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Star Trek: Picard, Discovery, Short Treks & mehr

Die New York Comic Con brachte am vergangenen Wochenende zwei neue Trailer, Fotos und viele spannende Infos zu den aktuellen Projekten rund um das Star-Trek-Franchise. Unser Björn Sülter hat natürlich interessiert hingeschaut und fasst das Wichtigste zusammen.

Star Trek

Präsentiert von: Björn Sülter


Eine neue Comic Con bringt aktuell auch immer spannende neue Erkenntnisse über den Stand der verschiedenen Star-Trek-Projekte, die sich als sogenanntes Star Trek Universe über die nächsten Jahre entspinnen werden.

Wir haben alles über Picard, die Short Treks, Discovery, die Animationsserien, Sektion 31, die Kinofilme und weitere Möglichkeiten für euch zusammengefasst.

In der Kürze liegt die Würze: Short Treks

Nach diesem Motto präsentierten uns die aktuellen Trek-Macher bereits vier sogenannte Short Treks, die Harry Mudd, Tilly, Saru und eine bis dahin unbekannte Figur namens Craft in den Mittelpunkt stellten. Zwei dieser Short Treks waren sogar von großer Relevanz für die zweite Staffel von Star Trek: Discovery.

Die Rezensionen hier bei SYFY zu den ersten vier Abstechern (die inzwischen alle auf Netflix zu sehen sind) gibt es hier: Runaway, Calypso, The Brightest Star und The Escape Artist.

Mit sechs neuen Episoden geht dieses Format nun in die zweite Staffel. Zur großen Überraschung der Fans wurde das erste Abenteuer namens Q & A bereits jetzt auf CBS All Access in den USA freigeschaltet. In Deutschland hat sich noch kein Anbieter gefunden.

In Q & A geht es um die Ankunft von Ensign Spock (Ethan Peck) auf der Enterprise, wo er von Number One (Rebecca Romijn) begrüßt wird. Natürlich läuft nicht alles glatt, was zu einigen Problemen führt. In den nächsten Tagen lest ihr dazu an dieser Stelle eine ausführliche Rezension.

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Die weiteren Episoden werden nun monatlich veröffentlicht. Je noch eine im Oktober in wenigen Tagen, im November und im Januar und sogar zwei im Dezember. Die erste bis dritte Episode dreht sich um die Crew der USS Enterprise unter dem Kommando von Captain Pike, wobei die Oktoberepisode neben den Tribbles auch die USS Cabot ins Spiel bringt.

Die beiden Dezember-Episoden sind dann animiert und handeln von Abenteuern auf der USS Discovery, die letzte Episode ist dann wieder eine Real-Episode und zudem die direkte Vorgeschichte zu Star Trek: Picard.

Ausführliche Rezensionen zu allen Episoden und natürlich auch zu Star Trek: Picard gibt es wie gewohnt hier bei SYFY.

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Der alte Mann & die Zukunft: Picard

Nach dem ersten kurzen Teaser (mit Voice-Over) und einem ersten Trailer vor einiger Zeit brachte die Comic Con auch einen weiteren ausführlichen Blick auf die neue Serie rund um Jean-Luc Picard. Nachdem bereits letztes Mal Seven of Nine, Hugh und Data auftreten durften, gesellten sich an alten Recken diesmal noch Riker und Troi dazu.

Neben viel Action sortierte sich auch die Geschichte etwas besser, worauf wir in der Spoilerzone am Ende dieses Textes eingehen werden. Beim Panel in New York anwesend waren neben dem Produzententeam aus Alex Kurtzman, Kirsten Beyer, Michael Chabon (Showrunner), Akiva Goldsman und Heather Kadin auch Sir Patrick Stewart sowie seine Co-Stars Isa Briones, Santiago Cabrera, Michelle Hurd, Alison Pill, Harry Treadaway und Evan Evagora.

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Der deutsche Captain

Eine wichtige Information brachte der Trailer auch noch für die deutschen Fans mit sich. Das Synchronteam rund um Torsten Nobst ist zur Überraschung aller Fans in der Lage gewesen, Ernst Meincke zu einem Comeback als Jean-Luc Picard zu bewegen. Meincke hatte den Captain der Enterprise bereits als zweite Stimme nach Rolf Schult in der Serie gesprochen. Schult hatte dann in den Kinofilmen wieder übernommen, war aber 2013 verstorben.

Dass man nun mit Meincke eine vertraute und wunderbare Stimme gewinnen konnte, ist ein Geschenk für die Fans. Dazu gesellen sich zur großen Freude auch noch Michael Pan als Data, Anke Reitzenstein als Seven, Detlef Bierstedt als Riker und Eva Kryll als Troi. Somit kehrte man bei Picard und Riker zu den Stimmen aus der Serie zurück, die zuletzt in den Filmen nicht zum Zug gekommen waren. Dort hatte wie erwähnt Schult Picard (erneut) übernommen, Tom Vogt war ab Star Trek: First Contact als Riker zu hören gewesen. Eva Kryll, die erste Stimme der Troi, hatte bereits in den Kinofilmen wieder von Ulrike Lau übernommen, die man ab Mitte der vierten Staffel der Serie (nach dem Wechsel vom ZDF zu Sat.1) als Counselor gehört hatte.

Star Trek: Picard startet in den USA am 23. Januar 2020 auf CBS All Access. Wir bekommen die Serie immer einen Tag später und somit das erste Mal am 24. Januar 2020 via Amazon Prime zu sehen.

Laut Alex Kurtzman ist die zweite Staffel der Serie übrigens bereits in Arbeit. Man munkelt zudem, dass Amazon Prime sich bereits mehrere Staffeln der Serie gesichert hat.

Was derweil von wilden Gerüchten zu halten ist, dass Patrick Stewart am Ende des ersten Jahres aussteigen wird (und Picard sterben könnte) und es danach mit seiner neuen Crew auf einer potenziellen USS Picard weitergehen wird, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Anzeichen für einen derart schnellen Abschied des beliebten Mimen gibt es bisher keine. Von daher ist Panik an dieser Front sicher absolut unnötig.

Seht euch nun lieber erstmal den bereits synchronisierten Trailer zur ersten Staffel von der New York Comic Con an.

Spoilerzone

Wer möglichst spoilerfrei in die Serie gehen möchte, sollte an dieser Stelle nicht weiterlesen. Zwar handelt es sich bei dem nun Folgenden schlicht um Vermutungen auf Basis der Trailer, es ist aber anzunehmen, dass einige Aspekte stimmen könnten.

Wir wissen bereits, dass Captain Picard zum Ende seiner Karriere eine große Rettungsmission angeführt hat, bei der das "Unvorstellbare" passierte. Daraufhin setzt er sich in La Barre, Frankreich, auf dem Weingut seiner Familie zur Ruhe. Bei ihm ist sein Hund Number One.

Nach vielen Jahren wird Picard am Jahrestag der Rettungsmission interviewt. Eine junge Frau namens Dahj sieht ihn im Fernsehen und spürt eine Verbindung und Vertrauen. Sie besucht Picard in La Barre und bittet um Hilfe. Irgendwann zu dieser Zeit spielt vermutlich auch die Szene mit Data, als dieser ein Bild malt, welches Picard vervollständigen soll. Es handelt sich auch dabei um eine junge Frau.

Picard kehrt daraufhin zur Sternenflotte zurück, wird aber von einem Admiral abgewiesen. Offenbar herrscht Eiszeit zwischen dem ehemaligen Vorzeige-Captain und seiner Ex-Organisation.

Picard wendet sich daraufhin an verschiedene Personen. Dazu gehört Cristobal “Chris” Rios, der eine Art Han Solo mit eigenem Schmugglerschiff zu sein scheint, eine Ex-Bekannte namens Raffi Musiker und eine Kybernetikerin namens Dr. Agnes Jurati, die die Angelegenheit sehr persönlich nimmt. Auch der junge Romulaner Elnor gesellt sich dazu. In diesem Kontext sehen wir vermutlich auch die neue Heimat der übriggebliebenen Romulaner nach der Katastrophe auf Romulus (aus dem ersten Star-Trek-Reboot-Kinofilm, dessen Beginn somit nun offiziell auch zum Kanon dieser Zeitlinie gehört).

Doch auch Seven of Nine wird von ihm kontaktiert. Diese hat offenbar ein Faible für schwierige Fälle entwickelt, denen sonst keiner hilft.

Setzt man die Puzzleteile im Trailer zusammen scheint es, als würde die Sternenflotte an einer Androidenarmee arbeiten. Vielleicht ein Punkt, den Picard nicht mittragen wollte? Schließlich hatte er sich sehr für Datas Rechte eingesetzt.

Auch eine Borg-Forschungseinrichtung und der Ex-Borg Hugh spielen hier eine Rolle. Seven hat offenbar einen geliebten Gefährten an die Experimente verloren. Nur wen? Icheb?

Auch Deanna Troi und William T. Riker werden von Picard kontaktiert und aufgesucht, wobei unklar ist, zu welchem Zeitpunkt das geschieht. Das Ehepaar lebt offenbar in Alaska und hat mindestens ein Kind. Ob die beiden noch im aktiven Dienst sind, wird nicht klar. Es könnte sich ja auch um einen Urlaub handeln.

Wie das alles zusammenspielt, wer die Widersacher sind und was dabei am Ende herauskommen wird, ist zum Glück noch offen. Bis hierhin könnte das Obige jedoch durchaus nah an der Realität sein.

Spoilerende

Eine neue Welt, tausend Jahre voraus: Discovery

Wir wissen bereits, dass die USS Discovery am Ende der zweiten Staffel einen Sprung um 930 Jahre in die Zukunft unternommen hat.

Was die Crew dort erwartet, ist bisher noch ein Geheimnis. Der neue Trailer gibt jedoch ein paar Hinweise. Entweder ist die Föderation nicht mehr existent oder hat sich zumindest stark verändert.

Die Discovery-Besatzung und ganz besonders Michael Burnham könnte somit zu einer Art Hoffnungsträger für eine neue Föderation und die alten Werte der Organisation werden.

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Hinter den Kulissen

Alex Kurtzman machte klar, dass man in der dritten Staffel bei 13 Episoden bleiben werde und nicht wie zuvor zweimal eine Ausweitung der Staffel in Planung hat.

Bisher wurden sechs Episoden gefilmt, die letzten drei werden in Kürze bereits geschrieben. Es gab einen Dreh in Island, der Rest wird aber wie gewohnt im Großraum Toronto über die Bühne gehen.

Neben Burnham kehren auch Saru, Tilly, Stamets, Georgiou, Culber, Detmer und Owosekun definitiv zurück. Culber und Stamets werden außerdem wieder ein Paar sein. Wer Captain wird, wollten die Macher noch nicht verraten.

Es wird einen Besuch der Heimatwelt der Trill geben. Außerdem werden wir Cardassianer, Andorianer und Lurianer (die Spezies von Morn aus Star Trek: Deep Space Nine) zu sehen bekommen.

Zum Autorenteam gehören aktuell neben Kurtzman und Heather Kadin noch Jenny Lumet, Anne Cofell Saunders, Ken Lin, Alan McElroy, Kirsten Beyer, Brandon Schultz, Erika Lippoldt, Bo Yeon Kim, Chris Silvestri, Anthony Maranville, Sean Cochran und Kalinda Vasquez.

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Seht hier nun den neuen Trailer zur dritten Staffel von Star Trek: Discovery.

Der Rest vom Trek-Fest: Lower Decks & mehr

In Sachen Star Trek: Lower Decks (Animationsserie auf CBS All Access) und der Nickelodeon-Serie (für die zwar ein Titel feststeht, der aber noch nicht kommuniziert wird) gibt es wenig Neues zu berichten. Beide Serien haben Bestellungen für zwei Staffel erhalten, bei beiden wird sich die Produktion aufgrund der Machart noch etwas hinziehen. Während man mit Star Trek: Lower Decks eventuell schon 2020 (oder eben 2021) rechnen kann, wird sich die zweite Animationsserie vermutlich bis 2022 Zeit lassen.

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Auch in Sachen Sektion 31 geht es wie bereits kommuniziert voran. Die Macher verfolgen weiterhin den Plan, nach Fertigstellung der dritten Staffel von Star Trek: Discovery in die Produktion der ersten Staffel rund um Michelle Yeoh und ihre Georgiou einzusteigen. Bo Yeon Kim und Erika Lippoldt werden als Showrunner übernehmen und somit voraussichtlich das Produktionsteam der Discovery verlassen.

Die immer wieder ins Gespräch gebrachte Serie rund um Pike, Spock und Number One auf der Enterprise ist weiterhin eine Option, es gibt aber noch nichts Neues zu berichten. Die drei Short Treks sind aber immerhin schon mal ein kleines Geschenk an Fans, die sich genau so eine Serie wünschen würden.

Im Filmbereich ist es aktuell ruhig. Vermutlich warten alle Beteiligten den Remerger zwischen CBS und Viacom ab (wir berichteten). Quentin Tarantinos Projekt, das er gerne als Pulp Fiction in Space bezeichnet, gilt allerdings weiterhin als aussichtsreich. Wir werden euch selbstverständlich auch weiterhin auf dem Laufenden halten.

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Die Schwester im Geiste: The Orville

Auch wenn die Serie von und mit Seth MacFarlane nicht zum Star-Trek-Franchise gehört, haben viele Fans sie inzwischen lieb gewonnen und auf eine gewisse Art und Weise adoptiert. Daher sei an dieser Stelle kurz erwähnt, dass die Serie in den USA von FOX zu HULU und somit aus dem linearen TV zu einem Streamingdienst umziehen wird. Aktuell ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung nicht auf die Auswertung in Deutschland via ProSieben auswirken wird. Neue Abenteuer sind nach aktuellem Stand jedoch frühstens Ende 2020 zu erwarten.

Die Fans müssen zudem mit einer reduzierten Episodenbestellung rechnen. Zur Zeit rechnet man mit elf neuen Abenteuern, die aber dafür rund zehn Minuten länger sein werden als bisher.

The Orville

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember startete mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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