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Star Trek: Lower Decks - Vorfreude auf die neue Serie

Am 6. August startet in den USA und Kanada die neue Serie Star Trek: Lower Decks, deren Macher eine Animationsserie für Erwachsene präsentieren wollen, die dennoch in den offiziellen Kanon gehört. Wir haben uns angeschaut, was die Fans erwartet und sprachen mit Berufs- und Hobbytrekkies über ihre Wünsche zur neuen Serie.

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von Björn Sülter

Es ist mal wieder Zeit für eine neue Star-Trek-Serie! Zwar kommen zum Start nur die USA und Kanada in den Genuss der neuen Abenteuer, Deutschland wird wie der Rest der Welt aber zeitnah versorgt werden. Die Corona-Pandemie hat auch in Hollywood (und im Bereich der deutschen Synchronisation) einige Zeitpläne durcheinandergewürfelt. Da zudem Lower Decks und Discovery ihre Positionen in Sachen Ausstrahlung tauschen mussten, wurden international einige vom frühen Ausstrahlungstermin kalt erwischt. Hoffen wir auf eine schnelle Lösung!

Blicken wir nun trotz aller Problemchen auf das, was uns erwartet. Wir schreiben Donnerstag, den 6. August 2020. Nach dem 8. September 1966, dem 8. September 1973, dem 28. September 1987, dem 3. Januar 1993, dem 16. Januar 1995, dem 26. September 2001, dem 24. September 2017 und dem 23. Januar 2020 ist es das neunte Mal (!), dass in den USA eine neue Star-Trek-Serie an den Start geht. Fünfmal ging es dabei im September los, dreimal im Januar und nun zum ersten Mal im August. Nach der ersten Zeichentrickserie aus den siebziger Jahren ist es das zweite Mal, dass man uns gezeichnetes Trek beschert. Nach sechs frei zugänglichen Serien haben wir es zudem mit der dritten Streamingserie zu tun.

Wer, wie der Autor dieses Artikels, bereits zum siebten Mal (oder sogar häufiger) quasi live dabei ist, kann vielleicht auch die mit einer neu startenden Trek-Serie verbundenen Magie spüren.

Doch was erwartet uns eigentlich?

Neue Helden

Neue Serie, neues Schiff, neue Crew. Nach dieser simplen Formel erhalten wir auch diesmal eine gänzlich unbekannte Riege an Figuren. Diese splitten sich jedoch auf. Auf der einen Seite stehen die Brückenoffiziere, also jene, die in allen anderen Serien den Fokus bilden.

In diesem Fall sind das Captain Carol Freeman (Dawnn Lewis), sein erster Offizier Commander Jack Ramson (Jerry O'Connell), Lieutenant Shaxs (Fred Tatasciore), Dr. T'Ana (Gillian Vigman) und Chefingenieur Lt. Commander Andy Billups (Paul Scheer).

Auf der anderen Seite stehen die sogenannten Lower Decks, angehende Offiziere, die weniger wichtige Arbeiten verrichten und von den Dramen auf der Brücke meist nur am Rande erfahren. Sie sind es, die diesmal den Mittelpunkt des Interesses bilden.

Zur illustren Vierergruppe gehören Ensign Sam Rutherford (Eugene Cordero), Ensign Beckett Mariner (Tawny Newsome), Ensign Brad Boimler (Jack Quaid) und Ensign D’Vana Tendi (Noël Wells). Sie werden uns die Abenteuer bringen, von denen sonst keiner erfährt. Wer reinigt das Holodeck? Wer wechselt am Replikator die Farbkartusche, damit die Banane gelb herauskommt? Wir dürfen gespannt sein.

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Alte Zeitlinie

Das neue Schiff der Serie ist die USS Cerritos. Bei ihr handelt es sich um ein Schiff der California-Klasse und ihre Registrierung lautet NCC-75567. Die Cerritos passt sich visuell gut in den bestehenden Kanon ein und erinnert an einige andere bekannte Modelle. Das muss sie auch, da die Serie im Jahr 2381 und somit gut ein Jahr nach den Ereignissen aus Star Trek: Nemesis angesiedelt ist. Für uns Fans heißt das, wir erhalten ein echtes Sequel zu den klassischen Serien von TNG über DS9 bis Voyager. Da die Originalserie wie auch Star Trek: Enterprise und Star Trek: Discovery deutlich früher spielen, werden sie vermutlich hier keine große Rolle einnehmen. Aus den anderen drei Serien könnten jedoch theoretisch alle Figuren auftauchen. Macher Mike McMahan hat bereits bekanntgegeben, dass schon in der ersten Staffel einige Legenden der anderen Serien ihre Charaktere wiederbelebt haben. Wir sind gespannt!

Auch wenn es vielleicht nicht zu erwarten war: McMahan und sein Team haben sich eindeutig dem Kanon verschrieben und möchten ihre Serie in all das einpassen, was vorher und nachher bekanntermaßen in den Serien und Filmen geschieht. Wie immer ist das natürlich keine leichte Aufgabe, die durch den visuellen Stil und den Comedy-Faktor noch erschwert wird. Wir drücken dennoch alle Daumen und sind bestimmt auch bereit, das eine oder andere Auge zuzudrücken, wenn das neuartige Format hier und da mal nach mehr Freiheiten verlangt als eine Realserie.

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GUTE WÜNSCHE

Zum Schluss haben wir uns noch ein wenig bei einigen Zeitgenossen umgehört, die sich von Berufswegen und/oder auch aus Leidenschaft viel mit Star Trek beschäftigen. Was wünschen diese sich von Star Trek: Lower Decks oder was wünschen sie der Serie?

"Ich wünsche Lower Decks einen guten Start und ein unvoreingenommenes Publikum; das Star-Trek-Universum expandiert in ganz neue Bereiche — das finde ich wunderbar und hoffe, dass die Reise auf der Cerritos lustig wird." (Benjamin Stöwe, Synchronsprecher u. a. von Dr. Hugh Culber aus Star Trek: Discovery, Kurator vom Raumschiff Eberswalde)

"Ich hoffe, Lower Decks schafft es, einen ähnlichen Humor wie Rick and Morty einzufangen und diesen passend auf Star-Trek-Franchise zuzuschneiden, ohne Star Trek der Lächerlichkeit preiszugeben." (Torben Kessler, Marketingmanager von SYFY)

"Möge Lower Decks für Star Trek das werden, was die ersten Staffeln Simpsons für Sitcoms waren." (Claudia Kern, Autorin)

"Ich freue mich darauf, die Charaktere kennen zu lernen, weil sie wohl wirklich Substanz haben sollen und auch die Geschichten pro Episode eher an dem Star Trek ausgerichtet sind, das wir noch aus den neunziger Jahren kennen. Gleichzeitig freue ich mich auf die Comedy, weil die Macher um meinen Namensvetter nicht nur flachen, sondern tatsächlichen Star-Trek-Humor eingebaut haben sollen. Die erste Staffel wurde jetzt recht zügig fertig gestellt, da Discovery aufgrund der Krise Monate nach hinten verschoben wurde. Wenn wir es denn mal hier sehen, ist meine Vorfreude groß und ebenso meine Hoffnung, dass wir die Eile nicht sehen werden. Ich freue mich!" (Mike Hillenbrand, Autor 40 Jahre Star Trek, Star Trek in Deutschland, TREKminds)

"Ich bin generell offen für jede neue Serie und wie immer hoffe ich vor allem, dass sie richtiges Klingonisch verwenden!" (Lieven L. Litaer, Klingonischlehrer & Autor Der kleine Prinz auf Klingonisch)

"Da die Serie ja im fiktiven Trek-Universum spielt, wünsche ich mir einen nachhaltigen Wiedererkennungswert zu bekannten Storys und Charakteren mit jeder Menge neuer Ideen. Auch der Funfaktor sollte in jedem Fall nicht fehlen!" (Jens Dombek, Cosplayer The German Spock)

"Dass Humor nicht zynisch oder gar bösartig sein muss, haben schon andere Comedy-Serien erfolgreich bewiesen, daher hoffe ich, dass Lower Decks eine positive Attitüde und den entsprechenden Witz mit der bekannten utopischen Werte-Struktur des Star-Trek-Universums verknüpfen kann." (Stefan Turiak, Journalist)

"Ich wünsche mir, dass Lower Decks einen ähnlich schönen, sich selbst ernstnehmenden Humor hat wie DS9, wo Star Trek eigentlich schon exzellent bewiesen hat, wie lustig es sein kann! " (Moritz Wolfart, Co-Pilot beim Podcast Planet Trek fm)

"Von Lower Decks erhoffe ich mir eine pfiffige Serie, die MIT Star Trek lacht anstatt ÜBER Star Trek, und die bei allem Humor nicht die Philosophie eines Gene Roddenberry vergisst." (Christian Humberg, Autor Star Trek: Prometheus, TREKminds)

"Ich wünsche mir von Lower Decks, dass es die Zielgruppe erreicht, für die es gemacht ist, dasss es das Star-Trek-Franchise entsprechend ergänzt und erweitert und man neben den ernstzunehmenden Geschichten aus Picard und Discovery mal ein bisschen lachen kann... Wie würde Kirk sagen? Das wird sicher ein Spaß!" (Gerhard Raible, Trekworld Marketing)

Vielen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen für die guten Wünsche an das neuste Trek-Kind! So lasst also die Spiele beginnen!

Star Trek: Lower Decks startet am am heutigen Donnerstag in den USA auf CBS All Access sowie in Kanada. Über den Deutschlandstart halten wir euch auf dem Laufenden. Unsere regelmäßigen Rezensionen und Podcasts zu den Episoden kann man dann bequem bei der Veröffentlichung der Abenteuer hierzulande auf SYFY.de nachlesen.

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