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Kryptons Komponistin Pinar Toprak spricht über die Musik in der Serie

Mit dem Score zu SYFYs Krypton ist Pinar Toprak die einzige weibliche Komponisten in diesem Jahrhundert, die den Soundtrack zu einer Live-Action Superhelden-TV-Serie komponiert hat. Und darauf ist sie - zurecht - sehr stolz. Insbesondere auch, weil die Liste ihrer Vorgängerin sehr kurz ist: die letzte Frau, die Musik für eine Superhelden-TV-Serie komponiert hat, war Shirley Walker, die für den Score zu The Flash aus dem Jahr 1990 verantwortlich war. 

Seg-El und Val-El in der Festung der Einsamkeit

Die Krypton Premiere läuft am 18. Oktober um 20.15 Uhr in einer Doppelfolge zum Auftakt. Anschließend zeigen wir wöchentlich die Wiederholung der Vorwochenfolge um 20.15 Uhr, gefolgt von der neuen Folge um 21.00 Uhr.

Krypton zeigt die Geschichte von Supermans Großvater Seg-El, der als junger Mann versucht, die Ehre von Haus El wiederherzustellen. Um die Angelegenheit noch ein bisschen komplizierter zu gestalten, taucht ein Zeitreisender, Adam Strange, auf, der ihn vor dem anstehenden Chaos warnt und ihn mit einer schwierigen Entscheidung zurücklässt. Rettet er seinen geliebten Heimatplaneten Krypton oder bewahrt er die Erde vor der Zerstörung und beschützt so das Erbe seines Enkelsohns?

Pinar arbeitet bereits seit fast 20 Jahren als Komponistin. Zu ihren Credits gehört auch das Schreiben von Musik für Justice League und das Videospiel Fortnite. Also ja, wie du dir sicher vorstellen kannst, ist sie ein stolzer Nerd. Wr haben mit Pinar über ihre Nerdiness gesprochen, die Inspiration von anderen Superman Scores und wie sie es geschafft hat, einem fremden Planeten einen Sound zu verleihen.

Das Superman-Zeichen

Wie bist du an den Job für Krypton gekommen?

Das war genau, nachdem Justice League rausgekommen ist. Ich durfte bei der Musik zu dem Film mitarbeiten. An einem Freitagabend hat mich mein Agent angerufen und gefragt, ob ich Lust auf ein Abenteuer am Wochenende hätte. Ich hab zugestimmt und er hat mir von einer Show namens Krypton erzählt. Ich sagte nur "Moment, Superman Krypton?". An dem Wochenende haben sie mir den Piloten zu der Serie zugeschickt. Am Samstag habe ich mich mit dem Showrunner Cameron Welsh unterhalten und Samstag und Sonntag für die Szenen Musik geschrieben. Es abgeschickt. Und ich glaube am Montag oder Dienstag war ich engagiert. Es ging alles sehr schnell.

Hast du damit angefangen, den Theme Song zu schreiben?

Das Theme kam erst später. Wir waren uns bei der Herangehensweise nicht sicher. Ich hab tatsächlich mit drei unterschiedlichen Szenen angefangen: Die erste war die Szene in dem Korridor, kurz bevor Lyta reinkommt; dann die Szene mit Adam Strange, als er zum ersten Mal mit Seg-El spricht und die letzte Szene war das Gespräch von Seg-El mit seinen Eltern in ihrem Haus.

Du bist von der Justice League direkt zu Krypton übergegangen. Würdest du dich selbst als Nerd bezeichnen oder war das alles neues Terrain für dich? 

Es war sehr willkommenes Terrain! Ich bin auf jeden Fall ein sehr stolzer Nerd! Ich war schon immer ein großer Fan des Sci-Fi-Genres und habe seitdem ich denken kann schon Comicbücher gelesen. Superman hat eine große Rolle in meiner Kindheit gespielt, daher war all das sehr surreal - das ist es bis heute noch. Auch nur im entferntesten ein Teil dieses Universum zu sein, ist einfach nur großartig.

Hast du dir vorige Superman Scores angehört, um dich inspirieren zu lassen, oder wolltest du dich davon nicht beeinflussen lassen? 

Ich kenne alle Superman-Scores auswendig! Ich musste mir ehrlich gesagt nichts noch einmal anhören. Es ist in meinen Kopf eingebrannt. Es ist wahrscheinlich auch ein falscher Ansatz, sich zu Beginn der Arbeit etwas bereits Gemachtes anzuhören, denn davon wird man unausweichlich beeinflusst und das war nicht mein Ziel. Es gibt ein paar kleine Hommages an die Scores von John Williams und dem zu Man of Steel. Aber die Idee war immer, unser eigenes Ding zu machen und unsere eigene Welt zu schaffen.

Der alte Superman

Wie macht man das? Wie entscheidet man, wie sich Musik auf einem anderen Planeten anhört? Gerade, weil du auch die ganze Ambient-Musik geschrieben hast, die die Charaktere sich anhören.

Es hat richtig Spaß gemacht, diese Musik zu schreiben. In vielen TV-Shows würde ich gar nicht darüber nachdenken, denn die Macher der Show fügen dort im Nachhinein einfach ein Lied ein, für das sie die Lizenz gekauft haben. Aber was sollten sie für einen anderen Planeten einkaufen? Sie konnten ja nicht einfach irgendwas dort einfügen, deswegen mussten wir uns selbst überlegen, was sie so hören würden. 

Die Musik ist sehr elektronisch, aber sie hat ihren ganz eigenen Vibe. Um ehrlich zu sein ist es manchmal auch gut, nicht so viel Zeit zu haben. Ich hab mit ein paar Sounds angefangen und mich darin vertieft und gedacht "Okay, das funktioniert!" Alle mochten es, also habe ich davon einfach noch ein bisschen mehr gemacht. Und dann haben wir es noch ein bisschen verfeinert. Es war eine gute Synergie, finde ich. Es hat gut geklappt. Wir haben nicht zu viel darüber nachgedacht, es war ganz natürlich. 

Wie viel Zeit hattest du für die Musik zu jeder Episode?

Das kommt darauf an. Sieben bis zehn Tage pro Episode sind der Durchschnitt.

Hast du verschiedene Sounds für die unterschiedlichen Charaktere? 

Ja, wir haben mehrere Themes. Es gibt das Krypton-Theme, das dem heldenhaften Seg-Theme sehr ähnlich ist. Dann gibt es die Themes für Lyta und Seg, ein Theme für Rao und Brainiac... viele Themes.

Für welche Szenen schreibst du am liebsten die Musik?

Bei dieser Show habe ich vor allem die dunklen Szenen sehr gemocht. Es gab nicht wirklich eine Vorgabe, wie düster ich werden darf und das war sehr zufriedenstellend. Ich konnte sehr verstörende Sachen machen. Es ist fast schon ein bisschen beunruhigend, wie sehr mir sowas Spaß macht. 


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