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Krypton-Special IV: Die klassischen Serien

Der Mann aus Stahl hat auch im TV immer wieder auf sich aufmerksam gemacht. In unserer Reihe von Superman-Specials beschäftigen wir uns heute mit den klassischen Serien, die seit 1952 verschiedene Aspekte beleuchtet haben. Vorhang auf für George Reeves, John Haymes Newton, Gerard Christopher, Dean Cain und Tom Welling!

Lois & Clark

Präsentiert von: Björn Sülter


Vom Trash-Film zum TV-Hit

Bereits im Jahr 1952 startete der Mann aus Stahl in seine erfolgreiche Fernsehgeschichte. George Reeves, der 1951 im trashigen Film Superman and the Mole Men aktiv gewesen war, durfte sich den Anzug des Helden für Adventures of Superman erneut überwerfen und bis 1958 weitere Abenteuer bestehen.

Dass es dazu kam, hatte jedoch kaum jemand von der Crew im Traum gehofft! Erst mit dem Einstieg einer bekannten Frühstücksflockenfirma (die auch schon das beliebte Radio-Serial von 1941 bis 1950 gesponsert hatte) konnte man schließlich auf Sendung gehen. Der vorhandene Film wurde für diesen Zweck zu einer zweiteiligen Episode neu geschnitten und im Rahmen der ersten Staffel gesendet.

Superman

104 Episoden in sechs Staffeln erreichte das 20 bis 25 Minuten kurze Format. Dass es nicht weiterging, lag letztlich nur am tragischen Tod von Hauptdarsteller George Reeves.

Unruhe hinter den Kulissen

Es dauerte eine ganze Weile, bis Superman in einer Realserie ins Fernsehen zurückkehrte. 1988 durften die Produzenten der ersten drei Superman-Filme und des Supergirl-Films von 1984 eine Serie über die Jugendjahre des Helden erdenken: Superboy. Dort begann alles mit dem College-Leben des Helden, gespielt von John Haymes Newton, amouröse Verwicklungen rund um seine Jugendliebe Lana Lang sowie Clarks Freundschaft zu Kumpel T. J. White. Lex Luthor kam hier ebenso vor wie Martha und Jonathan Kent. Vieles sollte dem geneigten Superman-Fan an diesem Setting bekannt vorkommen: Deutlich ausgegorener wurde der Ansatz dann etwas mehr als zehn Jahre später noch einmal ausgeführt.

Superboy

Die Produzenten waren nach dem ersten Jahr weder mit Newton in der Rolle des Helden zufrieden, noch mit der Serie an sich. Sie warfen nicht nur ihren Hauptdarsteller, sondern auch direkt noch die Figur des T. J. White aus dem Format, besetzten Lex Luthor neu und brachten viele aus den Comics bekannte Gegenspieler (Metallo, Bizarro) ins Spiel. Auch zur dritten Staffel hörten die Änderungen nicht auf. Die Serie hieß nun The Adventures of Superboy und wurde deutlich düsterer. Clark und Lana arbeiteten in Florida an paranormalen Fällen (und wurden zu einer Art Mulder und Scully). Fast geriet die Serie im dritten und vierten Jahr somit zu einem Film Noir. Trotz der Beliebtheit beendete man die Serie im Jahr 1992. Ein neues Projekt stand schließlich bereits bereit und der von den Autoren geplante Cliffhanger wurde kurzerhand umgeschrieben, um ein halbwegs rundes Ende zu ermöglichen.

Verliebt, verheiratet, abgesetzt!

Die neue Serie brachte eine andere Idee ins Spiel: Anstatt die ersten Schritte des Helden als junger Mann und unerfahren mit dem weiblichem Geschlecht zu zeigen, machte man Clark Kent nun zu einem erwachsenen Mann von fast dreißig Jahren, der von Smallville aus zu seiner neuen Position beim Daily Planet in Metropolis aufbrach. Dort bildete er fortan ein Team mit der Star-Reporterin Lois Lane und verliebt sich in sie.

In 87 Episoden und vier Staffeln konnte man dem unterhaltsamen Treiben der beiden Protagonisten zusehen. Kriegen sie sich, oder kriegen sie sich nicht? Das war neben den Missionen des Superman die wichtigste Frage der Show.

Lois & Clark

Nachdem Clark am Ende der zweiten Staffel seiner Lois einen Heiratsantrag gemacht hatte, stand das dritte Jahr eigentlich im Zeichen der Hochzeit. Doch gab es einige überraschende Verwicklungen rund um einen Lois-Klon, die das Publikum teilweise verärgerten. Die echte Hochzeit wurde im vierten Jahr nachgeholt, was dann jedoch mit dem rasanten Niedergang der Serie einherging. Obwohl ein fünftes Jahr bereits beschlossen war, setzte ABC ihre einstige Hit-Show kurzerhand ab und löste den Cliffhanger, in dem Clark und Lois ein Baby fanden, nie auf.

Der Erfolg der Serie – und auch die bis heute anhaltende Beliebtheit – war eindeutig auf den Charme und die Chemie zwischen Dean Cain und Teri Hatcher zurückzuführen. Das Geplänkel gab den Autoren aber offenbar nicht genug her, so dass früh eine andere Vorgehensweise verfolgt wurde. Die Serie überlebte diese Veränderung letztlich nicht.

In einer kleinen Stadt

Es war das Jahr 1999, als Produzent und Autor Tim McCanlies der Produktionsfirma Tollin/Robbins den Pitch für eine Batman-Serie unterbreitete, die Bruce Waynes Weg zu dem Mann nachzeichnen sollte, den wir Fans aus den Comics kannten. Die Fernseh-Abteilung von Warner mochte die Idee und wollte die Serie umsetzen. Doch kollidierten diese Wünsche mit denen der Kino-Abteilung, wo man nach dem Flop mit Batman & Robin unbedingt in die Erfolgsspur zurückkehren wollte. So landete der Pitch letztlich nie in Produktion, wurde aber – viel später – zum Vorbild für Gotham und – viel direkter – für die Serie Smallville.  

Alfred Gough und Miles Millar wollten also – erneut – die Jugendjahre des Helden beleuchten, hatten sich dafür aber eine klare Agenda verordnet: Kein Superheldenanzug, kein Fliegen! Sie wollten den Weg von Clark Kent ohne die berühmtem Zutaten nachzeichnen und den jungen Mann als das zeigen, was er zu diesem Zeitpunkt war: Ein Suchender in einer fremden Umgebung, zerrissen zwischen den Welten und emotional instabil.

In Tom Welling fanden sie einen sympathischen Darsteller, in Michael Rosenbaum einen grandiosen Lex Luthor und erhielten sogar noch den Segen von Christopher Reeve, der vor seinem Tod in zwei Gastauftritten als Mentor für Clark zu sehen war. Doch auch für weitere Rollen leistete man Maßarbeit: John Glover begeisterte als Lionel Luthor, Annette O’Toole und John Schneider brachten als Martha und Jonathan Kent viel Herzwärme in die Serie, Erica Durance gab die vielleicht beste Lois Lane und auch Kristin Kreuk als Lana Lang, Justin Hartley als Oliver Queen, Allison Mack als Chloe Sullivan oder Aaron Ashmore als Jimmy Olsen machten den Zuschauern viel Spaß.

Smallville

Zum Gesamtpaket des Erfolgs gehörte aber auch die poppige Musikuntermalung, die meist guten Effekte und vor allem der Humor. Es machte einfach Freude, in die Kleinstadtwelt des Clark Kent einzutauchen und ihn bei dem Versuch zu beobachten, seine Kräfte zu erkunden und dennoch auf dem Teppich zu bleiben – im wahrsten Sinne des Wortes.

Dass die Serie derart langlebig werden würde, hatte indes wohl kaum jemand erwartet. Zehn Staffeln und 217 Episoden dauerte die Seriengeschichte und endete schließlich im Jahr 2011 mit exakt dem, was im Pitch der Herren Gough und Millar zunächst ausgeschlossen worden war: Clark riss sich auf dem Dach des Daily Planet das Hemd auf, zeigte seinen berühmten Anzug und wäre wohl jeden Moment abgehoben, hätte man nicht den Abspann eingespielt. Die Serie blieb sich somit in den letzten Momenten (fast) treu und lieferte trotzdem einen wunderbaren Abschluss und Übergang in das, was wir von Superman aus den Kinofilmen kennen. Dezenter Fanservice meets Konsequenz.

In Zukunft geht es im TV noch weiter zurück: In der neuen Serie Krypton werden wir schon bald erfahren, was weit vor der Geburt des Helden auf dessen Heimatwelt geschah.

Die Männer aus Stahl

Über den ersten Realserienhelden hatten wir bereits an anderer Stelle gesprochen: George Reeves ging als eine der tragischsten Figuren in die Superman-Geschichte ein. Dem Vernehmen nach war er nie wirklich glücklich mit seinen Rollen gewesen und hatte stets nach Höherem gestrebt. Unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen starb er im Jahr 1959 im Alter von nur 45 Jahren in seinem Zuhause in Los Angeles. Den Ergebnissen langjähriger Untersuchungen zufolge schoss er sich selbst in den Kopf.

John Haymes Newton war der erste Superboy und ist heute 52 Jahre alt. Nachdem er bereits nach einer Staffel ausgetauscht wurde, trat er nur noch wenig in Erscheinung. Dennoch reichte es zu wiederkehrenden Rollen in Melrose Place, The Untouchables und Desperate Housewives. In CSI: Miami oder The Mentalist absolvierte er Gastauftritte.

Sein Nachfolger bei Superboy, Gerard Christopher, war neben seinen drei Staffeln als Clark Kent in verschiedenen Soap-Operas aktiv, konnte aber ebenfalls keinen großen Wurf mehr zuwege bringen. Funfact am Rande, der für Christopher nicht besonders lustig war: Der Castingdirektor von Lois & Clark wählte ihn für die Rolle des Clark Kent erneut aus – als man sich bei der Produktion jedoch seiner Vergangenheit in Superboy bewusst wurde, entschied man sich für Dean Cain.

Dieser Dean Cain aus Lois & Clark ist heute 52 Jahre alt und hat den großen Durchbruch nie geschafft. Dennoch ist er ein gut gebuchter Schauspieler mit unzähligen Gastauftritten. Aktuell zum Beispiel in einer wiederkehrenden Rolle in Supergirl als Jeremiah Danvers. Bei den Kinorollen sieht es identisch aus: Viel Masse, wenig Bekanntes für den sympathischen Mimen.

Tom Welling, der zehn Jahre lang in Smallville den Clark Kent gegeben hatte, ist heute 41 Jahre alt und hat seit dem Ende der Serie vor sieben Jahren ebenfalls nicht viele große Rollen verbuchen können. Drei kleine Filmrollen und ein Serienauftritt standen zu Buche, bis er 2017 in einer wiederkehrenden Rolle in Lucifer an Bord ging. Vielleicht der Auftakt zu neuen Erfolgserlebnissen? Zunächst erwartet Welling aber erstmal gemeinsam mit seiner Verlobten Jessica Rose Lee sein erstes Kind.

Bald geht es weiter mit unseren Superman-Specials – dann mit dem erweiterten Serienuniversum, verschiedenen Battles rund um den Mann aus Stahl und vielem mehr.

Übrigens: Die neue Serie Krypton startet am 18. Oktober auf SYFY in die erste Staffel.

SYFY zeigt die Serie in Deutschland ab dem 18. Oktober um 20.15 Uhr, zum Auftakt mit einer Doppelfolge, danach immer donnerstags um 21.00 Uhr mit einer neuen Episode. Die Wiederholung der Vorwochenfolge ist jeweils um 20.15 Uhr zu sehen.

Über den Autor:

Björn Sülter ist Jahrgang 1977 und hat in den 1980er-Jahren mit Star Trek und Star Wars seinen Einstieg ins phantastische Genre gefunden. Am meisten liebt er Serien wie Star Trek: Deep Space Nine, LOST, The X-Files oder Babylon 5 und ist der Phantastik immer treu geblieben. Seine aktuellen Favoriten sind Game of Thrones, Westworld oder The Orville.

Seit mehr als zwanzig Jahren schreibt der Journalist, Autor & Podcaster über Medien. Bei SYFY ist er Experte für alles, was mit phantastischem Sehen zu tun hat. Man kennt ihn auch für seine Rezensionen und Kolumnen bei Serienjunkies, Quotenanalysen bei Quotenmeter, die Reihe "Die Experten", seine pointierten Kommentare zum Dschungelcamp, die unterhaltsame Medienkolumne Sülters Sendepause. und seine Artikel im Printbereich für die GEEK! oder FedCon Insider. Sein launiger Star-Trek-Podcast Planet Trek fm erfreut sich großer Beliebtheit und er ist eines der Gesichter des Experten-Portals Ich mag Star Trek. Außerdem ist er als Moderator auf Veranstaltungen wie der Destination Star Trek Germany oder anderen Cons aktiv sowie ein gern gehörter Gast in Hörbüchern, Podcasts und Radiosendungen. Sein Sachbuch Es lebe Star Trek - Ein Phänomen, zwei Leben erschien im August 2018. Im Oktober folgt der Auftakt seiner Jugendbuchreihe mit Ein Fall für die Patchwork-Kids: Leiche auf dem Freizeitdeck. Im Dezember startet seine neue Science-Fiction-Reihe mit Beyond Berlin: Ein kleiner Schritt für ein Mädchen.

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Norddeutschlands. Sein Motto: If you can dream it, you can do it!


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