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Spides Showrunner Rainer Matsutani über seine Top 5 Alien-Invasion-Filme

Rainer Matsutani ist Showrunner, Creator und Regisseur von Spides und bekennender Science-Fiction-Fan. Das Genre und seine schier unbegrenzten Möglichkeiten haben ihn schon immer fasziniert und ihn so zur in Berlin gedrehten Science-Fiction-Serie Spides inspiriert. Für SYFY stellt er seine Must-See Alien-Invasion-Filme vor.

Marionetten

von Rainer Matsutani

Vor unserer SYFY-Serie Spides gab es natürlich schon zig Filme, Serien und Romane, die von einer Invasion unseres Planeten durch außerirdische Wesen erzählten. Der Weltraum ist unendlich weit und auch die Phantasie der Autoren und Filmemacher war grenzenlos, wenn es darum ging, dass eine fremde Macht die Erde erobern will. Hier sind meine Top Five Alien-Invasion-Filme.

1. Invasion of the Body Snatchers (USA 1956, dt. Titel „Die Dämonischen“)

Als 11-jähriger schlich ich mich aus dem Bett, um spät in der Nacht und heimlich im Fernsehen „Invasion of the Body Snatchers“ zu schauen. Dieser alte Schwarzweiß-Film hat es in sich! Erzählt wird die Geschichte einer heimlichen Unterwanderung einer amerikanischen Kleinstadt: Menschen suchen den Dorfarzt Miles Bennell auf und behaupten, ihr Vater, bzw. Mutter oder Kind seien nicht mehr „dieselben“. Zwar seien sie äußerlich unverändert, doch habe sich ihr Wesen geändert: sie wirkten nun kalt und emotionslos. Der Arzt geht den merkwürdigen Fällen nach und kommt einer außerirdischen Verschwörung auf die Spur: Pflanzenähnliche Sporen wachsen zu menschlichen Hüllen heran und nehmen das Aussehen der Kleinstadtbewohner an. Wenn die Menschen einschlafen, werden sie durch die zum Leben erwachten Hüllen „ausgetauscht“. Wie jeder gute Science-Fiction-Film ist „Invasion of the Body Snatchers“ auch ein Zeugnis seiner Zeit und in diesem Fall gilt er als Allegorie auf die Paranoia vor kommunistischer Unterwanderung während der McCarthy-Ära. Und sicherlich war der Film die stärkste Inspiration für Spides. „Invasion of the Body-Snatchers“ wurde einige Male wiederverfilmt. Herausragend war das Remake von Philip Kaufman 1978 mit Donald Sutherland, Brooke Adams und Jeff Goldblum in den Hauptrollen.

Invasion Of The Body Snatchers

2. PHASE IV (USA/GB 1974)

Auch diesen Film habe ich als Kind gesehen und er hat wohl unterbewusst zur Idee einer überlegenen Insektenrasse in Spides beigetragen. Die Handlung: Ameisenstaaten in der Wüste von Arizona verbünden sich aufgrund von kosmischen Phänomenen zu einem Superstaat und entwickeln strategisches Denken. Die Ameisen verjagen erst alle Farmer in der Gegend und auch die angereisten Wissenschaftler müssen sich ihrer überlegenen Intelligenz geschlagen geben. Regisseur Saul Bass war der König der Titel-Vorspänne in Hollywood. So gestaltete er z.B. die legendäre Titelsequenz zu Alfred Hitchcocks „Psycho“. „Phase IV“ blieb sein einziger Spielfilm. Der Einsatz der visuellen Mittel war beeindruckend: In zahlreichen realen Makro-Aufnahmen von echten Insekten wird der Zuschauer in ein neues, faszinierendes Universum eingeführt, in dem die kleinen Wesen die Herrschaft über die Menschheit vorbereiten.

Phase I V

3. SPECIES (USA 1995)

Ähnlich wie „Contact“ (mit Jodie Forster nach einem Roman des legendären Sternen-Forschers Carl Sagan) und unserer SYFY-Serie Spides geht „Species“ von der realistisch anmutenden Tatsache aus, dass die Entfernungen im Weltall zu groß sind, um physisch mit Raumschiffen auf der Erde zu landen. In dem Film senden die Aliens daher infamerweise Alien-DNA-Information per Botschaft an die Erde. Dort wird sie von einem naiven Institut nachgebaut, ein menschenähnliches Wesen entsteht: die wunderschöne Natasha Henstridge in der Rolle der Sil. Die bricht aus dem Institut aus und hat nur eines im Sinn: um Nachwuchs zu zeugen, sucht sie männliche Partner. Wie eine Schwarze Witwe tötet sie anschließend ihre menschlichen Befruchter. Ein Team von Wissenschaftlern unter Führung von Ben Kingsley und einem Kopfgeldjäger (Michael Madsen) jagt das Alien, um die Invasion per Fortpflanzung zu stoppen. Das fremde, schöne Wesen im mutierten Endstadium wurde von „Alien“- Designer H.R. Giger entworfen und auch wenn schlechte Computer-Effekte das Finale fast vermiesen, so ist „Species“ ein ungemein aufregendes B-Picture.

Species

4. Starship Troopers (USA 1998)

Nach der Romanvorlage des berühmten Science-Fiction Autors Robert A. Heinlein sind wieder Insekten die Gegner. Diesmal sind sie jedoch riesengroß und bewohnen einen fernen Planeten namens Klendathu, von dem aus sie die Erde bedrohen, indem sie Asteroiden-ähnliche Geschosse auf sie schleudern. Eine Gruppe von Freunden tritt in das Militär ein, um zum Gegenschlag gegen die Insekten auszuholen. In aufreibenden Schlachten greifen sie Kendathu an und erringen nach zahlreichen Opfern einen Pyrrhussieg gegen die Spinnentiere. „Total Recall“-Kultregisseur Paul Verhoeven inszenierte ein atemberaubend blutiges aber auch satirisches Schlachtengemälde, das den Hurra-Patriotismus der USA auf die Schippe nimmt. Und wer will, kann eine Parallele in Episode 8 von SPIDES finden: auch dort taucht ein großes Insekt auf, das von einer Gruppe entschlossener Freunde mit viel Feuerkraft bekämpft wird!

Starship Troopers

5. Edge of Tomorrow (USA 2014)

Zu Beginn des Films ist Kontinental-Europa bereits von den außerirdischen Mimics besetzt: das sind fiese und blitzschnelle Tentakel-Wesen, denen eine höher entwickelte Technik (beinahe) zum Sieg über die Menschheit verhilft: sie können die Zeit manipulieren. So kommt es, dass Tom Cruise in der Rolle des feigen US-Majors Bill Cage bei einem Gegenangriff durch Zufall in einer Zeitschleife à la „Und täglich grüßt das Murmeltier“ („Groundhog Day“) landet. Das gibt ihm nicht nur die Möglichkeit, menschlich und kämpferisch zu wachsen, sondern auch gemeinsam mit der schönen Soldatin Rita Vrataski (Emily Blunt) einen raffinierten Plan auszuhecken, die Aliens zu besiegen. Großes, einfallsreiches und witziges Sci-Fi-Action-Kino vom Feinsten mit Starbesetzung, den ich mir schon mehrmals angeschaut habe.

Edge Of Tomorrow

Über den Autor:

RAINER MATSUTANI, geboren 1964 in Hockenheim, gehört zu den meistbeschäftigten Filmemachern Deutschlands, der sich im Kino wie auch im Fernsehen gleichermaßen zuhause fühlt. 1988 begann er mit dem Regiestudium an der Münchner HFF, nachdem er zuvor als Autor von Filmartikeln und Kritiken erstmals professionell mit dem Medium Film in Kontakt gekommen war. Mit den Kurzfilmen „Klinik des Grauens“ und „Aus dem Reich der Schatten“ etablierte er sich als Regiehoffnung. Gleich mit seinem ersten Spielfilm, der schwarzen Komödie „Nur über meine Leiche“ aus dem Jahr 1995 mit Katja Riemann, landete er einen Kassenerfolg. Im Anschluss hatte Matsutani Hits im Fernsehen mit „Geisterstunde“, einer Folge der Serie „Lexx  - The Dark Zone“ und den originellen TV-Movies „Feuerläufer – Fluch des Vulkans“, „Romantic Fighter“ und „Die letzten Ferien“. 2002 kehrte Matsutani mit der Komödie „666 – Traue keinem, mit dem du schläfst!“ mit Jan Josef Liefers und Armin Rohde zurück ins Kino, um danach wieder erfolgreich im Fernsehen zu arbeiten, unter anderem mit TV-Movies wie „Das Inferno – Flammen über Berlin“, „Das Papst-Attentat“ und „Faktor 8 – Der Tag ist gekommen“, aber auch mit Folgen des „Tatort“ und der Serie „Ladyland“. Fürs Kino folgten 2009 „Gangs“ und 2011 „Zimmer 205 – Traust du dich rein?“. Seither drehte Matsutani die TV-Movies „Der Vollgasmann“ und „In einem wilden Land“ sowie Folgen für die Serien „SOKO Stuttgart“ und „Dr. Klein“. Spides ist seine erste Arbeit als Showrunner.