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Star Trek, deine Uniformen: Eine Zeitreise durch trekkige Mode

Sie sind so bunt und vielfältig wie die Serien und Filme des 53 Jahre jungen Franchise: Die Uniformen! Unser Björn Sülter reist für euch durch die Jahrhunderte und beleuchtet heute die Zeit von Captain Picard über die Captains Sisko und Janeway bis hin zur kommenden neuen Serie Star Trek: Picard.

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von Björn Sülter

Es gibt wahrlich viele spannende Themen rund um die verschiedenen Star-Trek-Serien über die man in epischer Form sprechen kann. Doch viel zu selten geht es um Mode! Dabei ist die Geschichte der Uniformen in Star Trek (fast) so abenteuerlich wie eine diplomatische Mission oder Zeitreisen.

Heute befassen wir uns mit der Phase von Star Trek: The Next Generation über Star Trek: Deep Space Nine und Star Trek: Voyager bis hin zu Star Trek: Picard. Nächstes Mal geht es dann noch um die Kinofilme.

Frage des Zeitgeists

Mit Star Trek: The Next Generation startete in den 80er-Jahren die erste goldene Phase des Franchise. Dafür war es auch nötig, die Uniformen aus der Classic-Serie sowie den Kinofilmen auf einen neuen Stand zu bringen. Neues Jahrhundert, neue Mode!

Die knalligen Farben der Originaluniformen fanden sich direkt noch wieder. Jedoch fiel dem geneigten Zuschauer sofort auf, dass man die Bedeutung verdreht hatte! Während zu Kirks Serienzeiten Gold für Kommando gestanden hatte, war nun Rot die Farbe für diesen Bereich. Dafür trugen Sicherheitsleute und Ingenieure hier nun Gold, Wissenschaft und Medizin blieben bei Blau.

Allerdings wurde auch noch zusätzlich zur schwarzen Hose ein gleichfarbiger Schulterbereich ergänzt, den eine feine, rautenförmige Linie im Farbcode durchzog. Nach unten endete der Farbcode vor der Hose in einem Zacken nach oben. Das verlieh der Uniform insgesamt einen deutlichen Überhang im Schwarzen.

Den Rang gab man von hier an durch Pins am Kragen aus, ein Kommunikator auf der Brust hielt ebenfalls Einzug und beherbergte nun auch das Sternenflotten-Delta. Hose ist im Zusammenhang mit diesen Uniformen übrigens zu viel gesagt, da es sich bei der Standardvariante um Einteiler (Jumpsuit) handelte. Eine zweiteilige Variante war jedoch gelegentlich ebenfalls zu sehen. Für Frauen und Männer wurde übrigens auch für TNG eine Variante mit kurzem Rock eingeführt.

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Leichte Anpassungen

Im Verlauf der Serie veränderte sich dann der Schulterbereich der Uniformen. Das Schwarz wurde dort nun flächiger eingesetzt, die feine Linie verschwand und wurde am ebenfalls veränderten Kragen untergebracht. Dieser wurde vom einfachen Halsausschnitt zum Stehkragen. Insgesamt sah dieses Update wertiger aus als der Vorgänger. Übrigens erfolgte der Austausch in der Serie nicht an einem festen Punkt für alle Crewmitglieder, sondern wurde sukzessive vorangetrieben. Große Beliebtheit erreichte später auch noch Picard Uniformjacke mit dem grauen Untershirt, die er in vielen Episoden zur Schau trug.

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Pimp my station

So gut Star Trek: Deep Space Nine auch in den Augen vieler Fans ist, so sehr war die Serie auch von Veränderungen geprägt. Man denke an den neuen Vorspann, die Defiant, Worf, Siskos Style oder eben auch neue Uniformen.

Zunächst hatte man bei Star Trek: Deep Space Nine Uniformen eingeführt, die Stationspersonal von Raumschiffpersonal abgrenzen sollten. Die Schulterstücke waren nun farbcodiert (Gold, Rot, Blaugrün) und die restliche Uniform schlicht schwarz. In diesem Zuge ging auch der TNG-Zacken verloren. Dazu gesellte sich ein hellblaues Untershirt. Damit kehrte man das vorher in TNG zur Schau getragene Prinzip um. Leider nahmen es die Produzenten aber später nicht so genau mit der eingeführten Unterteilung zwischen Raumschiff unf Station und setzten aus Zeit- und Kostengründen beide Typen im Film Star Trek Generations (Star Trek: Treffen der Generationen) nebenbeinander auf der Enterprise ein.

Mitten in der Serie, als die Macher der Filme die Crew um Captain Picard zum Film Star Trek: First Contact (Star Trek: Der erste Kontakt) mit ganz neuen und einheitlichen Leibchen versorgt hatten, fanden diese dann auch ihren Weg nach DS9. So trugen die Damen und Herren rund um Captain Sisko also schließlich auch jene Uniformen, die im oberen Bereich eine weitere Veränderung erfuhren. Der Farbcode trat noch weiter in den Hintergrund und wechselte auf die Untershirts. Dafür wurde der Schulterbereich nun einheitlich in der Farbe angelegt, die vorher die Untershirts geziert hatte. Das machte die Uniformen sehr düster und ließ die einst so strahlenden Farben der Kirk- und frühen Picard-Ära ebdgültig vergessen.

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Konsequenz

Star Trek: Voyager ist die Trek-Serie, bei der es in sieben Jahren keine Veränderungen an den Uniformen gab. Selbstverständlich hing das aber auch mit dem Setting zusammen. Während man auf DS9 irgendwann unbürokratisch die Uniformen der Kinofilme einführte (was man auch kritisch sehen kann), blieb die Crew der Voyager verschollen im Deltaquadranten außen vor. Das gibt der Serie aber eben auch ein sehr stimmiges Bild, das sich sogar auf den Vorspann erweitern lässt, der im Gegensatz zu TNG (visuelle Updates), DS9 (Beat hinter den Score, neue visuelle Effekte) und Star Trek: Enterprise (Calypso-Fassung ab Staffel 3) auch keine Optimierung erhielt oder eben nötig hatte.

Die Uniformen selbst warend klassisch und gut und basierten auf der zunächst in Star Trek: Deep Space Nine eingeführten Version, die damals die TNG-Farbgebung auf den Kopf gestellt hatte. Witzig war dies natürlich auch, da wie erwähnt eigentlich Stationspersonal mit den Uniformen gekennzeichnet hatte werden sollen.

Hose und Shirt waren primär schwarz und enthielten die Farbcodierung nach Abteilungen in den Schulterstücken. Die Rangabzeichen befanden sich am Kragen, der Kommunikator auf der Brust. Dazu gesellte sich ein hellblau wirkendes Untershirt, das man, je nachdem wie weit der Reißverschluss heruntergezogen war, besser oder schlechter erkennen konnte.

 

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Dezentes Update

Im Jahr 2020 steht uns eine weitere, neue Serie ins Haus: Star Trek: Picard. Da es sich dabei um eine konsequente inhaltliche Weiterführung der bekannten Serien- und Filmzeitlinie handelt, nahm man auch die Umgestaltung der Uniformen ernst und tobte sich nicht übermäßig aus. In einer Traumsequenz sieht man sogar Picard und Data in ihren aus Star Trek: The Next Generation bekannten Dresses.

Was jedoch die neuen Real-Uniformen angeht, blieb man dem zuletzt (in den Serien) gesehenen Stil treu. Schwarze Hose, schwarzes Oberteil mit farbig codiertem Schulterteil in den bekannten Ausführungen (Gold für Kommando, Rot für Operationen, Technik, Sicherheit, Blau für Wissenschaft, Medizin). Die Rangabzeichen sind nun eher auf die Brust gewandert, der Communicator hat sich verändert und es gibt einen neuen Kragen sowie ein Designelement mittig zu bewundern. Ansonsten kommt definitiv das Gefühl von Vertrautheit auf.

Vergessen darf man dabei aber nicht, dass durch diesen Zug die späteren Filmuniformen von TNG (sowie die aus dem späten DS9-Staffeln) offenbar wieder abgeschafft wurden und man zu anderen Typen zurückkehrt.

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Ausblick

Im letzten Teil der Reihe wenden wir uns dann den Uniformen des Filmuniversums zu.

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek", das 2019 mit dem "Deutschen Phantastik Preis" als "Bestes Sekundärwerk" ausgezeichnet wurde, erschien der Aufrtakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" und ebenso der erste Teil seiner Science-Fiction-Trilogie "Beyond Berlin".

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.