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Star Trek: Picard - Trailergeheimnisse, Teil 1

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von Björn Sülter

Langsam wird es ernst! Am 24. Januar 2020 startet in Deutschland via Amazon Prime die nagelneue Serie Star Trek: Picard und bringt neben Patrick Stewart als Jean-Luc Picard unter anderem auch Brent Spiner als Data, Jonathan Frakes als Riker und Marina Sirtis als Troi zurück. Obendrauf bietet man uns mit Jeri Ryan als Seven of Nine sogar ein Crossover mit Star Trek: Voyager. Die bisherigen Trailer waren ohne Frage sehr vielversprechend. Doch einige Details sind vielleicht noch gar nicht jedem aufgefallen. Daher befassen wir uns in dieser und der nächsten Ausgabe dieser Reihe näher mit ein paar Details.

Bei einem guten Wein

Was dem geneigten Zuschauer an den Trailern natürlich sofort auffällt, ist die Fixierung auf das Weingut der Familie Picard, das offenbar Ausgangspunkt der neuerlichen Reise zu den Sternen des Helden der Serie ist. Fans wissen natürlich, dass Jean-Luc Picard aus einer traditionsreichen Familie von Weinbauern stammt, während Gelegenheitszuschauer vielleicht gar nicht groß Notiz davon nehmen werden.

Doch kennt man sich wirklich aus, weiß man um die reichhaltige Hintergrundgeschichte des Ex-Captains, den nicht nur eine komplexe Vergangenheit mit seinem Bruder Robert und dessen Sohn verband, sondern der auch eben jene beiden auf tragische Weise durch ein Feuer verlor. Dieser Vorfall führte bei Picard zu großen Zweifeln an seinen Lebensentscheidungen und seinem Platz in der Familiengeschichte. Offenbar ist post Star Trek: Nemesis dann irgendetwas mit ihm geschehen, das ihn schließlich zurück in die Heimat seiner Vorfahren getrieben hat und ihn eben an den Ort führte, den er einst als junger Mann mit großen Hoffnungen verließ.

Hoffen wir, dass diese spannende Hintergrundgeschichte einen Teil der Handlung der Serie einnehmen wird.

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Schluss mit düster

Die Uniformen sind ein spannendes Thema bei der neuen Serie. Als Picard das Sternenflottenhauptquartier betritt, kann man erkennen, dass die aus den letzten TNG-Filmen und DS9 bekannten Leibchen mit dem grauen Schulterteil und den farbigen Untershirts der Vergangenheit angehören. Offenbar ist die Sternenflotte nach den vielen Krisen wieder zu mehr Farbenfreude zurückgekehrt. Retrocharme ist schließlich immer ein Thema, auch in der Zukunft!

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Kontinuität

Doch gibt es auch noch das Thema Kommunikator zu besprechen! In einem Moment des Trailer sehen wir Picard mit seiner alten Version, die wir bereits aus TNG kennen. Diese wurde inzwischen aber offenbar generalüberholt. Der Witz dabei: Das neue Design sieht jenem verdammt ähnlich, das wir schon mehrere Male in Zukunftsvisionen der verschiedenen Trek-Serien erleben durften. Captain Beverly Picard trug es in All Good Things (Gestern, heute, morgen) aus Star Trek: The Next Generation ebenso wie Admiral Janeway in Endgame (Endspiel) aus Star Trek: Voyager.

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Gute Freunde ...

Beim Thema Data werden die Dinge bezüglich Star Trek: Picard ein wenig verwirrend. Es ist eine Sache, dass der Androide in einem Traum auftaucht. Auch wäre es denkbar, dass Picard mit einem Abbild seines Ex-Kollegen auf dem Holodeck Poker spielt. Doch was geht in der Serie wirklich vor? Sehen wir Data vielleicht sogar lebendig wieder?

Am Ende von Star Trek: Nemesis opferte der beliebte Androide sein Leben für den Captain und seine Kollegen. B-4 blieb zurück, der allerdings bei weitem nicht so weit entwickelt war, wie eben Data oder dessen anderer Bruder Lore. Doch welcher der Androiden liegt nun im Trailer zerlegt in einem Schrank? Data müsste eigentlich mit der Scimitar untergegangen und zerstört worden sein. Blieben B-4 (mit den Erinnerungen von Data) oder eben Lore.

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... kann niemand töten?

Das wahre Problem ist jedoch, dass wir eigentlich wissen, dass Data noch lebt. Verwirrt? Wir müssen dazu für einen Moment das Mantra des „nur das, was auf dem Bildschirm passiert, ist Kanon“ verlassen. In der Graphic-Novel-Serie Star Trek: Countdown, die die Lücke zwischen Star Trek: Nemesis und Star Trek (2009) schließen sollte, erfuhren wir, dass Data Teile seines Bewusstseins in B-4 herunterladen und später seine Persönlichkeit in B-4 wieder aktivieren konnte. Die Sternenflotte nahm in darauf wieder in ihre Mitte und die Macher der Graphic Novel präsentierten ihn uns sogar als Captain der Enterprise!

Als Star Trek 2009 in die Kinos kam, legten die Verantwortlichen viel Wert darauf, zu verdeutlichen, dass diese Graphic Novels definitiv Kanon wären. Damit brach man zwar die Tradition und oben genanntes Mantra, man sollte es jedoch zumindest im Hinterkopf behalten. Wahrscheinlicher ist indes, dass die aktuellen Serienmacher dieser Vorgabe nicht folgen und die Geschichte selbst neu schreiben. Es muss zudem klar sein: Da Data (oder B-4) im Trailer in einem Schrank liegt, müsste selbst bei der Graphic-Novel-Theorie seitdem etwas schwerwiegendes passiert sein, was Data wieder aus dem Verkehr gezogen hat. Es bleibt also fraglos spannend!

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Grün, grün, grün

Viele Fans vermuten immer noch eine Verbindung zur Sektion 31 innerhalb der neuen Picard-Serie. Und obwohl diese sicher nicht gänzlich auszuschließen ist, geben die Trailer keinen wirklichen Anlass, diese Vermutungen zu untermauern.

So sind die Gestalten auf dem Bild (das für viele Sektion-31-Spekulationen gesorgt hat) definitiv Romulaner, oder zumindest etwas andersartig aussehende Vulkanier. Ein wenig Heranzoomen reicht hier vollkommen aus. Mit der Sektion 31 hat diese Sequenz wohl eher nichts zu tun. Auf die Romulaner lässt auch schließen, da alle technischen Effekte grün sind. Wie wir wissen, handelt es sich dabei um die liebste Farbe der vulkanischen Verwandten.

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Picard Noir

Eine Sequenz im Trailer erinnert stark an das Genre des Film Noir. In der Szene sieht man einen Straßenzug im Regen und ein Geschäft, hinter dessen Schaufenstern eine Art Interview mit einem uns wohlbekannten Mann läuft: Jean-Luc Picard!

Bisher ist noch nicht bekannt, worum es bei dieser Szene genau geht. Man könnte aber annehmen, dass Picard am Jahrestag einer bedeutenden Begebenheit dazu befragt wird. Vielleicht handelt es sich um die Rettungsmission, die zu einem Umdenken beim Ex-Vorzeige-Captain geführt hat?

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Ausblick

Im nächsten Teil der Reihe wenden wir uns dann weiteren Details der Trailer zu.

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Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery. Das Buch gewann 2019 den Deutschen Phantastik Preis als Bestes Sekundärwerk.

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Über den Autor & Gastgeber von Planet Trek fm:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider. Neben seinem Sachbuch "Es lebe Star Trek", das 2019 mit dem "Deutschen Phantastik Preis" als "Bestes Sekundärwerk" ausgezeichnet wurde, erschien der Aufrtakt seiner Jugendbuchreihe "Ein Fall für die Patchwork Kids" und ebenso der erste Teil seiner Science-Fiction-Trilogie "Beyond Berlin".

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.

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