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Syfy Filmkritik: Star Trek Beyond

Am Donnerstag, den 21. Juli, startet Star Trek Beyond in den deutschen Kinos. Syfy hat sich den Film vorab für euch angesehen. Warum uns der Film eher enttäuscht hat, lest ihr hier.

Auf der Suche nach dem wahren Star Trek

Eigentlich wollte das Studio, dass J.J. Abrams auch den dritten Film der Neuinterpretation von Star Trek inszeniert, aber der entschied sich für Star Wars. Autor Roberto Orci sollte dann übernehmen – vermutlich mit einer Geschichte, die ihre Wurzeln in Star Trek Into Darkness hat, wurde dort doch der große Konflikt mit den Klingonen schon angedeutet. Davon ist nun in Star Trek Beyond nichts zu sehen, denn Orci wurde entfernt und durch Justin Lin ersetzt, der an diesen Stoff herangeht, als würde er einen weiteren Fast & Furious-Film inszenieren. Um das Desaster zu retten, sollte Simon Pegg – ein großer Fan der klassischen Serie – das Drehbuch federführend verantworten. Gereicht hat es nicht. Star Trek Beyond ist enttäuschend geworden.

Alles beginnt damit, dass Kirk nach dreijähriger Mission Ermüdungserscheinungen hat. Auf der Sternenbasis Yorktown denkt er darüber nach, den Captain-Posten hinter sich zu lassen, als ein Notruf aus einem nahegelegenen, bislang unerforschten Nebel empfangen wird. Die Enterprise bricht auf, um Hilfe zu leisten. Doch es ist eine Falle. Das Schiff wird angegriffen und ein Großteil der Crew verschleppt. Nun liegt es an Kirk und seinen Freunden, ihre Kameraden zu retten und zu verhindern, dass der mysteriöse Krall seine sinisteren Pläne in die Tat umsetzt.

Diese Pläne sind – das muss man leider so sagen – an den Haaren herbeigezogen. Die Hintergrundgeschichte dieser Figur kollabiert, sobald die Überraschung kommt, was es mit Krall auf sich hat. Eines der Probleme des Streifens: Als Zuschauer ahnt man weit früher, was es mit Krall auf sich hat. Tatsächlich störender ist jedoch, dass die Geschichte keinerlei Sinn hat. Man fühlt sich unangenehm an Star Trek: Der Aufstand erinnert, wo die innere Logik auch geopfert wurde, um am Ende irgendwie überraschend zu sein. Das Bedauerliche ist, dass Star Trek Beyond sich tatsächlich an der klassischen Serie orientiert. Allerdings gab es damals schon einige Episoden, die nicht gerade das Gelbe vom Ei waren und auf ein überstrapaziertes Plot-Element setzten, das nun auch hier eingesetzt wird. So holt die Sternenflottenvergangenheit auf und Kirk und Co. müssen sich – mehr oder minder – mit den Sünden der Vergangenheit auseinandersetzen. Ohne, dass die Geschichte das in irgendeiner Weise stimmig tragen würde.

So mager das alles inhaltlich ist, so unschön ist auch die Präsentation. Die Action ist wirr gestaltet. Schnelle Schnitte und eine verflixt schnelle Kamera sorgen dafür, dass man dem Geschehen nur schwer folgen kann. Insbesondere, da der Film häufig in Schwärze absäuft, was durch die verdunkelten 3-D-Brillen nicht gerade besser wird. Ein Mann wie Justin Lin war aber ohnehin die falsche Wahl für Star Trek Beyond. Wenn die Sequenz kommt, in der Kirk mit einem Motorrad losfährt, dann fühlt man sich unangenehm an Fast & Furious erinnert. Gerade ein solches Gefühl sollte bei Star Trek aber wirklich nicht aufkommen.

In erster Linie ist dies ein Action-Streifen. Das kann man machen, das entspricht aber nicht dem, was Star Trek sein sollte. Zwar kann man auch J.J. Abrams‘ vorherigen zwei Filmen vorwerfen, zu sehr in Richtung Action zu gehen, dort wird sie aber immerhin von einer interessanten Geschichte getragen. Bei Star Trek Beyond gibt es nur wenig, das funktioniert. Karl Urban brilliert als Pille McCoy und hat die besten Szenen abbekommen. Ansonsten gefällt die finale Verbeugung vor Leonard Nimoy und der erste Akt, der versucht, innerhalb des begrenzten Rahmens einer Filmreihe die Entwicklung der einzelnen Crew-Mitglieder zu zeigen.

Für das 50-jährige Jubiläum hätte man sich einen Film gewünscht, der mehr verstanden hätte, was Star Trek ausmacht. Dieses Star Trek Beyond ist tatsächlich zu jenseitig, um es irgendjemandem recht zu machen.

Kritik: Peter Osteried


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