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Star Trek, deine Uniformen: Eine Zeitreise durch trekkige Mode

Sie sind so bunt und vielfältig wie die Serien und Filme des 53 Jahre jungen Franchise: Die Uniformen! Unser Björn Sülter reist für euch durch die Jahrhunderte und beleuchtet heute die Anfänge der Sternenflotte bis zum Ende von Kirks Serienmission.

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von Björn Sülter

Es gibt wahrlich viele spannende Themen rund um die verschiedenen Star-Trek-Serien über die man in epischer Form sprechen kann. Doch viel zu selten geht es um Mode! Dabei ist die Geschichte der Uniformen in Star Trek (fast) so abenteuerlich wie eine diplomatische Mission oder Zeitreisen.

Heute befassen wir uns mit den beiden Prequels Star Trek: Enterprise und Star Trek: Discovery sowie der Originalserie Star Trek. Obendrauf findet auch eine Merkwürdigkeit Erwähnung. In den kommenden Ausgaben geht es dann um die Phase von Star Trek: The Next Generation über Star Trek: Deep Space Nine und Star Trek: Voyager bis hin zu Star Trek: Picard sowie um die Kinofilme.

Der erste Schritt

Wir hangeln uns am zeitlichen Kanon der Serien entlang (Stichwort: kanonchronologisch) und wandern durch die Jahrhunderte. Somit geht es zunächst um eine Serie, die zwar erst nach dem klassischen Star Trek sowie TNG, DS9 und Voyager produziert wurde, aber den Anfangspunkt der Geschichte markiert: Star Trek: Enterprise.

Für die Abenteuer von Captain Archer und seiner Crew blieb man in Sachen Sets und Mode äußerst bodenständig. Die Besatzung erhielt schmucke, vollständig blaue Jumpsuits mit Reißverschluss auf der Vorderseite, die eine interessante Weiterentwicklung heutiger Militärgewandung darstellten. Zur Unterteilung der verschiedenen Bereiche des Schiffes wählte man einen Farbcode, der sich an den Schultern wiederfand. Gelb/Gold für Kommando (oder Navigation), Rot für Sicherheit/Technik (oder Datenverarbeitung) und Blau-Grün für Wissenschaft/Medizin (oder Kommunikation). Praktisch war, dass die Jumpsuits mit Taschen für verschiedene Geräte aufwarten konnten. Die Rangabzeichen fanden zudem ebenfalls im rechten Schultersegment ihren Platz. Ein Enterprise-NX-01-Batch zierte den linken Oberarm. Sternenflotteninsignien im Brustbereich gab es hingegen keine.

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Konsequente Weiterentwicklung

Als Star Trek: Discovery im Jahr 2017 startete, durfte man durchaus gespannt sein, wie sich dieses zweite Prequel in den Kanon einfügen würde. Schließlich lief die Serie noch einmal 16 Jahre nach dem Auftakt von Star Trek: Enterprise an, spielt aber zeitlich zwischen dieser Serie und den Classics.

Die Uniformen kann man als durchaus gelungene Weiterführung des Konzeptes der Archer-Crew bezeichnen. Das Blau sowie der grundsätzliche Schnitt und der vorne verlaufende Reißverschluss blieben erhalten. Allerdings wechselte man vom Ein- zum Zweiteiler, ergänzte einen auffälligen Kragen, das Sternenflotten-Delta auf der linken Brust sowie schimmernde Applikationen an der Schulter und seitlich. Diese zogen sich auch bis runter auf die Hose, die ebenfalls im gleichen Blau gehalten war. Dafür verzichtete man aber auf die vielen praktischen Reißverschlüsse im oberen Bereich; einzig an der Hose blieb dieses Goodie erhalten.

Die Kennzeichnung der Sektionen erfolgte hier noch subtiler, indem man den Farbcode in die schimmernden Seitenteile integrierte. Hier stand Gold immer noch für Kommando, Kupfer für Operationen und Silber für Wissenschaft. Die Mediziner erhielten derweil ganz eigene, rein weiße Uniformen. Auch das Sternenflotten-Delta spiegelt übrigens den Farbcode wider.

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Es wird bunt!

Mit der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery kam auch noch die Crew der USS Enterprise ins Spiel. Sofort fiel auf, dass die Damen und Herren um Captain Pike nicht in die Uniformen der Discovery gewandet waren. Vielmehr erinnerten ihre Leibchen frappierend an die aus der (später spielenden) Originalserie bekannten Outfits. Schlichte farbige Uniformshirts in Gold (Kommandobereich), Rot (Sicherheit) und Blau (Wissenschaft) waren nun angesagt. Dazu kam auch erstmals eine schwarze Hose.

Explizit wurde zu Beginn der zweiten Staffel auch darauf hingewiesen, dass es sich um neue Uniformen der Sternenflotte handeln würde, die man der Enterprise-Besatzung offenbar bereits spendiert hatte.

Der markante Kragen blieb dabei ebenso erhalten (und wechselte nur zu Schwarz) wie die Streifen-Applikationen an den Schultern (die allerdings dezenter ausfielen) und der vordere Reißverschluss (nur versteckt). Ebenfalls gab es Taschen mit Reißverschlüssen an der Hose (ebenfalls dezenter) sowie das silbrig-schimmernde Material, das nun aber den Rang am Bund des Oberteils wiedergab. Das Sternenflotten-Delta landete ebenfalls an der vertrauten Stelle. Auch hier kann man ohne Frage von einer stimmigen Weiterentwicklung auf dem Weg zur Classic-Serie sprechen.

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Klassisch gut

Somit kommen wir dann auch zu der Serie, die zwar in dieser Auflistung chronologisch betrachtet am weitesten in der Zukunft spielt, jedoch als erste produziert wurde. Hier setzte man wie auch auf der USS Enterprise in Star Trek: Discovery auf klare Farben. Gold für Kommando/Navigation, Rot für Sicherheit/Technik/Kommunikation und Blau für Wissenschaft und Medizin. Auch die schwarzen Hosen waren hier schon zu finden, wobei diese aber eigentlich grau ausfielen, im TV aber schwarz wirkten. Die Kadettenuniform war silberfarben. Rangabzeichen fanden sich erneut am Bund, das Sternenflottendelta auf der Brust. Der schwarze Kragen fiel in dieser Version etwas weniger markant aus (als später bzw. früher), dafür konnte man ebenfalls am Delta die Zugehörigkeit zu einer Abteilung nachvollziehen.

Spannend war hier außerdem noch, dass erstmal auch eine weibliche Variante verwendet wurde, die zum Beispiel Uhura immer trug. Auch der offenbar sehr modebewusste Kirk durfte gelegentlich sein Outfit wechseln und trug dann plötzlich ein grünes Oberteil.

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Merkwürdigkeiten

Wie bereits erwähnt gab man sich in Star Trek: Discovery große Mühe, die neuen Uniformen einzuführen und somit eine Brücke zu Star Trek zu schlagen. So gut das auch gelang, ergab sich aus dem späteren Short Trek namens Q & A leider ein Widerspruch. Dort zeigte man uns, wie Spock Jahre vor den Ereignissen aus Star Trek: Discovery auf die USS Enterprise versetzt wurde und von Number One begrüßt wurde. Dass die beiden dabei allerdings die Uniformen trugen, die eigentlich erst viel später eingeführt würden ist ein Makel, den man einfach ignorieren muss.

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Ausblick

Im nächsten Teil der Reihe wenden wir uns dann den Serien rund um die Captains Picard, Sisko und Janeway sowie den nagelneuen Abenteuern des Jean-Luc Picard zu.

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember startete mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

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