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Star Trek, deine Uniformen: Eine Zeitreise durch trekkige Mode - Teil 4

Sie sind so bunt und vielfältig wie die Serien und Filme des 53 Jahre jungen Franchise: Die Uniformen! Unser Björn Sülter reist für euch durch die Jahrhunderte und beleuchtet heute besondere Outfits, die nicht zwingend Uniformen sind, aber definitiv aus dem Rahmen fallen oder anderweitig erwähnt werden sollten.

Uniform Master

von Björn Sülter

Es gibt wahrlich viele spannende Themen rund um die verschiedenen Star-Trek-Serien über die man in epischer Form sprechen kann. Doch viel zu selten geht es um Mode! Dabei ist die Geschichte der Uniformen und Outfits in Star Trek (fast) so abenteuerlich wie eine diplomatische Mission oder Zeitreisen.

Heute befassen wir uns mit allem, was sonst nirgendwo reingepasst hat, aber nicht in Vergessenheit geraten darf und gar nicht unbedingt in den Bereich Uniform fällt: Absurdes, Verrücktes oder auch einfach Stilvolles aus Vergangenheit und Zukunft.

Übrigens: Wer die bisherigen drei Ausgaben verpasst hat, kann sie hier bei SYFY natürlich alle noch einmal nachlesen:

Teil 1: Die klassische Ära

Teil 2: Neues Jahrhundert, neue Kleider

Teil 3: Wilder Wechsel im Kinouniversum

Schimanski im All

Wie bitte? Hat da etwa jemand behauptet, Jean-Luc Picard sei nicht cool genug für eine Lederjacke gewesen? Da waren die Produzenten von Star Trek: The Next Generation aber ganz anderer Meinung und statteten den Captain im Verlauf der Serie mit einem Goodie aus, das dieser dann auch regelmäßig zur Schau trug: eine Uniformjacke, die man lässig über das Untershirt tragen konnte und offenbar aus verschiedenen Arten von Leder oder Kunstleder bestand.

Und ohne Frage war der Fummel nicht nur ein Unikat (da ihn niemand außer dem Captain tug oder tragen durfte), sondern sah auch verdammt lässig aus. Sir Patrick Stewart äußerte einmal in einem Interview, dass er es im Verlauf der Dreharbeiten irgendwann einfach satt gehabt hatte, immer die Ganzkörperanzüge zu tragen. Was also vermutlich ein simples Zugeständnis an den Star gewesen war, wurde zum Modehighlight der Serie. Verrückt.

Uniform Jacke

Pullover des Grauens

Zugestanden, beim nächsten Kleidungsstück geht es weder um eine Uniform, noch um etwas zum Augenschmeicheln. Wesley Crusher alias Schauspieler Wil Wheaton wurde während der ersten Staffel von Star Trek: The Next Generation in einige sonderbare Outfits gesteckt, bevor er später in der Serie endlich offiziellere Kleidung tragen durfte. Den Vogel schoss man jedoch in der Episode Where No One Has Gone Before (Der Reisende) ab, als man den armen Jungen in ein Monstrum aus Wolle steckte, das vermutlich einen Pullover darstellen sollte.

Nicht nur, dass ihm das Teil eine ganze Ecke zu groß war, es schien auch auf Ur-Ur-Ur-Großmutters Schnittmustern zu basieren. Man darf sich schon fragen, was die Ausstatter an dieser Stelle der Produktion geraucht hatten. Oder war das wirklich ihre ernsthafte Vorstellung von cooler Kleidung der Zukunft aus Sicht der 1980er-Jahre? Mag sein. Zurück in die Zukunft hatte das damals aber irgendwie fetziger hinbekommen. Schwamm drüber: Zum Schmunzeln regt das Outfit immerhin auch heute noch an.

Uniform Pullover

Einigkeit

Die ferne Zukunft musste immer mal wieder in den verschiedenen Serien als Thema von Episoden herhalten. Erstaunlicherweise war man sich bei den Produzenten dann auch durchweg ziemlich einig, wie Sternenflottenmode in vielen Jahrzehnten wohl aussehen würde.

Sowohl Captain Beverly Picard in All Good Things... (Gestern, heute, morgen) aus Star Trek: The Next Generation als auch Admiral Kathryn Janeway und Reginald Barclay in Endgame (Endspiel) aus Star Trek: Voyager und Jadzia Dax und Dr. Julian Bashir aus The Visitor (Der Besuch) in Star Trek: Deep Space Nine trugen verdächtig ähnliche Outfits.

Zwar gab es hier und da kleinere Abweichungen (Rangabzeichen, Öffnungsvorrichtung vorne in verschiedener Ausführung), vieles war jedoch auch gleich. Insbesondere bei den Kommunikatoren machte man gar keine Gefangenen und benutzte erfeulicherweise immer den gleichen. Schaut man sich nun Star Trek: Picard an, weichen die Uniformen zwar deutlich von den früheren Modellen ab, das Kommunikationsutensil weist aber dafür viel Ähnlichkeit auf.

Uniform Zukunft2

Hingucker

So fortschrittlich sich Star Trek schon vor Jahrzehnten auch immer geben wollte, in Sachen Mode leistete man sich dennoch einige Fehltritte. Denkt man beispielsweise an die Catsuits von Seven of Nine oder T'Pol, die einzig und alleine männliche Zuschauer einer bestimmten Altersgruppe vor die Fernseher bringen sollten und somit im krassen Gegensatz zu vielen gepredigten Idealen standen, wird schnell klar, dass Star Trek eben immer noch von Menschen unserer Zeit gemacht wurde; und eben auch von einigen Männern, die ihre Hintergedanken nicht gänzlich ausschalten konnten. Im Falle der Catsuits waren es Bosse von UPN gewesen, die ihre werberelevante Zielgruppe im Blick hatten und somit diese dezente Vorgabe an die Trek-Macher weiterreichten. Neu war das indes nicht. Schon bei Star Trek: Deep Space Nine hatte man beispielsweise die Stirnhuckel der Trill für Jadzia Dax kurzerhand abschaffen lassen, da man eine hübsche, junge Schauspielerin nicht unnötig verschandeln wollte.

So kam es dann auch, dass quer durch alle Serien Frauen immer wieder in Outfits gesteckt wurden, die zwar durchaus etwas fürs Auge boten, aber eben auch keine Zweifel an der Intention zuließen. Star Trek war und ist eben auch ein Kind seiner Zeit und wir alle wissen, was es in Sachen Mode mit den 1960er- oder 1980er-Jahren auf sich hatte ...

Uniform Sexsell2

Bätsch!

Hatten sich einige Leser an dieser Stelle vielleicht schon über die einseitige Darstellung weiblicher Nacktheit gefreut oder geärgert, folgt nun die Kehrtwende. Denn natürlich bekamen auch die Herren der Schöpfung in Star Trek in Sachen Modesünden ihr Fett weg. Wenn man ehrlich ist, sogar viel mehr als die Damen!

Captain Picard im offenen Wollbademantel mochte ja noch irgendwie durchgehen, doch Riker im schillernden Glitzerfummel und der sympathische blonde Herr im Borat-Gedächtnisoutfit sprengten doch die Grenzen des Erträglichen deutlich. Tja Männer, Modesünden gingen zum Glück an keinem vorbei. Fairness muss sein!

Uniform Sexsells1

Stilfrage

Nachdem wir uns nun ein wenig abseits von Uniformthematiken bewegt haben, kehren wir zum Ende zum Kern dieser Trek-Mode zurück. Schon immer gab es in den Episoden Fälle, in denen die Crews zu besonderen Outfits greifen mussten, um beispielsweise Ehrengäste zu empfangen oder eine feierliche Begebenheit zu besuchen. Die Rede ist natürlich von Gala-Uniformen!

Die schönsten Exemplare lieferte für mich ganz persönlich Star Trek: The Next Generation ab und kultivierte dies auch in den folgenden Kinofilmen. In der Serie waren die guten Stücke an den Stil der normalen Uniformen angepasst, zeichneten sich aber durch einen gänzlich anderen Schnitt aus, der an Roben erinnerte. Zugegenermaßen musste man für diesen Bekleidungsstil aber auch die passende Figur haben.

Da man später in den Filmen die Uniformen bekanntlich komplett änderte, mussten auch neue Ausgehleibchen her. Auch hier wurde man äußerst kreativ und schuf für Star Trek: Insurrection (Star Trek: Der Aufstand) eine weiße Version (in verschiedenen Ausführungen), die sich ausgesprochen gut auf der Leinwand machte und sogar in den anderen Serien (wie Star Trek: Deep Space Nine) Verwendung fand.

Uniform Gala

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Verleger, Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Dazu läuft mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe. Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

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