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Star Trek: Discovery - 5 Wünsche an Staffel 2

Am Freitag geht es auch in Deutschland wieder los - Star Trek: Discovery startet in die zweite Staffel. Unser Star-Trek-Experte freut sich auf die neuen Abenteuer, hat aber auch 5 Dinge auf dem Zettel, die er sich wünscht.

Star Trek: Discovery

Präsentiert von: Björn Sülter


Die erste Staffel von Star Trek: Discovery hatte nach einer durchaus belasteten Produktionsgeschichte mit den ersten fünfzehn Episoden die Gemüter weltweit gespalten.

Mit neuem Schwung soll es nun in ein reibungsloseres Jahr gehen. Mit dabei: Captain Pike (Anson Mount), Spock (Ethan Peck) sowie die bekannten Saru (Doug Jones), Stamets (Anthony Rapp), Voq/Tyler (Shazad Latif), Tilly (Mary Wiseman), Dr. Culber (Wilson Cruz), Georgiou (Michelle Yeoh), L'Rell (Mary Chieffo) und natürlich Michael Burnham (Sonequa Martin-Green).

Doch was kann man vom zweiten Jahr der Serie erwarten? Wenn man den Produzenten und Autoren um Alex Kurtzman glauben darf, erwarten uns eine spannende, zusammenhängende Geschichte, Charakterdrama, Forschergeist und Humor. Das klingt schon mal wirklich gut! Doch fünf Wünsche hätten wir trotzdem noch ...

Zeigt uns die Crew als Familie!

Wenn in der ersten Staffel eines deutlich zu kurz kam, dann die (positiven) Crew-Interaktionen. Einen Chefingenieur sahen wir nie, ebensowenig wie einen Chefarzt. Dr. Culber war sträflich unterrepräsentiert, Saru zwischendurch viel zu sehr im Hintergrund und die Brückencrew größtenteils namenlos und austauschbar. Dazu kam, dass sich der Captain als Schlimmling und der Sicherheitschef als Schläfer-Klingone entpuppten. Ein glückliches Händchen für Crewzusammenstellung sieht irgendwie anders aus. Doch gab es zwischen Saru, Burnham, Tilly und Stamets auch hoffnungsvolle Momente.

Außerdem versprechen die Macher nach dem Ende der Klingonen-Geschichte Abhilfe! Angeblich soll es direkt in der ersten neuen Episode eine Szene geben, in der Captain Pike die Brückencrew bittet, sich nach und nach namentlich vorzustellen. Man darf den Autoren an dieser Stelle durchaus Sinn für Humor unterstellen. Somit ist klar: Eine starke Idee haben sie immerhin schon einmal gehabt. Der Anfang ist gemacht. So darf es gerne weitergehen!

Star Trek: Discovery

Bringt Konsequenzen ins Spiel!

Es klingt fast wie ein schlechter Witz, dass eine Serie, deren Hauptfigur direkt zu Beginn wegen Meuterei ins Gefängnis wanderte, sich mit der Frage nach echten Konsequenzen auseinandersetzen muss. Doch leider war dies der letzte Moment, in dem die Autoren das Verhalten der Figuren so gut durchdachten, dass das Endergebnis zu den Taten passte.

Burnham fiel nach ihrer Rückkehr zunehmend mit weiteren Befehlsverweigerungen auf. Am Ende nahm sie gar alles in die eigene Hand, ließ eine sadistische Besucherin aus dem Spiegeluniversum und eine klingonische Kriegsgefangene frei sowie den Mörder von Dr. Culber und gab letzteren beiden sogar noch eine Bombe mit. Das Ergebnis? Sie erhielt ihren Rang und ihren Posten zurück. Tilly kiffte beim letzten Einsatz (als es um das Wohl der Erde ging) und wurde ebenfalls belobigt. Noch "schlimmer" traf es aber die Verstorbenen: Culber wurde von Voq das Genick gebrochen, er kehrte dennoch postwendend in Flashbacks und nun zum zweiten Jahr sogar real zurück. Georgiou starb in der zweiten Episode und kam dennoch als böses Pendant aus dem Spiegeluniversum zurück. Einzig Lorca blieb tot - doch deutete Kurtzman bereits eine mögliche Rückkehr im dritten Jahr an.

Keine Frage: Die Autoren haben eindeutig Angst vor realistischen Konsequenzen. Auf Dauer macht das keinen Spaß. Damit sollte Schluss sein!

Lasst die Serie ihre Identität finden!

Es ist durchaus hübsch, wenn Figuren wie Harry Mudd, Sarek und Amanda auftauchen, Spezies wie die Klingonen, Andorianer oder Tellariten herumlaufen, ein Gorn-Skelett herumsteht, Tribbles gurren oder die Enterprise erwähnt wird. Auch haben wir uns alle bestimmt über die Erwähnung von Captain Archer, Matthew Decker und Captain April gefreut. Dass man nun aber die USS Enterprise auch wirklich zeigt, sowie Pike, Spock und Number One in die Serie wirft, beschwört eine Frage herauf: Haben die Autoren vielleicht einfach kein ausreichendes Vertrauen in die Prämisse und ihre eigenen Figuren?

Nach dem erneuten Retro-Flash mit den beliebten Besuchern von der Enterprise sollte man der Serie definitiv mal die Chance geben, auf eigenen Füßen zu stehen. Vielleicht können wir davon ja im zweiten Jahr auch schon etwas sehen.

Star Trek: Discovery

Schluss mit den WTF-Momenten!

Keine Frage: Die erste Staffel bot einige spannende Wendungen und Momente. Einige waren vorhersehbar, andere vielleicht nicht so sehr. Am Ende wirkte es jedoch zunehmend so, als wäre das Präsentieren immer neuer WTF-Momente die wichtigste Antriebsfeder der Macher gewesen. Dabei ist eine solche Häufung gar nicht nötig. Es wäre schön, wenn man an dieser Front für das zweite Jahr eine bessere Mischung finden würde.

Star Trek: Discovery

Antworten auf Kanonfragen

Viele Fans verstehen bis heute nicht, warum Michael Burnham unbedingt die bisher unbekannte Pflegetochter von Sarek und Amanda und somit Schwester von Spock sein musste. Auch der Sporenantrieb und andere Aspekte zogen viele kritische Blicke auf sich. Die Macher erklären von Beginn an gebetsmühlenartig, man wolle alle Diskrepanzen ausräumen. Bisher geschah das nicht. Nun, vielleicht ist dafür im zweiten Jahr ja etwas Platz. Danach könnten einige Fans sicher beruhigter schlafen und die Serie sich auf andere Dinge konzentrieren. Ein Prequel hat es schon schwer ...

Star Trek

Star Trek: Discovery startet in den USA am 17. Januar in die zweite Staffel. Immer einen Tag später legt Netflix auch in Deutschland die synchronisierte Fassung der vierzehn Episoden nach, die ohne Pause gezeigt werden sollen. Den Auftakt macht "Brother".

Buchtipp: SYFY präsentiert das umfassendste Sachbuch zu Star Trek in deutscher Sprache - jetzt auch als E-Book!

Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember liefert er mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe ab.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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