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Rocket-League-Stars im Portrait: Otto „Metsanauris“ Kaipiainen. Ein Finne vom Land erobert das Rocket-League-Universum mit den neuen Shootingstars von Method

Otto „Metsanauris“ Kaipianen ist das Rückgrat von Method, einem der besten Rocket-League-Teams der Welt, auch wenn sie 2017 die ewig Zweiten waren. Zeit den sympathischen Finnen zu treffen und über die Vorzüge eines abgeschiedenen Lebens auf dem Land zu reden.

Präsentiert von: Benjamin Kratsch


In unserer Serie Rocket-League-Stars im Porträt geht es nicht nur darum individuelle Spieler zu würdigen, sondern vor allem sie kennenzulernen. Gerade erst haben wir Mark „Markydooda“ Exton getroffen, der nach Edinburg gezogen ist, weil er Schlösser und alte Burgen liebt, aber auch sein Internet zu Hause einfach nicht gut genug war. Otto „Metsanauris“ Kaipiainen sieht das ganz anders: Er liebt das Leben auf dem Land in einem winzigen finnischen Dorf namens Karttula: „Es gibt hier nur eine Post, einen Supermarkt, ein Café und ich mag das. Es ist familiär, man kennt sich. In diesem Beruf reist man viel und auch wenn Großstädte ihren ganz eigenen Charme haben, so bin ich doch immer wieder glücklich hierher zurückzukehren.“ Otto führt ein Gehöft in fünfter Generation, auf das er sehr stolz ist. 

Leben und Trainieren in einem Haus, das 1928 erbaut wurde

„Mein Ur-Ur-Großvater hat dieses Haus 1928 selbst gebaut und es steckt sehr viel Geschichte meiner Familie hier drin.“ Das sieht man: Draußen steht ein alter Drahtesel, der aus Eisen geschmiedet wurde, die Möbel sind aus sehr altem Holz und wirken so wuchtig, wie man damals eben gebaut hat. Auch das ist sicherlich ein Grund, warum der Rocket-League-Star nicht in die Großstadt ziehen will. Und das auch Gott sei Dank nicht muss, denn Finnland ist ein sehr modernes Land. Es gibt hier die meisten Teslas in Europa pro Einwohner gezählt, entsprechend wurde auch in Karttula Glasfaser gelegt. Gute Bedingungen für einen Profi, der jeden Tag mit seinem Team Lag-frei trainieren und kommunizieren muss. 

Otto macht sich nicht viel aus Rum und mag das einfache Leben 

Generell macht sich Otto nicht all zu viel aus Luxus oder Komfort: Method waren dieses Jahr selten die strahlenden Sieger, wurden allerdings gleich drei Mal Zweiter: Bei den RLCS Season 4 Finals, bei den RLCS Season 4 European Championships und bei unserer eigenen NBC Universal Open Rocket League. Für den Zweiten Platz in der RLCS gab’s 30.000 US-Dollar fürs Team, bei den Universal Open 15.000. Rund 25.000 US-Dollar an Preisgeldern hat der Finne bereits persönlich erspielt - beeindruckend für einen 19-Jährigen. Aus Ruhm oder Luxus macht er sich indes nicht viel: „Es gibt Fans, die fragen ganz schüchtern nach einem Foto und dann gebe ich ihnen ein High-Five. Wir sind eine Community und letztlich verbindet uns Rocket League. Ich möchte nicht als etwas Besonderes behandelt werden, sondern trinke gerne mal ein Bier mit Leuten, die unser Team mögen.“ Auch sein Zimmer ist erstaunlich spartanisch eingerichtet: Ein Bett, ein Kleiderschrank, ein Bild von Paris, ein Schreibtisch, zwei Monitore - das war es. Besonders sind eigentlich nur der DXRacer-Gamingsessel und ein LED-Strahler, den er für Twitch und Youtube verwendet. 

„Aktuell habe ich kaum ein anderes Leben neben Rocket League“

„Wir sind dieses Jahr oft Zweiter geworden. Darauf kann man stolz sein, aber ich ärgere mich immer, wenn ich es bei den großen Finalspielen nicht schaffe, meine Nerven zu kontrollieren. Ich wäre gerne einer dieser Spieler, die immer cool bleiben, aber das Spielen vor tausenden Menschen macht mich noch immer sehr nervös. Es hilft nichts: Da musst du spielen, spielen, trainieren, trainieren.“ Diesbezüglich habe sich Rocket League stark verändert, sehr stark professionalisiert: „Wenn ich auf Steam gesehen habe, dass CS:GO-Profis 10.000 Stunden und mehr auf der Uhr haben, dann dachte ich immer „Die Jungs können doch kein Leben haben“. Jetzt bin ich in der gleichen Situation.“ Auch deshalb schätzt er Karttula: „Finnland wird auch das Land der 1000 Seen genannt und Otto verbringt viel Zeit in der Natur. „Es gibt da diese Brücke, auf der ich mich gerne hinstelle, dem Rauschen des Flusses zusehe und vergangene Matches durchspiele und verarbeite.“  

 


Tags: Universal Open Rocket League