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Monster, Gefühle, Roboter & Spielsachen: Die 15 besten Pixar-Filme

Die Monster AG feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag – ein guter Anlass, um die 15 besten Pixar-Filme in einem Ranking zu bewerten.

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Die Monster AG wurde am Dienstag, dem 2. November in den USA genau zwanzig Jahre alt, hier bei uns ist es am 31. Januar 2022 so weit. So erschreckend die Tatsache ist, dass der beliebte Film bereits vor zwei Jahrzehnten herauskam (Mike und Sully sind nicht annähernd so furchteinflößend wie der unaufhaltsame Lauf der Zeit), so heftig ist auch der Umstand, dass Die Monster-AG erst der vierte Pixar-Film überhaupt war. Jetzt, mit Veröffentlichung von Luca im vergangenen Sommer sind es 24.

Anlässlich des großen Jubiläums von Die Monster AG haben wir die (vollkommen subjektiv betrachteten) 15 besten Pixar-Filme in Spielfilmlänge zusammengestellt. Dabei ist dies keine dieser Listen, auf denen die Einträge am Ende als »schlecht« gelten: Bis auf sehr wenige Ausnahmen ist jeder Pixar-Film mindestens sehr gut. Bei so vielen Meisterwerken in gegenseitiger Konkurrenz ist ein Platz in der unteren Hälfte mithin gar nicht so übel. Außerdem darf es selbstverständlich jeder anders sehen als wir.

15: Findet Nemo

Im Lauf der Jahre wurden die Pixar-Filme immer größer. Findet Nemo erstreckt sich über einen ganzen Ozean bei der Suche eines Vaters nach seinem titelgebenden Sohn. Aber selbst, als Pixar den Umfang seiner Filme vergrößerte - und die Grenzen seiner Technik auslotete, da Wasser schon immer dafür berüchtigt war, schwer animierbar zu sein, vor allem noch im Jahr 2003 – stellte das Studio sicher, dass es nie den emotionalen Kern aus den Augen verlor.

In Findet Nemo geht es zwar sprichwörtlich um die Reise des jungen Marlin, seinen verlorenen Sohn wiederzufinden, aber das Herz des Films schlägt ebenso sehr, wenn nicht sogar noch mehr für ihre emotionale Wiedervereinigung wie für ihr körperliches Wiedersehen. Wenn man dann noch Dorie, ein paar australische Haifische und eine quirlige Schildkröte hinzufügt, erhält man einen Filmklassiker.

14: Luca

Luca fängt in charmanter Weise ein bestens bekanntes Gefühl ein – eigentlich gleich zwei davon. Das erste ist die aufregende und manchmal herausfordernde Phase in der frühen Jugend, wenn die meisten Kinder erstmals erkennen, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen können. Luca wagt sich gegen den Willen seiner Eltern an Land, findet neue Freunde und erfährt schließlich Akzeptanz und eine Vorstellung davon, was für ein Mensch (äääh, Meeresbewohner) er sein möchte.

Das andere bestens bekannte Gefühl, das Luca einfängt ist, wie schön es wäre, die italienische Küste zu besuchen, im kristallklaren Wasser zu schwimmen, Pasta in rauen Mengen zu genießen und auf einer Vespa herumzukurven. Luca ist in seiner breiten Zugänglichkeit ein charmanter Film, auch wenn man sich fragen muss, ob es ihn nicht noch ein wenig besser gemacht hätte, wäre er noch etwas spezifischer gewesen.

Die Macher bestritten, dass es in dem Film irgendeinen Anflug einer homosexuellen Romanze gäbe, und obwohl der Film dennoch funktioniert (trotzdem gibt es einen unbestreitbaren queeren Kontext, unabhängig davon, was die Macher und auch Disney sagen) begnügt sich Luca letztlich damit, wohlig zu sein anstatt mutig. Aber oh, WIE wohlig er ist!

13: Die Unglaublichen 2

Anders als der erste Teil 14 Jahre zuvor feierte Die Unglaublichen 2 seine Premiere in einer Zeit, in der Superheldenfilme mehr die Regel als die Ausnahme waren. Als solcher musste er sowohl die würdige Fortsetzung eines unglaublichen (Wortspiel beabsichtigt!) Originals sein als auch sich inmitten all dieser Marvel- und DC-Filme behaupten die sowohl die Kinokassen als auch Gespräche über Kulturelles dominierten. Und das ist Die Unglaublichen 2 in weiten Teilen gelungen.

Zwar taucht er nicht ganz so tief in die alltäglichen menschlichen Aspekte seiner Hauptfiguren ein, was den ersten Teil zu einer so unglaublichen Familiengeschichte gemacht hat, aber trotzdem trifft der häusliche Rollentausch von Mr. Incredible und Elastigirl ins Schwarze. Die Unglaublichen 2 wendet sich ein wenig zu früh von möglichen Eheproblemen ab, um auch auf dieser Ebene wirklich großartig zu sein, aber in Sachen Superhelden-Action schlägt Die Unglaublichen 2 so ziemlich jeden Konkurrenzfilm aus dem Feld. Enden die meisten unserer Marvel- und DC-Filme in fast vollständig CGI-erzeugten Extravaganzen (abgesehen von einem mit Bällen bedeckten Stuntdouble vor einem grünen Bildschirm), ohne dabei die Flüssigkeit der Animation einsetzen zu können, nutzt Die Unglaublichen 2 das Medium vielleicht in der dynamischsten Weise aller Pixar-Filme. Vor allem Elastigirls Motorrad-Rettung sprengt die Grenzen von allem, das man sich unter einer Verfolgungsszene vorstellen kann.

12: Toy Story 3

Bitte nicht losschreien, aber Toy Story 3 wird überbewertet. Er ist nach wie vor ein großartiger Film und ein Beweis in der Filmographie von Pixar dafür, dass ein Beinahe-Meisterwerk aus den Top Ten herausfallen kann, aber Toy Story 3 versucht ein wenig zu stark, das seinem Kern innewohnende Thema als Geheimwaffe einzusetzen. Andy ist erwachsen geworden und für ihn ist die Zeit gekommen, weiterzuziehen und die Spielzeuge, die das Publikum kennen und lieben gelernt hat, hinter sich zu lassen. Das unaufhaltsame Voranschreiten der Zeit und der Umstand, dass Dinge, die sich einst behaglich und sicher anfühlten, plötzlich beängstigend erscheinen können ist ein starkes Thema, mit dem es sich auseinanderzusetzen gilt.

Toy Story 3 zeigt hervorragend, wie Woody, Buzz und der Rest der Bande auf die neuen Gegebenheiten reagieren, die sie nicht ändern können, ganz gleich, wie sehr sie es versuchen. Gleichzeitig drohen Momente wie die unbestritten wirkungsvolle Verbrennungsanlagen-Szene die ruhigeren und intimeren Teile des Films zu übertrumpfen. Anders ausgedrückt: Die Leute erinnern sich an Toy Story 3 wegen der Szene, in der sich die Spielzeuge im Angesicht des Vergessens an den Händen halten, doch überzeugt der Film vor allem in weniger hitzigen Momenten, wenn beispielsweise Andy und Woody auseinandergehen, nachdem beide statt dem Feuertod die Veränderung akzeptiert haben.

11: Soul

Hätte so ziemlich jeder außer Pixar den Film Soul gemacht oder wenn Pixar ihn früher gemacht hätte, würde sich das Ganze vielleicht ein wenig bahnbrechender anfühlen. So aber mutet Soul ein wenig abgewandelt an. Der Film greift Themen auf, die in früheren Pixar-Filmen wie Alles steht Kopf und Toy Story schon behandelt wurden (da half es auch nicht, dass Pixars erste schwarze Hauptfigur aufgrund des Körpertausches einen Großteil des Films keine Kontrolle über diesen hatte – eine etwas überladen wirkende erzählerische Entscheidung).

Doch obwohl die Prämisse von Soul ein wenig gleichförmig scheint, ist es entgegen aller Erwartung noch immer eine großartige Prämisse. Auch hat Soul vielleicht auch einige der besten und interessantesten Bilder aller Pixar-Filme, und die Musik von Trent Reznor und Atticus Ross ist ebenso ein erstaunliches Klangerlebnis wie die Jazz-Beiträge von Jon Batiste. Ironischerweise besitzt Soul nicht so viel Seele wie einige der besten Pixar-Filme, doch ist die Ästhetik so unglaublich, dass allein sie schon eine hohe Bewertung verdient.

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10: Onward: Keine halben Sachen

Früher war Pixar eine Art Gegenstück zu DreamWorks. Pixar machte fantasievolle Filme mit unerwartet viel Herz, während DreamWorks…äh…Shrek machte. Der Vergleich hinkt jedoch, da das Pixar-Repertoire mehr und mehr Fortsetzungen umfasst und DreamWorks Animation einige würdige Konkurrenten wie Drachenzähmen leicht gemacht oder Kung-Fu Panda produzierte. Die erste Hälfte von Onward fühlt sich jedoch auf eine schlechte Art und Weise wie ein DreamWorks-Film an: Die Prämisse (»Was, wenn Fantasy in der heutigen Zeit real, aber alltäglich wäre?«) ist schwammig und erscheint zu referenzlastig, um funktionieren zu können.

Glücklicherweise jedoch zieht Onward das Publikum in seinem zweiten Teil mit der unerwarteten, herzzerreißenden Enthüllung, dass sich das Publikum – und die beiden von Chris Pratt und Tom Holland gesprochenen Hauptfiguren – die ganze Zeit über auf die falsche Beziehung konzentriert haben, fast schon magisch in seinen Bann. Es handelt sich um eine Geschichte über Bruderliebe, und alle die Anspielungen auf Dungeons & Dragons sind lediglich Garnitur.

9: Die Monster AG

Auch wenn die Prämisse von Die Monster AG nach dem modernen Pixar-Maßstab altmodisch erscheint – industrialisierte Alltags-Monster erschrecken nachts Kinder, um ihre Städte mit Energie zu versorgen -, ist sie doch sehr phantasie- und reizvoll. Wenn das geheime Leben von Spielzeugen oder die Abenteuer von Käfern innovative Interpretationen altbekannter Geschichten waren, dann war Die Monster AG derjenige Pixar-Film mit einem Aufhänger, an den die meisten Zuschauer vermutlich noch nicht gedacht hatten. Das im Original von John Goodman und Billy Crystal gesprochene Monster-Duo waren witzige Kameraden und Die Monster AG bleibt ein ausgezeichnetes Beispiel für einen hervorragenden Weltenaufbau, der eine fesselnde Geschichte unterstützt, anstatt eine schwache zu kompensieren.

8: Toy Story

Toy Story, der Film, mit dem alles begann, ist noch immer zeitgemäß – man sollte nur nicht zu sehr auf die menschlichen Charaktere schauen, denn hier zeigt sich das Alter der damals erst aufkommenden CGIs am deutlichsten. Toy Story ist jedoch mehr als nur eine technische Leistung, In seinem ersten abendfüllenden Werk zeigt Pixar seinen Sinn für Neugier und Einfühlungsvermögen, der das Studio auf seinem Weg in die Zukunft begleiten sollte. In dem Film geht es nicht nur um die Antwort auf die lustige Frage »Was wäre, wenn Spielzeuge lebendig wären?«.

Er geht weit mehr in die Tiefe und stellt menschlichere Fragen an seine Plastikprotagonisten: »Was wäre, wenn Spielzeuge eifersüchtig werden könnten? Was wäre, wenn Spielzeuge manchmal darum kämpfen würden, ihren wahren Sinn zu finden?« Eine große Idee erzählt in scheinbar kleiner unerwarteter Art und Weise unter Verwendung modernster Animationstechnik. Sieht man sich Toy Story heute, Jahrzehnte später an wird klar, dass Pixar mit einem solchen Start für die Unendlichkeit und darüber hinaus bestimmt war.

7: Oben

Die ersten zehn Minuten von Oben sind absolute Spitzenklasse in Sachen Storytelling. Die Geschichte vom Kennenlernen, der Liebe und der tragischen Trennung von Ellie und Carl als »emotional manipulativ« zu bezeichnen, geht am Thema vorbei: Wäre es so leicht, das Publikum in so kurzer Zeit und dazu mit so wenigen Worten dazu zu bringen, sich so sehr für die Figuren zu interessieren, würde das wohl jeder Film tun.

Der Rest von Oben, der eine bessere Hommage an Arthur Conan Doyles Die verlorene Welt ist als alles, was Jurassic Park je hervorgebracht hat, kann mit dieser Eröffnungsszene nicht mithalten. Doch man sollte ihn auch nicht außer Acht lassen. Der Großteil von Oben ist ein unterhaltsames, flüssiges Abenteuer – eines, das trotz seines Titels durch das ergreifende Pathos der ersten Minuten geerdet bleibt.

6: Toy Story 2

Toy Story 2 gilt als die beste Pixar-Fortsetzung (und wohl auch eine der besten Fortsetzungen aller Zeiten) und baut dadurch auf dem Original auf, indem es die Welt von Woody und Buzz erweitert und das Pathos erhöht. Bevor es die Geschichte von Carl und Ellie in Oben gab, kam die herzzerreißende Schilderung von Jessies Verlassenheit. Toy Story 2 tut genau das, was man sich von einer Fortsetzung wünscht: Er bringt die geliebten bekannten Charaktere zurück und führt neue Figuren und neue Abenteuer für sie ein.

Was ihn zu einer so guten Fortsetzung macht ist, dass er über die bloße Wiederholung des ersten Films hinausgeht und neue Themen über das Selbstwertgefühl und den Sinn der Existenz erforscht. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Toy Story 2 als Direct-To-Video-Fortsetzung begann, die Disney ohne Beteiligung von Pixar produzieren wollte, bevor das Studio zurückruderte und den Film in lediglich knapp neun Monaten umsetzte!

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5: Coco

Coco ist sowohl eine unglaublich charakteristische Geschichte (das vom Dia de Muertos, dem Tag der Toten inspirierte Setting und die Latino-Sprecher [im Original] verleihen dem Film ein echtes Gefühl von Gewicht und Identität, das im Gegensatz zu anderen, vielleicht fantasievolleren Prämissen geschätzt wird) als auch eine allgemeingültige Geschichte (die Menschen, die wir lieben, sind nie wirklich fort, wenn wir uns an sie erinnern).

Es ist ein tiefgründiger Film, sowohl in Bezug auf seine Bedeutung als Repräsentation als auch auf seine Aussagen über das Leben, die Liebe und das, was wir zurücklassen. Außerdem hat Coco eine der erstaunlichsten, berührendsten Musiken, die man je in einem Disney-Film gehört hat, und das will schon etwas heißen!

4: Wall-E: Der letzte räumt die Erde auf

Abgesehen von Toy Story, der alle Anerkennung der Welt dafür verdient, dass er bewies, dass man einen ganzen Film mit Computeranimation machen kann (und einen großartigen noch dazu), ist Wall-E vielleicht die reinste Verkörperung dessen, was Pixar vermag. Das Szenario ist in vielerlei Hinsicht sehr mutig. Die Erde ist eine müllbedeckte Einöde, die die Menschheit vor Jahren in der Hoffnung verließ, dass die Automatisierung alles wieder in Ordnung bringen würde. Unser Held in dieser trostlosen Welt ist ein unfassbar niedlicher, im Grunde stummer Roboter, der sich der Sisyphusarbeit widmet, den Planeten zu säubern.

Die zweite Hälfte von Wall-E, nach Eves Ankunft und vor allem, wenn die beiden ins Weltall reisen, wo sie die rundlichen Überlebenden der menschlichen Rasse treffen, ist ein beeindruckendes und subtil herausforderndes Stück Filmkunst. Doch es ist der Anfang - ein fast dialogfreier Kurzfilm in einer ungewöhnlichen Kulisse - der beweist, wie viel Selbstvertrauen Pixar besitzt. Und, was vielleicht noch wichtiger ist, wieviel Vertrauen man in sein Publikum darauf setzt, dass es seiner Geschichte folgen wird, die es an Orte führt, die es sich vielleicht nie hätte vorstellen können.

3: Die Unglaublichen

Die Unglaublichen kam volle vier Jahre vor dem Marvel Cinematic Universe in die Kinos. Das mag wie eine unnötige Feststellung von Tatsachen klingen, aber es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Die Unglaublichen, als er 2004 herauskam, nicht »nur ein weiterer Superheldenfilm« war. Die Unglaublichen - der den Geist von Marvels First Family, den Fantastischen Vier, besser einfängt, als es ein offizieller FF-Film je könnte - war ein Vorreiter späterer Superheldenfilme. Die Unglaublichen nutzten sein Comic-Setting (und die extrem modische Art-Déco-Ästhetik), um eine der ausgereiftesten Pixar-Geschichten zu erzählen - und ganz nebenbei gab es auch noch Prügeleien und einen Superschurken.

Mit Die Unglaublichen griff Pixar auf das zurück, was an Superhelden so besonders ist, und nutzt ihre gefährlichen Missionen und enormen Kräfte, um eine sehr menschliche Geschichte zu erzählen: Die Unglaublichen handelt von einer Superheldenfamilie, wobei die Betonung auf dem zweiten, nicht auf dem ersten Wort liegt. Es ist ein Film über Liebe und Sehnsucht und darüber, dass Heirat und Kinder zu haben bedeutet, Dinge zurückzulassen, die man geliebt hat und andere Dinge findet, die man liebt. Es geht um Untreue und Treue, es geht um das Leben und den Tod. Und, ja...es geht auch darum, warum man bei der Verbrechensbekämpfung besser keinen Umhang tragen sollte.

2: Ratatouille

Viele Pixar-Filme behandeln große, heikle Themen in einer Weise, die man bei einem Kinderfilm nicht unbedingt erwarten würde. »Der Kapitalismus wird den Planeten und die Menschheit ruinieren! Traurig zu sein ist manchmal gut! Man wird sich an Dich erinnern, wenn du stirbst!« Selbst in den bewährten Händen Pixars kann sich das manchmal nach einem bisschen zuviel anfühlen, so als ob das Ansehen eines Pixar-Films eine Art intellektuelle und emotionale Erprobung wäre. Und dann ist da noch Ratatouille, in dem es um eine Ratte geht, die Koch werden will. Der Verfasser hält das für fantastisch.

Auch wenn er vergleichsweise weniger ausgefallen oder episch ist als andere Pixar-Filme, hat Ratatouille doch eine höchst ungewöhnliche Prämisse (Ratten in einer Küche waren vor Pixar nicht eben ein marktfreudiges Konzept). In diesem Film geht es darum, was es bedeutet, einen Traum zu haben, und wie sich ein kleiner Traum für die Person (oder den Nager), die sich danach sehnt, so groß wie die Welt anfühlen kann. Ratatouille ist eine Liebeserklärung an Restaurants und das Essen, gerade zu Zeiten der Pandemie eine besonders starke. So einfach er auch daherkommen mag, Ratatouille ist ein absolut charmanter Film, den man im Vergleich mit Pixars schrillerem Werk nicht übersehen sollte. Wie Anton Ego am Ende des Films lernt, bedeutet die Einfachheit einer Sache nicht, dass sie nicht unglaublich sein kann. Manchmal ist diese Einfachheit sogar die geheime Zutat.

1: Alles steht Kopf

In Alles steht Kopf, dem besten Pixar-Film, gibt es zwei wirklich tränenfeuchte Momente. Der erste kommt, als Rileys imaginärer Freund Bing Bong sich opfert, um Joy zu retten, in der Hoffnung, dass sie sie für ihn zum Mond bringt. Das geschieht oft in Filmen - Figuren sterben, opfern sich für ein höheres Ziel, und das Publikum weint. Bing Bongs Tod ist zwar erschütternd, aber er ist nicht mit dem zweiten Moment zu vergleichen, in dem Riley in einem einfachen Satz sagt, dass sie ihr Zuhause vermisst.

Alles steht Kopf ist ein Film über Emotionen, im wahrsten Sinne des Wortes, und seine ultimative Botschaft lautet, dass es in Ordnung – und sogar sehr wichtig - ist, traurig zu sein. Es ist eine ebenso heimtückische wie große Wahrheit, die man den Kindern im Publikum zumutet, und es sieht ganz danach aus, dass auch erwachsene Zuschauer von Zeit zu Zeit daran erinnert werden müssen, diese Botschaft wieder zu verinnerlichen. Es ist daher nur passend, dass der große, tränenreiche Triumph in Alles steht Kopf nicht tragisch, sondern läuternd ist. Rileys Eingeständnis und die anschließende Enthüllung ihrer Eltern, dass auch sie Minnesota so sehr vermissen, sind notwendig. Alles steht Kopf ist auf erzählerischer Ebene ein großartiger Film, aber was ihn wirklich an die Spitze dieser Liste führt ist die Art und Weise, wie er seine Geschichte zum Beispiel dafür verwandelt, wie wir uns alle gut fühlen können, wenn wir traurig sind - genau das, was Riley und Joy auf ihrem Abenteuer durch den Verstand lernen.

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