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Star Trek goes Orvillerama: Neue Zeichentrickserie angekündigt!

Nach Star Trek: Discovery und der neuen Picard-Serie gibt es nun weiteren Nachschlag: CBS kündigte heute offiziell eine neue Animationsserie mit dem Titel Star Trek: Lower Decks an. Hinter dem Projekt steckt ein Autor von Rick & Morty.

Star Trek

Präsentiert von: Björn Sülter


Zunächst klingt es wie ein Scherz: CBS kündigte heute eine weitere Star-Trek-Serie mit dem Titel Star Trek: Lower Decks an, die uns beispielsweise erklären wird, wer auf dem unwichtigsten Raumschiff der Sternenflotte die gelbe Kartusche am Replikator wechselt, damit dieser weiter Bananen liefern kann.

When Fry met Ed

Bei der Serie handelt es sich um eine halbstündige Comedy, die im Zeichentrickstil die Erlebnisse eines Versorgungsteams auf einem der am wenigsten wichtigen Raumschiffe der Flotte nachzeichnen wird.

CBS All Access wird das Format in den USA zeigen, wie es in der restlichen Welt aussieht, steht noch in den Sternen. Es wurden auf Anhieb zwei Staffeln bestellt, wobei die Anzahl der Episoden noch unklar ist.

Auch ist nicht bekannt, wann im Star-Trek-Kanon die Serie anzusiedeln ist, von der Beschreibung wird aber klar, dass es sich bei dem Schiff nicht um die Enterprise, Defiant oder Voyager handeln kann. Vermutlich bekommen wir es eher mit einem gänzlich neuen Schiff zu tun. Der Macher der Serie, Mike McMahan, ist insbesondere für seine Arbeit an Rick and Morty bekannt. Jüngst gewann er dafür auch einen Emmy. Bereits seit der ersten Staffel ist er für einige der besten Episoden verantwortlich gewesen. Da McMahan als Fan der TNG-Crew gilt, wäre eine Ansiedelung im 24. Jahrhundert - parallel zu den großen drei Trek-Serien der 1990er-Jahre - keine Überraschung. Damit wären dann auch viele Voice-Cameos denkbar.

Alex Kurtzman, der seit einiger Zeit die Kontrolle über das TV-Franchise hat, sagte über McMahan:

“Mike won our hearts with his first sentence: ‘I want to do a show about the people who put the yellow cartridge in the food replicator so a banana can come out the other end.’ His cat’s name is Riker. His son’s name is Sagan. The man is committed. He’s brilliantly funny and knows every inch of every ‘Trek’ episode, and that’s his secret sauce: he writes with the pure, joyful heart of a true fan. As we broaden the world of ‘Trek’ to fans of all ages, we’re so excited to include Mike’s extraordinary voice.”

Der Ansatz mit dem weniger wichtigen Schiff und der nicht ganz so relevanten Crew klingt derweil aber auch ein wenig nach einer anderen aktuellen SF-Show: The Orville. Auch dort kämpft eine Horde Nobodys um ihren Ruf und ist Woche für Woche bemüht, nicht zu viel Chaos anzurichten.

The Orville

Doch erinnert das Ganze auch noch an eine andere Serie: In Futurama hatten wir es mit der durchgeknallten Crew von Planet Express zu tun, die als intergalaktischer Botenservice verrückte Abenteuer in einer Welt der Zukunft zu bestehen hatte. Rührt man beide Formate in einen Topf, erhält man unter Umständen eben jenes Star Trek: Lower Decks. Und das wäre nicht mal schlecht!

Futurama

Überlegt man sich zudem, dass The Orville in vielerlei Hinsicht eine mehr als deutliche Hommage an das Star Trek der 1990er-Jahre darstellt (böse Zungen sprechen von Plagiat) und Futurama ebenfalls nie einen Hehl aus der Liebe zu Trek gemacht hat, könnte man bei Star Trek: Lower Decks fast denken, dass CBS, das sich angesichts der Abenteuer der Orville erstaunlich ruhig verhalten hatte, den "Gefallen" des Konkurrenten FOX nun erwidert, und sich seinerseits bei den Kollegen bedient: The Trek-Franchise strikes back!

Witzig, Teil I

Der Serientitel ist gleichzeitig auch der Titel einer Episode aus Star Trek: The Next Generation. Doch es gibt auch noch eine weitere Parallele zu dem Abenteuer aus der siebten Staffel: Auch dort drehte sich die Handlung um Crewmitglieder, die nicht ständig im Mittelpunkt des Interesses standen. Das Autorenteam aus Ronald Wilkerson und Jean Louise Matthias (Drehbuch: Rene Echevarria) erzählte dabei von vier Kadetten, die unerwartet in eine geheime Mission hineingezogen wurden. Besonders spannend war jedoch, dass diese auch das Verhalten der uns bekannten Hauptfiguren kommentierten und diese somit in einem anderen Licht als üblich erscheinen ließen.

Star Trek

Witzig, Teil II

Die Idee, untere Ränge in einer Crew zum Fokus einer Serie zu machen, hatte eigentlich auch ein gewisser Bryan Fuller schon gehabt. Seinen Aussagen im Vorfeld zur Produktion von Star Trek: Discovery nach zu urteilen, hatte man dort eigentlich ebenfalls das Treiben abseits der Brücke, abseits des Captains und somit abseits der wichtigen Entscheidungen auf einem Raumschiff beleuchten wollen. Michael Burnham galt in diesem Zusammenhang als Anker der Handlung und ranghöchster Offizier im Team der weniger wichtigen Figuren. Dass es nicht dazu kam und die Serie schnell zu einer von der Machart typischen Trek-Serie mit verschiedenen Figuren auf Schlüsselpositionen wurde, ist vermutlich dem Abgang Fullers zuzuschreiben. Spannend, dass man den Ansatz nun noch einmal verfolgt - wenn auch in einem völlig anderen Kontext.

Es war schon einmal ein Zeichentrek

Rückblick: Für Star Trek wird dies übrigens nicht der erste Abstecher in die Welt der gezeichneten Charaktere sein. 22 Episoden strahlte man 1973 bis 1974 von Star Trek: The Animated Series aus, erreichte trotz Originalstimmen aber weder die älteren, noch die jüngeren Fans. Vielleicht war die Welt damals noch nicht reif für Zeichentrek. Ob Mike Mahan mit seiner Idee nun der große Wurf gelingen wird? Verlockend klingt das Ganze in jedem Fall!

Star Trek

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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