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Sülters Trek-Top-5: Die gruseligsten Episoden

Halloween ist vorbei. Habt ihr alle fleißig Süßigkeiten gesammelt? Dann könnt ihr sie jetzt auf der Couch genießen: Bei den gruseligsten Episoden aus Star Trek! Unser Björn Sülter hat sich alle Abenteuer vorgenommen und seine ultimative Liste zusammengestellt.

Star Trek

Präsentiert von: Björn Sülter


Zwischen dem Herumlaufen, Singen, Sprüche aufsagen und Süßigkeiten einheimsen und diversen Halloween-Partys am Wochenende bleibt noch etwas Zeit, gruselige Beiträge aus über 740 Episoden Star Trek zu konsumieren. Doch welche ließen den Horror so richtig von der Kette?

Bis auf Star Trek: Discovery sind alle Serien vertreten. Hier sind sie dann also, die meiner Ansicht nach fünf gruseligsten Episoden für einen Knabberabend mit Chips und Fingernägeln.

Catspaw

Es war ein mal ein Spukschloss im Weltall ... was im deutschen Titel schon ein wenig merkwürdig klingt, ist auch ganz sicher kein Höhepunkt der Originalserie. Dafür ist die Episode allerdings eine waschechte Halloween-Show, die 1967 sogar Ende Oktober im Fernsehen lief.

So gab es dann neben dem erwähnten Spukschloss auch stilecht Kellergewölbe, Skelette und schwarze Katzen. Dass es sich im Kern um eine stereotype Geschichte der Serie handelte, in der Kirk, Spock und McCoy eine unbekannte, außerirdische Lebensform besiegen mussten, um sich und ihre Crewmitglieder zu retten, störte nicht. Zu abgedreht und spaßig-albern kam die komplette Dramaturgie daher und ließ den Wunsch nach einer schlüssigen oder tiefschürfenden Geschichte zurücktreten.

Nach heutigen Maßstäben ist die Episode sicher nur schwer vermittelbar, behält man den Zeitpunkt der Entstehung im Blick, kann sie aber immer noch für ein Schmunzeln sorgen.

Star Trek

Night Terrors

Wenn Deanna Troi in einer blauen Wolkensoße schwebt und Augen in der Dunkelheit vermutet, klingt das zwar durchaus gruselig, aber nicht in dem Sinne den wir hier eigentlich behandeln wollen. Doch weit gefehlt!

Die Crew strandet in einem unbekannten Bereich und leidet unter äußerst gefährlichen Nebenwirkungen: Niemand erreicht mehr den REM-Schlaf! Die einzige Ausnahme bildet Troi, die jedes Mal, wenn sie in die REM-Schlafphase eintritt, den gleichen absurden Albtraum hat.

Dem Rest der Crew ergeht es derweil schlechter: Die Nerven liegen blank, Crusher sieht Leichen aufstehen und niemand kann sich mehr auf die einfachsten Aufgaben konzentrieren.

Was für ein Glück, dass der Counselor des Schiffes noch rechtzeitig ihren Traum interpretieren kann und das Schiff damit rettet. Bis zu diesem Punkt verwöhnt uns die Episode aus der Feder von Shari Goodhartz mit viel Grusel, Suspense und Abgründigkeit. Klasse!

Star Trek

Empok Nor

Die Serie Star Trek: Deep Space Nine war ohnehin immer etwas düsterer als die anderen Beiträge aus dem Roddenberry-Franchise. Als dann eine Episode extra noch auf die dunkle Schwesterstation wechselte, durfte man sogar eine Kelle mehr Grusel erwarten.

Genau so kam es auch: Empok Nor war genaugenommen eine Art Haunted House in Space und bot den Machern die Chancen, die Kulissen der bekannten Station noch düsterer und bedrohlicher auszuleuchten. Für die kleine, wackere Gruppe um Nog und Garak bedeutete dieser Trip dann auch das Eintauchen in eine Welt des Schreckens und das Ankämpfen gegen Kontrollverlust unter einem enormen Druck. Besonders für abgründige Charaktere wie den Schneider (der eigentlich auch ein knallharter Folterer war), eine immense Herausforderung. Doch auch O`Brien wurde bis zum äußersten getrieben. Am Ende konnten alle Beteiligten nur versuchen, die verstörenden Erlebnisse zu akzeptieren und bestenfalls zu verdrängen.

Die Serie war sicher oft besser, aber nie auf eine atmosphärisch dichte Art und Weise gruseliger wie in dieser Fingerübung aus der Feder von Hans Beimler, nach einer Idee von Bryan Fuller. Ein fieses, kleines Stück Guilty-Pleasure des Horrors.

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The Thaw

Auf einen Grusel-Clown, der einer Raumschiff-Crew ein Ultimatum stellt, hätte sicher auch jemand wie Stephen King kommen können. Für eine Star-Trek-Serie war der Ansatz allerdings sehr ungewöhnlich und brachte einen krassen Stilwechsel mit sich.

Michael McKean (Better Call Saul) spielte den Clown in diesem Albtraum absolut perfekt und entfesselte einen Terror, der in Trek seinesgleichen sucht. Nach einer Idee von Richard Gadas schrieb Joe Menosky das Drehbuch, welches jedoch primär durch die Umsetzung von Marvin V. Rush (Regie) und eben die Leistung von McKean zur vielleicht härtesten Episode der Serie wurde.

Denn war dies kein gewöhnlicher Clown und auch kein gewöhnlicher Antagonist. Dieser Mann tötete wortwörtlich durch Angst. Er erschreckte seinen Opfer zu Tode. Für Torres und Kim, die zunächst freiwillig in diese Simulation geraten waren, um Überlebende einer planetenweiten Katastrophe zu befreien, wurde der Trip zu einer echten Bewährungs- und für die Zuschauer zur Nervenprobe.

Star Trek

Impulse

T`Pol war innerhalb der Serie Star Trek: Enterprise eines sicherlich eher selten: Impulsiv. Dass wir sie in der dritten Staffel der Serie dennoch vollkommen anders erleben durften, war ihrer Drogenabhängigkeit geschuldet, die sie aufgrund der Auswirkungen der Delphic Expanse entwickelt hatte.

Aufhänger der Handlung rund um ein führerloses Schiff der Spitzohren war, dass Vulkanier nicht besonders gut auf Trellium-D reagierten. Dieses kam in der Delphic Expanse jedoch reichlich vor und ließ sich gut gegen die negativen Auswirkungen dieses Raumsektors anwenden, indem man es zur Verstärkung der Schiffspanzerung verwendete. Dumm nur, dass die Nebenwirkungen aus den klugen und beherrschten Denkern willenlose Zombies machten!

Somit spielte die Episode einerseits mit der düsteren Atmosphäre auf dem Schiff der untoten Intelligenzbestien und andererseits mit den Problemen von T`Pol und Archers Versuchen, sie irgendwie unter Kontrolle zu halten. Ein flackerndes Stück Spannungs-TV!

Conclusio

Bei keinem anderen popkulturellen Phänomen ist der Gedanke der Meinungsvielfalt so ausgeprägt wie in Star Trek. Sie steht dort sozusagen in der DNA. Daher bildet diese Kolumne selbstverständlich nur eine vollkommen subjektive Meinung ab. Der wichtigere Teil folgt immer im Anschluss: Was denkt ihr? Habe ich Episoden vergessen? Gehören andere gar nicht hierher? Lasst die Diskussion beginnen und preist die Meinungsvielfalt - denn das ist Star Trek!

Buchtipp: SYFY präsentiert das umfassendste Sachbuch zu Star Trek in deutscher Sprache

Autor, Journalist & SYFY-Experte Björn Sülter nimmt euch mit auf eine Zeitreise durch über 50 Jahre, erzählt die Geschichten hinter den Kulissen und beleuchtet Stärken, Schwächen und Dramen aller Serien und Filme seit 1966! Angefangen mit den Abenteuern des Captain Kirk über Picard, Sisko, Janeway und Archer hat sich Star Trek seit damals eine treue und engagierte Fanbase erarbeitet. Die erfolgreichen Reboot-Kinofilme des J. J. Abrams sorgen seit 2009 für ebenso viel Diskussionsstoff wie die jüngst gestartete Fernsehserie Star Trek: Discovery. So zeigt sich das Franchise somit immer noch topfit und durchlebt aktuell einen weiteren Frühling. Die Entstehung und der Verlauf jeder Serie und jedes Films wird dabei eingehend beleuchtet. Ein ausführlicher Teil befasst sich zudem mit den neuen Kinofilmen und Star Trek: Discovery.

Das Buch enthält Illustrationen von Ralph Sander (Das Star Trek Universum) sowie Kommentare zu den verschiedenen Serien von Mike Hillenbrand (TREKminds, 40 Jahre Star Trek), Christian Humberg & Bernd Perplies (Star Trek: Prometheus), Lieven L. Litaer (Der kleine Prinz auf Klingonisch) und Ralph Sander (Das Star Trek Universum). Hinzu kommen O-Töne von Thorsten Nobst zur Synchronisation von Star Trek: Discovery und ein Interview mit dem deutschen "Mr. Star Trek" Gerhard Raible (Trekworld Marketing).

Das Buch ist bei Amazon und vielen anderen Händlern erhältlich.

Es lebe Star Trek

Über den Autor:

Björn Sülter lebt mit Frau, Tochter, Pferden, Hunden & Katze auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo Schleswig-Holsteins.

Der Autor, Journalist & Podcaster ist Experte bei SYFY sowie freier Mitarbeiter bei Serienjunkies und Quotenmeter. Im Printbereich schreibt er für das Phantastik-Magazin Geek! und den Fedcon-Insider.

Sein Podcast Planet Trek fm behandelt alle Themen rund um Trek sowie das phantastische Genre. Bereits seit über zwanzig Jahren schreibt und spricht er für verschiedene Medien. Besucht auch gerne Björns Homepage Sülters Sendepause mit vielen seiner Artikel und Rezensionen zu Star Trek, Babylon 5, The Expanse, Akte X oder The Orville sowie seinen Twitter-Account.


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