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Supermans komische Liebschaften

Alle wissen, dass Superman und Lois Lane, nun ja, irgendwie ein Paar sind. Jahrelang haben sie sich gegenseitig angehimmelt. Das war manchmal seltsam, stellenweise obsessiv und auch wieder auf eine Art sehr romantisch – bis sie dann eines Tages zu einer der größten Liebesgeschichten aller Zeiten wurden.

Supermans komische Liebschaften

Doch auch wenn Lois und Clark eines unserer absoluten liebsten Paare in der Geschichte von Comics sind, gab es ein paar Aufs und Abs in ihrer Beziehung, in denen sich Superman die Texte des Songs „Shop around“ der The Miracles ein bisschen zu sehr zu Herzen genommen hat und mit anderen Frauen anbandelte, die...naja, Lois sehr ähnlich waren. Was soll man sagen? Superman bevorzugt ganz klar einen bestimmten Typ Frau.

Lori Lamaris

Lori Lamaris ist einer der vielen Charaktere in Superworld, deren Initialen beide mit L beginnen. Sie tauchte zum ersten Mal in dem Superman Comic #129 auf. In einer Geschichte über Herzschmerz und Leid mit dem Namen „The Girl in Superman’s Past“ erfahren wir, dass der junge Clark sich in ein Mädchen im Rollstuhl verliebt hat, das verdächtigerweise ihre Treffen immer nach einer bestimmten Zeit frühzeitig beendet – fast so, als wäre sie zu einer Hälfte ein Fisch, der wieder zurück ins Wasser muss. Immer schon ein wenig langsam mit seinen Schlussfolgerungen (in den 50er Jahren stand er besonders schwer auf dem Schlauch), hat es Clark einiges an Zeit gekostet, um das selbst herauszufinden. Noch bevor er hinter das Geheimnis seiner Liebsten gekommen war, machte er ihr sogar einen Heiratsantrag und erzählte ihr von seiner geheimen Identität. Das ist ein kleiner Schlag ins Gesicht für Lois, denn ihr hatte er sich erst in den 90er Jahren offenbart. Lori lehnte den Antrag aus mehr oder weniger offensichtlichen Gründen ab. Später, als Lori kurz wiederauftaucht, um Unruhe in Lois’ und Clarks Beziehung zu bringen, wurde sie an Land als ein Mensch dargestellt und wurde nur im Wasser zu einer Meerjungfrau.

Lori bekam nicht viel Rampenlicht ab, aber sie hat einen besonderen Stellenwert in unseren Herzen verdient. Zum einen, weil sie Darryl Hannah in Splash gedatet hat. Zum anderen, weil sie Superman damit hinters Licht führen konnte, indem sie einfach eine Decke über die untere Hälfte ihres Körpers legte und so vor ihm versteckte, dass sie eine Meerjungfrau war. Damit hat sie Clark Kent eine große Portion seiner eigenen Medizin verabreicht.

Lana Lang

Lana feierte ihr Debüt in den Superman Comics der 50er Jahre, etwa ein Jahrzehnt nach dem ersten Auftritt von Superman und Lois Lane. Da sie ursprünglich als eine jüngere Variante von Lois angedacht war, dauerte es eine Weile, bis Lana ihre eigene Persönlichkeit entwickeln konnte, abseits von dem typischen Superman-Freundinnen-Charakter. In vielen ihrer frühen Auftritte versucht sie entweder zu beweisen, dass Clark Kent Superboy ist, oder sie kämpft mit einer obsessiven Lois um Supermans Aufmerksamkeit. Zu sich selbst findet sie erst, als sie eines Tages einem sterbenden Außerirdischen hilft und dafür einen Power Ring erhält, der sie in einen Hybrid aus Mensch und Insekt verwandelt.

Während Lois und Superman in zahlreichen Rückblenden immer mal verheiratet und wieder getrennt waren, war Lana die Spielchen irgendwann leid. Sie wurde Nachrichtensprecherin beim Fernsehen, heiratete Pete Ross – und trennte sich wieder von ihm.

In den folgenden Jahren wurde Lanas Charakter sehr unterschiedlich dargestellt – manchmal von Leuten, die ihre Persönlichkeit mochten und ihr gerne ein eigenes Leben geben wollten und andere Male von Menschen, die sie wieder in ihre Ursprungsrolle stecken und sie mit Lois um Clarks Zuneigung buhlen lassen wollten. Während alledem ist die Verbindung zwischen Lana und Clark bestehen geblieben, obwohl sie oft starken Belastungen ausgesetzt war. In „Whatever Happened to the Man of Tomorrow?“ zum Beispiel heiratet Superman Lois, aber wir sehen trotzdem ganz eindeutig, dass er sich um Lana sorgt.

Lana Lang ist das typische „Girl who got away“, an das Superman immer gerne zurückdenken wird. Selbst Jahre nach dem Ende ihrer Beziehung ist er immer noch für sie da, soweit er kann. Wenn das keine wahre Liebesgeschichte ist!

Misty

Seid ihr bereit für die wahrscheinlich seltsamste Liebelei auf dieser Liste? Von 1976 bis 1978 brachte DC eine Serie mit dem Namen DC Super-Stars heraus, in der einige ihrer Nebengeschichten aus den 50er und 60er Jahren neu gedruckt werden sollten. Dabei wurde entschieden, auch Original Tales zu integrieren. Diese sind typischerweise aus Clark Kents Perspektive geschrieben und beleuchten seinen etwas seltsamen Werdegang in Smallville. Eine dieser Geschichten dreht sich drum, dass Clarks Super-Lehrer, ein Roboter aus Krypton, auf einmal in der Stadt auftaucht. Er schlendert einfach durch die Gegend und versucht dabei, sich selbst in ein Raumschiff zu verwandeln. Zur etwa gleichen Zeit erfahren wir auch, dass der junge Clark/Superboy in ein Mädchen namens Misty verliebt ist.

Während sein Super-Lehrer immer wieder mit extremen Tricks versucht, Clark bizarre Dinge beizubringen, verbringt Superboy die Nacht mit Misty. Aber weil sie kein einziges L in ihrem Namen hat, muss sie natürlich sterben. Wie kommt Misty um, fragt ihr euch? Eine Art Bigfoot trifft sie mit einem Stein am Kopf. Aber dann stellt sich heraus, dass sie nur existiert hat, weil der Super-Lehrer willkürlich ein Mädchen aus einer Stadt entführt hat. Er hat sie dazu gebracht zu glauben, dass sie genau Supermans Typ sei, sie Misty genannt, ihr Aufeinandertreffen arrangiert und dann ihren Tod vorgetäuscht, um Superboy eine Lektion zu erteilen.

Als alles vorbei ist, programmiert er sie wieder um und setzt sie irgendwo aus. Und für diese Geschichte wurde jemand bezahlt! Was wir damit sagen wollen ist, dass jemand den Super-Lehrer sofort recyclen sollte, denn dieser Roboter ist definitiv defekt!

Big Barda

Neben Lois und Clark ist die Hochzeit von Big Barda und Mister Miracle wahrscheinlich unsere liebste Beziehung. Ihre Romanze begann in dem verdächtig nach der Hölle aussehenden Universum Apokolips, das von Jack Kirby in den 70er Jahren geschaffen wurde. Regiert wird es von Darkseid und seinen Handlangern und existiert in der Welt von DC nur, um der schlimmste Ort überhaupt zu sein, den wirklich niemand freiwillig besuchen möchte. Achso, und er steht normalweise in Flammen.

Barda war eine Soldatin von Darkseid, die sich jedoch in Scott Free (aka Mister Miracle) verliebt. Scott ist ein Ausbruchskünstler, der in Apokolips feststeckt. Die beiden rennen zusammen weg. In den Action Comics #592 und 593 ist Barda in Metropolis unterwegs und wird ausgeraubt, was jeder Person in jedem Comicbuch passiert, sobald sie ihr Haus verlässt. In einem klassischen Fall von schnell aus dem Ruder laufenden Geschehnissen wird sie fast sofort von einem Charakter mit dem passenden Namen Sleez einer Gehirnwäsche unterzogen und für Softcore Pornofilme vor die Kamera gezogen. Der wie immer sehr böse Darkseid bringt Miracle persönlich eine VHS Kassette zuhause vorbei, auf dem sie beim Tanzen zu sehen ist und erwähnt beiläufig, dass der Mann aus Stahl ihr nächster Filmpartner sein wird. Natürlich küssen sich Superman und Barda dann auch vor der Kamera genau in dem Moment, als Miracle zur Tür reinstürmt.

Von meiner großen Bewunderung für Superman, Barda und Miracle abgesehen, ist diese Geschichte ein wenig nervtötend. Natürlich ist Superman in beiden Ausgaben noch komplett angezogen, während Barda ein Outfit trägt, das im Prinzip nur aus Unterwäsche besteht. Beide werden von Sleez kontrolliert, aber es ist nur Superman der stark genug ist, sich dem zu widersetzen – obwohl es Barda war, die erst kurz zuvor die Kraft hatte, einer der bösesten Gegenden der DC Comics zu entkommen. Und am wichtigsten: wenn man schon Zugang zu einem Charakter wie Barda hat, warum ist es dann die erste Wahl, eine Geschichte zu erzählen, in der sie in der Gosse sexy tanzt?

Davon abgesehen ist Mister Miracle einfach toll, Darkseid ist angemessen böse und Sleez scheint in einer Explosion umzukommen, also gibt es am Ende immerhin Gerechtigkeit.

Wonder Woman

Es gibt viele Fans von dieser Beziehung, aber wir erwähnen diese Liebelei eigentlich nur der Vollständigkeit halber. Superman und Wonder Woman haben immer schon ähnliche Lebenswege gehabt. Als zwei der mächtigsten Superhelden überhaupt, können sie oberflächlich betrachtet wie ein absolutes Traumpaar wirken. Wenn man sich jedoch einmal näher mit den beiden beschäftigt, ist Diana eine geborene Kriegerin, die als Prinzessin erzogen und dazu getrimmt wurde, Frieden zu bringen, ohne dabei vor Gewalt zurückzuschrecken.

Superman wurde von Bauern in Smallville großgezogen und ganz egal wie viele außerirdische Planeten er besucht und wie viele Leben er rettet, bleibt er doch immer der liebe Junge mit guten Intentionen aus dem mittleren Westen. Lois und seine Beziehung funktioniert deswegen so gut, da sie ihn moralisch und intellektuell erdet. Das ist genau das, was er braucht.

Während Diana diese Charakterzüge zwar auch hat, kommen sie auf unterschiedliche Art und Weise zum Vorschein. Diana behält ihre Emotionen für sich, während Lois von einem hohen Gebäude springen würde, nur um Clarks Aufmerksamkeit zu bekommen. Kurz gesagt, Wonder Woman und Superman sind jeweils die Hauptdarsteller ihrer eigenen, unterschiedlichen Geschichten und eine Beziehung zwischen den beiden könnte nie funktionieren, auch wenn einige Autoren gerne Andeutungen in diese Richtung machen.

In echter Superman-Manier gab es ein paar Situationen, in denen die beiden sich nur sehr knapp verpasst oder eine Hochzeit vorgetäuscht haben. In den neuen 52 stellten die Autoren sogar ein sehr angespanntes Liebes-Dreieck zwischen Superman, Wonder Woman und Batman vor. Kurz darauf wurde diese Storyline jedoch wieder gestrichen, weil diese Nebenhandlung zu sehr ablenkte und für keinen der Charaktere wirklich Sinn gemacht hat.

Die Krypton Premiere läuft am 18. Oktober um 20.15 Uhr in einer Doppelfolge zum Auftakt. Anschließend zeigen wir wöchentlich die Wiederholung der Vorwochenfolge um 20.15 Uhr, gefolgt von der neuen Folge um 21.00 Uhr.



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