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The Mandalorian: Ein Rückblick auf die erste Staffel - Teil 2

Seit Ende Dezember ist zumindest in den USA die Premieren-Staffel der ersten Live-Action-TV-Serie aus dem Star Wars-Universum nach acht Folgen vorerst abgeschlossen. Gastautor Thorsten Walch (Autor des neuen Sachbuches Es lebe Star Wars) wirft in zwei Teilen einen resümierenden Blick auf das erste Jahr von The Mandalorian.

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Von Thorsten Walch

Nach dem Rückblick auf die erste Hälfte von Staffel 1 folgt nun ein Resümee der Folgen 5 bis 8. Wie bereits im ersten Teil dieses Artikels erwähnt, ist die zweite Staffel der Serie seitens Disney+ und Showrunner Jon Favreau bereits seit einer Weile beschlossene Sache: Schon seit vergangenem Oktober finden hierfür die Dreharbeiten statt. Neben Favreau, der eine Episode der zweiten Staffel selbst inszenieren wird, soll unter anderem Greef-Carga-Darsteller Carl Weathers die Regie einer Folge übernehmen. Der geplante Starttermin dürfte ziemlich genau ein Jahr nach dem Beginn von Staffel 1 im November 2020 liegen.

Nach den actionreichen und streng chronologisch aufgebauten ersten vier Folgen von The Mandalorian geht es zunächst in Form von relativen Einzelabenteuern weiter. Allerdings bilden die abschließenden Folgen 7 und 8 dann einen Zweiteiler, der es in punkto Action durchaus mit den Kinofilmen aufnehmen kann. In ihnen erfahren wir dann auch erstmals mehr über unseren bis dahin namen- und auch gesichtslosen Protagonisten. Es sei darauf hingewiesen, dass die nachfolgenden Inhaltsangaben den einen oder anderen Spoiler enthalten: Wer sich die Spannung auf die Folgen bis zum deutschen Start von Disney+ am 31. März erhalten möchte, sollte an dieser Stelle nicht weiterlesen ...

Kapitel 5: Der Revolverheld

Regie: Dave Filoni

Bei einem erbitterten Raumgefecht mit einem anderen Kopfgeldjäger wird das Schiff des Mandos schwer beschädigt. Er muss auf dem bestens (Film-) bekannten Wüstenplaneten Tatooine notlanden. Die freundliche Werkstattbesitzerin Peli Motto (Amy Sedaris, Unbreakable Kimmy Schmidt) nimmt sich dort seines beschädigten Schiffes an, was jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Während der Mando darauf wartet, seinen Flug fortsetzen zu können, macht er in der berühmt-berüchtigten Mos-Eisley-Cantina die Bekanntschaft des jungen Draufgängers Toro Calican (Jake Cannavale, Nurse Jackie). Toro bittet den Mando um Hilfe: Er möchte der Kopfgeldjägergilde beitreten, was er durch die Gefangennahme der gefährlichen Verbrecherin Fennec Shand (Ming-Na Wen, Marvel’s Agents Of S.H.I.E.L.D.)) zu erreichen hofft. Der Mando wird in Calicans Hetzjagd auf Fennec hineingezogen. Diese gipfelt darin, dass Fennec Toro davon überzeugt, statt ihr selbst den ebenfalls gesuchten Mando zu jagen. Es kommt, wie nicht anders zu erwarten, zu einem actionreichen Showdown in den Sanddünen der Heimatwelt von Anakin Skywalker. Hierbei kommen unter anderem auch alte imperiale Speederbikes aus der Zeit der Belagerung des Waldmondes Endor zum Einsatz …

Folge 6: Der Gefangene

Regie: Rick Famuyiwa

Der Mando erhält durch seinen alten Freund und Kampfgefährten Ranza „Ran“ Malk (Mark Boone Junior, Sons Of Anarchy) einen neuen Auftrag: Zusammen mit einem Trupp Söldnern, zu dem der ehemalige imperiale Kampfpilot Mayfeld (Bill Burr, Breaking Bad), der starke Devaronianer Burg (Clancy Brown, Emergence), der frühere Imperiums-Droide Zero (Stimme: Richard Ayoade, The LEGO Movie 2) sowie die Twilek Xi’an (Natalia Tena, Origin ), eine alte Flamme des Mandos, gehören, soll er an Bord eines Gefängnistransporters der Neuen Republik gehen. Auf dem angeblich nur von Droiden bemannten Schiff sollen sie einen Gefangenen befreien. Bei diesem handelt es sich um Qin (Ismael Cruz Córdova, Ray Donovan) dem Bruder von Xi’an. Nachdem es ihnen gelungen ist, Qin zu befreien, muss der Mandalorianer allerdings erkennen, dass seine vermeintlichen Gefährten ein falsches Spiel mit ihm getrieben haben: Ein an Bord befindlicher Offizier löst ein Notsignal aus, und die Söldner versuchen, mit Qin zu fliehen und den Mando dabei an Bord zurückzulassen. Dabei haben sie natürlich die Rechnung ohne die Kampfkraft des Kriegers gemacht: Auf der Stelle macht sich dieser an die Arbeit, seinerseits den Verrätern zu zeigen, was eine echte mandalorianische Harke ist …

Kapitel 7+8: Die Abrechnung +Erlösung

Regie: Deborah Chow (Kapitel 7), Taika Waititi (Kapitel 8)

Der Mando erhält eine Nachricht von seinem früheren Chef, Kopfgeldjäger-Boss Greef Carga (Carl Weathers). Dieser bietet ihm eine Beendigung der Jagd auf ihn und somit die Möglichkeit eines friedvollen Lebens mit dem Alien-Kind an. Bedingung hierfür sind ein Treffen mit Carga sowie die Beseitigung des geheimnisvollen Klienten (Werner Herzog). Der Mando kontaktiert erneut seinen alten Freund, den Ugnaught-Feuchtfarmer Kuiil (Nick Nolte) und seine neue Kampfgefährtin Cara Dune (Gina Carano). Kuiil hat den vom Mando niedergeschossenen Kampfdroiden IG-11 (Stimme: Taika Waititi) inzwischen wieder flott gemacht und verwendet ihn als seinen persönlichen Bodyguard. Zusammen reisen sie zum Planeten Navarro, um dort Greef Carga zu treffen. Auf dem Weg zu dem geheimnisvollen Klienten werden sie von den schleimigen Mynocks (die ihren ersten Auftritt in Das Imperium schlägt zurück hatten) angegriffen, wobei Greef Carga schwere Verletzungen erleidet. Das geheimnisvolle Alien-Kind kann ihn mittels der Macht heilen, und zum Dank macht Carga dem Mando ein Geständnis: Die gesamte Aktion war eine vom Klienten eingefädelte Falle, in deren Verlauf der Mando und das Kind in dessen Hände geraten sollten. Gemeinsam beschließen sie eine List: Der Mandalorianer soll sich vermeintlich dem Klienten stellen, um diesen schließlich zu beseitigen. Doch es kommt anders: Sie werden von einem Trupp Sturmtruppen unter dem Kommando des undurchsichtigen Moff Gideon (Giancarlo Esposito, Breaking Bad) angegriffen, bei einem Angriff an anderer Stelle findet Kuiil den Tod beim Versuch, das Kind zu beschützen. Im Lauf der nun losbrechenden Ereignisse erfährt der Zuschauer unter anderem endlich mehr über den Mandalorianer als auch letztlich über Gideon, der einen völlig anderen Hintergrund zu haben scheint als anfangs vermutet …

Kritik

Mehr soll über den spannenden Abschluss der ersten Serienstaffel von The Mandalorian an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Es sei nur soviel gesagt: In der einen oder anderen Weise scheinen die Macher der Serie und des neuesten Kinofilms recht gut zusammengearbeitet zu haben, da einige Streitthemen aus letztgenanntem hier zumindest eine vage Erklärung finden. Ansonsten bieten zumindest die Folgen 5 und 6 trotz Spannung und Action so etwas wie eine kleine Erholungspause, ehe es in dem abschließenden Zweiteiler noch einmal voll und ganz vor allem in punkto Dramatik zu Sache geht. Die Abschlusspointe der letzten Folge ist dann auch in Gänze dazu angetan, die Köpfe der Fans bis zum Start von Staffel 2 kräftig am Rauchen zu erhalten. Schon jetzt kocht die Gerüchteküche diesbezüglich hoch, und den Star Wars-Fans stehen spannende Zeiten bis zum kommenden Herbst bevor. Freilich wird Disney+ bis dahin auch hierzulande vollumfänglich zur Verfügung stehen.

Fazit

Der Serie The Mandalorian ist etwas gelungen, das den insgesamt 5 neuen Star Wars-Kinofilmen seit der Übernahme von Lucasfilm durch Disney nicht vergönnt gewesen ist: Die Fangemeinde ist sich zumindest in weiten Teilen über die Qualität des neuesten Produktes der mittlerweile fast 43 Jahre alten Saga einig. Ertönten nach dem Kinostart von Der Aufstieg Skywalkers am 18. Dezember vielfach kritische Stimmen über den vorläufigen Abschluss der Kinofilmsaga, wurde The Mandalorian hingegen meistenteils als „das wahre neue Star Wars“ bezeichnet. Man mag gerade als Alt-Fan geteilter Meinung hierzu sein, doch ist eins sicher: Künftige Konkurrenz aus dem Genre der Fernseh- oder Streaming-Science-Fiction wird es schwer haben, gegen The Mandalorian zu bestehen. Den meisten Produzenten ist dies zweifelsohne klar. So scheuten sich auch die Macher eines überaus populären anderen Universums mit dem Wort „Star…“ im Titel, ihre eigene neue Serie zum gleichen Zeitpunkt herauszubringen wie die Abenteuer des Mandos, sicher zum beiderseitigen Vorteil.

Wie kaum eine andere Fernsehproduktion bringt The Mandalorian Kino-Flair auf die Bildschirme, wenn auch die unterschiedliche Laufzeit der ersten Episoden sicherlich der Gewöhnung bedarf. Doch letztendlich hat man mit den bisher 8 Folgen einen zusammenhängenden „extralangen“ Film zustande gebracht, der sich an einem Stück genossen nicht hinter den beiden bisherigen A Star Wars Story-Folgen zu verstecken braucht. Man kann über Disney sagen, was immer man möchte: Die hohe Qualitätsklasse der Franchise-Erzeugnisse unter seiner Ägide spricht für sich, ganz besondere im vorliegenden Fall. Wenn ein Star Wars für das moderne Pantoffelkino, dann bitte eines wie The Mandalorian.

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