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X-Men: Apocalypse - Die Syfy-Filmkritik

Am Donnerstag, 19. Mai, ist es nun endlich soweit. X-Men: Apocalypse feiert seine Premiere. Wir haben den Film vorab für euch gesehen. Hier ist die Filmkritik:
ACHTUNG SPOILER!

X Men Apocalypse Poster

Größer, weiter, noch bombastischer – das ist die Formel, die Regisseur Bryan Singer mit X-Men: Apocalypse verfolgt. 145 Minuten läuft das Spektakel, bei dem mit einer Vielzahl von Figuren jongliert werden muss, was aber nicht immer befriedigend verläuft. Denn die Geschichte von Simon Kinberg wird dem nicht gerecht, was bei dieser Geschichte möglich gewesen wäre.

1983: Apocalypse, der erste Mutant, erwacht nach fünf Jahrtausenden wieder zum Leben. Er will die Welt neu formen, doch dazu muss sie in Feuer geläutert werden. Nur die Starken dürfen überleben – und sie sollen Apocalypse als ihren Gott ansehen. Mit seinen vier Reitern der Apokalypse bereitet er alles vor, während sich Mystique an Professor Xavier wendet. Sie müssen gemeinsam agieren, um Magneto vor Apocalypse zu retten. Und nicht nur ihn. Das Schicksal der gesamten Menschheit steht auf dem Spiel.

Dass es mal wieder Kontinuitätsprobleme mit den bisherigen Filmen gibt, muss man wohl ignorieren. Das hat bislang praktisch jeden Film der Reihe geplagt. Problematischer ist da schon, dass einige Figuren praktisch nichts zu tun haben, während andere sich in Dialogen und Taten ergehen, die ein gewaltiges Deja Vu mit sich bringen. Oftmals hat man das Gefühl, das alles eh schon mal gesehen zu haben. Dann, wenn Xavier und Magneto die ewig gleichen Dialoge haben, in denen es um ihre jeweiligen Weltanschauungen geht. Oder wenn Quicksilver in einem hochdramatischen (und auch ein bisschen witzigen) Moment zeigt, was er kann. Das hat man schon im Vorgänger gesehen, nur dass es hier nach typischer Sequel-Regel aufgeblasen wird.

Ein bisschen holprig ist es, wie die Figuren zusammengeführt werden – sowohl auf Seiten der Helden als auch der Schurken. Weniger wäre hier wohl mehr gewesen, dann hätte man auch dafür sorgen können, dass die Geschichte etwas besser flutscht. So jedoch mäandert das Ganze etwas, bis endlich das mit Action aufwartende Finale kommt. Hier muss man jedoch bemerken: Bis dahin gibt es gar nicht so viel Action und schon gar keine Kämpfe. Einzig nennenswert ist hier der Gastauftritt eines krallenbewährten Mutanten, der aber heraussticht wie ein rostiger Nagel, da die Sequenz höchst ungelenk in die Geschichte integriert wurde.

Was bleibt, sind ein paar gelungene Sequenzen, ein ganz großartiger Anfang, ein emotionales Highlight mit Magneto und ein paar coole Action-Szenen am Ende, bei denen gleich noch eine Neuauflage der Dark-Phoenix-Geschichte (siehe X-Men: Der letzte Widerstand) geteasert wird. Es wäre mehr drin gewesen, hier wurde reichlich Potenzial verschenkt.

Kritik: Peter Osteried