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Star Trek: Alex Kurtzman gibt großes Update über unzählige Projekte

Kürzlich wollte man ihn seitens einiger Internetseiten noch in die Arbeitslosigkeit schreiben, da beglückt Franchise-Chef Kurtzman die Fans mit frischen Neuigkeiten rund um alle laufenden und zukünftigen Projekte.

Präsentiert von: Björn Sülter


Ohne sich explizit zu den Gerüchten um seine Person äußern zu müssen, räumte Alex Kurtzman allein durch seine Teilnahme am Deadline Crew Call Podcast, der am Montagabend online ging, mit den Hirngespinsten einiger US-Fans auf. Einmal in Fahrt äußerte sich der Franchise-Boss über seinen ambitionierten 5- bis 10-Jahres-Plan, die Zukunft der verschiedenen neuen und alten Serien, der Short Treks und einiger anderer potenzieller Projekte.

Star Trek: Picard

Als nächstes wird die Spin-Off-Serie rund um Patrick Stewart und seinen Jean-Luc Picard auf die Bildschirme gelangen. Aktuell geht man davon aus, dass im Dezember der Startschuss fällt. In den USA beliefert CBS All Access die Fans, im Rest der Welt darf Amazon Prime die Serie streamen. Alles was es über das neue Prestigeprojekt bisher zu wissen gibt, erfahrt ihr in einem Special, das am Wochenende hier bei SYFY.de an den Start gehen wird.

Star Trek: Picard

Star Trek: Short Treks

Bereits im Vorlauf zur zweiten Staffel hatte man seitens CBS vier Short Treks gezeigt, die in Deutschland leider erst kurz vor Staffelstart von Netflix verfügbar gemacht wurden. Für Star Trek war dieses Kurzformat etwas vollkommen Neues gewesen und hatte durchaus zu erfreuen gewusst. So war es dann auch kein Wunder, dass man der Reihe direkt eine Zukunft einräumte. Waren wir Fans aufgrund der bisherigen Äußerungen von zwei neuen Abenteuern ausgegangen, stellte Kurtzman nun klar, dass es sich um deren sechs handeln wird.

Short Treks

Zwei davon sollen animiert sein und eher auf ein jüngeres Publikum abzielen. Der Komponist Michael Giacchino zeichnet für eine Episode verantwortlich, Olatunde Osunsanmi (Regisseur bei Star Trek: Discovery) für die andere. Die anderen vier dürften als Lead-In für die dritte Staffel der Discovery-Crew eingesetzt werden und somit im bekannten Stil daherkommen. Dennoch schätzt Kurtzman an dem Format noch etwas anderes:

"Was ich an den Short Treks liebe ist, dass sie (...) uns die Möglichkeit geben, mit verschiedenen Dingen zu experimentieren. (Wir haben dort) Regisseure, mit denen wir noch nie gearbeitet haben (und) Stile, die wir noch nicht ausprobiert haben."

Star Trek: Discovery

Nach den Abenteuern rund um Jean-Luc Picard und den sechs Short Treks geht es selbstverständlich mit der dritten Staffel von Star Trek: Discovery weiter. Nach dem Sprung rund 1000 Jahre in die Zukunft haben die Macher nun bekanntermaßen alle Möglichkeiten.

Die Autoren sind aktuell dabei, alles für den Produktionsstart in ein bis zwei Monaten in Toronto vorzubereiten. Kurtzman machte zudem klar, dass man im Vergleich zur zweiten Staffel bereits sehr weit in der Entwicklung fortgeschritten sei. Aktuell sind die Autoren bei Episode 5 der neuen Staffel angekommen. Kehrt nun vielleicht endlich Ruhe in die Produktion ein? Als neue Showrunnerin neben Kurtzman wurde Michelle Paradise bestellt, der es hoffentlich gelingen wird, das Projekt in ruhigeres Fahrwasser hinter den Kulissen zu lenken.

Aktuell wird erwartet, dass die dritte Staffel im Frühjahr/Sommer 2020 zu sehen sein dürfte. Es ist davon auszugehen, dass Netflix erneut für den deutschen Raum das Streaming übernehmen wird.

Star Trek: Section 31

Inhaltlich gab Kurtzman zu diesem bekannten, aber noch namenlosen, Projekt nichts Neues preis. Auch auf die Frage, warum Georgiou mit der Discovery in die Zukunft gereist ist und wie sie dann überhaupt Hauptdarstellerin der Serie werden kann, ging er nicht ein.

Dafür bekräftigte er aber, dass man sofort mit den Dreharbeiten beginnen möchte, sobald die dritte Staffel von Star Trek: Discovery im Kasten ist. Das Showrunner-Duo aus Erika Lippoldt und Bo-Yeon Kim ist aktuell damit beschäftigt, die Geschichten auszuarbeiten.

Star Trek: Discovery

Star Trek: Lower Decks

Auch wenn der Startschuss noch eine Weile in der Zukunft liegt, dürfte das Projekt von Mike McMahon eines der nächsten sein, welches das Licht der Welt erblickt. In seiner an ein erwachsenes Publikum gerichteten Serie geht es um eines der unwichtigsten Raumschiffe der Flotte. Neu ist nun die Information, dass man ein Grundkonzept der Real-Serien umdrehen wird. Das große Drama, die sogenannte A-Story, wird in dieser Serie nur im Hintergrund ablaufen, während sich der Fokus der Serie auf die kleinen Geschichten richtet. Alex Kurtzman beschrieb diese Idee folgendermaßen:

"Mike’s Show ist für Kinder, würde ich sagen; Kinder von 11 bis 70 Jahren. (...) Die großen, verrückten Sachen laufen hier nur im Hintergrund und sind von untergeordnetem Interesse für die Geschichte, die im Fokus steht. Keine Trek-Show hat so etwas jemals getan."

Star Trek: Nickelodeon

Die noch unbetitelte zweite Animationsserie richtet sich an ein jüngeres Publikum und soll langfristig zu einer Verbreiterung der Fanbase beitragen. Darin geht es um eine Gruppe von Teenagern, die ein altes Sternenflottenschiff finden und sich auf die Reise machen, Abenteuer zu erleben und Sinn im Leben zu finden. Die verantwortlichen Hageman-Brüder zielen dabei offenbar auf einen äußerst modernen visuellen Stil ab, wie Kurtzman verriet:

"Die Hageman-Brüder machen eine Show für Nickelodeon, die vollkommen anders sein wird als Star Trek: Lower Decks. Ich werde den Namen der Serie noch nicht verraten, sie wird sich aber stark von der anderen unterscheiden. Es ist eine Show für jüngere Kinder, die komplett CG-animiert sein und sich sehr nach Kino anfühlen wird. Wir haben erste Storyboards gesehen und ich würde sagen, es ist auf einem Level mit Love, Death and Robots, wenn man nach der reinen Schönheit, der Ausleuchtung und dem filmischen Gefühl geht. Es fühlt sich komplett anders an und Nickelodeon war sehr offen und unterstützte die Ideen, weil sie, wie ich denke, sehr aufgeregt sind, neue Energie ins TV zu bringen, insbesondere in Sachen Animation."

Star Trek: Pike?

Viele Fans hatten sich nach der zweiten Discovery-Staffel ein Spin-Off mit Anson Mount (Pike), Ethan Peck (Spock) und Rebecca Romijn (Nummer Eins) auf der USS Enterprise gewünscht. Kurtzman erneuerte in diesem Zusammenhang seine Aussage von vor zwei Monaten und ließ durchsickern, dass man diese Idee nach wie vor nicht verworfen habe und die Chance nutzen würde, wenn sich eine ergibt. Ob das in einer eigenen Serie, einer Miniserie oder gar in einem Short Trek sein kann, ließ er freilich offen. Spannend könnte bei dieser potenziellen Serie die Namensfindung werden, da man zumindest Star Trek: Enterprise bereits verwendet hat. Vielleicht dann doch eher schlicht Star Trek: Pike? Doch egal wie das Baby heißen würde, die Daumen dürfen weiterhin gedrückt werden!

Star Trek

Ad Astra!

Kleine Brötchen zu backen, scheint somit aktuell nicht das Motto bei CBS zu sein. Alex Kurtzman spricht von einem Plan, der gut und gerne fünf bis zehn Jahre umspannt. Dass er die Situation am Markt dennoch realistisch einschätzt und einen klaren Plan verfolgt, macht folgende Aussage deutlich:

"Ich ging zu CBS und sagte, dass ich glaube, dass dieses Universum nicht ausgereizt ist und die Fanbase Appetit auf mehr hat. Dann führte ich sie durch den Plan, was ich mir für die nächsten fünf bis zehn Jahre in Sachen Trek vorstellen kann. Ein Teil dieser Idee war aber auch immer, dass es Zeit benötigen würde. Ich sagte ihnen, dass wir nicht nach der Veröffentlichung der ersten Serie plötzlich 100 Millionen neue Fans haben würden. Das würde nicht geschehen. Dafür ist Trek einfach schon zu lange am Markt. Doch was wir haben sind neue Generationen und was ich euch sagen kann ist, dass Trek generell eine Anziehungskraft auf Menschen hat, die zwischen neun und zwölf Jahren alt sind.

Trek hat nie versucht, eine jüngere Zielgruppe anzusprechen. Für mich ist das eine verpasste Gelegenheit, weil Trek die Herzen und Seelen mit sehr positiven Aussagen beeinflussen kann. Aussagen darüber, was wir als Spezies Mensch sein können und was unsere Zukunft sein kann. Also, warum nicht jünger ansetzen? Das meine ich gar nicht zynisch in Bezug auf Merchandise und Tonnen von Spielzeugen, sondern weil du einfach an die Jugend herangehen musst, wenn du wirklich willst, dass Star Trek die Menschen erreicht.

Wir sehen definitiv Beweise dafür, dass die Fanbase wieder wächst und jünger wird. Und dennoch behalten wir auch unsere bisherigen Fans. Das ist großartig!

Nimmt man den Mann beim Wort, steht einer wunderbaren Trek-Zukunft aktuell also nichts im Wege.

Unkt man ein wenig und blickt 18 Monate voraus, gestaltet sich der Plan vermutlich so: Star Trek: Picard mit der ersten Staffel Ende 2019, dann die sechs Short Treks, im Frühjahr/Sommer 2020 Star Trek: Discovery mit der dritten Staffel, irgendwann im gleichen Jahr noch Star Trek: Lower Decks mit Staffel 1 und gen Ende 2020 geht es schon mit der zweiten Staffel von Star Trek: Picard und der ersten der Sektion-31-Serie weiter. Die Nickelodeon-Serie und weitere Projekte sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Genießen wir also zusammen diese zweite goldene Phase des langlebigen Franchise. Es wird bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei sein.

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember startete mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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