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Multiversum, Warp-Antrieb & Golem: Sieben Innovationen, die 2020 den Star-Trek-Kanon für immer veränderten - Teil 1

Star Trek hat mit den letzten Serien seine Vision von der Zukunft verändert. Wir präsentieren euch die sieben größten Innovationen, die allesamt die fremden, neuen Welten und das verändern, was wir über den Kanon der unendlichen Weiten wissen oder zu wissen glaubten.

S Y F Y Timesoldier

Wäre das Star-Trek-Franchise die Marvel Studios, wäre es so, als seien Thor: Tag der Entscheidung, Avengers: Endgame und WandaVision allesamt 2020 herausgekommen. Mit drei verschiedenen Staffeln deutlich neuartiger Trek-Serien hat uns 2020 rund 30 Stunden neuer Abenteuer aus den unendlichen Weiten beschert. Und durch all das ist Star Trek gewachsen und hat sich auch ein wenig verändert. Wir haben in Star Trek: Picard alte Freunde aus The Next Generation wiedergetroffen, erfuhren, wie die weniger bekannten Raumschiffbesatzungen in Star Trek: Lower Decks zurechtkommen und sprangen in eine auf den Kopf gestellte weit entfernte Zukunft in der dritten Staffel von Star Trek: Discovery.

Jede Star-Trek-Serie aus 2020 fand außerdem an einem anderen – und brandneuen – Zeitpunkt in der komplexen Chronologie des Franchises statt. Zum ersten Mal seit der Veröffentlichung von Star Trek: Nemesis 2002 bewegten sich tatsächlich alle dieser Serien nach vorn in die Zukunft. Allein schon dieser Umstand ist zutiefst einschneidend. Die beiden ersten Jahrzehnte von Star Trek im 21. Jahrhundertzusammengefasst die Prequel-Serie Enterprise, die drei Reboot-Filme und die beiden ersten Staffeln von Discovery – wurden davon bestimmt, tapfer in die Vergangenheit zurückzugehen. Doch 2020 änderte sich das alles. Lower Decks spielt im Jahr 2380, der Großteil von Picard spielt 2399 mit größeren Rückblenden bis 2385. Die dritte Staffel von Star Trek: Discovery schließlich springt nach vorn ins Jahr 3188 und es scheint beschlossen zu sein, dass man für immer im 32. Jahrhundert bleiben wird.

All das bedeutet, dass Star Trek mutig seine Vision von der Zukunft verändert hat, in dem man sich tatsächlich in der Zeit nach vorne bewegt. Hier nun die sieben größten Innovationen, die allesamt die fremden neuen Welten und das verändern, was wir über den Kanon der unendlichen Weiten wissen.

Achtung, größere Spoiler zu den ersten Staffeln von Star Trek: Picard und Star Trek: Lower Decks sowie Staffel 3 von Star Trek: Discovery!

Wie funktioniert die Föderation?

In Picard, Lower Decks und der dritten Staffel Discovery zeigte das neue Star Trek von 2020 immer und immer wieder, dass die tatsächliche Funktionalität der Vereinten Föderation der Planeten sehr viel vertrackter ist als wir alle glaubten. Im Jahr 2399 während der Ära von Picard erfuhren wir, dass es riesige Raumgebiete gab, in die die Föderation nicht vordringen konnte, darunter eins, das stattdessen von einer Gruppierung namens Fenris Rangers verwaltet wurde, der sich Seven of Nine als Mitglied anschloss.

In Lower Decks erfuhren wir, dass den berühmten Erstkontakt-Missionen – diejenigen, bei denen ein Planet zum Teil der Föderation wird – gelegentlich wesentlich weniger glamouröse, dafür aber ungeheuer wichtige »Zweitkontakt-Reisen« folgen.

Und in der dritten Staffel von Discovery wurde enthüllt, dass die Föderation zwar Jahrhunderte über alles das hinaus, was wir schon einmal gesehen haben, überlebt hat; doch dies bedeutet nicht, dass bekannte Föderationsplaneten wie die Erde oder Vulkan ein Teil der Regierung bleiben werden, an deren Erschaffung sie einst beteiligt waren. Während aller drei neuen Star-Trek-Serien von 2020 erweist sich die Aufrechterhaltung des Traums von der Föderation als deutlich schwieriger wie bisher bei Star Trek zu erahnen.

Haufenweise neue Mode

Wie viele neue Starfleet-Uniformstile bekamen wir 2020 zu sehen? Man ist versucht, »drei!« zu sagen, da man möglicherweise denkt, dass jede neue Serie uns in diesem Jahr eine neue Uniform präsentiert hat. Nun, allerdings zeigte uns jede neue Star-Trek-Serie tatsächlich mehrere unterschiedliche Starfleet-Uniformen in der gleichen Staffel. Die erste Staffel von Picard stellte uns zwei neue Starfleet-Uniformdesigns vor: Eine zeitgenössische Starfleet-Uniform aus dem Jahr 2399, aber ebenso die zurückliegenden Uniformen, die in den Flashbacks ins Jahr 2385 zu sehen sind; zusammen mit Datas Uniform aus First Contact sowie den TNG-Uniformen, die Jean-Luc und Data in den Traumsequenzen tragen enthält die erste Staffel von Picard vier verschiedene Arten von Starfleet-Uniformen während ihrer Laufzeit.

In Lower Decks präsentiert man ebenfalls einen neuen Starfleet-Uniformstil, eine Art Abwandlung der TNG-Uniform für die Crew der U.S.S. Cerritos. Wenn am Ende die U.S.S. Titan zur Rettung eilt, sehen wir, dass diese Uniformen zeitgleich mit den First-Contact-Uniformen getragen werden (2380).

Dann ist da Discovery. Wir erhielten nicht nur eine neue Kollektion von Starfleet-Uniformen für das Jahr 3188, sondern auch einen neuen Starfleet-Pin, der nachträglich den Uniformen der Discovery-Crew von 2258 hinzugefügt wurde. Darüber hinaus gab uns Adiras Vision der früheren Wirte Tals einen Einblick in mindestens drei andere Starfleet-Uniformvarianten aus den zwischenzeitlichen Jahrhunderten: Beginnend mit den Picard-Uniformen von 2399 auf zumindest zwei andere Versionen aus späteren Zeiten. Außerdem besuchte Discovery erneut das Spiegel-Universum und gestattete allerseits einen neuen Blick auf die Starfleet-Uniformen des Terranischen Imperiums. Und schließlich gegen Ende gewährte Staffel 3 einen Blick auf die Starfleet-Uniformen aus dem grob geschätzt 29. Jahrhundert. Zu guter Letzt bekamen wir schließlich die »Zeitsoldaten-Uniform« aus dem Kelvin-Universum in der Version von 2379 zu sehen, die im Grund genommen so etwas wie eine Retro-Version der frühen TNG-Uniformen des Prime-Universums der 2360er-Jahre war.

Allein schon mit der dritten Staffel von Discovery und wenn wir lediglich Zeitabschnitte mit verschiedenen Uniformdesigns sowie das Spiegel-Universum mitzählen, haben wir es mit mindestens acht verschiedenen Arten von Starfleet-Uniformen zu tun!

Warp wird nie mehr das gleiche sein

Seit den Anfängen des Star-Trek-Franchises definierte der Gebrauch einer bestimmten Art des Space-Warp-Antriebes den kompletten Ablauf, in dem die Leute aus Star Trek mutig vordrangen und agierten, in jeder Weise. Doch im 32. Jahrhundert, wie wir in der dritten Staffel von Discovery erfuhren, zerstörte ein gewaltiges katastrophales Ereignis genannt »der Brand« eine große Anzahl von Schiffen, die Warp-Geschwindigkeit mittels der guten alten Dilithium-Kristalle erreichten. Dies bedeutet, dass alternative Methoden für Reisen durch den Weltraum ein großes Thema in der Zukunft von Star Trek sind.

Die U.S.S. Discovery verwendet den Sporenantrieb, seitdem dieser in der ersten Staffel vorgestellt wurde, doch bisher fühlte sich das wie eine merkwürdige Eigenheit in der Serie an. Doch nun ist der Sporenantrieb zu einem zentralen Punkt für das Überleben der Sternenflotte, der Föderation und vielleicht jedermann geworden. Schließlich ist unklar, ob irgendwer jemals wieder mit Warp-Geschwindigkeit fliegen können wird.

Das Multiversum ist unterwegs!

Zusätzlich zum Sprung in die Zukunft in der dritten Discovery-Staffel tauchte das Franchise außerdem in mindestens zwei höchst beliebte Paralleldimensionen ein. Im Zweiteiler Terra Firma kehrte Georgiou (Michelle Yeoh) in das berühmte Spiegeluniversum zurück, das erstmals in der TOS-Folge Mirror, Mirror (Ein Parallel-Universum) zu sehen war und zuletzt in der ersten Staffel von Discovery besucht wurde. Bei ihrer diesmaligen Rückkehr erhält Georgiou die Gelegenheit, Dinge ein wenig anders anzugehen was nahelegt, dass es selbst im Spiegeluniversum verschiedene voneinander abweichende verzweigte Wirklichkeitsebenen gibt.

Da wir gerade beim Thema »Verzweigte Wirklichkeitsebenen« sind: Zum ersten Mal insgesamt wurde enthüllt, dass man sich im Prime-Universum vollkommen über die Kelvin-Zeitlinie (erschaffen in Star Trek von 2009) im Klaren ist. In Terra Firma, Teil 1 erzählt Kovich (David Cronenberg) Culber von einem Flüchtling aus einem Paralleluniversum, welches durch das Eindringen eines romulanischen Bergbauschiffs entstanden sei. Das an sich mag harmlos klingen, doch dieses romulanische Bergbauschiff war die Narada, kommmandiert von Nero (Eric Bana). Dieses Schiff zerstörte die U.S.S. Kelvin und erschuf damit das Szenario der Reboot-Filmreihe. Natürlich wussten wir, dass die Charaktere aus den Reboot-Filmen über das Prime-Universum Bescheid wussten, weil sie alle den Prime-Spock getroffen hatten. Aber jetzt wissen wir, dass dies auch umgekehrt der Fall ist.

Zu guter Letzt deutete selbst Lower Decks einiges an Wissen über parallele Dimensionen in Star Trek an. In der Folge Crisis Point neckt Mariner Boimler damit, er sei »eine Art Xon« - eine tiefschürfende Referenz an einen vulkanischen Charakter, der tatsächlich niemals im offiziellen Serienkanon aufgetaucht ist, aber nichtsdestotrotz erschaffen (und sogar besetzt!) wurde, um in der nicht realisierten Serie Star Trek: Phase Two aus den 70ern Spock zu ersetzen. Wenn Mariner Xon kennt, scheint es so, als kenne sie nicht verwirklichte Star-Trek-Serien, die irgendwo in parallelen Dimensionen existieren, richtig?

Lower4

Im zweiten Teil dieser Reihe geht es morgen um Carl, den Hüter der Ewigkeit, die Romulaner und ihre Veränderungen sowie um einen Golem namens Jean-Luc Picard.

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Dieser Artikel wurde von Thorsten Walch von Moin Moin Medien im Auftrag von SYFY.de übersetzt.

Der Originalartikel stammt von SYFY.com und wurde von Ryan Britt geschrieben.