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Star Trek: Lower Decks: Staffel 1 Blu-Ray-Box – Ein Must-Have für Fans

Während man uns bekanntermaßen die vierte Staffel von Star Trek: Discovery noch eine Weile vorenthalten wird, dürfen Fans ganz ungeniert zum ersten Jahr von Star Trek: Lower Decks greifen. Wir haben uns das gute Stück für Euch angesehen.

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von Reinhard Prahl

Eigentlich wäre es an dieser Stelle angesagt gewesen, die erste Folge von Star Trek: Discovery, Season 4 namens Kobayashi Maru zu rezensieren. Bekanntermaßen machte uns die neue Veröffentlichungspolitik von CBS einen Strich durch die Rechnung und wir müssen uns noch ein wenig gedulden, bevor wir in Deutschland in den Genuss kommen, die Folge sehen zu dürfen. Zum Glück gibt es aber auch so genug zu berichten. Da wäre unter anderen die Veröffentlichung der Blu-Ray-Box der ersten Staffel von Star Trek: Lower Decks, die seit dem 18.11.2021 verfügbar ist. Und die hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich.

Das Konzept

 Die Staffel-Box kommt mit einem interessanten Konzept daher, das wir in ähnlicher Form bereits von anderen Star-Trek-Releases kennen. Das Menü ist funktional im Design und praktikabel in der Anwendung. Für ein wenig Unterhaltung bei der Anwahl sorgt ein Ausschnitt aus dem grandiosen Score von Chris Westlake. Einen Button mit der Bezeichnung ›Extras‹ oder ›Specials‹ suchen wir aber vergebens. Angesichts des hohen Preises von knapp 37 Euro und der relativ kurzen Laufzeit von 251 Minuten erscheint dies zunächst ein wenig enttäuschend – zumindest so lange, bis man die Episoden anwählt. Mit einem Klick auf den Button enthüllt sich nämlich, dass jede einzelne Folge spezifisch zu ihr passende Features enthält, eine tolle Idee.

Disc eins

Auf dem ersten Silberling sind entsprechend nicht nur die ersten fünf Geschichten enthalten, sondern auch eine Reihe von jeweils circa 4 bis 6 Minuten langen Mini-Dokus. Die ›Lower Decktionarys genannten Featurettes decken ein breites Themenspektrum ab und sind zum Teil hochinteressant. Zu Episode eins, First Contact, gesellt sich der Beitrag Beitritt zur Sternenflotte, im dem es um die Entstehungsgeschichte der Serie geht. Scrollt man im Drop-Down-Menü eins tiefer, startet ein kurzer Bericht über die Full Animatics (gefilmte Storyboards). Besonders spannend ist das nächste Featurette mit dem Namen Nicht gezeigte Animatics, das ein Äquivalent zu den beliebten deleted Scenes bei Realfilmen darstellt.

Weitere Featurettes befassen sich mit der Ausarbeitung der Alienrassen in Lower Decks (Aliens unter uns), dem Animationsprozess, den Titelsequenzen und dem Art- und Figurendesign. Zu Wort kommt möglichst viele der Filmschaffenden, die einen entscheidenden Beitrag zur Show leisten. Mit dabei sind unter anderem Mike McMahan, Alex Kurtzman, Co-Executive Aaron Baiers, die ausführende Produzentin Heather Kardin und Super Vising Director Juno Lee, der für die möglichst korrekte Umsetzung der Serienbibel verantwortlich zeichnet. Einige der Regisseure und Sprecher kommen ebenfalls zu Wort, das ist vorbildlich.

Disc zwei

Der zweite und letzte Datenträger bricht insofern mit dem Konzept, als sich neben den Episoden-bezogen Features auch ein eigener Button mit ›Extras‹ im Menü findet. Die beiden dort untergebrachten Dokus fallen insofern aus dem Rasta, als dass sie länger als die Folgen-begleitenden Beiträge sind. Die Gesichter der Flotte, in der alle Synchronsprecher zu Wort kommen, ist etwa knapp 25 Minuten lang. Die Schauspieler erzählen ausführlich und äußerst unterhaltsam davon, wie sie ihren Figuren Leben einhauchen und zur Charakterisierung beitragen. Mit einer Spieldauer von zehn Minuten schließt sich der Kurzbericht Vor aller Augen versteckt an. Wie man sich leicht denken kann, geht es hier um die zahlreichen Easter Eggs in der Serie, wobei vor allem die für Fans interessant sind, die man nicht auf den ersten Blick erkennt.

Als Anhang zur Episode sechs findet sich Das Holodeck, in dem die Sprecher nicht ganz ernst gemeint und sehr witzig über die geheimsten Holodeck-Wünsche ihrer Figuren sprechen. Zur Folge Much Ado About Boimler gibt es einen Beitrag zur Division 14 und Veritas wartet mit Deck-Dynamiken auf, in der es um die Figuren im Verhältnis zu ihrer Zeichentrickumgebung geht. Für Crisis Point haben sich die Macher etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Nach dem Feature über Die Musik von Lower Decks ist ein wahnsinnig witziger Trailer zur Folge zu sehen, der passenderweise einem Kinofilm zur Ehre gereicht hätte. Die ganze Familie hält als letztes Special einige Überraschungen bereit. Vor allem Mike McMahan plaudert in einer bestimmten Sache aus dem Nähkästchen und manch ein Star-Trek-Fan wird sich an dieser Stelle garantiert an sich selbst erinnert fühlen, versprochen.

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Fazit

Mit 37 Euro ist der Preis für die Blu-Ray-Box sicherlich etwas arg hoch angesetzt. Immerhin gibt die ganze Staffel nicht mehr als 251 Minuten Laufzeit her, wovon nur etwa 220 auf den Inhalt der eigentlichen Episoden angerechnet werden dürfen. Die restlichen 31 Minuten gehen zulasten von Intro und Outro. Bedenkt man, dass ein Marvel-Film im besten Fall um die 150 Minuten lang ist und bei einem Kaufpreis von knapp 19 Euro oft Specials von zweieinhalb Stunden und mehr enthält, erscheint die Kalkulation vielleicht doch ein wenig hoch. Allerdings hat sich Paramount bei der Zusammenstellung der Kompilation redlich Mühe gegeben. Es werden fast alle Themenfelder beackert, die einen Fan interessieren könnten, die wichtigsten Filmschaffenden kommen zu Wort inklusive Animationskünstler, Art-Designer, Komponist, Sprechern, Produzenten, Drehbuchautoren und Regisseure.

Lediglich einige Audiokommentare, zumindest zur Pilotfolge und für das Finale, fehlen bei näherer Betrachtung. Das ist durchaus schade, weil gerade kommentierte Episoden oft einen intensiveren Eindruck über die Arbeitsweise der Beteiligten, deren Überlegungen, Gefühle und Motivation offenbart. Auch die Gestaltungsweise hätte ein wenig Fan-freundlicher ausfallen dürfen. So fehlt ein optisch schöner Pappschuber ebenso, wie ein Booklet. Wer allerdings schnell zuschlägt, kann die Staffel zurzeit wesentlich günstiger, für rund 25 Euro, ergattern. Wer noch weniger ausgeben möchte, kann übrigens auch zur DVD greifen, dir für rund 18 Euro zu haben ist.

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