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Star Trek: Picard – Ein Held, viele Gesichter: Teil 2

Zum nahenden Start von Star Trek: Picard am 24. Januar befasst sich Star-Trek-Experte Björn Sülter heute mit den wichtigsten Picard-Momenten in Sachen Action. Was kann der Mann?

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Jean-Luc Picard ist untrennbar mit seinem Darsteller Sir Patrick Stewart verbunden, der die Rolle in sieben Staffeln von Star Trek: The Next Generation, vier Kinofilmen und sogar im Pilotfilm von Star Trek: Deep Space Nine darstellte.

Diesem gelang es gemeinsam mit dem Autorenstab der Serie, eine Figur für die Ewigkeit zu entwickeln und letztlich dafür zu sorgen, dass man Picard heute problemlos mit der anderen großen Ikone der Trek-Captains nennen kann: James T. Kirk alias William Shatner.

Doch was hat den französischen Teetrinker ausgemacht? Welche Eigenschaften sind unverkennbar Picard? In dieser mehrteiligen Reihe steuern wir bis zum Start der ersten Staffel von Star Trek: Picard gemeinsam auf diesen Kern zu und ergründen, was die Figur in der zwanzig Jahre nach Star Trek: Nemesis angesetzten Fortsetzung gerne noch definieren sollte oder sogar müsste. Machen wir mit etwas weiter, das die wenigsten Fans mit ihm in Verbindung bringen: den Part als Action-Hero!

Feuer frei!

Einen ersten kleinen Abstecher ins Action-Genre wagte Picard bereits in der ersten Staffel, als er in der Episode Conspiracy (Die Verschwörung) einer selbigen auf die Spur kommen musste. Nicht nur agierte er im Handlungsverlauf wie ein Hobby-Geheimagent, am Ende durfte er auch gemeinsam mit Commander Riker dem armen Sternenflottenkollegen Remmick auf Splatter-Art das Licht auspusten. Jeder Fan erinnert sich wohl bis heute an die eindeutig durch die Alien-Filme inspirierte Szene. Zielen konnte der Mann also schon immer.

Conspiracy Tng

Das Schiff gehört mir!

Es dauerte bis in die sechste Staffel, dass Picard ein weiteres Mal als Actionheld in Erscheinung treten konnte. Die Episode Starship Mine (In der Hand von Terroristen) war dann aber auch gleich als Wink an die Stirb-Langsam-Reihe mit Bruce Willis zu erkennen.

In der Episode übernahmen Terroristen die Enterprise, während die Crew Landgang genoss und das Schiff durchgecheckt werden sollte. Picard geriet nur durch Zufall in die Situation, gab sich zunächst als harmloser Frisör Mr. Mott aus und drehte schließlich mächtig auf, um sein Schiff wieder in die Gewalt zu bringen. In einer Mischung aus John McClane und MacGyver machte er dabei eine exzellente Figur und besiegte die Eindringlinge fast im Alleingang.

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Plötzlich Schmuggler

In der siebten und letzten Staffel der Serie erhielt Picard noch einmal die Chance zu glänzen. Im Zweiteiler Gambit (Der Schachzug) geriet der Captain in die Fänge von Schmugglern und galt für seine Crew zunächst als verstorben. Riker spürte seinen Vorgesetzten jedoch auf und musste mit ansehen, wie dieser sich zum Teil der Crew hochgearbeitet hatte und nun als skrupelloser Verbrecher Galen agierte.

Sir Patrick Stewart erhielt in dieser Episode die rare Chance, beide Seiten zu bedienen und als Picard auf der einen Seite kalkuliert und analytisch einen Plan zu verfolgen, nach außen aber den harten Kerl zu mimen.

Gambit

Hier wird der Schlussstrich gezogen!

Seinen größten Auftritt als Action-Ikone in Star Trek feierte Stewart im 1996 erschienenen zweiten Kinofilm der TNG-Crew. In Star Trek: First Contact (Star Trek: Der erste Kontakt) musste sein Captain Picard sich der Vergangenheit stellen und traf erneut auf die Borg und ihre Königin.

Dabei ging es insbesondere gegen Ende ans Eingemachte, als der finale Kampf um Data, die Enterprise und das Schicksal der Menschheit entbrannte und Picard sich als muskelbepackter, durchtrainierter und verschwitzter Macher im Unterhemd präsentierte. Wie Stewart einmal sagte, war er nie zuvor und danach so fit wie beim Dreh dieses Films.

Doch hatte er auch schon zuvor im Film eine ikonische Szene gehabt, die jedoch mehr in den Bereich durchgehende Emotionen gehörte. Im Wortduell mit Lily Sloane rastete der Captain förmlich aus, schrie und räumte seine geliebten Modellschiffe ab. Picard am Limit!

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Ein Mann, zwei Fäuste

Jean-Luc Picard gilt zurecht bei den meisten Fans als feingeistiger Denker und Philosoph, als Vaterfigur, Diplomat und Gewissen seiner Crew. Dass der Mann jedoch auch Vollgas geben konnte, ist unbestritten. Nun muss man für die neue Serie Star Trek: Picard aber selbstverständlich im Hinterkopf behalten, dass Darsteller Sir Patrick Stewart stramm auf die 80 Jahre zugeht. Zwar ist das insbesondere in der fernen Zukunft vermutlich kein hohes Alter mehr, in der Realität sind aber sowohl Stewart als auch Picard nicht mehr die Jüngsten.

Schaut man sich den muskelbepackten Körper Stewarts aus Star Trek: First Contact (Star Trek: Der erste Kontakt) an, dürfte klar werden, dass dieser dort in der körperlichen Blüte seines Lebens stand und sogar der Borg-Königin Contra geben konnte. Nun jedoch zeigen uns erste Szenen aus der neuen Serie, dass wir es mit einem in die Jahre gekommenen Menschen zu tun haben, den auch mal das Erklimmen einer Treppe aus der Puste bringt. Mit Fäusten und Muskelkraft wird Picard die Föderation also vermutlich nicht (mehr) retten können. Erinnern wir uns dennoch gerne an diese besondere Facette des kultivierten Teetrinkers.

Im nächsten Teil dieser Reihe befassen wir uns in einigen Tagen mit dem nächsten Aspekt von Picards Persönlichkeit.

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist im Oktober der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Im Dezember startete mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

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