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Star Trek: Alle News, alle Termine, alle Fakten - Teil 2

Mit einem großen Streaming-Event haben die Macher hinter Star Trek viele Katzen aus dem Sack gelassen: Heute geht es um die weiteren Serien für 2022 und daüber hinaus sowie einen neuen Kinofilm, der sogar ein Datum spendiert bekommen hat!

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von Björn Sülter

Es war ein besonderes Event, das vor einer Woche als First Contact Day über die Bühne ging. In vielen Panels und Präsentationen erfuhren die Fans dabei, was als nächstes in der Trek-Welt ansteht. Wir haben die wichtigsten Eckdaten in einer zweiteiligen Reihe für euch zusammengefasst. 

Kurzform

Wenn man alles auf einen Nenner bringen möchte, erwartet uns Star-Trek-Fans auch weiterhin ein rasanter Ritt durch verschiedene Formate. Von Realserien über Animationsserien für verschiedene Altersgruppen, das Schwingen der Nostalgiekeule bis hin zu gänzlich neuen Welten und der Rückkehr ins Kino ist alles dabei. Gehen wir am besten chronologisch vor, was uns wann, wo und vor allem wie erwarten wird. Heute ist im zweiten Teil das Kalenderjahr 2022 und darüber hinaus an der Reihe.

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Der alte Mann will mehr

Mit einiger Verzögerung durch die Corona-Pandemie konnten die Dreharbeiten an der zweiten Staffel von Star Trek: Picard in diesem Jahr endlich starten. Der Showrunner des ersten Jahres, Michael Chabon, ist nur noch als Produzent und Autor dabei, als Showrunner fungiert nun der durch 12 Monkeys bekannte Terry Matalas.

Eine Veröffentlichung der neuen Staffel ist für 2022 fest eingeplant. Ein genauer Termin steht aber noch aus. In den USA ist und bleibt natürlich Paramount+ das Zuhause, hierzulande hat weiterhin Amazon Prime die Rechte.

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Der Trailer zur zweiten Staffel ist mehr ein Kunstwerk als die Zusammenstellung von neuem Material. Zu einem philosophischen Voice-Over des Jean-Luc Picard erhalten wir eine Vielzahl spannender Bilder, die viel Raum zur Interpretation lassen.

Achtung Spoiler: Am Ende des Trailers wird es aber eindeutig, wenn von einer Spielkarte nur das "Q" übrigbleibt und John de Lancie in seiner Paraderolle sagt: The trial never ends. Dass de Lancie in seine beliebte Rolle zurückkehren wird, ist seit seinem Auftritt beim First Contact Day eigentlich kein Geheimnis mehr. Ob es dann sogar innerhalb der Geschichte einen Rückbezug zur Pokerszene aus Picards Vision zu Beginn der Serie geben wird (in der Data fünf Damen auf der Hand hatte, also viermal "Q" für Queen) muss man abwarten. Vielleicht steckt Q schon länger hinter allem? Zeit scheint ebenfalls ein wichtiges Thema der zweiten Staffel zu sein: Ist euch aufgefallen, dass in der Sanduhr der Sand falschrum fließt? Bedenkt man, dass Neu-Showrunner Matalas bei 12 Monkeys viel Erfahrung mit dem Thema Zeit sammeln konnte, dürfte die Richtung hier klar sein. Auch sieht man ein Relikt, das in Star Trek: Deep Space Nine eine Rolle spielte (Zufall?) und viele Dinge aus Picards Vergangenheit wie die U.S.S. Stargazer. Assoziationen weckt das Voice-Over des Ex-Captains übrigens auch zu Dr. Soran aus Star Trek Generations und seinem Satz: Die Zeit ist das Feuer in dem wir verbrennen. Oder?

Wir wünschen in jedem Fall viel Spaß beim Rätseln mit dem neuen Trailer.

Die vergessene Serie

Längst in Produktion und doch beim First Contact Day nicht wirklich präsent: Über Star Trek: Strange New Worlds gibt es nur wenig Neues zu berichten. Akiva Goldsman, der die Show gemeinsam mit Henry Alonso Myers verantwortet, bekräftigte erneut, dass man es mit einer Art Abenteuer der Woche wie in besten Classic- und TNG-Zeiten zu tun bekommen wird; durchlaufende Charakter-Geschichten sollen die Sache abrunden.

Auch wurde bekannt, dass man die aus Discovery bekannten Sets überarbeitet hat, um sie noch mehr an die Originalserie anzugleichen. Selbiges gilt auch für die Uniformen, die etwas anders aussehen werden als in den Auftritten von Pike, Spock und Number One bei den Kolleginnen und Kollegen.

Mit Star Trek: Strange New Worlds ist sicher im Jahr 2022 zu rechnen. In welcher Reihenfolge man dann jedoch vorgehen wird, ist unklar. In den USA läuft die Serie natürlich bei Paramount+, für den Rest der Welt liegen derweil noch längst keine Infos vor.

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neverending story?

Es ist in gewisser Weise schon amüsant. Seit Star Trek Beyond zum 50. Trek-Geburtstag im Jahr 2016 in die Kinos kam, hat es gefühlt mehr angedachte Filmkonzepte gegeben, als das Trek-Franchise in der Realität seit 1979 Streifen in die Lichtspielhäuser gebracht hat. Das ist natürlich übertrieben, zeigt aber das Dilemma auf.

Zunächst sollte es regulär mit den Reboot-Filmen (und Regisseurin S.J. Clarkson) weitergehen, dann scheiterten Gagenverhandlungen mit Chris Pine und Chris Hemsworth, Quentin Tarantino kam (samt Drehbuchautor Mark L. Smith) ins Spiel und verschwand wieder von der Bildfläche, Noah Hawley durfte kurz auf einen eigenen Trek-Film hoffen, Nicholas Meyer warf seinen Namen in den Ring und schließlich war doch wieder alles ganz anders, als man Discovery-Autorin Kalinda Vazquez aus dem Hut zauberte. Ist sie deswegen aber diejenige, die wirklich die Basis liefern darf? Unklar.

Fakt ist, dass Paramount nun im Zuge diverser Terminverschiebungen ihrer Blockbuster die Info platziert hat, am 9. Juni 2023 einen nagelneuen Trek-Film herausbringen zu wollen. Es gibt keinen Titel und keinerlei Infos, auf wessen Pitch oder Projekt dieser Streifen zurückgeht. Klar ist nur: J.J. Abrams und seine Hitschmiede Bad Robot produzieren. Mit dann ziemlich genau sieben Jahren wäre der Abstand zwischen dem dreizehnten und vierzehnten Film übrigens sogar größer als zwischen Star Trek: Nemesis Ende 2002 und dem ersten Reboot Mitte 2009! Wie die Zeit doch rennt ...

Nun kann man auch noch zynisch anmerken, dass wir an diesem Punkt, einen neuen Film in Sichtweite zu haben, bereits einige Male waren. Doch ein klares Datum hatte Paramount bisher nie kommuniziert. Dieser Unterschied ist auch entscheidend: Mitte 2022 müssten nach bisheriger Vorgehensweise spätestens die Kameras laufen. Wir werden also in den nächsten zwölf Monaten klare Informationen zur Produktion erhalten oder aber mitansehen dürfen, wie erneut alles versandet. Halten wir die Augen und Ohren offen!

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Ausblick & Zahlenspiel

Fassen wir also nochmal zusammen: Ab August 2021 gibt es zehn neue Abenteuer von Star Trek: Lower Decks, vermutlich gefolgt von der ersten Staffel Star Trek: Prodigy. Pünktlich zum Ende des Jahres läuft danach die Discovery zur vierten Staffel aus und schippert bis in den März 2022. Mit Strange New Worlds und Picard stehen dann bereits zwei Realserienstaffeln an und alle anderen Projekte aus diesem Jahr gehen ebenfalls weiter. Vielleicht wird 2022 also das Jahr neuer Rekorde für NewTrek und kommt dem vor einiger Zeit angedachten Konzept von "jede Woche eine neue Episode" näher denn je zuvor? Theoretisch wären mit Lower Decks, Prodigy, Picard, Strange New Worlds und Discovery im Kalenderjahr 2022 über 50 neue Episoden drin. Wir werden es erleben.

Man darf dabei aber nicht vergessen, dass in Zeiten von TNG, DS9 und Voyager bereits Trek-Höchstwerte erreicht wurden. Bis 1992 hatte es immer nur maximal eine Serie gegeben. Dann startete jedoch zum ersten Mal eine parallel laufende Show. 1993 strahlte man somit satte 56 (!) Episoden aus (26xTNG/30xDS9), 1994 waren es "nur" 41 Episoden, weil TNG endete (15xTNG/26xDS9), 1995 jedoch wieder 54 Episoden, weil Voyager dazu kam (26xDS9/28xVOY). 1996 kamen 52 Ausgaben raus (26xDS9/26xVOY), 1997 und 1998 liefen jeweils 51 Episoden (1997: 25xDS9/26xVOY; 1998: 27xDS9/24xVOY) und 1999 schließlich zum Ende von DS9 waren es noch 42 Abenteuer in einem Jahr (16xDS9/26xVOY). Den absolute Topwert bildet also bis heute das Jahr 1993 mit 56 TV-Episoden in einem Kalenderjahr. Quantität und Qualität haben zwar nur bedingt etwas miteinander zu tun, als kleines Zahlenspiel ist dieser Exkurs aber sicher ganz amüsant.

Übrigens: Für 2023 dürfte die Sache mit dem hohen Output ebenso gelten, da bei allen laufenden Serien bekanntlich noch kein Ende abzusehen ist. Obendrauf gäbe es dann, so es diesmal klappt, ja auch noch ein Kinoabenteuer. Es bleibt fraglos mehr als spannend!

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