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The Tomorrow War: Chris Pratts Schwiegervater ist bestimmt stolz!

Mit The Tomorrow War sicherte sich Amazon ein weiteres Kino-Opfer der globalen Pandemie. Der Streifen mit Chris Pratt in der Hauptrolle macht jedoch auch von Zuhause aus eine Menge Spaß, wie unsere Rezension euch erzählt.

Urbanes Schlachtfeld In Florida

Von Stefan Ulsamer

Die 1980er und -90er Jahre waren die Ära der großen Actionkracher. Es war eine Zeit vor Harry Potter, dem Marvel Cinematic Universe, den Hobbits oder der Star Wars-Renaissance. Damals kämpften noch die Härtesten der Harten gegen Gangster, Terroristen, ganze Staaten oder gar Killerroboter und Außerirdische. Filme wie Die Klapperschlange, Stirb Langsam, Terminator, Predator oder Aliens kommen einem in den Sinn. Diese Werke waren voller Verfolgungsjagden, Zweikämpfen und Shootouts; die (Handlungs)-Logik spielte darin oftmals eine eher geringere Rolle.

Einer der größten Stars dieser Kinoepoche war ohne Zweifel das österreichische Bodybuilding-Urgestein Arnold Schwarzenegger. Wie es der Zufall will, ist der spätere „Governator“ Schwarzenegger seit Juni 2019 der Schwiegervater von Chris Pratt – besser bekannt auch als Starlord aus der Marvel-Reihe. Und Arnold ist derzeit bestimmt mächtig stolz auf den mit seiner Tochter Katherine verheirateten Schwiegersohn, denn dessen neuester Streifen The Tomorrow War ist ein astreiner Science-Fiction-Actioner in bester Schwarzenegger-Tradition. Produziert wurde er von Dark-Knight- und Blade-Drehbuchautor David S. Goyer. Für die Regie zeichnete Chris McKay verantwortlich, der – nach mehreren Animationsfilmen wie beispielsweise The Lego Batman Movie – mit The Tomorrow War sein Debut als Regisseur eines Realfilms abliefert.

komplizierter Weg zur Veröffentlichung

Die Dreharbeiten zu The Tomorrow War liefen hauptsächlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 überwiegend im US-Bundesstaat Georgia sowie auf Island und waren Mitte Januar 2020 beendet. Ursprünglich wollte der Verleih Paramount den 200 Millionen Dollar teuren Film im Dezember 2020 als Winter-Blockbuster in die Kinosäle der Welt bringen. Die Corona-Pandemie (deren globale Auswirkungen auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben im Februar 2020 begannen) machte diesen Plänen allerdings einen Strich durch die Rechnung. In der Hoffnung, The Tomorrow War doch noch einem großem Publikum zu präsentieren, wurde der Kinostart zunächst auf Juli 2021 gelegt. Im Frühjahr 2021 zeichnete sich jedoch ab, dass die Kinos im Sommer nicht überall geöffnet sein würden.

Noch gravierender erwies sich, dass die Hollywood-Studios einige ihrer größten Franchise-Filme wie beispielsweise den neunten Teil der Fast and the Furious-Reihe oder den Marvel-Blockbuster Black Widow zu Beginn des Sommers genau in jenen Regionen und Ländern platzieren würden, in denen die Kinos wieder öffnen soll(t)en. Bei Paramount rechnete man sich für The Tomorrow War im Kampf um die Sommer-Kinokassen wohl keine größeren Erfolgschancen aus. Denn wie sonst ist es zu erklären, dass der Film im April 2021 für angeblich 200 Millionen US-Dollar – was gerade den angegebenen Produktionskosten entspricht – an Amazon verkauft wurde.

Doch könnte die Rechnung aufgehen, hat man sich mit The Tomorrow War doch sicherlich die aufwendigste Filmproduktion gesichert, die je eine exklusive Streaming-Filmpremiere erlebte. Am 2. Juli startete der Film schließlich weltweit. Interessanterweise scheint es vor dem Filmstart abgesehen von zwei Trailern jedoch keine größeren Marketing-Aktivitäten gegeben zu haben, denn The Tomorrow War war von keinerlei Vorab-Hype umgeben, der oftmals schon Monate vor dem Start eines großen Films einsetzt. Die nächsten Wochen werden zeigen – falls man sich bezüglich der Streaming-Zugriffszahlen in die Karten schauen lässt – ob das Vermarktungskonzept von The Tomorrow War aufgegangen ist. Eines steht allerdings fest: wenn ein Film für das Kino gemacht ist, dann The Tomorrow War. Der Streifen bietet großangelegte Science-Fiction-Action und fantastische visuelle Effekte. Nur allzu sehr über die Sinnhaftigkeit der Handlung sollte man besser nicht nachdenken…

Explosive Action

Worum geht es?

The Tomorrow War beginnt im Dezember des Jahres 2022. Der ex-Army Green Beret Dan Forrester schlägt sich eher mittelprächtig als Biologie-Lehrer durch das Leben. Eine große Stütze sind ihm seine Frau Emmy (Betty Gilpin) und vor allem seine kleine Tochter Muri (Ryan Kiera Armstrong). Gerade hat Dan eine Absage für einen heißersehnten Job bei einem großen Tech-Konzern bekommen. Frustriert schaut er mit seiner Familie das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Zur Verblüffung der Forresters – und der ganzen Weltöffentlichkeit – landen Soldaten per Wurmloch-Portal mitten im Stadion und geben sich als Zeitreisende aus dem Jahr 2051 aus. Sie erklären der Weltöffentlichkeit, dass die Menschheit in ihrer Realität kurz vor der Vernichtung durch eine Rasse außerirdischer Aggressoren namens Whitespikes stehe. Aus diesem Grund sollen Soldaten und Zivilisten des Jahres 2022 rund dreißig Jahre in die Zukunft geschickt werden, um die drohende Auslöschung der menschlichen Rasse zu verhindern. Nach einem Handlungs-Zeitsprung von rund einem Jahr wird Dan schließlich von den Behörden zwangsrekrutiert und soll in die apokalyptische Zukunft befördert werden. Dort soll er für eine mysteriöse Forschungseinrichtung arbeiten und nach Möglichkeiten suchen, die außerirdischen Angreifer aufzuhalten. Doch schon bei der Reise zum zukünftigen Bestimmungsort geht alles schief und Dan sowie seine Mitreisenden landen statt im Forschungslabor mitten in einem urbanen Schlachtfeld in Florida.

Was nun während der nächsten zwei Stunden folgt, ist eine filmische Achterbahnfahrt, wie man sie schon lange nicht mehr gesehen hat. The Tomorrow War bietet globale Action im Großstadtdschungel, in tropischen Regenwäldern und im ewigen Eis. Optisch inspiriert wurden die Macher dabei beim Creature-Design ganz klar bei den titelgebenden Außerirdischen aus Alien und Predator. Die Actionszenen hingegen wirken wie ein „Best Of“ bestehend aus Independence Day, Battleship, Starship Troopers und Rambo. Und immer mittendrin Chris Pratt, dem in bester Stallone- und Schwarzenegger-Manie niemals die Munition seiner Automatikwaffen auszugehen scheint. Und wenn doch, dann hat er immer noch seine Fäuste, vor denen sich kein Alien in Sicherheit bringen kann. Das optisch etwas von Das Ding aus einer anderen Welt (die 1982er Version mit Kurt Russell) inspirierte Finale lässt erahnen, dass Regisseur Chris McKay und Produzent David S. Goyer mit The Tomorrow War vermutlich den Grundstein zu einem neuen großen Science-Fiction-Franchise legen wollten. Möglichkeiten für weitere Sequels, Prequels und sonstige Filme im Tomorrow War-Universum gibt es sicherlich genug. Vielleicht schaffen die es ja dann auch ins Kino.

Ausblick

Es bleibt abzuwarten, ob The Tomorrow War die erhofften weltweiten Zuschauerzahlen gebracht hat. Wenn das der Fall sein sollte, steht einer Fortsetzung nichts im Wege. Und wenn darin Chris Pratt erneut so eine gute Action-Figur abgeben sollte, dann wird Arnold Schwarzenegger bestimmt noch stolzer auf seinen Schwiegersohn sein.

Soldaten Erscheinen Waehrend Der Fussball W M 2022