News /

Nicht nur für Trekkies: Der kleine Prinz spricht jetzt Klingonisch!

Es ist eine kleine Sensation: Das beliebte Kinderbuch "Der kleine Prinz" erscheint im Oktober erstmals in einer klingonischen Übersetzung! Wir haben alle Informationen, Links und sogar einige O-Töne des Autors für euch!

Der kleine Prinz

Präsentiert von: Björn Sülter


Es ist eine kleine Sensation: Das beliebte Kinderbuch Der kleine Prinz erscheint im Oktober erstmals in einer klingonischen Übersetzung! Mit diesem Projekt schaffte es der Autor Lieven L. Litaer neben vielen Berichten deutscher Medien sogar schon in die New York Times.

Kein Wunder: Die Klingonen sind eine der beliebtesten Spezies im Star-Trek-Universum. Mit ihrer Ehre und dem Hang zu Blutwein schaffte sie es seit 1966 konstant in alle Inkarnationen des Franchise. So sind bis heute Worf (Michael Dorn) oder auch Gowron (Robert O´Reilly) und Martok (J. G. Hertzler) aus Star Trek: The Next Generation und Star Trek: Deep Space Nine oder B`Elanna Torres (Roxann Dawson) aus Star Trek: Voyager sowie L'Rell (Mary Chieffo) aus Star Trek: Discovery in aller Munde.

Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry auf der anderen Seite ist eins der weltweit am häufigsten übersetzten literarischen Werke. Nachdem es 1943 erschienen war, wurde es bis 2018 in über 300 Sprachen übersetzt. So war es doch eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es auch auf Klingonisch vorliegen würde, oder? Zum 75. Geburtstag des Werkes ist es nun endlich soweit!

Der kleine Prinz

Die berühmte Geschichte wurde in jahrelanger Feinstarbeit durch den Klingonisch-Experten Lieven L. Litaer übersetzt, der in vielerlei Arten von Übersetzungsprojekten Erfahrung gesammelt hat. Es wurde bewusst entschieden, den Ort der Handlung nicht in eine klingonische Umgebung zu verlegen. Stattdessen hält sich die Übersetzung sehr nah an das Original und dient als Lektüre für Schüler und Experten des Klingonischen. Doch ist das Buch natürlich auch ein wunderbares (Selbst-)Geschenk für Trekkies und Nerds.

Der Autor Lieven L. Litaer hat uns ein paar brennende Fragen zum Buch beantwortet.

Lieven L. Litaer

Die Bearbeitung dauerte von 2004 bis 2018. Warum so lange?

Natürlich habe ich nicht 14 Jahre lang Tag und Nacht an dem Werk gesessen. Zwischenzeitlich hat es sogar ein paar Jahre geruht. In den Anfängen war eines der größten Probleme bei der Bearbeitung, dass mir viele Vokabeln gefehlt haben. Durch den erneuten Aufstieg von Star Trek ab 2009 und in den Folgejahren ist aber auch Klingonisch wieder bekannter geworden. So ist die Sprache weiter gewachsen und Marc Okrand hat in dieser Zeit viele hunderte neue Wörter zur Verfügung gestellt. Meine Übersetzung von "Der Kleine Prinz" enthält sogar einige komplett neue Wörter, die noch gar nicht veröffentlicht worden sind.

Warum ausgerechnet "Der kleine Prinz"?

Mir hatte die Geschichte immer sehr gut gefallen. Die Wahl, diese ins Klingonische zu übersetzen, kam vor allem dadurch zustande, dass die Geschichte recht einfach geschrieben ist; im Gegensatz zu "Hamlet" oder dem "Gilgamesh"-Epos. Ein anderer Faktor war aber auch, dass ich beweisen wollte, dass man auch etwas ins Klingonische übersetzen kann, das nichts mit Krieg, Kampf, Ehre usw. zu tun hat. Ich wollte zeigen, dass Klingonisch eine vollständige und funktionierende Sprache ist, mit der man so ziemlich alles ausdrücken kann.

Man sagt doch immer, es gebe kein Wort für "bitte". Wie wurde das gelöst?

Das ist richtig. Beim Übersetzen in egal welche Sprache ist es wichtig zu beachten, dass man nicht nur die Wörter übersetzt, sondern die Idee, die Aussage und den Gedanken. In diesem besonderen Fall sagt der kleine Prinz "Bitte, zeichne mir ein Schaf". Im Klingonischen sagt er "HIbelmoH", das ist wörtlich "erfreue mich". Auch an anderen Stellen ist die Übersetzung nicht immer wörtlich, sondern eben kontextbezogen.

Ist diese Geschichte denn wirklich eine Rückführung ins klingonische Original?

Nein, eindeutig nicht. Es war mir bei der ganzen Arbeit wichtig, dass die Geschichte keine klingonische ist. Ich höre immer wieder, dass der kleine Prinz keine typisch klingonische Figur ist, und das stimmt auch. Daher habe ich darauf geachtet, dass die Übersetzung sich stark an das Original hält. Es ist nach wie vor eine Wüste auf der Erde, das Schaf bleibt ein Schaf und ist kein klingonisches Kampfschwein oder so etwas.

An wen richtet sich diese Übersetzung. Es kann doch eh keiner lesen, oder?

Dieses Werk wird so, wie z. B. bei alten Lehrbüchern mit Texten von Cicero, in zwei Sprachen dargestellt: Auf der einen Seite steht der klingonische Text, ihm gegenüber die deutsche Übersetzung. So kann jeder Leser schön vergleichen, was die einzelnen Sätze bedeuten. Die Übersetzung ist also gleichzeitig für alle geeignet, die eine klingonische Lektüre zum üben und lernen brauchen, aber sicher auch gut geeignet als Weihnachtsgeschenk für alle Nerds, Trekkies und sogar Fans von "Der Kleine Prinz".

Bei Youtube gibt es ein Video zum Buch. Was hat es damit auf sich?

Als kleinen Werbetrailer für das Buch habe ich mit meiner Tochter Aurélie eine Szene aus dem Buch nachgedreht. Es ist die zweite Szene im Buch, in welcher der Pilot erstmals auf den kleinen Prinzen trifft.  Aurélie hat die Sätze schnell aufgegriffen, und auch Spaß bei den Dreharbeiten gehabt.

Der kleine Prinz erscheint Anfang Oktober im Verlag in Farbe und Bunt.

Hier findet ihr schon jetzt alle wichtigen Bestelllinks:

Amazon

Hugendubel

Weltbild

Thalia

Trekkies aufgepasst! Lest jetzt die ganze Geschichte nach: Am 25. August erscheint das umfassendste Sachbuch zu Star Trek in deutscher Sprache - präsentiert von SYFY!

Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bereits bei Amazon vorbestellbar.

Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies, Robots & Dragons und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


Tags: Star Trek   Star Trek: Discovery   Der kleine Prinz   Klingonen   Star Trek: Deep Space Nine   Star Trek: The Next Generation   Star Trek: Voyager   Star Trek: Enterprise