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Star Trek: Die vielen Auftritte eines Mannes namens Riker

Kaum jemand ist seit Ende der achtziger Jahre in Star Trek so omnipräsent wie Jonathan Frakes alias Riker. Wir haben uns mal seine verschiedenen Auftritte genauer angeschaut und uns auf Zeitreise begeben.

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von Björn Sülter

Sunnyboy

Zum Start der Next Generation im Jahr 1987 war die Rollenverteilung klar: Picard stellte den Typus weiser, erfahrener Captain dar (obwohl Patrick Stewart zu diesem Zeitpunkt gerade mal 47 Jahre jung war!), Jonathan Frakes spielte mit dem ersten Offizier Commander William T. Riker den Draufgänger, Womanizer und Sprücheklopfer und übernahm somit den vakanten Kirk-Part aus der Originalserie. Markant ist bis heute, dass Frakes damals noch ohne Bart zu sehen war, was ihn nur noch jünger wirken ließ (als er mit seinen 35 Jahren ohnehin auch war).

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Der Bart

Mit dem Start des zweiten Jahres trug Frakes dann jedoch seinen ebenso markanten Vollbart, der auch eine ganze Weile überleben sollte. Die meisten Fans werden sich vermutlich auch genau so an ihn erinnern und die Nummer Eins von Captain Picard mit diesem Look schätzen gelernt haben.

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Plötzlich Thomas

Während der sechsten Staffel der Serie trug es sich in der Episode Second Chances (Riker:2=?) zu, dass Commander William T. Riker einen Doppelgänger erhielt. Schuld war mal wieder der Transporter, der Riker acht Jahre zuvor (!) auf einer anderen Mission dupliziert hatte. Seitdem war der "falsche Riker" auf dem Planeten gestrandet gewesen. Erfreulicherweise ließ man zu, dass am Ende beide überlebten und der zweite Riker künftig als Thomas Riker leben wollte. Innerhalb von TNG tauchte er aber leider nie mehr auf.

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Blick in die Zukunft

Im Serienfinale All Good Things... (Gestern, heute, morgen), das circa 2395 spielte, durfte Jonathan Frakes sein zukünftiges Selbst darstellen: Admiral Riker! Dieser war durch vergangene Ereignisse verbittert und wollte seinem Ex-Captain zunächst weder Glauben schenken noch helfen. Doch am Ende stand er Picard wie immer zur Seite.

Spannend ist in diesem Zusammenhang natürlich, wie die Make-up-Artists Frakes im Jahr 1994 auf alt schminkten, während wir ihn dann später (natürlich gealtert) in Star Trek: Picard wirklich als Riker dieser Zeit sehen durften. Doch dazu kommen wir noch.

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Der Falsche

Groß war die Freude, als Commander William T. Riker während der dritten Staffel von Star Trek: Deep Space Nine in der Episode Defiant der Raumstation einen Besuch abstattet und sich mit Kira Nerys anfreundete. Allerdings entpuppte er sich als Doppelgänger Thomas Riker und wollte das kleine Kampfschiff stehlen! Als die Situation am Ende bereinigt werden konnte, gab es noch einen Kuss zwischen der Bajoranerin und dem Womanizer, bevor dieser in eine mehr als ungewisse Zukunft beamte ...

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Stippvisite

Einen Mini-Auftritt legte Frakes als Riker auch in Star Trek: Voyager hin, als der omnipotente Q ihn quer durch die Quadranten transportierte, wo er auf diese Weise an der Seite von Maury Ginsberg und Isaac Newton der kleinen Verhandlung rund um den Q namens Quinn beiwohnte. Seine Erinnerung an diesen Vorfall wurde jedoch beim Rücktransport gelöscht.

Riker Voyager

Movie-Man

Natürlich wechselte Frakes wie die gesamte Crew nach dem Ende der Serie im Jahr 1994 mit ins Kino. In Star Trek Generations (Star Trek: Treffen der Generationen) war er dann auch direkt im Fokus, als er mit dem Schiff abstürzte.

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DOPPELJOB

Mit dem zweiten Kinofilm der Crew auf der großen Leinwand erhielt Jonathan Frakes dann neben seiner Rolle als Riker auch die Regie. Für viele Fans ist Star Trek: First Contact (Star Trek: Der erste Kontakt) bis heute einer der besten Streifen der Reihe, was nicht zuletzt auch Frakes zu verdanken ist. Sein Riker kommt zudem so gelöst wie nur selten zuvor daher und untermauerte den Status als Fanliebling.

Riker First

BART AB!

Auch beim Folgeabenteuer Star Trek: Insurrection (Star Trek: Der Aufstand) durfte Frakes wieder die Regie übernehmen. Diesmal hatte er mit dem Drehbuch zwar nicht ganz so viel Glück, seine Arbeit gab aber dennoch kaum Anlass zur Kritik. Im Verlauf des Films flammten die Gefühle zwischen Riker und Troi wieder auf, was dazu führte, dass Riker sich den Bart abrasieren ließ und im restlichen Film wieder so auftrat, wie in der ersten Staffel der Serie rund ein Jahrzehnt zuvor!

Riker Insurretion

Einmal noch

Den letzten großen Auftritt seiner Generation im Kino erlebte Jonathan Frakes dann wieder nur als Riker, nicht auf dem Regiestuhl. In Star Trek: Nemesis gab es für den Recken nicht allzu viel zu tun, sieht man vom Kampf gegen den Viceroy des Shinzon und von der Hochzeit mit Deanna Troi einmal ab. Danach ging die Kinoreihe der Next Generation in Rente, für Frakes und Riker war aber noch lange nicht Schluss ...

Riker Nemesis

GESCHENK ODER NICHT?

Bis heute kann man hitzige Debatten darüber erleben, ob die letzte Episode von Star Trek: Enterprise nun ein Geschenk an die Fans oder ein kolossaler Reinfall war. Jonathan Frakes konnte zwar im Grunde gar nichts dafür, ist aber als essenzieller Teil der Handlung natürlich eng mit dieser Frage verbunden. Man strukturierte das Serienfinale von Archer und Co so, dass Riker sich zur Zeit von TNG (und genauer während der Episode The Pegasus (Das Pegasus-Projekt), auf dem Holodeck herumtrieb, um sich dort historische Aufzeichnungen der NX-01-Mission anzusehen. Am Ende schaltete er an der Seite von Troi dann das Holodeck aus und brach Archers große Rede ab. Für viele handelte es sich hierbei um einen echten Fehlschlag der Macher, Frakes traf aber freilich keine Schuld.

Riker Enterprise

Weisheit des Alters

Zur Freude vieler Fans tauchte Riker auch im Rahmen der ersten Staffel von Star Trek: Picard auf. Zunächst erlebten wir ihn eine ganze Weile nach seiner Zeit als Captain der USS Titan an der Seite seiner Ehefrau Deanna Troi und Tochter Kestra auf dem Planeten Nepenthe. Am Ende der Staffel kehrte er dann sogar noch als temporärer Kommandant der USS Zheng He zurück und stand seinem Ex-Captain bei.

Riker Picard

Wieder Jung

Für die zweite Animationsserie Star Trek: Lower Decks überlegte man sich etwas ganz besonderes. Jonathan Frakes durfte endlich die Rolle spielen (beziehungsweise sprechen), die ihm im Real-TV versagt blieb: als Captain Riker von der USS Titan! An seiner (gezeichneten) Seite erlebten wir obendrauf noch Marina Sirtis als Deanna Troi. Für den Moment war das zwar nur ein kleiner Gag, doch wissen wir bereits, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen und sein letzter Auftritt noch nicht gesendet wurde ... Riker will be back!

Riker Lower

DAHINTER

Über die Jahre ist aus dem Mann vor der Kamera aber auch (und sogar primär) der Mann hinter der Kamera geworden. Nach acht Episoden bei TNG, jeweils drei bei DS9 und Voyager sowie dem achten und neunten Kinofilm seiner eigenen Crew wechselte er zu Discovery, wo er bisher sechs Episoden verantwortete. Hinzu kommen zwei Arbeiten an der ersten Staffel von Picard. Seine Vita in Sachen Trek kann sich also absolut sehen lassen: 22 TV-Abenteuer und zwei Kinofilme als Regisseur und Auftritte als Schauspieler in sechs (!) Trek-Serien und vier Filmen lassen Jonathan Frakes zu einer absoluten Franchise-Legende werden. Dass der Mann dazu noch wahnsinnig sympathisch ist, tut sein Übriges. Nicht vor der Kamera mitgespielt hat er einzig in der Originalserie (logischerweise...), der ersten Animationsserie aus den 70ern, auf der USS Discovery und in den Short Treks. Doch was nicht ist, kann ja (zum Teil) noch werden ...

Für die Zukunft wird er Discovery und Picard als Regisseur erhalten bleiben und auch bei Strange New Worlds diese Funktion übernehmen. In Lower Decks wird er erneut seinem gezeichneten Pendant die Stimme leihen. Frakes bleibt also ein wichtiger Teil des Franchises; und das ist gut so!

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