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The Green Hornet: Das musst du über den Ur-Superhelden wissen!

SYFY zeigt am heutigen Samstag um 20.15 Uhr die Actionkomödie The Green Hornet über einen der dienstältesten Superhelden der US-Popkultur. Unser Filmkritiker Sidney Schering sagt: Einschalten lohnt sich!

Greenhornet Stills 519

von Sidney Schering

Grün gekleidet, maskiert und mit einem Ganovenimage versehen auf Verbrecherjagd: Das ist Britt Reid, besser bekannt als Green Hornet. Der Superheld aus Radio, Comic, Fernsehen und Kino mag in unseren Gefilden zwar nur einen Bruchteil des Ruhms seiner Kollegen aus DCs Justice League und Marvels Heldentruppe namens Avengers genießen. Doch das bedeutet nicht, dass Green Hornet keine Beachtung verdient hat!

Anlässlich der kommenden SYFY-Ausstrahlung von The Green Hornet aus dem Jahr 2011 wollen wir an dieser Stelle auf die Geschichte dieser Figur, die Entstehung des nun sein zehnjähriges Jubiläum feiernden Actionkomödien-Geheimtipps und seine Glanzpunkte zurückblicken!

Ein Klassiker unter den Superhelden

Britt Reid alias Green Hornet wurde 1936 von George W. Trendle und Fran Striker für eine Radio-Hörspielreihe erschaffen – und ist somit eine der ältesten Superheldenfiguren der Popkultur! Batman zum Beispiel wurde erst 1939 erfunden, Spider-Man debütierte sogar erst 1962!

Die Radioshow The Green Hornet, in der Britt Reid, seines Zeichens Mann von Welt und erfolgreicher Zeitungsverleger, in grüner Verkleidung das Verbrechen bekämpft, war populär genug, um bis 1952 auf Sendung zu bleiben. Ähnlich wie es später einigen Marvel-Superhelden ergehen sollte, wird Green Hornet darin von der Polizei fälschlicherweise für einen Ganoven gehalten. So kommt es, dass der Kämpfer für das Gute stets die Attacken echter Verbrecher sowie die Verhaftung und Demaskierung durch Gesetzeshüter befürchten muss. In dieser brenzligen Lage steht ihm stets sein Fahrer, Kampfgefährte und Freund Kato zur Seite.

Das Duo kam 1940 auch in zwei The Green Hornet-Kinoserien vor und schaffte zudem den Sprung in die Welt der Comicbücher – aber es war die TV-Serie von 1966, die der Popkultur den größten Stempel aufdrücken sollte. Der TV-Kulthit brilliert mit Van Williams in der Hauptrolle und mit Bruce Lee als Kato, der alsbald zum großen Publikumsliebling werden und eine steile Filmkarriere genieße sollte.

Ahne eines Westernhelden, Gaststar bei Batman

Schon gewusst? Der Superheld Green Hornet hat Verbindungen zu zwei anderen ikonischen Figuren der US-Popkultur: Zunächst zu Batman, denn Van Williams und Bruce Lee schauten in zwei Episoden der Batman-Kultserie mit Adam West vorbei. Dort agierten sie als Antihelden, die Batman und Robin vor Vertrauensfragen stellten: Soll das maskierte DC-Duo dem gastierenden Duo den Rücken stärken oder besser nicht?

Darüber hinaus steht Green Hornet in Verbindung mit dem Westernhelden Lone Ranger, der ebenfalls von Trendle und Striker erschaffen wurde: Britt Reid ist kanonisch der Sohn von Dan Reid, Jr., der wiederum der Neffe von John Reid ist. Und der sorgte als Lone Ranger im Wilden Westen für Ordnung – obwohl ihn manche für einen Verbrecher hielten. Das Problem liegt bei den Reids offenbar in der Familie …

Der The Green Hornet-Kinofilm von 2011 hat übrigens zwei Verbindungen zum Lone Ranger-Franchise – eine bewusst, eine ungeplant. Die bewusste Connection: In einer Szene ist als Querverweis ein Lone Ranger-Poster zu sehen. Die ungeahnte, dennoch bemerkenswerte Verbindung: Sowohl in The Green Hornet als auch im zwei Jahre später erschienenen Lone Ranger-Epos von Fluch der Karibik-Regisseur Gore Verbinski spielt Tom Wilkinson mit!

Der lange Weg zurück auf die Leinwand

Ein moderner The Green Hornet-Kinofilm war in Hollywood seit den 1990er-Jahren in Entwicklung! Unter anderem brachte sich Eddie Murphy selbst ins Gespräch für die Rolle des heldenhaften Britt Reid, später wurden so unterschiedliche Talente wie Vince Vaughn, Mark Wahlberg, Jake Gyllenhaal und Jason Scott Lee für den Part ins Auge gefasst. Schon 1997 bot sich Michel Gondry für die Regie an – somit wäre The Green Hornet das Langfilmdebüt des Musikvideo- und Werberegisseurs geworden.

Die damalige Interpretation wäre düsterer geworden – unter anderem sollte es um einen Fiesling gehen, der menschliche Herzen isst (ein Element, das immerhin in der Reid-Familie blieb und 2013 in Lone Ranger Verwendung fand). Da das Filmstudio Universal Pictures den Film jedoch zu lange in der Entwicklungshölle schmoren ließ, verlor es die Adaptionsrechte an Miramax. Dort plante man 2001 einen Film, der an der alten Serie anschließt und davon erzählt, wie Britt Reid und Kato ihre Nachfolger ausbilden. Dies sollte das Big-Budget-Debüt von Dogma-Regisseur Kevin Smith werden, der jedoch aufgrund der Größe des Projekts kalte Füße bekam und ausstieg.

Erst danach ergatterte Sony Pictures die The Green Hornet-Rechte und einigte sich mit Seth Rogen, dass er der Star und einer der Autoren des Films werden sollte. Zunächst zog er Kung Fu Hustle-Regisseur Stephen Chow für die Regie in Erwägung, dessen Ideen Rogen allerdings zu schräg waren (so sollte ein willenloser Britt Reid von Kato ferngesteuert werden). Also griffen er und Sony 2009 auf Gondry (mittlerweile ein etablierter Regisseur) zurück, der weiterhin am Stoff interessiert war.

Ein sehr amüsanter Cast

Stephen Chow hatte zunächst vor, dennoch an Bord zu bleiben und in The Green Hornet Kato zu verkörpern. Als Chow allerdings aufgrund terminlicher Konflikte doch noch abdankte, wurde das taiwanesische Multitalent Jay Chou besetzt: Chou ist in seiner Heimat ein populärer Sänger, darüber hinaus hat er als Schauspieler ein tolles komödiantisches Timing – und er ist flink sowie gelenkig, so dass er sich wahrlich dafür eignet, in Bruce Lees Fußstapfen zu treten.

Als Schurke wurde zunächst Nicolas Cage angefragt, aber sein Wunsch, die Rolle des Benjamin Chudnofsky mit einem fetten jamaikanischen Akzent zu spielen, irritierte Rogen und Gondry. Somit holten sie sich als Plan B Oscar-Preisträger Christoph Waltz ins Boot, der dem Part einen netten Meta-Humor mitgeben sollte: Zuvor wurde er in Quentin Tarantinos Inglourious Basterds dem internationalen Publikum bekannt, wo er als aalglatter, gewitzter und eloquenter Nazi irritierend zwischen Charme und Abscheulichkeit tänzelte. Dass er in The Green Hornet einen Gangster spielt, der darunter leidet, dass ihn niemand einschüchternd findet, ist vor diesem Hintergrund ein sehr amüsanter Aspekt.

Cameron Diaz derweil vereint als Britt Reids Sekretärin Lenore Case die flockige Komik aus ihren größten Hits mit einem Schuss Empowerment: Lenore wehrt sich mit Pfiff dagegen, zum romantischen Zankobjekt zwischen Britt und Kato zu werden, und beweist sich stattdessen als beste Schnüfflerin im Film. David Harbour (vor seinem Stranger Things-Ruhm) amüsiert als schmieriger Anwalt und Seth Rogen (der für den Film 15 Kilogramm Gewicht verloren hat) findet eine ungewöhnliche, launige Herangehensweise an seine Rolle: Keck kommentiert er den von vielen Fans jahrzehntelang angemerkten Kritikpunkt, dass doch Kato der wahre Held ist und nicht nur Sidekick sein sollte. Und er schafft es trotzdem, Britts Ignoranz liebenswert-tölpelig darzustellen, statt die Figur unausstehlich zu machen.

Französische Kauzigkeit

The Green Hornet mag der Film in Michel Gondrys Schaffen sein, der am wenigsten seiner Handschrift durchschimmern lässt. Und doch ist es der Superheldenkomödie anzumerken, dass der französische Kreativkopf hinter ihr steckt, der unter anderem auch die bittersüße, surreale Liebesgeschichte Vergiss mein nicht! und die kauzige Ein-paar-Loser-remaken-Blockbuster-Komödie Abgedreht inszenierte.

Neben der zu Gondrys Schaffen passenden, verschrobenen Art, mit der Seth Rogen und Jay Chou einige der Dialogwitze von sich geben, ist es eine schräge Montagesequenz, die nach Gondry schreit: Brett Reid kombiniert darin sämtliche bisherige Indizien – und das wird mit kindlichen Grafiken verdeutlicht, die Erinnerungen an die Basteloptik von Abgedreht, Gondrys Musikvideos und Science of Sleep – Anleitung zum Träumen weckt.

Das womöglich coolste Superheldenauto, das nicht Batman gehört

Machen wir uns nichts vor: Das Batmobil gibt es in so vielen denkwürdigen Formen und Größen, es wäre vergeblich, irgendein anderes Gefährt eines Superhelden damit messen zu wollen. Doch im Rennen um das beste Superheldenauto abseits der Bathöhle spielt Green Hornets Black Beauty ganz weit vorne mit! Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Pferd, bringt diese glänzend-schwarze, motorisierte Schönheit massiv Power, ein schnittiges Aussehen und Unmengen an Gadgets mit sich!

Unter anderem ist das stark gepanzerte, flotte Maschinchen mit Maschinengewehren, einem Flammenwerfer, Schrotflinten mit nicht-tödlicher Munition, irritierenden Lichtern und Spikes ausgestattet. Und wo andere Autos längst aufgeben würden, fährt die Black Beauty tapfer weiter, wenn abgesehen von den Sitzen und dem Lenkrad kaum noch etwas übrig ist.

Während in der The Green Hornet-Filmreihe von 1940 ein umgebauter Lincoln Zephyr aus dem Jahr 1939 zum Einsatz kam, wurden für die Black Beauty im Kinofilm von 2011 Chrysler Imperials aus den Jahren 1964, 1965 und 1966 verarbeitet. Sage und schreibe 29 Autos wurden am Set verwendet, um die Black Beauty von Britt und Kato darzustellen – und 26 davon wurden beim Dreh der wüsten Actionszenen irreparabel zerstört.

Das Summen der Hornisse

The Green Hornet kann sich nicht nur sehen, sondern auch hören lassen: Michel Gondrys actionreiche Komödie bietet auf dem Soundtrack nicht nur das kultgewordene, klassische Green Hornet-Theme aus der alten TV-Serie (mittlerweile besser bekannt durch ihren Einsatz in Kill Bill)! Der Film webt auch gekonnt Hits von Interpreten wie The White Stripes, Van Halen und Sam Cooke ein. Heimliches Highlight ist aber, wie Britt und Kato beim Abfeiern von Coolios Gangsta's Paradise ihre Freundschaft pflegen!

Na, Lust auf The Green Hornet bekommen? Die nächste Ausstrahlung auf SYFY erfolgt am Samstag, den 3. April 2021 um 20.15 Uhr!