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Star Trek: Picard – Ein Held, viele Gesichter: Teil 3

Zum nahenden Start von Star Trek: Picard am 24. Januar befasst sich Star-Trek-Experte Björn Sülter heute mit den wichtigsten Picard-Momenten in Sachen Familie. Wer steht ihm nahe?

Labarre

Jean-Luc Picard ist untrennbar mit seinem Darsteller Sir Patrick Stewart verbunden, der die Rolle in sieben Staffeln von Star Trek: The Next Generation, vier Kinofilmen, im Pilotfilm von Star Trek: Deep Space Nine und zuletzt im Short Trek mit dem Titel Children of Mars darstellte.

Stewart gelang es gemeinsam mit den Autoren, eine Figur für die Ewigkeit zu entwickeln und letztlich dafür zu sorgen, dass man Picard heute problemlos mit der anderen großen Ikone der Trek-Captains nennen kann: James T. Kirk alias William Shatner.

Doch was hat den französischen Teetrinker ausgemacht? Welche Eigenschaften sind unverkennbar Picard? In dieser mehrteiligen Reihe steuern wir bis zum Start der ersten Staffel von Star Trek: Picard gemeinsam auf diesen Kern zu und ergründen, was die Figur in der zwanzig Jahre nach Star Trek: Nemesis angesetzten Fortsetzung gerne noch definieren sollte oder sogar müsste. Heute geht es um den Familienmenschen und seine Beziehungen. Wer steht im nahe?

Familientragik

Drei Personen, die dem Captain der USS Enterprise sehr nahe standen, waren sein Bruder Robert, dessen Ehefrau Marie und Sohn René. Diese besuchte der Captain nach seinen Erlebnissen als Locutus in der Episode Family (Familienbegegnung) der vierten Staffel in La Barre, Frankreich, auf dem Weingut der Familie Picard. Hier zeigte sich auch, wie belastet das Verhältnis zu seinem traditionsbewussten Bruder war. Am Ende fanden die beiden jedoch ein wenig zusammen. Mit seinem Neffen René verband Picard jedoch mehr, da der kleine Junge ebenfalls von den Sternen träumte. Robert und René starben später in einem verheerenden Feuer, was Captain Picard in Star Trek Generations (Star Trek: Treffen der Generationen) von Marie erfuhr.

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Griff nach den Sternen

Über Picards Eltern, Maurice und Yvette Picard (geborene Gessard) ist derweil wenig bekannt. Mit seinem Vater hatte der spätere Captain als junger Mann viele Dispute auszufechten, weil er im Gegensatz zu seinem Bruder nach den Sternen griff, anstatt das Familienunternehmen zu übernehmen. Einen kurzen Blick auf ihn konnte man dank Q in der Episode Tapestry (Willkommen im Leben nach dem Tode) werfen. Yvette Picard tauchte früh in der Serie in der Episode Where No One Has Gone Before (Der Reisende) als Vision auf. Sie war, wie auch Marie Picard, viel moderater und moderner als ihr Ehemann und pflegte ein gutes Verhältnis zu beiden Söhnen.

Eltern Picard

Will they or won´t they

Glücklicherweise ersparten es uns die Autoren von Star Trek: The Next Generation, das Thema Liebe zwischen Picard und Dr. Bevery Crusher über Gebühr zu strapazieren. Dennoch gab es zwischen den beiden immer wieder eine latente Anziehung zu bewundern. Dabei war der Start eher holperig gewesen. Jack Crusher war ein enger Freund von Picard gewesen. Der spätere Captain der Enterprise hatte Beverly und Wesley dann vom Tod des Ehemanns und Vaters berichten müssen.

Später auf der Enterprise entspannte sich das Verhältnis aber merklich. Es gab Flirts unter dem Einfluss von Sporen, Eifersucht auf beiden Seiten, kurze Berührungen und das obligatorische gemeinsame Frühstück. Picard und Crusher waren enge Freunde. Oder doch mehr? Einmal wurde es besonders knapp. Als das Duo in der Episode Attached (Kontakte) der siebten Staffel gemeinsam gefangengenommen wurden und für eine Weile die Gedanken des Gegenüber hören konnte, erfuhren sie viel über ihre Gefühle. Am Ende wollte Picard die Sache gerne vertiefen, Crusher entschied sich aber für Freundschaft.

In der alternativen Zukunft von All Good Things... (Gestern, heute, morgen) schließlich erlebten wir die beiden dann trotzdem als geschiedenes Ehepaar. Im Roman/Hörbuch  Q sind herzlich ausgeladen durften wir sogar die komplizierte Hochzeit des Paares in La Barre nacherleben.

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Eine besondere Freundin

Auch zu Guinan pflegte Picard eine enge Bindung und ein Vertrauensverhältnis, das laut ihrer Aussage sogar weit über Freundschaft und Familie hinausging. Die erste Begegnung der beiden steht mit 1893 in einem eher ungewöhnlichen Jahr zu Buche. Doch trafen sie sich dort bei einer Reise in die Vergangenheit (Time's Arrow/Gefahr aus dem 19. Jahrhundert).

Als Guinan Ten Forward (Zehn vorne) auf der Enterprise übernahm, wurde sie zur Ratgeberin des Captains. Sie spielte auch mal in seinem Dixon-Hill-Holoroman mit oder genoss eine Partie Schach mit dem Captain. Als Echo half sie Picard in Star Trek Generations (Star Trek: Treffen der Generationen), einige Zusammenhänge zu verstehen. Und obwohl Guinan einmal äußerte, kahlköpfige Männer attraktiv zu finden, ging ihr Verhältnis nie über das hinaus, was beide offenkundig so sehr schätzten.

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Mehr als Kollegen

Auch wenn man Jean-Luc Picard eher als distanzierten Menschen kennt, war doch auch seine Crew auf der USS Enterprise seine Familie. Er vertraute seinem ersten Offizier Riker bedingungslos, pflegte ein enges Verhältnis zu Counselor Troi (und verheiratete die beiden sogar in Star Trek: Nemesis), schätze Worf und LaForge menschlich wie fachlich und stand ihnen immer zur Seite und kümmerte sich wie ein Vater um Wesley Crusher.

Mit einem Crewmitglied verband Picard jedoch noch etwas mehr: Data. Picard war fasziniert von dessen Effizienz und dem Versuch, menschlicher zu sein. Er war ihm Mentor, Freund und Kollege. Picard half, Datas Rechte zu klären (The Measure of a Man/Wem gehört Data?), unterstützte seine Bemühungen um "Tochter" Lal (The Offspring/Datas Nachkomme) und half ihm durch die schwere Zeit mit dem Emotionschip in Star Trek Generations  (Star Trek: Treffen der Generationen). Die gemeinsame Geschichte endete tragisch, als Data sich in Star Trek: Nemesis für seinen Captain und die Crew opferte und mit B-4 einen Androiden hinterließ, der zwar seine Erinnerungen besaß, aber nicht so weit entwickelt war. Data selbst war verloren. Dass die Geschichte um Picard und Data jedoch noch nicht auserzählt ist, wissen wir bereits aus den Trailern zu Star Trek: Picard. Man darf in der Tat sehr gespannt sein.

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Ausblick

Im letzten Teil dieser Reihe wenden wir uns vor dem Start von Star Trek: Picard in ein paar Tagen noch einem weiteren Aspekt zu. Ab Freitag geht es dann mit Vollgas in die Episodenbesprechungen!

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

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Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Verleger, Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek" ist der Auftakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" erschienen. Dazu läuft mit "Beyond Berlin" seine erste eigene Science-Fiction-Reihe. Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

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