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Nerdige Neujahrswünsche für 2020

Neues Jahr, neues Glück. Viele Projekte werden mit Spannung erwartet, andere von einem unguten Gefühl begleitet. Unser Headwriter Björn Sülter spricht über seine Wünsche an das neue Jahr in Sachen Phantastik in TV und Kino.

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Nun ist es passiert: 2019 weilt nicht mehr unter uns, 2020 hat das Kommando übernommen. Das Vermächtnis des alten Jahres kann sich in Sachen phantastischer Serien und Filme dabei durchaus sehen lassen. Man denke nur an Star Trek: Discovery, The Orville, The Witcher, Lost in Space, The Mandalorian oder die Marvel-Filme und den letzten Akt der Skywalker-Saga.

So ein Jahreswechsel ist dann auch ein guter Anlass, einmal nach vorn (und zurück) zu blicken und einige Wünsche zu formulieren, die das Leben des Nerds auch im neuen Jahr bunter und erfreulicher machen könnten.

Der alte Mann und das All

Los geht es direkt im Januar mit einer Mischung aus Furcht und Hoffnung. Star Trek: Picard ist aktuell das vermutlich sehnlichst erwartete Comeback der Seriengeschichte: Sir Patrick Stewart kehrt als fast 80-Jähriger zu seiner ikonischen Figur aus 178 Episoden von Star Trek: The Next Generation (1987 bis 1994) und vier Kinofilmen zurück und begleitet uns Fans ab dem 24. Januar (in Deutschland via Amazon Prime) durch zunächst zehn Episoden der ersten Staffel. An seiner Seite: Brent Spiner als Data, Jonathan Frakes als Riker, Marina Sirtis als Troi und Jeri Ryan als Seven of Nine.

Keine Frage: Die Trailer machen bereits große Lust auf das, was da auf uns zukommen wird. Auch wenn viele ältere Trekkies (dieser eingeschlossen) ein wenig auch die dumpfe Angst vor einer möglichen Demontage ihres Idols umtreibt, sollte das Motto nicht "Augen zu und durch" sondern vielmehr "Augen auf und genießen" lauten. Die Chancen sind letztlich größer als die Risiken und alleine für das Wiedersehen mit den alten, geliebten Recken in einer bestimmt top-produzierten Serie wird sich das Einschalten mehr als lohnen.

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Viel X ohne Akten

Im März präsentiert SYFY dann die brandneue Serie Spides, bei der sich alles um eine düstere Verschwörung dreht, die in der deutschen Hauptstadt Berlin ihren Anfang nimmt.

Basierend auf den ersten Informationen und Trailern erwartet uns eine abgründige Geschichte über außerirdische Invasoren, Drogentrips und die verzweifelten Versuche, das drohende Unheil aufzuhalten. Das Ganze erinnert dabei bestimmt nicht ganz zufällig an Serien wie Akte X, bei denen man uns ebenfalls eine ähnliche Thematik vorführte.

Und wirklich fehlt aktuell ein richtig guter Vertreter des Genres des Alien-Invasion-Thrillers. Im Gegensatz zu den Abenteuern von Mulder und Scully (deren Wiederbelebung bekanntlich fehlschlug) geht es hier jedoch zwar auch, aber nicht primär um Ermittler, sondern vielmehr auch um die junge Nora, die im Mittelpunkt der Handlung steht.

Neben Rosabell Laurenti Sellers (Game of Thrones), Falk Hentschel (Legends of Tomorrow, Marvels Agent of S.H.I.E.L.D.) und Florence Kasumba (Avengers, Black Panther, Tatort) in den Hauptrollen, sind unter anderem auch Désirée Nosbusch, Damian Hardung oder Francis Fulton-Smith zu sehen. Rainer Matsutani (Das Inferno – Flammen über Berlin, Nur über meine Leiche) fungiert als Showrunner.

Lassen wir uns gemeinsam nach Berlin als einen alptraumhaften Ort entführen und freuen wir uns auf diese spannende Serie made in Germany! Hier gehts es zum aktuellen Teaser.

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Eine neue Phase ist wie ein neues Leben

Man muss es so deutlich sagen: Die Jahre 2008 bis 2019 werden in die Filmgeschichte eingehen. Was die Macher hinter dem Marvel Cinematic Universe in dieser Zeit mit ihren 23 Filmen in drei sogenannten Phasen für ein Feuerwerk abgebrannt haben sucht seinesgleichen. 2019 war dabei geprägt von drei Filmen, von denen insbesondere Avengers: Endgame in die Geschichte eingehen wird, endete hier doch die Hauptgeschichte der Infinity Saga mit einem weltweiten Einspielergebnis von fast 3 Milliarden US-Dollar! Doch auch Captain Marvel und Spider-Man: Far From Home spülten jeweils über eine Milliarde US-Dollar in die Kassen.

Seit einem halben Jahr ist nun Ruhe im Karton. Die Karten werden hinter den Kulissen fleißig neu gemischt, liegt doch ein großer Block an zusammenhängender Story nun in der Vergangenheit. Zudem haben es einige beliebte Helden nicht mit in die Zukunft geschafft. Neue Helden und neue Ideen braucht das Marvel-Land!

Im Mai geht es zunächst mit einem Streifen weiter, der dramaturgisch vielleicht einige Jahre zu spät kommt, aber dennoch heiß ersehnt wird. Black Widow stellt Scarlett Johannson in den Mittelpunkt und beleuchtet die interessante Vergangenheit der Figur. Ob das als Nachklapp noch funktioniert wird spannend zu erleben sein. Vielleicht hilft dem Film die fast einjährige Franchisepause. Im November geht es dann mit The Eternals weiter, der viele neue Figuren etablieren wird. Für den Fortbestand der Reihe eine absolute Notwendigkeit!

Die weiteren Pläne zur Phase IV betreffen dann erst die Jahre ab 2021 und versprechen die Rückkehr von Thor, Spider-Man und Doctor Strange. Abseits der Kinoabenteuer werkeln die Macher dafür aber auch an einem ganzen Haufen von Serien und versuchen somit erneut, das MCU auch auf dem kleinen Schirm zu entwickeln. Während Agents of S.H.I.E.L.D. in die letzte Staffel gehen und Helstrom den Anfang nehmen werden, steht der Rest der neuen Stoffe bei Disney+ vor dem Start. Genaue Daten sind noch rar, mit The Falcon and the Winter Soldier wird aber mindestens noch 2020 gerechnet. Der Rest ist aktuell eher für 2021 geplant; doch lassen wir uns einfach mal überraschen.

Hoffen wir derweil, dass man sich seitens der Macher gut sortiert hat und mit einem Plan an die Öffentlichkeit geht, der den Erfolg der Infinity Saga weiterführen kann. Für uns wäre das ein win-win, waren die bisherigen 23 Filme doch trotz normaler, qualitativer Schwankungen eines immer auf jeden Fall: irre unterhaltsam!

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Mehr Apokalypse mit Pfiff?

Auch im weiterhin wachsenden Franchise rund um die schleichenden Toten geht es 2020 in eine neue Richtung. Nach den herben Zuschauerverlusten beim Hauptformat sowie den immer weiter schwindenden Reichweiten bei Fear the Walking Dead setzen die Macher nun auf eine dritte Serie und das Thema "Jugend metzelt".

In zehn Episoden geht es dann unter dem etwas sperrigen Titel The Walking Dead – The World Beyond vornehmlich um Teenager, die bislang innerhalb von Mauern geschützt aufgewachsen sind und sich nun der Welt außerhalb stellen müssen. Verantwortlich zeichnen Matthew Negrete und Scott M. Gimple.

Ob es angesichts von nur noch knapp 3 Millionen Fans bei The Walking Dead (in der laufenden zehnten Staffel) und rund der Hälfte beim ersten Ableger (in der beendeten fünften Staffel) sinnvoll ist, immer weiter zu expandieren, sei mal fröhlich dahingestellt. Auch die Pläne für Kinofilme rund um Rick Grimes lassen angesichts des doch recht flauen Interesses eher ein finanzielles Desaster befürchten. Doch sollte dieser neue Anlauf im TV zumindest eine faire Chance erhalten. Vielleicht beleben die Macher die zuletzt ausgelutschte Formel ja doch neu? Daumen drücken!

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Eigene Identität?

Zwei Staffeln lang folgen wir Trekkies bereits den turbulenten Abenteuern der Crew um Michael Burnham, Tilly, Saru, Stamets und Dr. Culber in Star Trek: Discovery. Zwei Captains wurden verschlissen (Lorca und Pike), die Klingonen besiegt, das Spiegeluniversum befriedet, der Rote Engel kaltgestellt, das Universum gerettet, ein Arzt getötet und wiederbelebt, ein Schläfer enttarnt und mit einem neuen Job versorgt und schließlich frei nach der Rocky Horror Picture Show der ultimative "Timejump" vollzogen.

Es war fraglos eine Menge los in den ersten 29 Episoden der noch jungen Serie. Wenn man sich einmal überlegt, dass diese Anzahl von Episoden beim klassischen Star Trek eine normale TV-Staffel gewesen wäre, kommt der inhaltliche Overkill nur noch deutlicher zum Tragen. Die Macher wollen viel, zeigen viel, überladen aber auch gerne ihre Show.

Für die dritte Staffel, die entweder im Herbst oder sogar früher via Netflix zu sehen sein wird, geht es nun jedoch in eine ferne Zukunft. Die Serie verlässt somit ihren Prequel-Status und kann sich vielleicht erstmals von den Ketten des Kanon befreien und eine gänzlich andere Vision ausleben. Hoffen wir einfach, dass in Zukunft zu den sympathischen Charakteren und den tollen Schauwerten auch regelmäßig bessere Geschichten kommen, damit wir noch viele Jahre Freude an der Serie haben können.

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Mittelerde, wir kommen!

Kaum haben wir Westeros 2019 mit der achten und letzten Staffel von Game of Thrones hinter uns gelassen, bricht die Fangemeinde phantastischer Welten bereits wieder auf: nach Mittelerde! Sechs Blockbuster mit insgesamt 21 Oscars hat Peter Jackson den Tolkien-Fans bereits beschert, der neue 250-Millionen-Dollar-Rechtedeal über eine TV-Serie, die mehrere Staffeln umfassen soll, schlägt aber nun allem den Boden aus. Zwar ist Jackson nicht involiert, dafür wird aber an Originalschauplätzen in Neuseeland gedreht. Man spricht von einem Budget von einer Milliarde Dollar für die Serie.

Die spannende Frage wird sein: Kann das Produktionsteam der Geschichte, die in der Vergangenheit angesiedelt sein wird, neue Facetten abgewinnen? The Mandalorian hat just bei einem anderen großen Franchise vorgemacht, wie das gelingen kann. Gute Figuren, bodenständige Geschichten und große Aufmachung. Auch für Lord of the Rings könnte das ein schlichtes aber stimmiges Rezept sein.

Ob die Serie letztlich 2020 bereits zu sehen ist, steht noch nicht fest. Insider munkeln, dass man alles dafür tun wird, Ende des Jahres zu starten, andere verweisen vehement auf eine klare 2021-Strategie. Warten wir es einfach ab. Vorfreude ist doch immer noch die schönste Freude. Außerdem können wir so lange auch noch einmal viele Stunden mit den alten Helden verbringen und unser Gedächtnis auffrischen.

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Der Rest vom Fest

Doch gibt es natürlich auch noch andere Themen für 2020, die bisher keine Erwähnung fanden. Das beliebte The Orville wird in eine dritte Staffel gehen (und in den USA zu HULU wechseln), das überraschend starke und mitreißende The Mandalorian startet im Herbst in den USA ins zweite Jahr (und in Deutschland im März gemeinsam mit Disney+ erst einmal in die erste Staffel) und auch von The Expanse sollte man noch weiteres Futter erwarten dürfen. Darüber hinaus schauen Trekkies auf die erste Staffel von Star Trek: Lower Decks, die ebenfalls in den nächsten zwölf Monaten das Licht der Welt erblicken könnte.

Im Kino erwartet uns im November die Neuverfilmung von Frank Herberts Dune aus der Feder von Denis Villeneuve und im Juli ein weiterer Rebootversuch mit Ghostbusters: Afterlife. Kann beides bös schiefgehen, muss aber nicht.

Und natürlich handelt es sich bei allen genannten Serien und Filmen nur um einen kleinen Auszug dessen, was man zu sehen bekommen kann.

Somit sei einfach zu hoffen, dass es auch 2020 so bunt und vielfältig weitergehen möge wie zuletzt. Zwar ist nicht jede Genreserie oder jeder Film gleichermaßen herausragend und findet ein großes Publikum, zu viel kann es aber eigentlich nie sein. Es lebe die phantastische Vielfalt!

Wir von SYFY wünschen allen Zuschauern ein wunderbar unterhaltsames, neues Jahr.

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