News | 2 Monate

Star Trek: Wann startet welche neue Staffel?

Discovery, Lower Decks, Picard, Short Treks, Pike, Sektion 31, Prodigy und Kinofilme - im Trek-Kosmos kann es einem aktuell schon etwas schwindelig werden. Nach einem Jahr voller neuer Episoden aus drei verschiedenen Serien könnte man nun aber meinen, dass die Pandemie unsere Versorgung mit neuen Abenteuern für das Jahr 2021 etwas einschränkt. Doch stimmt das auch? Wir haben nachgeschaut, wie die Chancen für ein trekkiges Jahr und die weitere Zukunft stehen. Eine Bestandsaufnahme.

Startrekuniverse

von Björn Sülter

Das Jahr 2020 brachte uns Fans so viel Star Trek wie lange nicht mehr. Vom 24. Januar bis 27. März liefen in Deutschland (mit einem Tag Versatz zu den USA) die zehn Episoden der ersten Staffel von Star Trek: Picard. Die US-Fans durften sich vom 6. August bis 8. Oktober dann über die ersten zehn Episoden der ebenfalls neuen Animationsserie Star Trek: Lower Decks freuen, die ab dem 22. Januar 2021 nun auch endlich in Deutschland bei Amazon Prime zu sehen sein wird. Und schließlich kehrte am 16. Oktober des vergangenen Jahres (mit dem obligatorischen Tag Verzögerung nach US-Premiere) auf Netflix auch noch Star Trek: Discovery mit dreizehn nagelneuen Epioden der bereits dritten Staffel zurück. Für unsere amerikanischen Freunde bedeutete das 33 neue Abenteuer und davon sogar 23 Woche für Woche am Stück bis in den Januar dieses Jahres hinein!

Zumindest was neue Episoden in den USA angeht, startet das Jahr 2021 dagegen vorerst ein wenig bedächtig. Das sollte jedoch niemanden in die Irre führen. Es steht eine Menge in den Startlöchern, was wir euch hier nun noch einmal ins Gedächtnis rufen möchten.

Mit Vollgas ins vierte Jahr

Gerade beendet, doch schon wieder mittendrin: Die Dreharbeiten an der vierten Staffel von Star Trek: Discovery laufen bereits auf Hochtouren. Die ersten Abenteuer der Staffel sind sogar bereits recht weit gediehen. Einem Start der Staffel Ende 2021 sollte somit eigentlich nichts im Wege stehen, auch wenn durch Corona viele Abläufe komplizierter geworden sind und die Nachbearbeitung länger dauert. Wer sein Geld aber auf eine Rückkehr der Serie noch in diesem Jahr setzen möchte, kann eigentlich nicht viel falschmachen.

Dsc13b

Spaß im All

Star Trek: Discovery wird aber vermutlich von einem Format überholt, das dann bereits ins zweite Jahr geht: Star Trek: Lower Decks! Auch dort läuft die Produktion auf Hochtouren, es ist aber noch nicht abschließend abzusehen, wann neue Episoden wirklich das Licht der Welt erblicken können. Mit etwas Glück läuft es aber wie 2020: Erst die animierten Abenteuer der USS Cerritos, danach dann wieder ab auf die USS Discovery. Hierbei sprechen wir jedoch von der US-Ausstrahlung. Ob es auch in Deutschland so laufen kann, muss man abwarten. Im Zweifelsfall reihen sich die deutschsprachigen Cerritos-Eskapaden sonst eben wieder hinter den Discovery-Helden ein.

Lds 109 Prev 07

Der Golem und das All

Ebenfalls ins zweite Jahr werden auch die Abenteuer von Jean-Luc Picard gehen. Die Dreharbeiten zu Star Trek: Picard in Kalifornien mussten wegen der Corona-Pandemie jedoch schon mehrfach verschoben werden. Aktuell plant man, die Kameras im Februar diesen Jahres wieder zum laufen zu bringen. Ob man diesen Termin angesichts der Pandemie-Zahlen in den USA jedoch wird halten können, muss man abwarten. Allerdings bedeuten bereits die bisherigen Verzögerungen, dass die Staffel nicht mehr 2021 zu erwarten ist. Unklar ist auch, ob man vielleicht die Chance nutzen wird, gleich zwei Staffeln am Stück zu produzieren, um die Verzögerungen zu kompensieren. An dieser Front gibt es bisher aber nur Gerüchte. Fakt ist: Es geht weiter! 2022 ist aber definitiv der sichere Tipp.

Picard

Rücksturz in die Sechziger?

Ähnlich sieht es auch um die Abenteuer der USS Enterprise unter dem Kommando von Captain Pike aus. Die Serie mit Anson Mount, Ethan Peck als Spock und Rebecca Romijn als Nummer Eins und unter dem hübschen Titel Star Trek: Strange New Worlds sollte laut ersten Teaser-Postern eigentlich schon im Herbst 2021 starten. Da die Dreharbeiten aber nach aktueller Planung erst von Februar bis Juli diesen Jahres in Ontario, Kanada ablaufen sollen (und weitere Verzögerungen nicht ausgeschlossen sind), ist diese Planung natürlich hinfällig: Corona hatte auch hier fraglos einige Finger im Spiel. 2022 dürfte es dann aber endlich soweit sein und uns die vielleicht klassischste Serie der aktuellen Produktionen bringen, wie die Macher unlängst versprachen: Planetenabenteuer und Problem der Woche mit dezenten durchlaufenden Handlungen; das klingt nach Star Trek von früher. In den USA wird die Serie natürlich bei CBS All Access (baldiger Name: Paramount+) laufen. Hierzulande ist noch keine Entscheidung getroffen (oder verkündet) worden. Ob der eigene Streamingdienst dann vielleicht schon nach Eurpopa gelangt ist?

Pike

Anti-Heldin auf Patrouille

Eine wichtige Erkenntnis hat die neue Discovery-Staffel in Bezug auf ein immer noch nicht final angekündigtes Serienprojekt gebracht: Mit dem Abgang von Michelle Yeoh alias Georgiou in jede beliebige Zeit und an jeden beliebigen Ort hat man dafür gesorgt, dass die unter Fans bisher als Star Trek: Section 31 bekannte, aber so noch nie final benannte, Serie nun eine Chance auf einen frischen Startpunkt besitzt. Die Frage bleibt: Wann geht es los und was wird dann genau die Geschichte sein? Einige Fans mutmaßen auch, dass es nie dazu kommen wird, doch sprechen die Aussagen der Macher und das Einsetzen von zwei Showrunnerinnen eine andere Sprache. Da darüberhinaus nichts bekannt ist und Picard und Pike durch die vielen Verschiebungen ihre Staffeln vermutlich erst 2022 an den Start bringen werden, sollte man mit dieser Serie eher nicht vor 2023 rechnen. Bezüglich der Ausstrahlung gilt das gleiche wie bei Captain Pike: eigener Streamingdienst in den USA, Situation für Europa unklar. Es ist aber anzunehmen, dass spätestens 2023 jede (neue) Trek-Serie auch hierzulande auf Paramount+ laufen wird.

Dsc 306 Post 06

Die Rückkehr der Grand Dame

Auch unklar ist, wann die zweite neue Animationsserie unter Beteiligung von Kate Mulgrew als Captain Janeway das Licht der Welt erblicken wird. Star Trek: Prodigy ist wie auch Star Trek: Lower Decks in dieser Hinsicht nur schwer einzuschätzen, da man, wie bei anderen Formaten, keine regelmäßigen Informationen zu oder von den Dreharbeiten bekommt. Betrachtet man aber den Zeitpunkt, zu dem nähere Informationen bekannt wurden, und bedenkt man die Corona-Pandemie, klingt 2022 wie ein guter Tipp für den Auftakt dieser Serie. Vielleicht überraschen die Macher uns auch, aber wetten sollte man vielleicht eher nicht auf dieses Jahr. In den USA wird Star Trek: Prodigy bei Nickelodeon (eigentlich seit 2017: nick) laufen. Was in Deutschland passiert, ist noch unbekannt. Einen nick-Ableger gibt es jedoch auch hier.

Prd Logo Head

Vergessen dürfen wir selbstverständlich auch die Short Treks nicht, die hierzulande bisher jedoch äußerst stiefmütterlich behandelt werden. Die ersten vier Episoden von 2018 wurden im Januar 2019 von Netflix einfach nur unter "Trailer und mehr" online gestellt, während in den USA (bei CBS All Access) die Short Treks eine eigene Serie darstellen und unabhängig von anderen Formaten laufen. Runaway (Entlaufen) und The Brightest Star (Der hellste Stern) sind zudem auf der Staffel-2-Box von Star Trek: Discovery enthalten. Die weiteren sechs Episoden von 2019/2020 gibt es in Deutschland bisher gar nicht (im Streaming oder TV) zu sehen. Einzig die Picard-Episode Children of Mars ist auf der just erschienenen Box zur ersten Staffel von Star Trek: Picard enthalten. Keine Frage: Diese Strategie, so man sie denn überhaupt so nennen sollte, ist mehr als verwirrend und nimmt vielen Fans außerhalb der USA fraglos den Spaß an den hübschen Trek-Happen. Auch in den USA ist es jedoch kompliziert: Eine eigene Serienbox auf BluRay (die es in Deutschland bisher nicht gibt) erschien zwar 2020, verzichtete aber auf Children of Mars. Diese Episode integrierte man dort lieber ebenfalls in die Box zur ersten Picard-Staffel. Alles klar? Alex Kurtzman ließ unlängst immerhin durchblicken, dass man definitiv mit der Reihe weitermachen wolle; aktuell steht aber alles in den Sternen. In jedem Fall sollte man sich bei CBS überlegen, wie man dieses Format zukünftig weltweit veröffentlichen möchte. Das bisherige Verfahren ist eine mittlere Katastrophe.

Og Star Trek Short Treks

Der Rest vom Fest

Nach all diesen Serien gibt es aber natürlich auch noch die Kinoreihe. Nein, dazu gibt es keine belastbaren Neuigkeiten. Alles ist möglich, nichts ist klar. An dieser Front schlägt die Corona-Pandemie natürlich auch am stärksten zu, da aktuell kein Studio ein Risiko eingehen wird, wenn nicht mal klar ist, wann man mit einem solchen Blockbuster denn herauskommen kann; oder wer dann ins Kino gehen mag. Da die Reihe aber auch schon vor der Pandemie arg stotterte und schlingerte, ist hier momentan kein Durchbruch zu erwarten. Vor 2025 sollte man in keinem Fall mit einem neuen Kinofilm rechnen; wie auch immer dieser dann überhaupt aussehen wird. Warten wir also einfach mal ab und freuen uns über Trek auf der Mattscheibe. Ist ja schließlich nicht so, dass uns dort der Stoff ausgeht ...

Star Trek 2009 11

Zusammenfassung

Rekapitulieren wir also und verbinden das direkt mit einem Tipp: 2021 wird uns auf jeden Fall noch neue Abenteuer bringen, auch abgesehen von den zehn Episoden der ersten Lower-Decks-Staffel, die uns deutschen Fans nun direkt bevorstehen.

Star Trek: Discovery und Star Trek: Lower Decks besitzen akut die besten Chancen, noch dieses Jahr zurückzukehren. Wenn alles glatt läuft vielleicht wie erwähnt zunächst die Cerritos-Truppe, dann die Discovery-Crew. Bis zu 23 neue Abenteuer wären in diesem Fall für die US-Trekkies also drin; für uns Deutsche könnte man sogar noch die zehn Episoden der ersten Staffel Lower Decks draufschlagen. Dann hätten wir (so denn die Synchronisation der zweiten Staffel ein entsprechendes Tempo vorlegt) auch ein so episodenreiches Jahr wie die US-Fans 2020.

2022 könnte dann das Jahr von Star Trek: Picard und Star Trek: Strange New Worlds, flankiert von Star Trek: Prodigy, werden. In diesem Fall wäre man in den USA wieder bei rund dreißig Episoden, wenn die bisherige Strategie weitergefahren wird.

2023 wäre eventuell wirklich Section 31  dran und auch Star Trek: Discovery (mit Staffel 5) und Star Trek: Lower Decks (mit Staffel 3) könnten dann schon wieder mit in der Verlosung sein.

Weiter wollen die wir die Glaskugel an dieser Stelle nicht bemühen. Klingt doch aber so, als dürften wir uns wirklich noch auf viel neuen Content aus dem Trek-Universum freuen; und das auf viele Jahre! In diesem Sinne: Make it so!

Makeitso