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Wynonna Earp: Ein Ende ohne Bang, aber mit viel Hoffnung

Die Serie Wynonna Earp hat in vier Staffeln viele abwechslungsreiche Themen angefasst: Dazu gehörten Dämonen, Besessenheit, Flüche oder Vererbung. Doch was am Ende wirklich zählte, daran erinnerte uns das Finale der Serie: Familie, Freundschaft und Hoffnung auf ein besseres Leben.

Wynonna

von Björn Sülter

Es ist vorbei. Nach vier Staffeln und 49 Episoden endete die Serie Wyonna Earp vergangene Woche auch hierzulande. In den USA wurde das Ende der Serie bereits im Februar bekanntgegeben, nachdem die Produktion der vierten Staffel durch die Pandemie viel länger gedauert hatte als geplant.

Bestrebungen, eine andere Heimat für die Show zu finden, sind bisher nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Man kann sich aber ohnehin fragen, ob das, was wir in der letzten Episode Old Souls zu sehen bekamen, nicht als Serienfinale taugen würde.

Drama, Action, Schießereien

Titelheldin Wynonna Earp, Ur-Enkelin von Wyatt Earp, hat eine Menge erlebt, seit sie zu Beginn der Serie nach Purgatory zurückkehrte. Sie musste unzählige Wiedergänger (Revenants) zurück ins Jenseits befördern und sich dabei nicht nur mit ihrer Schwester Waverly, sondern auch mit dem undurchschaubaren Doc Holliday herumschlagen.

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Was wirklich zählt

Was jedoch wirklich zählt, im Leben wie auch in der fiktiven Serienwelt, ließen die Macher mit der letzten Episode auf uns los. Sie konzentrierten sich auf die Figuren, die uns über vier Jahre ans Herz gewachsen sind, zeigten auf, wie stark sich alle verändert haben und in letzter Konsequenz eben doch aufeinander bauen konnten. Mit den Vorbereitungen von Team Earp auf die große Hochzeit zwischen Sheriff Nicole Haught und Waverly Earp spürte man, dass hier nicht nur auf ein großes Event hingearbeitet wurde, sondern sich vielmehr ein Kreis schloss, auf den die Serie emotional konequent hingearbeitet hatte.

Große Entscheidungen standen an, man nahm sich einen Moment der Besinnung, um die weiterne Schritte zu planen und am Ende fügte sich alles zu einem stimmigen Bild zusammen, das unseren geliebten Figuren den benötigten Raum ließ, die Evolution über so viele Episoden abzuschließen.

Auch wenn über eine Fortsetzung an anderer Stelle noch zu entscheiden ist: Old Souls wäre ein angemessenes Finale oder in jedem Fall ein schöner Moment, die Figuren loszulassen. Dazu war keine Apokalypse nötig sondern nur ein echtes, kleines Happy-End für alle. Sogar unsere Heldin darf die Waffen für eine Weile niederlegen und in den Sonnenuntergang reiten. Was hätte man sich mehr wünschen können?

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buffy 2.0?

Im Jahre 2003 endete eine Serie, die als Vorbild nicht nur für eine ganze Generation junger Frauen, sondern auch für Wynonna Earp durchgeht und wie keine andere Show Tragik, Horror, Mystery und Humor vereinen konnte. Buffy Summers versiegelte im damaligen großen Finale den Höllenschlund und ging als Vampirjägerin aus Buffy - im Bann der Dämonen in Rente. Lange hinterließ ihr Abgang eine Vakanz, die erst mit dem Auftauchen einer gewissen Wynonna in Purgatory wieder gefüllt wurde. Nicht ganz unabsichtlich, wie die kanadische Showrunnerin Emily Andras schnell klarmachte: "Die eine Sache, die ich mehr als alles andere von 'Buffy' übernehmen will, ist, dass auch Wynonna eine Frau in der modernen Welt ist, die sich ihren eigenen Weg bahnt", ließ sie zum Start gegenüber The Hollywood Reporter verlauten. Und sie lieferte!

Sie präsentierte eine Heldin, die gegen ihren Willen zur Auserwählten wurde und sich übersinnlichen Gefahren stellen musste. Als wäre das nicht genug, stellte man ihr noch einen unsterblichen Love-Interest an die Seite. Klingt vertraut?

Doch gelang es der neuen Serie abseits dieser Ähnlichkeiten vor allem, wie auch das große Vorbild, nicht den Fehler zu begehen, Stärke mit Gefühlskälte zu verwechseln. Wynonna Earp feuerte zwar oft erst coole Oneliner ab und griff erst dann zum "Peacemaker", zeigte aber auch problemlos Gefühle! Dieser gelungene Mix manifestierte sich insbesondere in ihrem innigen Verhältnis zu Waverly, was uns genau das authentische TV-Erlebnis bescherte, für das auch Buffy immer gestanden hatte.

Mit Wyonna Earp gelang das Buffy - Im Bann der Dämonen für eine neue Generation!

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Goodbye

Dennoch heißt es nun Abschied zu nehmen; für den Moment oder für immer. In jedem Fall aber endet ein Kapitel der Geschichte.

Wir haben mitgefiebert, Fingernägel gekaut, gelacht, geweint, gefeiert und gelitten. Mehr kann eine Serie nicht leisten, als uns emotional so abzuholen und mitzunehmen.

Wie es auch immer in der Zukunft kommen wird: Wynonna Earp war bis hier eine wunderbare Serie, die uns und den Zuschauern viel Freude gemacht hat. Auch wenn der Wunsch nach neuen Abenteuern nachvollziehbar ist, ist das, was man hat, oft wertvoller als das, was man hätte haben können.

Danke Wynonna, danke ihr Earpers da draußen! Unsere Wynonna ist nicht weg, sie ist für immer bei uns. Oder wie es in der Serie heißt: I’m not saying that it’s going to be ok. I’m just saying… I’m here.

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