, sondern auch für den Comicleser und die Zuschauer von Superman-Filmen und -Serien. 

Lex Luthor

Ein erfolgreicher Geschäftsmann, der in unserer hyperkapitalistischen Welt wahrscheinlich als Held gefeiert würde. Was machen da schon ein paar alberne Welteroberungspläne? Demgegenüber steht allerdings die hypermoralische Comicwelt des Superman. Luthors Origin-Story, Hintergründe und Pläne waren in allen in ihren Erscheinungsweisen etwas verrückt: Mal war er ein wahnsinniger Wissenschaftler, eine anderes Mal, wie bereits erwähnt, ein erfolgreicher Geschäftsmann. Und irgendwann verfolgte er sogar politische Ambitionen und ließ sich zum Präsidenten wählen (was heutzutage eigentlich auch nicht mehr so verrückt oder erstaunlich erscheint). Sein Ziel war jedoch immer dasselbe: Superman zu besiegen und bestenfalls zu zerstören und damit zu beweisen, dass er besser, erfolgreicher und cleverer als jeder andere Mensch oder Außerirdische auf diesem Planeten ist.

Abgesehen davon, besitzt Luthor durchaus eine Menge Charisma und Potenzial; Eigenschaften also, mit denen er Gutes in der Welt vollbringen könnte. Allerdings ist er auch zu arrogant und selbstsüchtig, um irgendetwas Sinnvolles mit seiner Zeit anzustellen. Aber insbesondere die Tatsache, dass Luthor Superman körperlich unterlegen ist, aber dennoch nicht Schachmatt gesetzt werden kann, sondern immer wieder auftaucht, macht ihn zu einem der reizvollsten und beliebtesten Superbösewichte der Comic-, Kino- und TV-Geschichte. 

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Bizarro

Bizarro ist das genaue Gegenstück und dadurch einfach nur ein wandelnder oder fliegender Zerrspiegel von Superman, sodass er sogar einen Kälteblick (also das Gegenteil von Supermans Hitzeblick) besitzt. Der bizarre Klon scharrte sogar eine Bizarro-Justice-League um sich, inklusive dem langsamsten Mann der Welt und einem Mann, dessen Machtring ihm immer mehr Kräfte verleiht, je ängstlicher er wird (also die Gegenstücke zu The Flash und Green Lantern). Eher einfältig und brutal besitzt Bizarro eine ganz eigene Vorstellung vom moralischen Handeln, die oftmals in Chaos und Zerstörung mündet.

General Zod

Die meisten Fans der Superman-Filme werden ihn kennen. In den Comics gibt es naturgemäß mehrere Versionen des Kryptoniers. Dennoch verbindet alle diese Versionen eine ähnliche Origin-Story: Als Kriegsverbrecher wird Zod vom Planeten Krypton in die sogenannte Phantom-Zone verbannt, um dort fortan sein Dasein zu fristen. Allerdings kann er sich durch den einen oder anderen Umstand befreien und wird mit seinen Gehilfen auf die Erde losgelassen. Natürlich ist auch er als kryptonischer Einwanderer mit den Superkräften ausgestattet, die Superman bei seinen Heldentaten helfen. Ein ebenbürtiger Gegner, der auch zu den berühmtesten Widersachern Supermans zählt. Der Mann aus Stahl befindet sich zudem in einem Zwiespalt: Einerseits ist er als Überbleibsel seines zerstörten Heimatplaneten eines der einsamsten Wesen auf der Welt, andererseits ist einer der wenigen Mitkryptonier, der nicht gestorben ist, ein wahnsinniger Despot, der einen menschlichen Genozid beschwören möchte. Ein Feind, der Superman noch zusätzlich zu einer äußerst tragischen Figur macht.  

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Darkseid

Darkseid ist der Herrscher über den fernen Planeten Apokolips. Dieser wird wiederum von gottesähnlichen Wesen bevölkert, die allerdings nichts besseres im Sinn haben, als ihre böse Agenda zu verbreiten. Ein benachbarter Planet namens New Genesis, der im Gegensatz zu Apokolips von einer freundlicheren Bevölkerung bewohnt wird, ist stets das Ziel von Darkseids düsteren Bemühungen. Ferner durchforstet er das gesamte Universum nach der allmächtigen „Anti-Life Equation“, die ihm die Macht über eben dieses Universum geben soll. Darkseid entwickelte sich zu einem von Supermans Erzfeinden, der auch noch gegen die Justice League kämpfen sollte.  

Doomsday

Vorsicht: Schock-Spoiler! Doomsday ist der einzige Super-Bösewicht, der Superman jemals töten konnte. Doomsday wurde als genetisch gezüchtete Superwaffe auf Krypton kreiert und hinterlässt Schutt und Asche auf der Erde, bis er sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen Superman wiederfindet und … gewinnt! Selbstverständlich wissen wir alle, dass Superman wieder zurückkehrt. Trotzdem war das Ableben eines der beliebtesten Helden der Comicgeschichte ein ziemlicher Schock für dessen Fans. Und dann handelte es sich noch um einen herbeigeführten Tod durch die Hand eines ziemlich frischen Gegenspielers. Ein Schachzug des Comicverlages DC, den die Welt bis dato nicht gesehen hatte. Kein Wunder also, dass Doomsday von diesem Zeitpunkt an nie wieder zur alter Größe zurückfand, auch wenn er hin und wieder in die Superman-Comicreihe zurückkehrte.

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Metallo

Wie es im Comic-Universum öfters vorkommt, ist auch die Ursprungsgeschichte von Metallo nicht immer durch Kontinuität geprägt. Je nachdem, in welcher Superman-Ära sich der Comicleser gerade befindet, muss auch mit einer anderen Origin-Story gerechnet werden: John Corben, Metallos richtiger Name, war sowohl ein Soldat als auch ein Kleinganove, der einmal schwer verletzt wurde und sich ein anderes Mal freiwillig für eine experimentelle Operation meldete. So oder so, sein Körper wurde in der Folge mit metallischen und mechanischen roboterartigen Ersatzteilen ausgestattet, die wiederum durch Kryptonit als Energiequelle betrieben wurden. Ein eigentlich unmöglicher Gegner für Superman, der ja, wie bekannt sein sollte, auf das kryptonische Element höchstallergisch reagiert. Der übermenschlich starke Metallo ist also bestens geeignet, um sich Superman manchmal als Hauptbösewicht oder als Helfershelfer eines anderen Bösewichts entgegenzustellen.

Brainiac

Braniac ist eine außerirdische Intelligenz, die ihrem Namen alle Ehre macht. Weiterhin besitzt er einen unzerstörbaren Körper, der sich automatisch regeneriert. Dementsprechend kann er sich Superman mit seinem unerschöpflichen Bösewicht-Fachwissen und körperlichen Superkräften entgegenstellen. Auch Brainiac ist die Kreation einer außerirdischen Rasse, nämlich den Computer Tyrants of Colu, die Logik und Wissen über alles andere stellt. Als eine interessante Variante des Frankenstein-Mythos fürchten sich auch Braniacs Erzeuger schnell vor dessen Macht, mit der sie ihn selbst ausgestattet haben und mit der er fremde Welten erobern soll.

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Mongul 

Einst der Diktator eines fernen Planeten, wurde er von einer rebellischen Bevölkerung besiegt und ins All verbannt, bis er auf einen Planeten namens Warworld traf, den er wieder unterwerfen konnte und wo er die Bevölkerung zu Gladiatorenkämpfen zwang. Ein Schicksal, das auch der Erde geblüht hätte, wenn Superman und eine Reihe anderer Helden sich ihm nicht in den Weg gestellt und Mongul von der Erde vertrieben hätten. Dieser Widersacher besitzt nicht nur eine Stärke, die man mit der Kraft Supermans vergleichen könnte, er ist auch unheimlich clever und hinterhältig, wenn es darum geht, sich seiner Feinde zu entledigen.  

Mr. Mxyzptlk

Einer der ältesten, berühmtesten und skurrilsten Superman-Widersacher besitzt die einzigartige, magische Gabe, den Mann in Strumpfhosen und Cape in den Wahnsinn zu treiben. Superman konnte gegen ihn auch mit seiner gebündelten Stärke und anderen Super-Gimmicks nichts ausrichten. Stattdessen musste er ihn stets mit Geschicklichkeit reinlegen, damit er seinen eigenen Namen rückwärts ausspricht (Kltpzyxm). Es gibt fast unendlich viele Versionen des Bösewichts aus der 5. Dimension, der so ziemlich in jeder Superman-Generation aufgetreten ist.

Superman

Bald geht es weiter mit Björn Sülters Superman-Specials – dann mit dem Serienuniversum, dem Setting und vielen anderen Themen.

Nicht vergessen: Die neue Serie Krypton startet am 18. Oktober auf SYFY in die erste Staffel und zeigt die Vorgeschichte auf dem Heimatplaneten des Helden weit vor dessen Geburt.

SYFY zeigt die Serie in Deutschland ab dem 18. Oktober um 20.15 Uhr, zum Auftakt mit einer Doppelfolge, danach immer donnerstags um 21.00 Uhr mit einer neuen Episode. Die Wiederholung der Vorwochenfolge ist jeweils um 20.15 Uhr zu sehen.

Über den Autor:

Björn Sülter ist Jahrgang 1977 und hat in den 1980er-Jahren mit Star Trek und Star Wars seinen Einstieg ins phantastische Genre gefunden. Am meisten liebt er Serien wie Star Trek: Deep Space Nine, LOST, The X-Files oder Babylon 5 und ist der Phantastik immer treu geblieben. Seine aktuellen Favoriten sind Game of Thrones, Westworld oder The Orville.

Seit mehr als zwanzig Jahren schreibt der Journalist, Autor & Podcaster über Medien. Bei SYFY ist er Experte für alles, was mit phantastischem Sehen zu tun hat. Man kennt ihn auch für seine Rezensionen und Kolumnen bei Serienjunkies, Quotenanalysen bei Quotenmeter, die Reihe "Die Experten", seine pointierten Kommentare zum Dschungelcamp, die unterhaltsame Medienkolumne Sülters Sendepause. und seine Artikel im Printbereich für die GEEK! oder FedCon Insider. Sein launiger Star-Trek-Podcast Planet Trek fm erfreut sich großer Beliebtheit und er ist eines der Gesichter des Experten-Portals Ich mag Star Trek. Außerdem ist er als Moderator auf Veranstaltungen wie der Destination Star Trek Germany oder anderen Cons aktiv sowie ein gern gehörter Gast in Hörbüchern, Podcasts und Radiosendungen. Sein Sachbuch Es lebe Star Trek - Ein Phänomen, zwei Leben erschien im August 2018. Im Oktober folgt der Auftakt seiner Jugendbuchreihe mit Ein Fall für die Patchwork-Kids: Leiche auf dem Freizeitdeck. Im Dezember startet seine neue Science-Fiction-Reihe mit Beyond Berlin: Ein kleiner Schritt für ein Mädchen.

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Norddeutschlands. Sein Motto: If you can dream it, you can do it!


Tags: Superman   Smallville   Krypton